CPV oder was ist hier los?

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    Hallo, nach 4 Jahren lesen hier im Forum,muss ich nun auch mal etwas fragen. Leider habe ich ein Volk mit ähnlichen Symptomen. Schwarze Biene, Bienen die zittern und koordinationsstörungen haben. Zudem auch Vorgestern deutlich erhöhter Totenfall vor der Beute,ca 1000 tote Bienen vorm Flugloch teilweise noch am zucken Das Volk sitzt auf 10 Waben DNM mit 6 Waben Brut, davon der größte Teil verdeckelt. Im Vergleich zu meinen anderen Völker ist dies deutlich das Schwächste. Das Volk ist ein Ableger vom letzten Jahr mit einer F1 Buckfastkonig aus der Zelle vom Züchter. Milben fallen keine auf die Windel nach 3 Tagen. Das Volk hatte im Winter schon einen deutlich erhöhten Totenfall. Möglichkeiten das Volk zu isolieren habe ich nicht. Was ist hier am Besten zu tun? Schwefeln ? Wäre mein erster Volksverlust nach 4 Jahren. Aber ich denke Umweiseln ist auch recht hoffnungslos oder ?

  • Meine Empfehlung: Abwarten und nichts überstürzen.

    Das Phänomen ist letztes Jahr schon vermehrt aufgetreten, es gab viele Meldungen dazu. Auch ich hatte das Problem an einem Stand, bei einem Volk sogar sehr ausgeprägt. Aber da war es schon Juni.


    Ursache kann wetterbedingt sein. Übertragungsweg vermutlich via Verletzungen also vornehmlich über Varroa, jedoch auch Ansteckung über Gegenstände und Wabenaustausch möglich, Selbstheilung möglich, genetische Disposition auch!


    Oben wurde schon genannt, was man machen kann, wenn man unbedingt was machen will.


    Man kann aber auch einfach erst mal abwarten. Letztes Jahr hat es sich einfach so verflüchtigt, die Selbstheilungskräfte des Bienenvolks konnten ihr Werk tun. Die betroffenen Völker konnte ich ganz normal durch den Spätsommer bringen, wo sich die Symptome verflüchtigt haben. Danach ganz normal eingewintert, sie haben zumindest bei mir auch alle überlebt und stehen heute ganz normal da.


    Heuer habe ich es auch schon wieder, bisher aber nur bei einem Volk und noch recht gemäßigt. Es steht an einem ganz anderen Standort, der keinerlei Verbindung zu den letztjährigen Völkern hat. Heuer ist es aber sehr viel früher aufgetreten, die Hauptrachten und schönes Wetter stehen aber erst noch bevor. Und die sorgen für gute Selbstheilungskräfte.


    Denn gutes, warmes Trachtwetter hilft dabei, dass sich die kranken Bienen abfliegen können. Selbst mehr auf Hygiene achten, kein Wabentausch, mehr mache ich erst mal nicht.

  • Ich finde das derzeit die beste Antwort. Das Schlimmste ist Gift zu dieser Jahreszeit. Wer spritz zu dieser Jahreszeit B1-Gift und wer tut es gegen Vorschriften? In meiner sehr warmen Region hat sogar der Raps-Bauer beschlossen, nicht zu Spritzen.


    Meiner Meinung nach ist es an der Zeit, nicht mehr alles für Gift verantwortlich zu machen, dessen wir uns nicht sicher sind.


    CPV ist ein Problem, das sich die meiste Zeit von selbst behebt.


    VG Patrick

  • Das Problem ist, die beiden Ursachen zu unterscheiden.

    Nicht wirklich. CVP ist zu dieser Jahreszeit normal. B1 Spritzmittel ist nicht.


    In dieser Region wurde Glyphosat vor über 4 Wochen benutzt, bevor Blumen vorhanden waren.


    Raps sind eine Möglichkeit mit sehr starken Einschränkungen. Wenn es viel regnet, müssen die Obstbauern möglicherweise gegen Bakterien sprühen. B4 Mittel.


    Wir müssen nachdenken, bevor wir die Bauern beschuldigen. Wir müssen mit Bauern zusammen arbeiten, nicht dagegen.


    VG Patrick

  • Wir müssen nachdenken, bevor wir die Bauern beschuldigen. Wir müssen mit Bauern zusammen arbeiten, nicht dagegen.

    Da möchte ich doch glatt fragen, warum du dann hier Spritzmittel überhaupt ins Gespräch bringst? Bei der Hälfte der User bleibt doch jetzt hängen, dass Spritzmittel CBPV auslösen und der Bauer der Schuldige ist, wenn sie selbst mal entsprechende Symptome beobachten.


    Edit: Hab den Zusammenhang herstellen können. Fehlalarm, bitte entschuldige. Dennoch finde ich es wichtig hier nochmal klar hervorzuheben, dass es hier andere Ursachen hat. Sprich ich möchte meine Aussage ins Gegenteil verkehren und deine Aussage lobend hervorheben ;)

  • Hallo Miteinander,


    vor einigen Jahren hatte ich das auch bei einem Volk: Schwarze aufgedunsene Bienen, die nicht mehr wußten, wo sie waren, und auch nicht mehr adäquat reagieren konnten. Beispielsweise auf Rauch.


    Es war ungefähr Mai/Juni und es wurde leider immer schlimmer. Die Königin versuchte gegen die Krankheit anzustiften, aber vergebens. Jede Woche mußte ich eine Schaufel tote Bienen vor der Beute entfernen und bestatten.


    Die Gesundheitsobleute im Verein wußten keinen Rat, die einschlägigen Bücher halfen nicht weiter, und auch Leute vom Fach persönlich zu kontakten hätte ich mir ersparen können.


    Schließlich war es Ende Juni und ich fürchtete, dass die Krankheit auf Nachbarvölker übergreift. Es mußte etwas geschehen.


    Ich machte eine totale Bauerneuerung, sprich komplette Brutentnahme. Dabei spekulierte ich darauf, dass nur die Jungbienen erkrankt waren; schliesslich flog das Volk nach wie vor.


    Die alte Königin kam in die Brutscheune, und den Flugling habe ich neu beweiselt. Es war Anfang Juli (der optimale Zeitpunkt für diese Massnahme, was Honigertrag betrifft und Jungbienenknick.)


    Und siehe da. Der neu beweiselte Flugling hatte keine kranken Bienen mehr. Und die Brutscheune mit der Altkönigin wunderbarerweise auch nicht.


    Ich weiss nicht, ob das Zufall war und in jedem Fall so klappt, doch ist das vielleicht ein Hinweis auf ein sinnvolles Vorgehen.


    Zeitlich frühere Brutentnahme wirkt sich auf den Honigertrag ungünstig aus, und der Knick in der Jungbinenkurve fällt wohl drastischer aus. Acht Wochen soll es dauern, bis ein Wirtschaftsvolk sein Brutnest wieder auf die alte Grösse vor dem Eingriff bringen kann.


    Viele Grüsse von Benjabien