Schleudergeräte

  • Hallo,


    ich verfolge gerade in einem parallelen Thread die Diskusion über das für und wider einer Selbstwendeschleuder und die hohen Kosten selbiger.


    Wenn ich mir die Angebote derartiger Geräten anschaue spricht nach meinem Dafürhalten aber alles für eine Radialschleuder:
    - einfaches, kostengünstiges Prinzip.
    - das Wenden der Waben ist überflüssig
    - zwanzig Waben in einem Arbeitsgang schleudern


    Tatsächlich finden sich aber überwiegend Tangentialschleudern, nebst solch aufwendigen und teuren Konstruktionen wie diese Selbstwendeschleudern. Das muss seinen Grund haben. Aber welchen?


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hallo Ostwolf,


    das ist ganz einfach warum es so verschiedene Geräte gibt. Schaumal die Autos an, eigentlich würde ein Auto mit 4 Rädern einem Motor und 4 Sitzen vollkommen ausreichen, oder? ja ein bisschen Blech noch drum rum muß schon sein! :cry:


    aber da gibt es teure Autos und weniger teure es gibt Sportwagen, Limusinen, Caprios, Van´s, Allradler mit Klimaanlage ABS, SPS und und und.......
    und sogar Pickups! :D wie ich einen habe. Warum habe ich einen Pickup und dazu einen mit Allrad?


    Die Antwort ist eigenlich klar. :wink:


    Bei den Selbstwendern ist es halt der Kompfort und das Tempo das der eine haben will, der andere braucht das nicht. Honig kommt bei allen unten raus, aber auch nur wenn du Honigwaben oben rein gibst.
    Ich suche eine Schleuder bei der das ohne Waben obenrein tun geht, so eine hab ich bis heute noch nicht gefunden!


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyota,


    leider beantwortest du die Frage nicht. :cry:


    Welchen Sinn macht es viel Geld für Komfort auszugeben wenn ich den gleichen Komfort plus wirtschaftlicheres Arbeiten mit einem preiswerteren Schleuderprinzip (radial statt tangential) bekomme?


    Dein Vergleich mit den Autos ist unpassend. Bei Autos gibt es ja noch soetwas wie "Image" - gibt es das für Honigschleudern auch ("wow, ich habe mir gerade die neueste Schleuder von XY gekauft. Was für ein Gerät!! Mit geartronic im Wabenfreilauf. Und Power hat das Ding von 0 auf 3400 UPM in 10 sec..., überhaupt ist es ein XY, das beste was es im Markt gibt")?


    Eine derartige Vielfalt an Mähdreschern oder Traktoren gibt es ja auch nicht. Reine Nutzfahrzeuge eben. In die gleiche Kategorie passen auch Honigschleudern (denke ich mir). Und genausowenig Sinn macht es (aus meiner jetzigen Sicht) einen Traktor mit GPS-Navigation oder HiFi-Surround-System auszustatten. Es ist schlicht überflüssig. - Genau wie eben Selbstwendeschleudern. Mit einer Radialschleuder habe ich doch die gleichen, diesbzgl. teuer erkauften Vorteile und noch mehr.
    Es ist, um bei obigem Beispiel zu bleiben, so, als wenn jemand versuchen würde seinen Geländewagen derartig kostspielig aufzurüsten damit dieser in der Lage ist den Job eines Traktors zu erledigen... - und es dann doch nie so gut kann.


    In meiner Frage reflektiert sich einfach Unwissendheit bzgl. der beiden Systeme Tangential und Radial. Wo sind die jeweiligen Vorteile, wo die Nachteile?
    Ein Imkerkollege hier, 22 Bienenvölker, schleudert mit seiner Eigenkonstruktion radial. Er packt zwei Dutzend Waben auf einmal da rein, dreht mit einem Poti langsam und gefühlvoll den Elektromotor hoch und hat kurz darauf alle Waben - beidseitig - ausgeschleudert. Die mechanische Kompliziertheit einer tangentialen Selbstwendeschleuder hätte er sicher nicht selber bauen können, abgesehen davon, dass er darin sícher keine Vorteile gesehen hätte. Allein die Zeit die es kostet, immer nur eine kleine, begrenzte Zahl an Waben zu schleudern relativiert doch noch mehr die höheren Kosten eines solchen Gerätes - wie kann man da das Wort 'Komfort' überhaupt verwenden?


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hi Ostwolf,


    man merkt schon noch ein bisschen, dass Du aus einer Region der Welt kommst, wo es früher nur eine Einheitsmeinung gab !
    Na selbstverständlich gibt es schon längst Traktoren mit Stereoanlage und GPS, was denkst denn du ? :x
    Es gibt tausend Modelle an Schleudern, weil es einen Markt dafür gibt, so einfach ist das.
    Und wenn morgen eine auf den Markt kommt mit integrierter Trommelbeleuchtung und Magnetzündung, wird auch die ihre Käufer finden.
    Und übrigens:
    Die Marke ist wichtiger, als du vielleicht denkst.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Tja Michael,


    jetzt weiss ich immer noch nichts über Pro und Kontra "tangential/radial". Vielleicht sind die Unterschiede aber auch nur marginal. So zumindest habe ich deine Nachricht verstanden...


    Mit der "Einheitsmeinung" bist du auf dem Holzweg.
    Wenn man wirtschaftlich sinnvoll arbeiten will orientiert man sich am maximalen Nutzen mit minimalstem Einsatz. Da haben Image- und Markenwerte keinen Platz. - Auf eine blau beleuchtete Schleuder, die zu meinem Computer passt kann ich gut verzichten, verstehe aber auch, dass das mancher Hobbyimker anders sieht. :wink:


    Ich hatte nicht bedacht, dass auch in diesem Bereich (Imkerei) das Geld so locker sitzt - zumal ja über die Preise immer wieder geklagt wird.
    Ich werde mir Mühe geben diesen ganz normalen Irrsinn künftig nicht mehr zu kommentieren.


    Asche auf mein Haupt... :(


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hallo Ostwolf,


    ich will dir das mal erklären wie ich das sehe.
    Eine Radialschleuder ist erst dann sehr gut, wenn sie einen entsprechenden Durchmesser hat. Das heist je größer desto besser, denn der Moment an dem der Honig aus den Waben fliegt ist ja erst bei einer bestimmten Drehzahl. Ist jetzt die Schleuder klein also der Abstand von der Achse zur Unterseite der Waben zu kurz, so passiert folgendes: die Waben leeren sich ja von außen nach innen, weil die Umfangsgeschwindigkeit außen am Größten ist. Die Wabe ist somit stark bruchgefährdet, weil innen noch viel Honig ist und außen aber bereits so gut wie leer! Ist die Schleuder groß im Durchmesser so ist dieser Unterschied nur sehr gering und hat keinen negativen Effekt mehr. Das alles ist zu dem noch abhängig wie hoch deine Waben sind. Der Schleudervorgang dauert je nach dem wie viel Wassergehalt der Honig hat bis zu 20 Minuten und wenn keine Elektronik eingebaut ist, mußt du immer wieder sachte die Drehzahl erhöhen!


    Bei Selbstwendeschleudern ist aber gerade ein guter Wassergehalt kein Problem. Denn wenn es eine gute Maschine ist, bei der die Oberträger zur Achse hin eingesetzt werden können, dann dauert der Vorgang allerhöchstens 3 Minuten. Aber dies geht nur mit Wabentaschen, intelegenter elektronischer Steuerung und guten Bremsen!
    und daher sind diese Preisunterschiede. Zudem ist eine Selbstwender schon mit recht kleinen Kesseldurchmessern sehr schnell, unabhängig wie hoch die Wabe ist! :wink: 
    Auserdem macht Melizitosehonig auch keine Probleme!
    Noch was zu den Mähdreschern, da gibt´s auch große Unterschiede im Preis und Qualität. Nur eines machen diese Maschinen sie arbeiten immer nach dem gleichen Prinzip, was ja bei Radial und Tagential nicht der Fall ist! bei Tangential ist immer hin eine Seite noch mit Honig voll wärend die andere etwas geleert ist. Radial hat hier wirkliche Vorteile, die besten aber, was das Wirkprinzip betrifft, sind die Horizontalachsschleudern, wie man sie aus der guten alten DDR kennt. Die sind aber zu umständlich bei Befüllen was Zeit kostet. Die ganz großen und zudem super schnellen Schleudern sind Horizontalachsschleudern (120 Waben), mit einer Beschickungsliene davor. Aber die kosten schon mal so viel wie gute Autos!


    ich hoffe du bist jetzt etwas schlauer!


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Ostwolf


    Beim Schleudern mit der Radialschleuder gibt es eher mal Wabenbruch, gerade bei unbebrüteten Waben, welche man ja für den Honigzargen nutzen sollte. Ich persönlich ernte auch Heidehonig und habe mich deshalb für ein Selbswendeschleuder mit Wabentaschen entschieden. Nach der Stipperei würden die Waben keine Radialschleuder überstehen. Zwei Imker im Verein haben eine Radialschleuder der eine ist zufrieden schleudert aber auch dunkle Waben und hat das nötige Fingerspitzengefühl beim Beschleunigen. Beim anderen steht sie mittlerweile in der Ecke , dieser ist nicht damit klargekommen.


