gegorener Honig und Melitherm

  • Hallo zusammen,


    ich habe noch eine Charge leicht gegorenen Honig, der bereits als cremiger Honig in Gläsern abgefüllt ist. Man sieht es ihm nicht an, aber wenn man das Glas öffnet, riecht es leicht fruchtig/alkoholisch und nach Hefe. Für den Verkauf ist er natürlich auf gar keinen Fall mehr vorgesehen, aber vielleicht kann man ihn anderweitig verwenden, sodass ich ihn nicht einfach in den Ausguss kippen muss. Möglich wäre ihn einmal durch das Melitherm zu jagen. Hat jemand mal ausprobiert wie sich das auf den Honig auswirkt? Ich nehme an, dass der gegorene Geschmack bleiben wird, auch wenn Hefen eventuell abgetötet werden. :/

    Mir ist bewusst, dass ich ihn ganz normal als Backhonig verwenden kann (was ich auch mache) oder man daraus Met herstellen könnte (was ich nicht möchte).


    Danke schonmal für eure Ideen und Vorschläge!


    Gruß

    Manuel

    ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Was willst du dann damit machen?

    Zum Hefe abtöten brauchst du welche Temperatur? Willst du so hoch temperieren?

    Außerdem erreicht der der Honig im Melitherm diese Temperatur nicht, bei ordnungsgemäßem Gebrauch. Genau deshalb ist das Teil ja so teuer.


    Ich wäre auch bei der Diagnose etwas vorsichtig. Bei dir gibt es auch Honig, der direkt nach der Ernte fruchtig schmeckt und riecht.

  • Ich will ihn einfach nicht entsorgen ;(:D Hatte nur überlegt, ob man damit nicht doch etwas sinnvolleres anstellen kann als ihn einfach so wegzukippen. Laut kurzer Google-Suche schon stirbt Hefe ab 40°.


    Der Honig ist Frühtracht vom letzten Jahr und hatte bereits bei der Ernte schon einen etwas erhöhten Wassergehalt. Ich meine er lag über 19%. Bei manchen Gläser prickelt der Honig auch etwas auf der Zunge.

    ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • ... das ist dann natürlich nicht so prickelnd.:D

    Aber du willst keinen Met machen. Für Backhonig kannst du dir den Aufwand sparen.

    Verfüttern, ist das Erwärmen eher schädlich als nützlich. Ich möchte auch nicht zum Verfüttern raten, obwohl die Bienen im Winter mit Sicherheit auch mal vergorenen Honig aufnehmen und verarbeiten. Irgendetwas sträubt sich da bei mir, ob begründet, oder nicht.

    Selber essen, in heißen Getränken zum Beispiel wäre noch eine Option. Geht. Ob du das möchtest, ist deine Entscheidung.

  • Du kannst ja Met draus machen für den Eigenverbrauch, aber toll wird der nicht werden...

    Will er ja nicht. Trotzdem verstehe ich den zweiten Teil nicht. In diesem frühen Stadium könnte man die im Honig enthaltenen Hefen noch durch Wärme abtöten und Zuchthefen zugeben.

    Es kann eigentlich kein wesentlich schlechterer Met werden, als wenn man diesen Honig sofort vergoren hätte. Frühjahrshonig soll sich sehr gut für die Metherstellung eignen.


    Mit Schnaps mischen zu Honiglikör wäre noch eine Option.

  • Hallo, ich habe hier mal gelesen, dass man mit dem Melitherm die angefangen Gärung stoppen kann. Das passiert aber eher nicht durch die Hitze, sondern, dass du Wasser entziehst.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • könnte man die im Honig enthaltenen Hefen noch durch Wärme abtöten und Zuchthefen zugeben.

    Ja, könnte man, aber wie lange hat der Honig schon vor sich hin gegärt, wahrscheinlich schon etwas länger. Das ist ja Frühtrachhonig vom letzten Jahr, offensichtlich geerntet mit zu hihem Wassergehalt - da gehe ich davon aus das der schon mindestens 6 Monate vor sich hin gärt - aber evtl. täusche ich mich auch....

  • Genau, Met machen möchte ich nicht. Eine Verfütterung an die Völker habe ich für mich auch ausgeschlossen, da ich sie nicht mit Hefen "impfen" möchte.

    Das ist ja Frühtrachhonig vom letzten Jahr, offensichtlich geerntet mit zu hihem Wassergehalt - da gehe ich davon aus das der schon mindestens 6 Monate vor sich hin gärt - aber evtl. täusche ich mich auch....

    Das kommt grob hin. Und ja, ich habe ihn mit zu hohem Wassergehalt geerntet. Wird mir jedenfalls eine Lehre sein. ;)


    Das Ding ist nur, dass ich so viel gar nicht selbst als Backhonig oder anderweitig verzehren kann. Bleibt also auf lange Sicht nur das Wegkippen, es sei denn, jemand hat noch einen Geistesblitz.

    Vielleicht sollte ich ihn beim Imkermarkt als Backhonig anbieten, allerdings glaube ich nicht, dass ich da so viele Abnehmer finden werde.

    ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Laut kurzer Google-Suche schon stirbt Hefe ab 40°C.

    Wie sagte beim IFT (?) wer so schön:

    "Es ist das Integral, das wirkt."

    Klartext: Eine bestimmte Temperatur muss auch eine bestimmte Einwirkdauer haben. Je weniger warm, desto länger die notwendige Expositionszeit.

    Darüber hinaus gibt es "die" Hefe in diesem Fall nicht. Das ist eine wilde Mischung und bei 40 Grad ist nicht zwanghaft für alle Schluss.

    Drittens gibt es noch gewaltige Unterschiede beim "Sterben" von Mikroorganismen. Vorher kommen diverse Stadien der eingestellten Stoffwechselaktivität und möglicherweise reversibler Schädigungen. Danach können die sich ggf. nochmal berappeln.

    Und viertens erfolgt das Sterben bei einer grenzwertigen Temperatur auch nicht schlagartig, sondern mehr im Sinne einer Halbwertszeit, womit wir dann wieder beim Integral oben angekommen sind.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 26-28.3.2021 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda!

  • Danke für die Aufklärung Kikibee . Mir ist schon bewusst, dass es ein Zusammenspiel von Temperatur und Zeit ist, ansonsten wäre ja auch nach Melitherm-Benutzung jegliches Enzym im Honig durch die Wärmeeinwirkung denaturiert und zerstört. Vielleicht hätte ich den Satz ("sterben ab 40°") noch weiter ausführen sollen.

    Klar werden es auch unterschiedliche Hefepilze mit unterschiedlicher Hitzetoleranz sein, aber ich habe ja auch nie gesagt, dass ich den Honig sterilisieren will ^^ Es war nur so ein Gedanke, eine weitere Gärung mithilfe des Melitherms zu verlangsamen oder zu stoppen. Ich bin mir ja nicht einmal sich, ob ich das auch wirklich machen werde. Wollte ja nur etwas brainstormen, um alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

    ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Hallo zusammen

    Moin Manuel!


    eine Charge leicht gegorenen Honig, der bereits als cremiger Honig in Gläsern abgefüllt ist.

    Eine Charge = welche Mengen an Gläsern?


    Für den Verkauf ist er natürlich auf gar keinen Fall mehr vorgesehen, aber vielleicht kann man ihn anderweitig verwenden, sodass ich ihn nicht einfach in den Ausguss kippen muss.

    Teil a) ist selbstverständlich, meines Erachtens ist es dennoch absolut lobenswert, dass du dies explizit erwähnst.

    Teil b) ist meiner Gott sei dank bescheidenen Erfahrung mit gegogerenem Honig ebenfalls selbstverständlich, denn natürlich kannst du diesen Honig in diverser Weise weiter nutzen, wie du selber ja mittels Teil c) selber beschreibst.


    Mir ist bewusst, dass ich ihn ganz normal als Backhonig verwenden kann (was ich auch mache)

    Ergo musste sehr viel backen :wink: - je nach betroffener Honigmenge.

    Oder, so machte ich es mit meinen 1, 2 Kartons "Backhonig" im Glas: Abwarten und viiiiiel Tee mit Honig trinken. Darin schmeckte er absolut einwandfrei, zumal ja meist primär die obere Schicht / Phase im Glase alloholisch zu gären beginnt. Oder gärt Deiner komplett?


    Oder du klingelst nach Ostern mal DA durch und horchst ob sie dir den Honig, dann müsstest du allerdings ziemlich sicher in Eimer rückumfüllen, eintauschen.

    Ich habe das vor Jahren mit 3, 4 Eimern angegorener Linde mal getan und war sehr zufrieden: Es gibt einen "Schlüssel" in dem sie dir deinen Rohhonig eintauschen gegen fertigen Met deiner Wahl auf Flasche und auf Wunsch ggfs. sogar mit von ihnen gedruckten, für dich personifizierten Etiketten. Kostet dann zwar immer noch was, lohnt sich aber.

    Versuch / Anruf macht kluch.


    Sonnige Grüße ins schöne Hochsauerland

    vom

    Patrick, bekennendem Sauerland-Touristen :wink:

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Oder du klingelst nach Ostern mal DA durch und horchst ob sie dir den Honig, dann müsstest du allerdings ziemlich sicher in Eimer rückumfüllen, eintauschen.

    Ich habe das vor Jahren mit 3, 4 Eimern angegorener Linde mal getan und war sehr zufrieden: Es gibt einen "Schlüssel" in dem sie dir deinen Rohhonig eintauschen gegen fertigen Met deiner Wahl auf Flasche und auf Wunsch ggfs. sogar mit von ihnen gedruckten, für dich personifizierten Etiketten. Kostet dann zwar immer noch was, lohnt sich aber.

    Danke für den Tipp! Weißt du noch in welchem Kostenrahmen man sich da ungefähr bewegt?


    Eine Charge = welche Mengen an Gläsern?

    Das sind so ca. 25kg.

    Im Tee nutze ich ihn auch ab und an mal, aber so viel Honig bekomme ich echt nicht auf diese Art weg :D

    ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland