Schwarmsaison 2020

  • Die Schwarmsaison ist nun auch bei mir angekommen.

    Mein stärkstes Volk, dass ich vor einer Woche an den Raps gestellt hab, hatte bei der heutigen Durchsicht 6 Schwarmzellen, die meisten mit Rundmaden im Futtersaft schwimmend. Königin habe ich im Volk gefunden.


    Da das mein (abgesehen vielleicht von Schwarmträgheit) bestes Volk ist und ich sowieso Vermehren möchte habe ich mir eigentlich darüber sogar gefreut. Ich habe aus

    - einer Mittelwand

    - zwei Brutwaben mit insgesamt 3 offenen Schwarmzellen (Rundmaden, relativ gleich alt) und ziemlich vollbesetzt mit Bienen und

    - zwei Futterwaben

    einen Ableger (an einem über 5 km entfernten Standort) gebildet. Die restlichen Schwarmzellen im Muttervolk habe ich (hoffentlich alle) gebrochen.


    Gleichzeitig habe ich noch ein sehr schwaches Volk, das ich gerne umweiseln würde.


    Mein Plan wäre jetzt:

    1. In dem Ableger die drei Schwarmzellen pflegen lassen, bis sie verdeckelt und kurz vor dem schlüpfen sind (Schlupfreif sollten sie ja in ca. 3+8=11 Tagen sein - genaueres kann ich sagen, wenn ich sehe, dass sie verdeckelt werden/sind).

    2. Morgen trenne ich mich von der Königin des schwachen Volkes

    3. Nach weiteren 8-9 Tagen breche ich alle Nachschaffungszellen

    4. Einen Tag später (also Tag 9 oder 10 von heute) wird eine Weiselzelle im Ableger vorsichtig abgeschnitten und in das schwache Volk in die Waben eingesetzt.

    5. Wenn das funktioniert hat, kann eine weitere Weiselzelle gebrochen werden, weil ja noch zwei verfügbar sind, aber nur noch eine für den Ableger benötigt wird.


    Macht dieses Vorgehen Sinn, hat es irgendwo vermeidbare Schwachstellen oder was würdet ihr anders machen?


    Viele Grüße,

    Pascal

  • So, dann werde ich mal weiter berichten:


    Heute war der 8. Tag, nach dem Schwarmfang. Die Bienen sind noch da. Die 9 Zanderrähmchen mit Anfangsstreifen sind alle bis mindestens zur Hälfte ausgebaut und mit Honig voll! Es gibt keine Brut oder Stifte.

    Auf der zugegebenen Brutwabe sind 6 sehr schöne Weiselzellen, die alle verdeckelt sind.

    Die Suche nach einer Prinzessin oder Königin kann man vergessen. Die eine Zanderzarge ist hoffnungslos überfüllt.


    Und nun?

    -- auf jeden Fall muss ich bis auf eine alle Zellen brechen, denn sonst geht bestimmt ein oder mehrere Nachschwärme ab

    -- vielleicht ist aber doch noch eine Prinzessin drinne, die in den nächsten Tagen beginnt zu legen


    -- oder: kann ich die Brutwabe entfernen und eine Zuchtlatte einhängen, dann könnte ich die Bienenmasse wunderbar zur Königinnenzucht verwenden? Das wäre eigentlich mein favorit.


    Was sagt ihr dazu?

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Brutwabe raus und Zuchtlatte rein geht, weil da mit Sicherheit keine Prinzessin drin ist - sonst wären keine Zellen angepflegt worden. Allerdings werden die Bienen weder jünger, noch die Ammenbienen leistungsfähiger. Ich würde alle Zellen brechen bis auf eine und fertig.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • p.s.: Wer einem Schwarm gleich Futter gibt/reinhängt, muß sich nicht wundern, wenn die Bienen nur auftanken und nach weiter entfernten Behausungen abdüsen, ohne sich zu verabschieden oder gar zu bedanken. Schließlich gibts am Herkunftsstand ja bereits (zu viele) Bienen, besser, man verteilt sich als Art in der Fläche. Wenn genug Flugbenzin da ist bzw. unverhofft zusätzlich zum eigenen Tank sogar noch welches nachgereicht wird, kann man noch einmal Alternativen suchen...

    Woher kommen denn solche Ratschläge, Schwärme mit Futterwaben und Wabenwerk jeglicher Art in der Beute zu halten.

    Kenn ich nicht, mach ich nicht. Klappt trotzdem. Das einzige was ich sehe ist dieBienendichte, die da wirken könnte.

    Abstand halten!🤣 Dann klappt’s auch (meistens) mit den Schwärmen.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Und ich dachte ich lese hier mal was über Zunahmen aus dem Raps.

    Bei uns stark bis extrem stark angefangen, aber seit letzter Woche kommt nix mehr. Ist zu trocken. Schätze in einer Woche ist die Nummer durch. Allerdings auch bislang in den Rapsvölkern keinerlei Schwarmlust. Andere Stände in der Hälfte der Kisten schon Alarm. Normalerweise isses immer umgekehrt.

    Hier in der Südeifel, gleiches Bild.

    Die Völker bei den Obstbäumen sind momentan ganz gut unterwegs.

    Die die nahe dem Raps stehen, passiert nicht sonderlich viel seit letzter Woche.

    Aber Regen ist wohl kommende Woche in Sicht.


    Hatte jetzt auch zwei Völker bei den Obstbäumen die recht stark wurden und teils sehr viele Spielnäpfchen hatten. Gehe heute schröpfen.

  • Kann man so machen. Ich würde zusätzlich auch das schwache Volk zum Ableger bringen, um Transporte der Weiselzellen so kurz wie möglich zu halten.

    Ich hätte auch noch folgendes versucht:

    Königin aus dem schwachen Volk raus, Wabe mit Bienen und mit offenen Weiselzellen aus dem starken Volk rein. Nach Verdeckeln die beste Weiselzelle stehen lassen. Das wäre zum Umweiseln die einfachste Lösung gewesen. Falls diese Zellen ausgeräumt würden, hättest du immer noch dein geplantes Verfahren in der Hinterhand gehabt.

    Gruß Ralph

  • Vorgestern ein schwarmtriebiges Volk. Zellen gebrochen und Zwischenbodenableger (ZBA) als Gegenmaßnahme. Das Volk hat sich gestern sehr schön abgeflogen. Heute noch einmal Durchsicht auf übersehene Zellen.

    Gruß Ralph

  • Der Gestern eingesammelte Schwarm hängt wieder im Baum und jetzt ist es richtig kalt.

    Werde es heute nochmal versuchen.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.