Honigernte ohne Absperrgitter wie gehts?

  • Honigernte ohne Absperrgitter - wie soll das gehen?


    Ist hier irgendwo ein Demeterimker dabei, der mir erklären kann wie das ohne Absperrgitter funktioniert?
    Würde mich freuen,
    Christa


    :D

    Licht und Liebe allen Wesen dieser Erde

  • Hallo Christa,


    ich bin zwar kein Demeter-Imker, aber Absperrgitter besitze ich auch so gut wie keine.
    Wie erntet man ohne Absperrgitter Honig ? Ganz einfach, genau so wie mit dem Gitter. die Bienen tragen ihre Vorräte fluglochfern, also i.d.R. in die obere Zarge ein, und du kannst ihn entnehmen. Sollte mal eine Wabe bebrütet sein, läßt man sie bis zum Schlupf hängen oder tauscht sie gegen einenunbebrütete Randwabe aus den unteren Zargen aus. Klingt vielleicht nach etwas Mehrarbeit, ist aber nicht so.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Aus welchem Grund sind die Imker dann überhaupt auf die Idee mit dem Absperrgitter gekommen? Worin liegen die Vorteile?

    Licht und Liebe allen Wesen dieser Erde

  • Hallo Christa,


    der eindeutige Vorteil des Absperrgitters liegt in der klaren Trennung von Brut und Honigvorräten. In der Natur gibt es da einen fließenden Übergang, die Bienen haben eine Wohnung, die sie sich so unterteilen, wie es gerade gebraucht wird, der Mensch jedoch möchte eine genaue Einteilung, schon der arbeitserleichterung wegen.
    Überleg doch mal, Christa, aus welcher Zeit die Einführung des Absperrgitters eigentlich stammt. Man imkerte in engen, nur von hinten zu öffnenden kleinräumigen Kästen mit einem kleinen Wabenmass. Ohne Absperrung hätte die Königin in der ganzen engen Kiste gestiftet, eine Honigernte wäre fast nicht möglich gewesen, und die Gefahr, die Königin zu verlieren wäre sehr groß gewesen.
    Dass die Völker durch die Beengtheit ihrer Brutmöglichkeiten eher in Schwarmstimmung kamen, wurde toleriert, ja war sogar erwünscht.
    Der Einfachheit und der bequemen Handhabung wegen wurde dann das Absperrgitter auch in die Magazinbetriebsweise integriert, obwohl es dort meines Erachtens nicht nötig wäre.[/b]

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    wenn man das Absperrgitter richtig einsetzt, gibt es in einer entsprechenden Beuten keine Einengung der Bruttätigkeit, es hat aber meiner Meinung nach einen unschlagbaren Vorteil für den Einsatz der Bienenflucht. Die Bienenflucht wiederum möchte ich heute als schonensten Art der Honigernte nicht vermissen. Es gibt keinerlei Räuberrei (wenn die Kisten Bienendicht sind) und man ist unschlagbar schnell bei großen Völkerzahlen. Beim Abernten z.B. nach der Edelkastanie bin ich damit sehr schnell fertig und kann dann gleich die oft dringend Notwendige Varroabehandlung machen! Das geht mit abfegen nicht! Da kannste nach 5-10 Völkern aufhören, ich hab aber leider ein paar Völker mehr.


    @ Christa,


    frühr hatte ich auf Absperrgitter gänzlich Verzichtet. Damals benutzte ich einen sogenannten Abfegekasten und für die Honigstapel einen Klipp-Klappdeckel. Dieser Abfegekasten ist in irgendeiner ADIZ einmal Veröffentlicht worden, weiß nur nicht mehr die Ausgabe.


