Zu hoher Wassergehalt im Honig

  • Was denkst, wie viele Refraktometer falsch anzeigen, wie oft sie falsch angewendet werden, Temperaturen sowieso.

    Das Glasröhrchen des Aerometers ist dauerstabil, ausser wenn es in Scherben ist.


    Gruss

    Ulrich

  • ich denke, die meisten Standardrefraktometer unter 100 EUR sind Schrott ODER werden von den Anwendern schrottig eingestellt und verwendet...

    Aber immerhin kann man aus den meisten schlechten Refraktometern mit etwas KnowHow durchaus trotzdem gute Ergebnisse rausholen, mit niedrig aufgelösten Skalen dagegen nutzen auch die besten Aräometer nix. Das ist bisher einfach meine Erfahrung mit diesen Geräten.


    Vielleicht verrätst du mir, was du für ein Gerät hast, ggf, ein Foto? Vielleicht ist ja auch rase noch so lieb und verrät uns auch sein Gerät. Ich ändere meine Meinung gerne, wenn es gute Geräte gibt, die sich auch für Privatanwender lohnen (also nicht Laborgeräte für 1000 EUR oder so).


    Immenlos ich war zu schnell, danke für's Foto und den Größenvergleich. Ich suche nachher gleich mal mein Gerät im Keller und vergleiche es mit dem Foto.


    Und ja, dein Gerät ist schon mal wesentlich besser als das, was ich bisher gesehen habe.

    Was ist das für eines?

  • Zu diesem Thema möchte ich auch meine Erfahrungen mitteilen. Als ich mit 1,5 DNM begonnen habe, kaufte ich mir 2 Holzbeuten mit Gitterboden von Wagner, es sollte ja Bienengerecht und ökologisch sein, bis dahin hatte ich in HBB geimkert. Das erste was mir auffiel war trotz kompletter Verdeckelung der Waben, war der Wassergehalt zu hoch, da braucht man auch kein Refraktometer, weil der Honig sehr schnell sauer, bzw. zu gehren anfängt. Ist das Wetter besonders feucht kann man die Sache ganz vergessen. Die HBB hatten immer 3 % weniger Wasser.

    Deshalb bin ich auf Segeberger umgestiegen und komme mit 18 % Wassergehalt bei ungünstigem feuchten Wetter gut zurecht.

    Deshalb empfehle ich Denkzeichner, sich mal eine Styropurbeute zum Vergleich zuzulegen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Da kann ich natürlich nicht mithalten! Ich habe ein REF116c mit ATC. Die Ablesungen geraten schon ein bisschen ans Raten, aber grundsätzlich ist nicht zu leugnen, dass der Wassergehalt einfach zu hoch ist. Erstens hab ich Referenzmessungen durch den Verein, zweitens habe ich mit dem gleichen Refraktometer die wunderbaren 16,5 (aus meiner Erinnerung) des Honigs aus der polnischen Trogbeute gemessen und drittens sehe ich Gärprozesse vom 2018er Honig.
    So richtig Eure Diskussion zum Wert der Messung auch ist, ich kann einfach nicht leugnen, dass mein Honig zu nass ist. Ziemlich bedrückend, wenn man von sonst niemanden sowas hört. Alle haben meist Top-Honige. Auch Bernhard Heuvel bestätigte mir, dass mit dem Dadant-Dickwaben-System trockener Honig zu ernten ist. Ich glaub das ja auch, aber ich komme einfach nicht weiter. Der trockene Honig aus der polnischen Beute will mir nicht aus dem Sinn. Ich werde es jedenfalls mit dem Wärmedach versuchen.

  • ich kann einfach nicht leugnen, dass mein Honig zu nass ist. Ziemlich bedrückend, wenn man von sonst niemanden sowas hört.

    Klar geht es anderen auch mal so. Ich hatte letztes Frühjahr nach 14-jähriger Imkertätigkeit zum ersten Mal zu feuchten Honig geerntet, der dann letzten Winter leicht gegoren ist. Für mich kamen da 2 Fehlerquellen infrage:

    1. das feuchte Frühjahr hier im Sauerland und

    2. dass ich scheinbar zu früh geerntet habe. Die Zeit zum Honigtrocknen im Volk ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor.


