zuviel Mittelwände zugehängt? Wabenerneuerung und Erweiterung

  • Werbung

    Hi,


    ich habe einen Zander-Zweizarger in alten Waben unten und Futterwaben oben überwintern lassen. Der Plan war, die Bienen wandern nach oben und ich kann jetzt die leere untere Zarge/Waben rausnehmen. Über den "Winter" haben sie allerdings kaum Futter verbraucht und brüten jetzt noch unten auf 4-5 alten "schwarzen" Schwarten, eine davon jetzt großflächig bestiftet.

    Ich wollte die Bienen als Zweizarger mit einem Honigraum laufen lassen. Den Hr habe ich vor 4 Tagen raufgestellt und ihnen gut 9 Kg Futterwaben rausgenommen - es ist ja gut Flugwetter und Obst blüht im Umfeld. Einen Baurahmen haben sie nat. auch in den verbliebenen Brutraum bekommen.

    Würdet ihr jetzt auch gleich den 2. Brutraum unterstellen?

    Ich würde das Brutnest 50/50 oben/unten einseitig aufteilen, so daß ich die auslaufenden alten Brutwaben zu einer Seite in entnehmen kann und sie oben Kontakt zum Honigraum haben?

    Oder wären die dann mit zuviel Mittelwänden konfrontiert?


    Grüße

  • Würdet ihr jetzt auch gleich den 2. Brutraum unterstellen?

    Erst wenn die meisten Waben bebrütet sind und der Honigraum gut angenommen ist.

    Ich würde das Brutnest 50/50 oben/unten einseitig aufteilen,

    Das verstehe ich nicht: Du willst das Brutnest auseinandernehmen?

    Oder ein Schied über beide Bruträume setzen?


    Oder wären die dann mit zuviel Mittelwänden konfrontiert?

    Wenn ein ordentlicher Nektarstrom da ist, bauen die Bienen die schnell aus. Ob das der Fall ist, sieht du im Honigraum.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Lösung wäre, dass Du mit 2 ASG arbeitest. Auf die untere Zarge mit der Brut in den alten Schinken kommt das erste. Die Königin muss darüber. In der Mitte der 2. ZARGE müssen volle FW raus und durch LW und MW ersetzt werden. So nach und nach werden die Schinken unten leer und können entnommen werden. Darüber das 2.ASG und der HR. Die FW der 2. Zarge werden nach und nach entnommene und durch MW ersetzt. Sind die ausgebaut und bebrütet, ersetzen sie unten die schwarzen Schinken, und wenn noch nicht können sie auch in den HR. Man sollte nur eine Bauzone im Volk haben.

  • Guten Mittag zusammen, hallo Juli (m/w/d?)!


    ich habe einen Zander-Zweizarger in alten Waben unten und Futterwaben oben überwintern lassen.

    So weit, so gut.


    Der Plan war, die Bienen wandern nach oben und ich kann jetzt die leere untere Zarge/Waben rausnehmen.

    Dazu eine erfahrungsbedingte "Weisheit" meiner Wenigkeit: "Bienen lesen keine Bücher."

    Passt (leider) immer wieder auf das was imker so am Stand und in Völkern vorfindet. Und lehrt(e) mich, dass ich in vielerlei Hinsicht die Pläne a), b) und meist auch c) im Hinterkopf haben muss.


    Über den "Winter" haben sie allerdings kaum Futter verbraucht und brüten jetzt noch unten auf 4-5 alten "schwarzen" Schwarten, eine davon jetzt großflächig bestiftet.

    Klingt ganz gut.

    Drum lass Schwarte Schwarte sein und erfreu` dich jetzt an der entstehenden und vorhandenen Brut.


    Ich wollte die Bienen als Zweizarger mit einem Honigraum laufen lassen.

    D.h. 2 Zargen BR + 1 Zarge HR?

    Oder insgesamt 2 Zargen, d.h. 1 BR + 1 HR?


    Den Hr habe ich vor 4 Tagen raufgestellt und ihnen gut 9 Kg Futterwaben rausgenommen - es ist ja gut Flugwetter und Obst blüht im Umfeld.

    So weit, so gut 2.0.


