Wildbau bei Kippkontrolle zwischen den Bruträumen

  • Hallo zusammen,


    ich habe im August von meinem Imkerpaten ein Jungvolk auf Zander bekommen, das ist gut überwintert und stark.


    Habe alle alten DNM Rähmchen von ihm und vor 2 oder 3 Wochen einen 2. Brutraum aufgesetzt (Südpfalz). Seit kurzem einen Honigraum drauf.

    Zwischen den Bruträumen ist viel Wildbau und gerade, bei der ersten Kippkontrolle, sind beim Öffnen einige Larven gestorben, und ich kann nicht ausschließen (trotz viel Rauch) dass beim Schließen Bienen gequetscht wurden.


    Die Rähmchen sind 1. dünn und 2. vertikal gedrahtet, hängen also durch, dadurch stimmt der Abstand natürlich nicht. Da ich noch am Anfang stehe besorge ich jetzt Zander modifiziert horizontal gedrahtetes.


    Aber was mache ich jetzt mit dem Volk (mein einziges) ?

    Ich will das natürlich nicht jede Woche bei der Kippkontrolle wiederholen...


    Danke und viele Grüße,

    Kai

  • Da ich nicht mit Zander arbeite, kann ich nur Fragen stellen:

    1. Braucht das Volk einen zweiten BR?

    Und die 2.: Warum setzt man den 2. BR auf und nicht unter?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Die Einen sagen so, die Anderen so. Üblicher Weise kommt das Zandermaß mit zwei Bruträumen übereinander daher. Die dritte Zarge ganz oben ist der Brutraum.

    Aber natürlich gibt es auch Imker, die Zander mit einem Brutraum betreiben, aber das war glaube ich weder die Frage, noch die Lösung hier. Was mich etwas verwirrt ist, daß hier Zander, aber auch DN genannt wird. Direkt einfach so geht das ja nicht. DN-Rähmchen fallen durch Zanderbeuten einfach durch. Es seihe denn, es handelt sich um eine Heroldbeute, die längs mit Zanderrähmchen und quer mit DN-Rähmchen bestückt werden kann. Fragt mich nicht wieso, aber ich liebe die Heroldbeute. Allerdings sagt man ihr nach, daß bei Bestückung mit DN, die Abstände zwischen den Rähmchen von oben und unten etwas zu groß ist und deshalb gerne von den Bienen zugebaut werden. Wenn das das Problem ist, dann rate ich dazu Zanderrähmchen in den Zander- oder Heroldbeuten zu verwenden, DN-Rähmchen nur in DN-Beuten.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Wenn starker Verbau zwischen den Rähmchen ist, stimmt der Beespace nicht, was bei einem Sammelsorium an Rähmchen passieren kann oder eben das es schon kleine Flitzebogen sind. Alles zwischen 6-8mm sollte für eine Verbesserung sorgen.

  • Ich habe auch Zander und habe meine erste Beute mit Rähmchen mit dünnem Oberträger erhalten. Diese Rähmchen haben sich mittlerweile zwischen die anderen Rähmchen (modifiziert) gemischt.

    Und siehe da, ich kann bei der Kippkontrolle nach 2 Sekunden sagen, welche Rähmchen einen dünnen Oberträger haben und welche nicht. Der Beespace nach oben ist identisch, aber über den modifizierten ist gar kein oder nur sehr wenig Zwischenbau. Zunächst wirst du erstmal damit leben müssen.

    Ich werde die Rähmchen jetzt nach und nach aussortieren, wenn es die Situation zulässt.


    Ich habe meine ersten Bienen übrigens auch auf DN bekommen und in eine Zanderzarge gehängt. Dafür habe ich für die DN-Rähmchen einen Adapter in die Zarge gebaut und danaben die Zanderrähmchen gehängt. Funktionierte ganz gut.


    Da ich nicht mit Zander arbeite, kann ich nur Fragen stellen:

    1. Braucht das Volk einen zweiten BR?

    Und die 2.: Warum setzt man den 2. BR auf und nicht unter?

    Üblicherweise imkert man bei Zander mit 2 Bruträumen und setzt bei einem einzargig überwintertem Volk den 2. BR zur Salweidenblüte auf den ersten. Bei einem eher schwach überwinterten Volk kann man zur Kirschblüte zuerst den HR auf den ersten BR setzen und dann mit einem zweiten BR nach unten erweitern. Dazu gibt's ganz gute Videos im Netz (z.B. von Simon Hummel).


    LG Andi

  • Üblicherweise imkert man bei Zander mit 2 Bruträumen

    Das ist so pauschal nicht richtig. Es gibt weite Imkerkreise, die einen 2-zargigen Brutraum für 200% zu groß halten. Man mag zum Verständnis einmal ausrechnen, wieviel Waben ein Volk für Brut benötigt, wenn eine Kö. in der Hochsaison 2.000 Zellen täglich bestiftet x 21 Tage Entwicklungszeit der Arbeiterinnenlarven x 1 Tag Reserve zum Putzen der Brutzellen zur Wiederbestiftung und auf wieviel Waben des jeweiligen Standmaßes diese Zellen Platz haben zzgl. 1 - 2 Waben Reserve für Pollen- und Futtervorräte. Beim Zandermaß reichen da 7 Waben schon hin, mit 10/Zarge hat man noch reichlich Platzreserve.

