Bienen Gesundheitszeugnis in Coronavirus Zeit

  • Imkerei gehört zur Landwirtschaft - egal, ob Berufs-, Nebenerwerbs- oder Hobbyimkerei. Manche Handlungen an Tieren lassen sich eben nicht allein durchführen. Tierhaltung/Versorgung von Tieren gilt als triftiger Grund, die eigene Wohnung zu verlassen (s. Klarstellung BMUL und StMELF #7). So wie Kühe oder Schafe ab und zu auf eine neue Weide geführt werden müssen, so stellen Imker ihre Bienen in eine bestimmte Tracht.

    Die Probenahme für FKP läßt sich unter Einhaltung der Corona-Hygieneregeln problemlos durchführen: Imker öffnet das Bienenvolk und entnimmt die vom BSV aus 2 m Entfernung benannte Wabe, stellt sie ab und entfernt sich um 2 m, BSV entnimmt Probe usw.


    Nur bei individuell angeordneter Quarantäne müssen individuelle Lösungen mit den zuständigen Behörden gesucht werden (Vertreter für den Imker bzw. den BSV bestimmen - je nachdem, wer von Quarantäne betroffen ist).


    Die Frage ist also nur noch, wie der Imker bei evtl. Kontrollen seine imkerliche Tätigkeit nachweisen kann, z.B. durch Mitführen einer aktuellen Gebührenbescheinigung der Tierseuchenkasse als Beleg für die Bienenhaltung oder andere nachvollziehbare Dokumente (wie Vorlage der Bestätigung der angemeldeten Wanderung durch die zuständige Behörde) und die entsprechende Arbeitsausrüstung.


    Sollte das bei einer Kontrolle nicht überzeugen, so wäre auf Ausnahmegründe zu verweisen, z.B.:

    Der Umgang mit den Bienen zählt auch zum Arbeiten, was ja sogar in nicht systemrelevanten Bereichen ausdrücklich gestattet ist (Weg zur Arbeit). Zu dieser Arbeitspflicht gehören einerseits die Gebote i. S. einer artgerechten Tierbetreuung (§ 2 Tierschutzgesetz) und andererseits vorbeugende Maßnahmen des Tierhalters zum Schutz vor Tierseuchen (§ 3 TierGesG und § 4 BienenseuchenV) - somit letztlich also sogar das Verhindern bzw. Einfangen von Schwärmen.


    Wenn das alles bei einer Kontrolle nicht überzeugen sollte: Bienen als Haustiere (§ 2 Nr. 3 Buchstabe a) Tiergesundheitsgesetz) sind entsprechend zu betreuen, resp. Imker darf mit ihnen alle 4 ... 6 Wochen 1 x wandern, so wie der Hund (sogar jeden Tag!) gassi geführt werden darf.

  • Ich brauche kein GZ zum Wandern, da im selben Landkreis. Allerdings habe ich einen Landwirt, der mich bittet, meine Völker bei ihm in den Raps zu stellen. Dazu müssen wir natürlich zu zweit die Völker verladen.

    Geht natürlich. Abladen dann halt alleine.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich brauche kein GZ zum Wandern, da im selben Landkreis. Allerdings habe ich einen Landwirt, der mich bittet, meine Völker bei ihm in den Raps zu stellen. Dazu müssen wir natürlich zu zweit die Völker verladen.

    Geht natürlich. Abladen dann halt alleine.

    Außerdem gibt es ja auch noch Schutzmaßnahmen, die man treffen kann, wenn man sich näher als 2m kommen muss. Die Pflegekraft, Krankenschwester oder der Arzt kann ja auch an einen Patienten.

  • Als BSV bist du im Auftrag des Veterinäramtes unterwegs und somit mit dem Auftrag einer Behörde. Kein Problem bei Ausgangsbeschränkung, da behördlicher Auftrag --> triftiger Grund.


    Zur Ausgangsbeschränkung und Imker gilt bei uns im Saarland laut Allgemeinverfügung Punkt 4. k): "...Versorgung von Tieren ist gestattet"


    Der DBIB und der DIB sind nur eingetragene Vereine und haben somit überhaupt nicht die Möglichkeit dir etwas zu erlauben oder nicht.


    Gruß Chris

  • Landwirtschaft ist offiziell systemrelevant, deswegen muss auch gewandert werden können, z.B. in den Obstbau. Da das nur geht mit GZ, muß auch das drin sein.