    Einen Baurahmen haben sie nat. auch in den verbliebenen Brutraum bekommen.

    Nice to have, aber für die weitere Vorgehensweise m. E. egal.


    Würdet ihr jetzt auch gleich den 2. Brutraum unterstellen?

    Nein.


    Ich würde das Brutnest 50/50 oben/unten einseitig aufteilen, so daß ich die auslaufenden alten Brutwaben zu einer Seite in entnehmen kann und sie oben Kontakt zum Honigraum haben?

    Ist das eine Frage oder ein Plan?


    Oder wären die dann mit zuviel Mittelwänden konfrontiert?

    Konfrontiert? Nunja. Im Zweifel ignorieren sie diese.


    Ich würde dir empfehlen, das Brutnest auf den alten Waben so zu lassen wie`s ist, den oberen BR ersatzlos zu entfernen, sicherzustellen das im verbleibenden BR links und rechts, oder aber an einer Seite 2, je nach aktuellem Bienen-/Brutnestsitz, je eine gut gefüllte Futterwabe drin ist und dann den HR über ASG aufsetzen.

    Vorteil 1: Kaum Gefummel.

    Vorteil 2: Die Bienen können das nicht zerpflückte Brutnest weiterhin optimal heizen.

    Vorteil 3: Du kannst entspannt Frühtrachthonig ernten.

    Vorteil 4: Du kannst sämtliche intensiv bebrüteten und / oder alten bzw. dunklen BR-Waben nach der Tracht deiner Wahl im Rahmen einer entspannten und varroareduktionsförderlichen TBE auf einen Schlag und ohne neuerliches Rumgefummel entfernen.


    Viel Erfolg und schöne Grüße

    Patrick

    Vorteil 2:

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Und die können lang werden. Wenn man meinen Beitrag richtig sich vor Augen führt, erkennt man, dass sich in der 2. Zarge in der Bauzone so etwas wie ein Schwarm bildet. Führt man das so weiter und später in die neuen HR hinein, wird das Volk wahrscheinlich nicht schwärmen und stattdessen im Spätsommer still umweiseln. Diese selbst gezogenen Weiseln haben in der Regel richtig Power. Das sind bei mir die Kandidaten, welche häufig stärker aus dem Winter kommen. Das ist so ähnlich ein Teil meiner Methode Schwarmfrei zu imkern.

  • Danke für die Tipps!


    > Ich wollte die Bienen als Zweizarger mit einem Honigraum laufen lassen.

    sorry, besser: Dreizarger bzw. Zwei Brutraüme und X Hr drauf.



    nochmal: ich dacht erst, das Schwartennest des einen Br's mittig zu teilen: Hälfte an eine Seite in Br1, die andere genau drüber in Br2. So klappt es mit dem Warmhalten gut und es bleibt Kontakt zum (Mw-leeren) Honigraum und ich kann durch Mw-Nachfüllen die Schwarten in kommenden 1-2 Mon. zur Wand hin aussondern.



    Also:


    3 Monate bist zum Auflösen des "Schwartenproblems" (TBE) ist mir zu lang.


    Die von Schillbee vorgeschlagene "Semi-Schwarmsituation" find ich interessant!

    "Stille Umweiselungen" finde ich zudem gut. Und die Schwarten wäre ich in 1 Mon. los.

    Allerdings gibts für mich keine Frühtracht.

    Ob man so eine Aktion noch etwas verzögert, so dass sie schon ein paar Hr-Waben füllen?



    Hab erst Zweifel, das Brutnest plötzlich soweit vom neuen Mw-Honigraum zu trennen (heut nachmittag haben sie >2,5Kg zugenommen - schätze aber in ihre alten Schwarten =:-() eingetragen, da Hr erst eine knappe Woche drauf). Aber wenn die Kö wieder direkt untem Hr zu sitzen kommt, werden sie wohl weiter dran rumwerkeln - nachdem sie ihren Sitz fertig haben.


    Also baue ichs morgen/übermorgen wohl so um, zu einem Dreizarger:

    Honigraum

    ASP

    Mw Br Mw Mw Lw Lw Mw Mw Mw <<< Kö, quasi im Honigraum

    ASP

    Fw Br Schwarten


    Ich habe glaub ich nur noch zwei einigermaßen intakte Lw.


