Was tun bei Quarantäne?

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    Hallo zusammen!

    Weiß jemand, was man tun muss, um bei angeordneter Quarantäne eine Ausnahmegenehmigung zur Versorgung der Bienen zu bekommen?

    Gibt es da schon eine Regelung?

    Du musst nicht alle deine Völker behandeln, nur die die du behalten möchtest.

  • Es hieß, der DIB wolle sich heute dazu äußern. Auf der Webdeite steht aber noch nichts.

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.

  • Nicht direkt zur Quarantäne. Aber in der Berliner Verordnung zum Thema Corona steht unter dem Punkt „Sportbetrieb wird untersagt“ folgende Ausnahme:

    Zitat

    ... Ausnahmen sind möglich beim „Sportbetrieb mit Tieren“. Doch auch hier gilt der Zusatz: „soweit dieser im Hinblick auf das Tierwohl zwingend erforderlich ist“.

    Damit ist zumindest die Versorgung von Pferden möglich. Bei angeordneter Quarantäne sind die Strafen für das nicht befolgen sehr hoch.

    Zitat

    Verstöße gegen die Verordnung sind keine Ordnungswidrigkeiten, sondern Straftaten. Sie werden geahndet mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

    Von daher würde ich mich vorher um eine verbindliche Zusage bemühen.

    4 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Du als Tierhalter hast eine Pflicht dich um deine Tiere zu kümmern. Ausgangssperre hin oder her. Die Landwirte mit Kühen können auch nicht einfach sagen: Oh Ausgangssperre- dann kümmere ich mich die nächsten 2 Wochen mal nicht darum. Und wenn nur du Quarantäne angeordnet bekommen hast dann obliegt es deiner Pflicht als Tierhalter jmd. zu beauftragen sich um die Tiere zu kümmern.

  • N'abend allerseits,

    ihr müsst unterscheiden zwischen individueller Quarantäne und allgemeiner Ausgangssperre! Dazu können einzelne Maßnahmen im Detail angeordnet werden. Da muss man abwarten, was das jeweilige Land bzw. Landkreis - Landratsamt anordnet. Pauschal kann man das nicht erklären!

  • erwin_ , du fragst für den Fall einer angeordneten Quarantäne bei pos. Befund, nicht für den Fall einer allg. bayernweiten Ausgangssperre, richtig? Und das die aktuelle Corona-Krise betreffend, auch richtig?

    Weiß jemand, was man tun muss, um bei angeordneter Quarantäne eine Ausnahmegenehmigung zur Versorgung der Bienen zu bekommen?

    Davon ausgehend: Quarantäne wird von deinem zuständigen Gesundheitsamt angeordnet. - Und nur von dort wirst du eine verbindliche Auskunft bekommen können. - Deshalb, am besten einfach mal beim Gesundheitsamt Ingolstadt anrufen.


    Mit den zuständigen Behörden (auch Bayern) hatte ich in letzter Zeit mehrmals Kontakt. - Aktuell scheint viel im Fluß, und die Bewertung von Situationen können sich schnell ändern.


    (Info mit möglicherweise kurzer Halbwertzeit, und ohne Gewähr: Bislang werden nur K1 getestet. Bedeutet, wenn man min. 15 Min. "face to face" mit einer auf Corona positiv getesteten Person in Kontakt war, oder wenn ein Mitglied aus dem gemeinsamen Haushalt positiv getestet ist, oder wenn man aus einem Risikogebiet einreist und Symptome entwickelt. - Alle K1 gehen auch in Quarantäne. - Alles andere ist K2, und wird nicht getestet. (Auch nicht wenn dein Kollege positiv getestet wäre, und du dich mit ihm 5 Min. unterhalten hast, solange du keine Symptome entwickelst.)

  • erwin_ , - Deshalb, am besten einfach mal beim Gesundheitsamt Ingolstadt anrufen.


    Ne - im Moment besser nicht, die haben dringendes zu erledigen und sagen zu allgemeinen Fragen eh nix konkretes - wie auch! Helfen könnt ihr denen in dem ihr die Behörden nicht wegen allgemeiner Fragen anruft!

  • ich habe gestern einen Schrieb zum Ausdrucken vom DBIB erhalten, den man mit sich führen soll, falls man zu seinen Bienen geht und eine Ausgangssperre herrscht.


