Zu hoher Wassergehalt im Honig

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    Trotz starker Völker und später Ernte ernte ich nun seit Jahren zentnerweise Honig, der oft knapp über die 18% Wassergehalt geht (12er Dadant, Dickwaben). Das ist wirklich deprimierend. Ich habe Fachleute interviewt, Institute und alle möglichen Leute befragt und natürlich massig Ratschläge und Empfehlungen erhalten. Von anderen Dadantimkern höre ich nicht von solchen Problemen.

    Eine der letzten Anregungen von einem Profi, der selbst mit Dadant imkerte , war, von den Dickwaben (12er Dadant) zu normal dicken Waben im HR zu gehen. Das würde bedeuten, dass ich alle Honigräume umstricken müsste.

    Interessanterweise habe ich wirklich trockenen Honig nur aus einer polnischen Trogbeute (Dadant Blatt) geerntet, obwohl das Volk dort nicht besonders stark war. Dort ist der Honigraum praktisch tief eingelassen in die Gesamtbeute mit großem Raum darüber. Daran musste ich denken als ich die Veröffentlichungen von Torben Schiffer gesehen habe. Denn sein Wärmedach entspricht ungefähr den Gegebenheiten in der großen Trogbeute.

    Könnte also das Problem daher rühren, dass die Feuchtigkeit in der Beute regelmäßig und dauerhaft zu hoch war und kein Feuchtigkeitsaustausch statt finden konnte? Dann wäre die Lösung ja vielleicht ein zusätzliches Wärmedach.

    Ich danke im Voraus für Eure Kommentare.

    Bernd

  • Vielleicht ist die Lösung schon ein Aerometer um den tatsächlichen Wassergehalt zu bestimmen. Viele Refraktometer messen sehr sehr ungenau.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ist der Honig flächig verdeckelt, wenn du ihn erntest?

    Wieviele Honigräume sind da regelmäßig drauf?

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • WFLP: Das war ja so verblüffend: Die Waben waren bilderbuchmäßig voll verdeckelt, von einzelnen Zellen abgesehen. Meist nicht mehr als zwei halbhohe Honigräume, gelegentlich auch auch drei. Aber das hört man ja immer wieder: Auch verdeckelter Honig kann zu nass sein.


    ribes: Ich werd' mich damit beschäftigen, aber ich habe den Honig auch im Verein zum Messen gegeben. Leider waren die Prozentzahlen ganz ähnlich.

  • R4lph: Die Trogbeute mit dem trockenen Honig ist unten komplett dicht, relativ kleines Flugloch. Bei den Dadantbeuten hatte ich Gitterboden, allerdings meist mit Varroawindel drunter.
    Sonneneinstrahlung zu Mittag gut besonnt, morgens eher Schatten, abends leicht bedeckt.
    Der Standort hat einige Vorteile, nicht so stark einsehbar, in der Nähe von Gebäuden, leicht zu erreichen.
    Es ist auch nicht so leicht für mich was Passendes zu finden.

  • Das wären immerhin 0,5%, aber auch damit hat er noch lange nicht die oft sensationell niedrigen Feuchtewerte von 15 oder 16% zu erreicht, die andere Imker offenbar durchgehend und wie von selbt zu erreichen scheinen, egal mit welcher Beute...:cool:


    rase Aräometer sind zwar prinzipbedingt sehr genau und messen auch eine viel größere Honigmenge im Gegensatz zur winzigen Zufallsstichprobe bei einem Refraktometer. Doch habe ich noch kein Honigaräometer gefunden, bei denen die Skala so hoch aufgelöst ist, dass man wenigstens genauer als nur +-1% messen kann. Von 2 oder gar 1 Zehntel Auflösung ganz zu schweigen. Gut, wenn jemand damit 15% misst, reicht das auch, aber bei 17,5% ist man so schlau als wie zuvor.

  • Ja kann man. Darf kein Schaum auf dem Honig sein und das Teil sollte 30 min im Honig sein, damit es die gleiche Temperatur hat, wie dieser. Dann die Temperatur messen, und den abgelesenen Wert korrigieren.


    Gruss

    Ulrich

  • Ich würde ja einen anderen Beutentyp empfehlen und von den Dickwaben abstand nehmen. Böse Zungen behaupten, dass diese tendenziell einen höheren Wassergehalt haben.

    Aber vorher mal für sich die Frage beantworten, warum so mancher immer 15-16% hat, während viele Mitimker Probleme mit dem Wassergehalt haben.


    Zudem ist es mal eine Überlegung wert, warum die Honigtrockner in jedem Fachgeschäft steht, wenn sie doch keiner kauft.


    Der Wassergehalt von leicht über 18% ist gut. Hier mal die Überlegung anstellen, ob das DIB Glas beim Aldi noch für den kleinen Imker einen Mehrwehrt bringt.


    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass zwischen Trogbeuten mit geschlossen und offenen Boden sowie Magazinbeuten in DNM keinen gravieren Unterschied bezüglich des Wassergehaltes gibt.


    Da das letzte Jahr auch hier in der Todeszone Heinsberg häufig mit hohen Wassergehalt im Honig verbunden war, kann ich nur zusammenfassen, du hast nichts falsch gemacht.


    Das mit den Dickwaben am Anfang war natürlich nur für meine Follower. ;)

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Ja kann man. Darf kein Schaum auf dem Honig sein und das Teil sollte 30 min im Honig sein, damit es die gleiche Temperatur hat, wie dieser. Dann die Temperatur messen, und den abgelesenen Wert korrigieren.

    das ist mir bekannt, mir geht es eher darum, dass die Geräte, die ich bisher gesehen habe, keine ausreichend genaue Ablesung erlauben, weil die Skala einfach viel zu grob aufgelöst ist und man auch aus einer ungünstigen Perspektive von oben auf die Skala schauen muss, was bei einer hoch aufgelösten Skala kein Problem wäre. Mit viel guten Willen kann man (bzw. konnte ich bisher) maximal auf 0,5% Genauigkeit ablesen, eher Richtung 1%.

    Daher wäre ein Hinweis auf ein vernünftig ablesbares konkretes Gerät sehr interessant. Solange ich kein besseres Gerät finde, würde ich jedem von Aräometern für Honig abraten, da ist jedes schlechte Refraktometer besser und vor allem im Alltag praktikabler. Denn mit einem Refraktometer kann man den Honig auch erst messen, wenn er schon in größerer Menge geschleudert und im Eimer ist, das sollte auch jedem klar sein!