bequeme Methode beim Entdeckeln

  • Hat schon jemand das ausprobiert und hat Erfahrungen gesammelt mit der Methode, welche Liebig in seinem Buch "Einfach Imkern" auf Seite 194 beschreibt:


    "Eine wesentliche bequemere Methode ist das Entdeckeln mit Heissluft, die mit einem leistungsstarken Fön erzeugt wird. Der Heissluftstrom wird wenige Sekunden lang auf die verdeckelte Wabenfläche gerichtet. Zwischen den Zellendeckelln und dem darunter liegenden Honig befindet sich ein dünnes Luftpolster, das sich durch die zugeführte Wärme ausdehnt und den Deckel auf- oder sogar wegsprengt. Der gelöste Deckel wird in Sekundenschnelle verflüssigt und bildet einen kleinen Wachstropfen, der beim Abkühlen wieder erhärtet und an der Zellenwand hängen bleibt. Der Honig in den entdeckelten Zellen bleibt unbeschadet.
    ...
    Für das Entdeckeln mit Heissluft sind nur helle Waben geeignet."


    Das würde mich interessieren, ob das generell funtioniert mit der Heissluft; sicher ich weiß mit Wärme muß man sehr vorsichtig sein,
    wg. der Gefahr der Wärmeschädigung.


    mit Gruß

  • habe dir einen früheren Beitrag zu diesem Thema von mir rauskopiert:
    ich würde auf keines von beiden zurückgreifen. Ich habe bei der heurigen Schleuderei das NON plus ULTRA bei der Entdeckelung herausgefunden. Ich entdeckele mit einer (bzw.)zwei Heißluftpistolen, das ging traumhauft. Kurz darübergeblasen und das Luftpölsterchen unter dem Verdeckelungswachs platz, der Honig läuft obendrein noch besser durch die Schleuder. Qualitätseinbußen lt. Fachleuten sind durch das kurzzeitige Erhitzen nicht zu befürchten. Von den ca. 100 Rähmchen habe ich zwei oder drei alte Waben gehabt, die ich mit der Entdeckelungsgabel machen musste. Jedenfalls war beim Schleudern diesmal nicht der Stress, den ich und meine Frau beim Schleudern sonst haben, ich brauche nicht schon ungeduldig mit den Fingern trommeln,(was dem Familienfrieden nicht gerade förderlich war), wenn die Waben noch nicht entdeckelt waren, da ich bei der Schnelligkeit der Heißluftentdeckelung, was auch meiner Frau wesentlich besser gefältt, als mit der Gabel rumzustochern, nicht mit dem Schleudern mitkomme im Gegensatz zu früher. Auch hast du am Schluss keinen Abfall in der Enddeckelungswanne, im Gegensatz zur Gabelenddeckelung, wo Berge von Enddeckelungswachs heraus kam.

  • Hallo Franz (und alle anderen),


    mal ein grosses Lob an dieses Forum und seine Teilnehmer.


    Was hier an Informationen alles reinkommt ist schon klasse! :)


    Ich mache mir noch Gedanken welche Möglichkeit ich habe vernünftige Entdeckelungsgabeln zu bekommen und dann bekommt man hier eine 'Heiße-Luft-Methode' serviert die in der Praxis sogar zu funktionieren scheint... :D


    Dass es, ob dieser Informationen, überhaupt noch einen Markt für diese Gabeln gibt stimmt mich etwas verwunderlich, naja, vielleicht gibt es nicht an jedem Bienenstand einen Stromanschluss...


    Frage am Rande: Ein normaler Haarfön tut es da sicher nicht(?!). Ich nehme an, dass ist ein solcher Heissluftfön (-pistole) mit dem man auch alte Lackierungen herunterbrennen kann, oder?


    Viele Grüsse
    Wolf

  • danke für das Lob, ich kann es nur bestätigen, da ich in mehreren Foren vertreten bin, aber soviele Spezialisten und soviele aktive Teilnehmer findet man sonst nirgends. Das Entdeckeln mit der Heißluftpistole ist der Traum schlechthin. Schnell, nach einigen Sekunden ist die Wabe entdeckelt. Sauber, kein Wachsreste. Vorteihaft, der Honig läuft gut durch das Sieb. Qualitätsfreundlich, durch die schnelle Erhitzung keine Schäden. Nachteile: Es funktioniert nur bei Jungfernverdeckelungen und du brauchst 2 Heißluftpistolen, da sich eine nach längerer Zeit verabschiedet, der wird es im sprichwörtlichem Sinn zu heiß. Fazit. Supersache bei Jungfernwaben!

  • Hallo Franz,


    honigmayerhofer schrieb:


    [...]
    Nachteile: Es funktioniert nur bei Jungfernverdeckelungen und du brauchst 2 Heißluftpistolen, da sich eine nach längerer Zeit verabschiedet, der wird es im sprichwörtlichem Sinn zu heiß. Fazit. Supersache bei Jungfernwaben!