    Es verweist auf "dass die imkerliche Arbeiten unaufschiebbar für die Tierversorung der Honigbienen notwendig ist"...und beruft sich auf eine bereits erteilte Ausnahmegenehmigung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. In wie weit das in der Praxis tatsächlich so durch geht, weiß ich nicht, aber momentan brauchen wir es ja auch noch nicht.


    Komischerweise ist auf der Homepage das Schreiben aber nicht zu finden.


    Ich denke aber, dass es schon sehr viel schlimmer kommen müsste, damit wir Imker da tatsächlich ernsthafte Probleme bekämen. Polizei & Co haben besseres zu tun, als einsamen Imker auf ihrem Rundweg aufzulauern. Und die wiederum sind eben meist einsam unterwegs und stecken dabei weder andere an, noch werden sie angesteckt, somit hätte zumindest ich keinerlei schlechtes Gewissen, im Gegenteil, die Bienen brauchen uns demnächst immer mehr.

  • Hi,


    ich habe genau diese Situation heute mit 2 Städten/Kreisen besprochen.


    Nach insgesamt über 6 Stunden herumirren zwischen den Abteilungen,


    bis hin zum Landwirtschaftsministerium und zurück, konnte ich zumindest


    mündliche Zusagen erhalten:


    Bei individueller Quarantäne wegen eines positiven Test, sind keine Ausnahmen möglich.


    Da bleibt nur die Möglichkeit einen Vertreter zu schicken.


    Bei einer allgemeinen Ausgangssperre würden beide eine Ausnahmegenehmigung ausstellen,


    um die Bienen zu versorgen, bzw. die Bienen von einer Wanderung zurückzuholen.


    Dieses liegt aber aktuell noch an den Örtlichen Behörden. Es wird versucht das ganze


    in die Landes-/Bundesministerien zu bekommen, um direkt das Thema bei einer


    Allgemeinen Ausgangssperre auszuklammern. Im Landkreis war das Gesundheitsamt zuständig,


    und in der Stadt das Ordnungsamt, Abteilung Gefahrenabwehr.


    Besonders das Argument, dass sonst kein Imker die Landwirtschaftlichen Kulturen anwandern würde,


    wenn er nicht wüsste wie er im Falle eines Falles an die Bienen kommt, hat die Behörden sehr


    einsichtig und Gesprächsbereit gemacht. Es waren insgesamt sehr freundliche Gespräche, nachdem


    die Problematik erstmal erkannt wurde.


    Gruss Joachim

  • Es kommt sicher darauf an, wo die Bienen stehen. Die Stadtimkerei auf Dächern von Häusern mit viel Publikumsverkehr wird da sicher anders behandelt werden müssen als die einsame Waldlichtung. Notfalls müssen Zeitfenster gefunden werden, in denen der Imker den nötigen Sicherheitsabstand wahren kann (Stirnlampe mit Rotlicht nicht vergessen, darauf fliegen die Bienen nicht).

  • Liebe ImkerInnen, bitte legt Gesundheitsämter und andere Behörden nicht mit „Was-wäre-wenn“-Fragen lahm. Meint ihr nicht, dass diese im Moment andere Probleme haben?!


    Man darf auch den gesunden Menschenverstand einschalten. Wie ribes schon schreibt: Mit dem Auto zum Stand in der einsamen Waldlichtung wird keinen stören; die Anwanderung des Stadtparks mit weiteren Helfern sollte derzeit vielleicht eher unterbleiben.


    Grüße vom Apidät

  • und um das noch zu ergänzen:

    Es gibt auch einen deutlichen Unterschied in der Dringlichkeit des Besuchs am Stand zwischen einfach mal Nachsehen und unaufschiebbaren Arbeiten. Selbst bei vorsorglicher Isolation sollte man hier gut abwägen, was die Folgen wären, wenn man mal zwei Wochen nicht hinkommt.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Liebe ImkerInnen, bitte legt Gesundheitsämter und andere Behörden nicht mit „Was-wäre-wenn“-Fragen lahm. Meint ihr nicht, dass diese im Moment andere Probleme haben?!

    Die Ausgangsfrage von erwin_ "Was bei angeordneter Quarantäne zu tun ist?", hat Wilhelmshaven bereits abschließend geklärt.

    Bei individueller Quarantäne wegen eines positiven Test, sind keine Ausnahmen möglich.


    Da bleibt nur die Möglichkeit einen Vertreter zu schicken.

    :thumbup:


    Für weitere Infos zur Quarantäne hier das Merkblatt vom RKI: https://www.rki.de/DE/Content/…df?__blob=publicationFile