    Und wenn ich nicht in den Obstabau, sondern nur weils ichs toll find und den Honig will in den Raps wander? 🤔KontaktK

    Bin sehr hin und hergerissen jetzt...

    Imker_luis

    mach es einfach, problemlos.

    Nicht die Bienen, sondern wir Imker haben das Problem der Kontaktbeschränkung und Kontakteinschränkung. Der Mensch in Gruppen ist Überträger ....

    LG Andreas

  • PPF3 Maske und Einmalhandschuhe gehören doch wohl zur Grundausstattung eines Imkers.

    Gesundheitszeugnis also kein Problem ;)

    Zum Wandern dann halt eine im eigenen Haushalt lebende Person zwangsverpflichten. ^^

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Ich bin BSV im Ostalbkreis / Baden-Württemberg und habe bislang keine Anweisung des Veterinäramts hinsichtlich der Erstellung der Gesundheitszeugnisse in der jetzigen Ausnahmesituation.

    So lange ich keine gegenteilige Anweisung erhalte, bin ich also nach wie vor befugt, Gesundheitszeugnisse wie bisher zu erstellen. Übrigens: wir sind vom Veterinäramt angehalten, nur den Imkern ein Zeugnis zu erstellen, die eine Registriernummer als Tierhalter vorweisen können.


    In diesem Frühjahr werde ich die folgenden Vorsichtsmassnahmen zu meinem eigenen Schutz ergreifen:

    - Ich werde den Imker fragen, ob er sich gesund fühlt und ob er Kontakte zu infizierten Personen hatte. Im Zweifelsfall werde ich von der Anschauung der Völker und somit der Zeugniserstellung absehen.

    - Ich werde den Imker bitten, den bekannten 2-Meter-Abstand einzuhalten.

    - Ich werde den Imker anweisen, die Brutwaben in der Beute zu lockern und werde und diese danach selbst zur Kontrolle entnehmen. Dabei werde ich Schutzhandschuhe tragen.


    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass derzeit nichts wichtiger ist als unsere Gesundheit; andererseits muss das tägliche Leben weitergehen können, wozu auch unser wunderbares Hobby gehört.

    Ich denke nicht, dass das Ansteckungsrisiko höher ist als z.B. beim Einkauf im Supermarkt, zumal da die Völker im Freien stehen und ich nur mit 1 Person in Kontakt treten muss.

  • Hallo Stefan,


    Vielen Dank. Antworten wie diese habe ich mir erhofft.


    Mir wurde nie gesagt, dass sie ihre Registrierungsnummer zeigen müssen, aber das ist eine sehr gute Idee. In dieser Region denken viele Imker, wenn sie einem Imkerverein beitreten, werden sie automatisch registriert.


    In der Zeit des Coronavirus habe ich allen geraten, ihre Nummer dabei zu haben, falls sie kontrolliert werden.


    VG Patrick

  • Die Registrierung beim Landratsamt / Veterinäramt obliegt grundsätzlich dem Imker und nicht dem Verein.

    Der Imker ist derjenige , welcher die Standorte der Bienen kennt und muss diese melden, damit das Veterinäramt im Seuchenfall schnell reagieren kann, um alle betroffenen Standorte zu sanieren.

    Diese Informationen hat der Imkerverein nicht.

  • Die Registrierung beim Landratsamt / Veterinäramt obliegt grundsätzlich dem Imker und nicht dem Verein.

    Der Imker ist derjenige , welcher die Standorte der Bienen kennt und muss diese melden, damit das Veterinäramt im Seuchenfall schnell reagieren kann, um alle betroffenen Standorte zu sanieren.

    Diese Informationen hat der Imkerverein nicht.

    Ich habe festgestellt, dass viele Imker das nicht wissen. Normalerweise habe ich eine Kopie des LRA Pdf bei mir.


    VG Patrick

  • obliegt grundsätzlich dem Imker und nicht dem Verein.

    Dein Wort in Gottes Gehörgang, äh Augen, ist ja geschrieben.

    Was glaust Du, wie viele Imker es ohne Betriebsnummer gibt? Vor kurzem hat selbst ein Vorsitzender eines Landesverbandes die Nummer nur für den Fall einer "Bezuschussung" für nötig gehalten

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...