    Kann man Brut-Lw von Honig-Lw unterscheiden?

    Habe mal gehört, dass Honig-Lw eine anderes Gefälle haben

    (btw.: meine Kästen stehen ja im Lot, sind quasi ausgependelt. Wenn ich aber manche Kästen von anderen Imkern sehe, stehen mir die Haare zu Berge bzw. stehen deren Kisten sozusagen schräg am Hang. Die Imker sind besoffen - und die Bienen fliegen doch? Die Rähmchen werden da sicher nicht senkrecht drin hängen)

    Also Brut-Lw / Honig-Lw ist der Kö egal?



    Grüße, Juli

  • Vermutlich.

    Im Lot ist ganz nett, aber imkern geht auch ohne Wasserwaage. Da kannste mal sehen, was Bienen für Potential haben, sofern man das Brutnest nicht auseinanderreißt, nur um die "bösen" Schwarten rauszukriegen.;)

  • So, bin grad noch mal an den PC gegangen, mit dem Handy wird das nichts.

    Will mal versuchen Dir zu helfen, fange aber mal von hinten an.:)

    Kann man Brut-Lw von Honig-Lw unterscheiden?

    Kann man, besonders wenn sie als Dickwaben ausgezogen werden. Das ist aber marginal. Deine Bauzone wäre aber im 2. Brutraum.

    Ich habe glaub ich nur noch zwei einigermaßen intakte Lw.

    Super. Die hängst Du direkt über die bebrüteten Schinken, so dass die Weisel gleich losmachen kann. Rechts und links jeweils 2 MW als Start.


    Hier bin ich aber etwas irritiert:

    Allerdings gibts für mich keine Frühtracht.

    (heut nachmittag haben sie >2,5Kg zugenommen

    Wo haben sie die 2,5kg dann her, wenn Du keine Frühtracht hast?


    Aber wenn die Kö wieder direkt untem Hr zu sitzen kommt, werden sie wohl weiter dran rumwerkeln - nachdem sie ihren Sitz fertig haben.

    Ich verstehe langsam, worauf Du hinaus willst.

    Du bist der entscheidende Faktor, nicht die Bienen. Die müssen nur ausreichend bauen bzw. MW ausziehen. Das passiert am effektivsten in einer "Bauzone" welche auf eine Zarge begrenzt ist. Du verteilst dann wöchentlich die teilweise/vollständig ausgebauten MW je nach Nutzung (Eier oder Eintrag) nach unten oder Oben.

    Da brauch man ein bisschen Fingerspitzengefühl und vor Allem Tracht und gutes Wetter. Wichtig ist das ein Block erhalten bleibt. Die schwarzen Schwarten unten übrigens werden meist mit Pollen gefüllt und manchmal etwas als Zwischenablage für Nektar benutzt nach dem Schlupf. Deshalb rausnehmen so bald es geht. Ist dann halt Verlust.

    Liest sich aber alles komplizierter, als es sich in der Praxis machen lässt. Diese Art Völker zu führen nennt man "Treiben" und geht unter anderem auf ARMBRUSTER zurück.

    Probiere es einfach aus und reagiere beim Manipulieren der Waben auf die Fähigkeiten Deiner Bienen. Viel Glück.

  • Moin zusammen, moin Juli (Männlein oder Weiblein?)!


    Danke für die Tipps!

    Bitte gerne.


    > Ich wollte die Bienen als Zweizarger mit einem Honigraum laufen lassen.

    sorry, besser: Dreizarger bzw. Zwei Brutraüme und X Hr drauf.


    DAS hatte ich mir fast gedacht. Zielsetzung steht also.

    nochmal: ich dacht erst, das Schwartennest des einen Br's mittig zu teilen: Hälfte an eine Seite in Br1, die andere genau drüber in Br2. So klappt es mit dem Warmhalten gut und es bleibt Kontakt zum (Mw-leeren) Honigraum und ich kann durch Mw-Nachfüllen die Schwarten in kommenden 1-2 Mon. zur Wand hin aussondern.