  • Üblicherweise imkert man bei Zander mit 2 Bruträumen

    Das ist so pauschal nicht richtig.

    Ich habe ja auch nicht gesagt, dass es alle so machen. Wenn jemand meint, dass er mit einem BR besser zurecht kommt, kann er es gerne so machen. Jedem das Seine, solange es den Bienen gut geht. Ich sehe z.B. einen großen Vorteil für die Wabenhygiene, wenn man alle Waben zargenweise tauschen kann... Aber wollen wir mal nicht vom Thema abschweifen.

    Der Fragensteller imkert aber nun mal mit 2 Bruträumen und darauf bezieht sich auch meine Antwort. Ich hoffe, ich konnte ihm damit etwas weiterhelfen.

  • Ich habe meine ersten Bienen übrigens auch auf DN bekommen

    Ich denke DNM ist ein Schreibfehler des Fragestellers, oder?

    Und siehe da, ich kann bei der Kippkontrolle nach 2 Sekunden sagen, welche Rähmchen einen dünnen Oberträger haben und welche nicht.

    Der beschriebene Effekt kommt weniger von der Dicke, also der Höhe der modifizierten Rähmchen, sondern eher von der Breite. Im Gegensatz zu den normalen Zander mit 22 mm Breite haben die modifizierten oft 25 oder 26 mm. Dünne Oberträger (1cm) mit 25 mm Breite verringern das Verbauen auch schon erheblich. Sie werden allerdings nur sehr selten angeboten, so dass man oft die dicken Oberträger nehmen muss.


    Das hilft aber alles nicht kurzfristig. Es bleibt nur die Rähmchen nach und nach auszutauschen. Bis dahin muss man halt bei jedem Öffnen den Wildbau entfernen.

  • Man kann auch Ribes Post anwenden, und auf einen Brutraum reduzieren.

    Was bei mir, mit max. 7 Rähmchen bestens funktioniert.

    Nicht nur der Wildbau dazwischen fällt weg, auch der Rähmchenbedarf nimmt ab.

    Aber, ich verwende das "Teufelszeug" des Schieden zusätzlich. 😉

    Dies, da mir die Beschäftigungstherapie der Durchsicht zu viel wurde... Oder die Völker, bei denen dies Notwendig war.


    Ob ein paar Larven oder Bienen sterben ist so gut wie egal.

    Es kommen vermutlich mehr Bienen vom Sammeln nicht zurück als Du einklemmst.

    Wenn Du etwas dagegen unternehmen möchtest, dann kippe langsam, mit immer wieder leichtem Aufheben von vorne nach hinten "zu".

    Dann kann sich die geklemmt Biene noch vertrollen.

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Vielen, vielen Dank für die Antworten.


    Es ist übrigens eine Heroldbeute, also das Volk hatte ich auf Zander bekommen und im 2. Brutraum hatte ich dann DN. Ich wollte auf DN umzustellen, weil ich davon 300 (alte) Rähmchen bekommen habe.


    Die Rähmchen sind anscheinend nichts und ich investiere jetzt in neue. Dann werde die Rähmchen auf jeden Fall austauschen.


    Das Imkern mit Zander und einem Brutraum finde ich sehr interessant. Wie oder wann könnte ich denn von zwei auf einen Brutraum umstellen?

  • überlege wieviel Zargen du hast, und ob es nicht sinnvoller ist, auf nur Zander um zu stellen. Könnte auch für den Beespace besser sein.

    8mm DNM-Rähmchen sind Verschleißartikel, Zander oder modifizierte Rähmchen sind wesentlich stabiler (weniger Biegung) und langlebiger.

    Umstellung kann man im laufenden Betrieb machen- Königin finden und nach unten laufen lassen, ASG rein oder ASG und nach ein paar Tagen schauen, ob die neuen Stifte unten sind. Sonst die obere Zarge nochmal durchsuchen.

    Bei Neuanschaffungen überlegen, wie lange man die Ganzzargen-HR heben möchte.

    Falls schon eine Edelstahl- Schleuder vorhanden ist, prüfen, ob sie Zander kann.

  • Die Heroldbeute ist ein Kompromiss. Da DNM Rähmchen 3 mm höher sind als Zander kann nicht bei allen Nutzungsmöglichkeiten der Beespace passen, auch ohne verbogene Rähmchen,

    Verbogen ist natürlich dann noch schlimmer.

    Wenn du nur auf einem Brutraum imkern willst, feg alle Bienen vom oberen in den unteren Brutraum und leg ein Abspergritter zwischen die beiden Räume. Jetzt. Dass die oberen Waben dann vielleicht etwas bebrütet sind ist kein Weltuntergang. Die kann man trotzdem ausschleudern. Die Bienen werden die eventuell oben vorhandene Brut zuende pflegen. Aber es gibt dort keine neue mehr weil die Königin ja jetzt unten sitzt.

  • Wenn starker Verbau zwischen den Rähmchen ist, stimmt der Beespace nicht, was bei einem Sammelsorium an Rähmchen passieren kann oder eben das es schon kleine Flitzebogen sind.

    Nimm waagerecht gedrahtete Rähmchen, dann isses schon deutlich besser, als bei senkrecht gedrahteten Rähmchen. Du bekommst dann andere Probleme, aber nur bei der ersten Durchsicht im Frühjahr. Aber irgendwas ist ja immer ;)

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