    Warum funktioniert es nur bei Jungfernwaben? Der Deckel ist doch immer 'jungfräulich' auch bei schwarzen Waben, oder nicht? Und die Luft darunter ist auch die gleiche, physikalisch gesehen. Ergo müsste es doch immer funktionieren: Luft dehnt sich aus, sprengt den Deckel ab und derselbige schmilzt in der Hitze und bildet ein kleines Tröpfchen... (??)


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Hallo Franz,


    was genau ist denn Deckelwachs? Ist es von der Wabe 'abgebissenes' (somit altes) und zu einem Deckel moduliertes Wachs?


    Viele Grüsse
    Wolf

  • das so mit dem Entdeckeln dann also so schnell geht,
    dann reicht ja dann auch eine Handschleuder.
    Bisher hatte ich immer gedacht, daß es mind. eine Selbstwendeschleuder mit Motor sein muß, damit ich in der Zeit wo diese alleine schleudert,
    die Waben entdeckeln kann.
    bisher gedachte Gleichung: Entdeckelungszeit > Schleuderzeit


    (die Preise der mot. Selbstwendeschleudern sind ja doch wohl heftig !)


    Wie seht Ihr das ?

  • Ostwolf schrieb:

    Hallo Franz,


    was genau ist denn Deckelwachs? Ist es von der Wabe 'abgebissenes' (somit altes) und zu einem Deckel moduliertes Wachs?


    Viele Grüsse
    Wolf


    Hallo Ostwolf,
    so sehe ich das auch!

  • Jungimker schrieb:

    , daß es mind. eine Selbstwendeschleuder mit Motor sein muß, damit ich in der Zeit wo diese alleine schleudert,
    die Waben entdeckeln kann.
    bisher gedachte Gleichung: Entdeckelungszeit > Schleuderzeit
    Wie seht Ihr das ?


    Hallo Jungimker,
    das Honigschleudern ist so etwas wie ein Ritual oder eine Zeremonie, wo der Partner mitzelebrieren darf oder muß. :D

  • Hallo Jungimker,


    Jungimker schrieb:


    [...]
    (die Preise der mot. Selbstwendeschleudern sind ja doch wohl heftig !)


    Wie seht Ihr das ?


    Mit einer Radialschleuder erspart man sich die Wenderei, und man kann etliches mehr an Waben reinstecken.


    Hier in Ro hat sowieso keiner Geld so was teures zu kaufen. Ergo wird improvisiert und selbstgebastelt. Von der Waschmaschine bis zu zweckentfremdeten Fahrrädern nebst Tretkurbel ist hier alles vertreten.


    Viele Grüsse
    Wolf

  • Meine Erfahrung:
    Nachdem ich mir am Anfang eine 4-Waben-Schleuder mit Handkurbel gekauft hatte, habe ich sehr schnell gemerkt, dass das eine ziemliche Antrengung ist mit dem Kurbeln. Dann hatte ich bei einem Imker die gleiche Schleuder mit Motor geshen und einen Motor nachgerüstet - das war eine enorme Erleichterung. Nun habe ich im letzten Jahr eine 4-Waben-Selbstwendeschleuder gekauft. Jetzte werden die Wabe in die Schleuder gestellt und rausgenommen, wenn sie leer sind. Vorher - ohne Selbstwendeeinrichtung - war der Vorgang folgender: Wabe reinstellen, anschleudern, rausnehmen, drehen, reinstellen, wieder anschleudern, rausnehmen, drehen, reinstellen, leerschleudern, rausnehmen, drehen, reinstellen, rausnehmen - fertig.
    Zugegeben, die Dinger sind nicht ganz billig - sie sind es aber auf alle Fälle wert. Ich weiß vonImkern, die auch bei 50 Völkern mit einer 4-Waben-Schleuder zurecht gekommen sind, aber eben eine Selbstwendeschleuder.
    Eine solide Schleuder aus Edelstahl (darunter sollte man sich nichts mehr kaufen oder lackieren - Lebensmittel!) verliert nicht an Wert. Wenn man also nach 10 Jahren das Imkern wieder sein läßt, so ist immer noch ein guter Preis dafür zu erzielen.


    Man kann in der Imkerei auf vielerlei Schickschnack verzichten. Bei der Schleuder sollte man nicht untem Selbstwender einsteigen - auch der Anfänger nicht. Ich hätte mit gewünscht, damals einem Imkerkollegen zu begegnen, der mich von dem überzeugt hätte, was ich heute weiß.
    Die Selbstwendeschleuder ist eine lohnende Investition.


    Herbert Watzl

  • Hier in Bayern wird auch 2003 unter anderm der Ankauf von Schleudern subventioniert. Einzelheiten dazu sind beim LVBI zu erfahren. Auch Imker, die in keinem Verband organisiert sind haben Anspruch auf diese Subventionen!!! Der Unterschied im Preis zur Selbstwendeschleuder ist damit fast nicht mehr gegeben.


    H. Watzl