    Auch DAS hatte ich bereits begriffen, halte es aber für nicht unbedingt sinnvoll.

    Auch nicht für "falsch" oder irgendwie katastrophal, aber nicht für optimal. Aus Sicht der Bienen.

    3 Monate bist zum Auflösen des "Schwartenproblems" (TBE) ist mir zu lang.

    Okay. Ich kann`s zwar nicht Nachvollziehen und sehe auch kein "Problem", aber wenn du sie für dich raushaben musst...


    Allerdings gibts für mich keine Frühtracht.

    Was bei MW-Gabe zu einer ... interessanten Situation führen dürfte.


    Ob man so eine Aktion noch etwas verzögert, so dass sie schon ein paar Hr-Waben füllen?

    Wenn man diese korrekt als "Aktion" bezeichnete Maßnahme umsetzen zu müssen meint: Ja.

    Dann biste bei der Sommertracht. Die halt noch dauert.

    MW-Gabe ohne Futterstrom wird aller Voraussicht nach nicht zufriedenstellend verlaufen.


    Dem schließe ich mich an, bis zur TBE sind es noch ca. 3 Monate.

    Nicht zwingend. TBE kann man auch nach der Frühtracht machen. Insbesondere wenn man die 5 "Schwarten" krampfhaft meint rauskriegen zu müssen.


    In dem Zusammenhang wäre es interessant zu wissen Juli : Was ist dein vorrangiges Ziel mit diesem Volk? Also sowohl aktuell als auch auf`s Jahr gesehen? Honigernte? Falls ja, Sommer-? Möglichst junge Waben? Möglichst viele Bienen zwecks späterer Aufteilung in Ableger?


    Gruß

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • ich habe denen eine zweiten Br aufgesetzt, mit Lw und der Kö und nach unten mit ASG abgesperrt. Ergebnisse stehen noch aus, aber die muckeln da rum.


    Bei einem Nachbarvolk wollte ichs ebenso machen, aber kam zu spät: die (Br, Hr) haben in den Hochboden reingebaut und mit drei diagonalen Arbeiterinnenwaben fünf Rahmen verbunden. Ich habe sie so belassen und den zweiten Br ohne ASG aufgesetzt, mit zwei Lw, Mw und einer Honigwabe aus dem Honigraum, damit die Enfernung zwischen Brut und Honig nicht zu groß ist. Mal schauen.


    Grüße

  • Hi zusammen, hi Juli!


    ich habe denen eine zweiten Br aufgesetzt, mit Lw und der Kö und nach unten mit ASG abgesperrt. Ergebnisse stehen noch aus, aber die muckeln da rum.

    Ich muss gestehen, so langsam werde ich hier am PC doch nervös...:confused::eek::roll:

    Du hast also auf 1 BR eine Zarge mit MW`s aufgesetzt, ein ASG aufgelegt, dann in die 2. "BR"-Zarge Queen Mum reingesetzt, drauf ein weiteres ASG und da steht der bereits zuvor, also vor mehr als gut 14 Tagen, gegebene, angetragene / bienenbesetzte (?) HR drauf?!


    Und das offenbar bei zwei verschiedenen Völkern?


    (Br, Hr) haben in den Hochboden reingebaut und mit drei diagonalen Arbeiterinnenwaben fünf Rahmen verbunden. Ich habe sie so belassen und den zweiten Br ohne ASG aufgesetzt, mit zwei Lw, Mw und einer Honigwabe aus dem Honigraum, damit die Enfernung zwischen Brut und Honig nicht zu groß ist. Mal schauen.

    Gestatte mir eine Frage in dem Zusammenhang: (Wie) kontrollierst du so ein Volk perspektivisch? Oder betreibst du keine Schwarmkontrolle?


    Mal schauen.

    Das tu` ich - viel mehr fällt mir, verzeih` die deutlichen Worte, dazu nicht ein.


    Resignierte Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Patrick Johannes Du bist nicht der Erste und Du wirst auch nicht der Letzte sein, der bei den Posts dieses Users ratlos und resigniert vor dem PC sitzt. Abhilfe verschafft da eine ganz nützliche Funktion des Forums, die mit I beginnt und mit gnorieren aufhört. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).