    Da die Tracht nach der Frühtracht bei mir bisher eigentlich immer nahtlos weiter geht, bekomme ich immer Stress, da nur ein schmales Zeitfenster für die Ernte vorhanden ist: der Frühjahrshonig muss trocken genug sein, soll aber auch nicht vom nächsten feuchten Nektar überlagert werden. Als Imker hat man es auch echt nicht leicht ^^

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • So richtig Eure Diskussion zum Wert der Messung auch ist, ich kann einfach nicht leugnen, dass mein Honig zu nass ist. Ziemlich bedrückend, wenn man von sonst niemanden sowas hört.

    da hast du nicht alles richtig interpretiert. Ich denke, dass die wenigstens ihren feuchten Honig ausposaunen, wohl aber die, die gerade trockenen haben! Man braucht ja nur mal die Honige in den diversen Verkaufsregalen betrachten. Phasengetrennte Honige en masse, viele davon weil zu feucht!


    Und warum wohl werden so viele (extrem teuere!) Honigtrocknungsgeräte verkauft?


    Also nicht verzagen, feuchter Honig ist viel öfter ein Problem bei vielen Imkern, als man meint. Nichtsdestotrotz sollte man es nicht locker nehmen, für sich selbst nicht, aber auch weil es das Image des Honiges für alle gefährden kann.

  • Meine Erfahrung mit Dadant-US 12er: Häufig WG zwischen 17,5% und 18,5%. Ich vermarkte in Neutralgläsern, bei so hohem WG nur Mindesthaltbarkeit etwa 8 bis 12 Monate. Zweck Vermeidung von Phasentrennung und Gärung verfahre ich bzgl. Rühren weitestgehend nach "DieHonigmacher", wobei ich meist am Anfang mit Vorjahreshonig animpfe, bei späteren Schleuderungen oft, indem ich beim Abfüllen einen Rest als "Impfhonig" für die nächste Charge im Rühr-/Abfülleimer lasse. Um möglichst wenig Hefesporen in den Honig zu bekommen, lasse ich HR-Waben vor herbstlicher Einlagerung durch Bienen auslecken. Ich fülle nach dem Schleudern zeitnah in Gläser ab und lagere diese im Keller bei etwa 12° bis 18°C. Zeitlich kann ich mir ein solches Vorgehen leisten, da ich Rentner bin.
    Ich habe in den 5 Jahren, die ich imkere, noch nie ein Problem mit Entmischung oder Gärung gehabt. Ausnahme: Bei kleiner Charge Sommertracht, die ich 8/2019 probeweise ohne Rühren flüssig abgefüllt hatte, hat jetzt Phasentrennung eingesetzt.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Eure Kommentare machen wirklich ein bisschen Mut! Danke! Auch ich fülle in Neutralgläser ab, mit einem eigenen Etikett. Die HR setze ich nach der Ernte auch auf Völker zum Auslecken. Mal sehen, was in diesem Jahr wird.
    Euch alles Gute!

    Bernd

  • Wenn das Problem schon seit mehreren Jahren besteht, deutet das auf eine systematische Ursache. Der kommt man nur auf den Grund, wenn man die Bedingungen systematisch untersucht. Da bedeutet u.a., nicht an mehreren Faktoren gleichzeitig etwas zu ändern, sondern immer einen Punkt nach dem anderen zu prüfen. Man kann und soll dabei bei den elementarsten Faktoren beginnen.

    Z.B.: Zu feuchter Honig trotz vollständiger Verdeckelung deutet auf ein Mißverhältnis von Arbeitsvermögen des Bien und Trachtangebot. Also zur Prüfung ruhig einige Rä. nur mit Anfangsstreifen in den HoR hängen (Randposition) -> Ausbauaktivität beurteilen, Wabenbau analysieren (ungewöhnlich viele große Speicherzellen = übermäßiges Trachtangebot, was wegen Arbeitskräftemangel schnell und provisorisch untergebracht werden muß?) usw.

  • Ich hab gute Erfahrungen mit ausreichend Platz gemacht. Ich hab immer einen HR mehr drauf, als man vermutlich brauchen würde. Aber irgendwo muß der Nektar ja auch getrocknet werden.


    Zudem ist unser Schleuderraum gut warm & knochentrocken. Sprich da steht ein leistungsfähiges Trockengerät. Die vollen Zargen stehen da zumindest einen Tag (um 45° versetzt) um wieder auf Temperatur zu kommen, da ich mit Bienenfluchten arbeite.


    Das System funktioniert ganz gut.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Zudem ist unser Schleuderraum gut warm & knochentrocken. Sprich da steht ein leistungsfähiges Trockengerät.

    Spielt das wirklich eine Rolle? Ich erinnere mich an eine Untersuchung, über die im Bienenjournal berichtet wurde, nach der eine eventuelle Feuchtigkeitssaufnahme oder -abgabe im Schleuderraum praktisch nicht messbar ist.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)