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Du Fan der japanischen Wagen,


    meine Feststellung "einengen" bezog sich ausdrücklich auf die damaligen zweiräumigen Hinterbehandler, sonst auf nichts. Schau mal genau hin.
    Ich wiederspreche Dir in keinster Weise.
    Aber wer sagt Dir denn, daß ich ohne Bienenfluchten arbeite ?
    Bzw. was hat das eine mit dem anderen zu tun ?
    Ich persönlich sehe es als einfacher an, zum Abschleudern meine 30 Bienenfluchten einzulegen und am nächsten Tag abzuräumen als das ganze Jahr mit Gitter zu arbeiten.
    aber wir wollen nicht noch einmal das Thema "Absperrgitter, ja oder nein " diskutieren. Christa wollte von uns nur wissen, ob und wie man ohne Gitter arbeitet.
    Mehr nicht.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    so war das nicht gemeint. Über das für und wieder mit Absperrgitter wurd wirklich schon viel geschrieben!


    Sorry


    thomas ,


    kannst wieder aus atmen

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo zusammen, mit der Arbeitserleichterung durch Bienenfluchten sehe ich voll und ganz ein. Aber ich sehe da einen Widerspruch zu den Honigrichtlinien des DIB, der schreibt nämlich, das Honig von besetzten Waben geerntet werden soll??! Und irgendwo habe ich von selbigen dann noch gelesen, man solle mit Bienenfluchten arbeiten. Wie geht das jetzt zusammen? V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    da würde ich mich ganz pfiffig aus der Affäre ziehen: Wann beginnt die Honigernte? Dann, wenn die Waben in der Schleuder sind? Dann sollten sie bienenfrei sein (ich jedenfalls mache es so).
    Also - die Honigernte beginnt, wenn die Fluchten eingelegt werden.


    Im Ernst: Zu lange sollten die Fluchten nicht darin sein. Nach meiner Erfahrung reichen vier bis sechs Stunden, damit die meisten Bienen den Honigraum verlassen haben.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Miteinander,
    ich war bisher letztes Jahr ein Gegner der Bienenfluchten und habe dann bei der Ernte frühmorgens bei der Hälfte der Völker Bienenfluchten eingelegt und dann Mittags mit der Ernte des Honigs begonnen. Meine Erfahrung daraus: Ich könnte mir nie wieder vorstellen, ohne Bienenfluchten Honig zu ernten. Da hat man (fast) bienenleere Räume, das ist ein Kinderspiel, im Gegensatz dazu kehrt man die Bienen mit der Gänsefeder ab, da macht sie so richtig böse und wenn man eine Seite abgekehrt hat, fliegen sie zur anderen wieder hin.

  • Hallo zusammen, man kann sich die Honigernte auch dadurch erleichtern, indem man die Bienen nicht zurück in die Beute von den Waben fegt, sondern vor die Beute. Dadurch vermeidet man, das sie "böse" werden, um es einmal mit Xares Worten zu sagen. "Böse werden sie, wenn es zum zweiten oder noch mehrmahligen Abfegen kommt.Also, oberen (oder obere) Honigraum abheben, an die Seite stellen. Dann im unteren mit Abfegen beginnen, vor die Beute. Danach den/ die an die Seite gestellte(n) Honigräume. Voraussetzung ist natürlich ein großes Anflugbrett, das bis zur Erde reicht! Die abgefegten Bienen sammeln sich in einem großen Haufen vor dem Flugloch, ziehen nach und nach wieder in die Beute, und geben Ruhe. Noch mehr lässt sich das vereinfachen, indem man die Bienen in einen Karton abfegt, und diesen nach dem Abernten vorm Flugloch oder in die leeren Honigräume auskippt. V.H.w. Lothar

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  • Hallo Imkerkolegen !


    Zur Honigernte kann ich immer nur wieder den "Kehrfix" empfehlen. Bienenfluchten sind eine feine Sache wenn man die Völker zuhause im Garten stehen hat, aber auf entfernten Wanderständen sind sie nicht zu gebrauchen. Seit dem ich das Ding habe gibts keine langen Arme mehr und auch keine bösen Honiggirls ! Außerdem lassen sich mit dem Kehrfix vortrefflich Kunstschwärme usw. herstellen. Teuer ohne Ende, aber sein Geld wert !


    Beste Grüße


    Frank


    www.bienenpower.de