    MfG Steffen

  • Hallo alle miteinander;


    Ich verfolge nun schon eine ganze Weile die Diskusion.


    Auch ich beabsichtige den Kauf einer neuen Schleuder. Allerdings bin ich mir schon sicher, dass es eine Selbstwendeschleuder sein soll.
    Leider habe ich die Elektronik noch nie „live“ erlebt und kenne auch keinen, der eine Selbstwendeschleuder sein Eigen nennt.


    Wie sinnvoll ist die Programmautomatik oder reicht für den normalen Alltag ein normaler Motor bzw. eine normale Steuerung???


    Was ist günstiger: Wabentaschen oder Schwenkbügel?



    Mit imkerlichen Grüßen bei Nachts -18 °


    Uwe Schilb

  • @Toyota
    Steffen


    Danke schön für eure Antworten. Ich hatte mir schon gedacht, dass vermutlich das Statikargument gegen das Radial-Prinzip angeführt wird.


    Zweifellos ist bei einer Radialschleuderung etwas mehr Fingerspitzengefühl gefragt.


    Bei einem Selbstbau liesse sich ein Trommeldurchmesser von 1,20m einrichten und damit wäre eine schonende Schleuderung möglich. Es passen ausserdem etliche Waben mehr rein. Weiterhin liessen sich so ebenfalls Wabentaschen realisieren die die Waben seitlich stabilisieren. So geschützt dürften sie auch nicht mehr in sich zusammenfallen wenn die Fliehkräfte daran zerren(?).


    Aus meiner Sicht ist das Radialprinzip das überzeugendste. Wenn die Erfahrungswerte dann zunehmen liesse sich auch ein Programm entwickeln welches eine individuelle Schleuderung, je nach Honig-/Wabenkonsistenz, gestattet: Notebook an die Steuerungsschnittstelle des Elektromotors anschliessen, das Programm über die Software wählen und die Maschine ihr Programm abarbeiten lassen während man die nächsten Waben entdeckelt. :)


    Das teuerste hierbei wäre das Niroblech für die Trommel und die Wabentaschen.
    Den Elektromotor entnimmt man einer alten Waschmaschine. Die Untersetzung wäre ein simpler Riemenantrieb über der Achse. Lager sind auch nicht das Problem. Und die nächste Schlosserei kümmert sich um die Ausleger - fertig ist die Schleuder :D


    Der Wartungsaufwand und die Wahrscheinlichkeit, dass etwas kaputt geht was nur mit erheblichen (finanziellen) Mitteln zu beheben ist sind bei einer solchen Maschine auch äusserst gering.


    Ich halte euch auf dem Laufenden bzgl. dieses Selbstbaues. Mal sehen ob die Theorie die Praxis tangiert... :)


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hallo Ostwolf,


    ich finde deine Idee ganz gut. 120 cm ist nach meinen Erfahrungen schon die Untergrenze! Wabentaschen brauchst du fürs Radialprinzp vielleicht garnicht, wenn du Hoffmannsrähmchen hast. Denn dann kannst du ohne irgend eine Vorrichtung Wabe dicht an Wabe in die Schleuder stellen! Dann passiert auch nix. Zur Programmierung nur soviel, bis zu einer bestimmten Drehzahl, nehmlich der bei der der Honig aus der Wabe fliegt, ist es egal wie stark die Beschleunigung ist. Dannach sollte die Drehzahl über eine gewisse Zeit konstannt sein, und erst dann langsam wieder ansteigen bis zu einer vorwählbaren Enddrehzahl. So müßte das Programm für das Radialprinzp sein, und das lässt sich bestimmt mit dem Lap-Top machen, müßte vielleicht nur einen Schutz bekommen wegen der verklebten Honigfinger! :wink:


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Uwe Schilb,


    hab' seit 5 Jahren eine 4-Waben-Selbstwendeschleuder mit Wabentaschen und ohne Steuerungselektronik. Bin sehr zufrieden damit.
    Nach meinem Dafürhalten braucht's keine Steuerungselektronik. Ich stelle die maximale Geschwindigkeit am Drehzahlregler ein und mittels normalen Schalter wird von Links- auf Rechtsdrehung umgeschalten.
    Die Wabentaschen sind etwas zu tief für mein DNM gewesen, so dass es einige Schwierigkeiten machte, die ausgeschleuderten Waben wieder herauszubekommen. Habe Holzklötze in die Wabentaschen geschraubt, so dass die Waben nun höher kommen und ganz bequem herausgenommen werden können.


    MfG
    Gerold

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"