Schwaches Volk stärken durch Aufstellen auf starkes Volk

  • Hallo,

    eines meiner Völker, ein Ableger aus dem Vorjahr, ist sehr schwach. Nun denke ich darüber nach, dieses schwache Volk mit Absperrgitter auf mein stärkstes Volk zu stellen. Ich imkere Dadant US, also Platz für 12 Rahmen.

    Ich habe heute die Schiede gesetzt. Alle Bruträume auf fünf Rahmen im Schnitt plus Futterwabe eingeengt. Laut Vorgabe sollte man das schwache Volk 4-5 Wochen aufstellen. Da sollte aber dann schon der Raps blühen und der Honigraum soll ja schon drauf, bevor dieser richtig in der Blüte steht. Also was tun?

    Hat jemand so etwas schon ausprobiert?

  • Ergründen, warum das Volk schwach ist (Krankheiten, Varroa, verfälschtes Wachs, schlechte Kö. etc.).

    Ursache beseitigen. Wenn dann noch gesunde Bienen übrig sind -> diese (ohne Kö. und ggf. mit gesunden BrW) in den BrR des starken Volkes geben.

    Die Päppelei eines Schwächlings um diese Zeit setzt die Probleme nur unnötig fort und verdirbt Dir und den Bienen die Freude am Leben.

  • In den anderen Völkern sind 4 Rahmen beidseitig gut besetzt. Im Problemvolk sind ebensoviele Waben, aber nur sehr schwach mit Bienen besetzt. Und das Brutnest ist auf genauso viele Waben verteilt, aber halt viel kleiner. Varroa Kontrolle ergab bei keinem Volk einen Befall. Sowohl im Herbst wie auch jetzt nach Einlage der Windel im Februar. Ich kenne den Grund also nicht, finde aber auch keine verkrüppelten, missgebildeten Bienen. Einfach nur weniger als in den anderen vier Völkern.

    Die Königin entstand durch einen Brutableger im Juni 2019 aus einem sehr starken (auch jetzt) Nachbarvolk mit einer sehr gesunden Königin.


    Ich habe eine Empfehlung des Bienenjournals vom April 2018 gelesen, der dieses Vorgehen empfiehlt. Ebenso die Bayerische Landesanstalt für Gartenbau.


    Meine Frage ging an Mitglieder dieses Forums, die dieses Verfahren schon praktiziert haben.


    Danke an alle Hilfe Geber!


    Meine Suche im Forum ergab keinen thread der auf meine Frage zugeschnitten war. Daher an "Kleingartendrohn": Anstatt des wie in vielen anderen Foren üblichen Hinweises: Kannst du mir einen thread zeigen, der diese Frage schon behandelt? Damit würdest du mir weiterhelfen! Danke!

  • Lass es einfach so wie es ist, ein Saugling im März bringt nichts, außer Arbeit. Entweder es erholt sich von alleine, oder auflösen.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Du brauchst ein wirklich starkes Volk dazu. Daran hapert es an dieser Methode, wirklich stark heisst Kiste gaanz voll! (das gibts wirklich:))

    Ist dem nicht so, tust du Beiden keinen Gefallen.

    Zudem muss der Grund der Schwäche auch bekannt sein, es bringt ja nix, einem gesunden Volk irgend eine Krankheit aufzusetzen.

    Aus dem gleichen Grund ist auch eine Vereinigung nicht ratsam.

    Wie Ulrich sagt....

    Und so bald wie das geht, aufteilen und zu Ableger verabeiten, dann bringt eben auch ein Schwächling guten Nutzen.

    Ich weiss was du denkst : Mist ein Volk weniger, ich will aber jetzt....

    Denke aber so: Na jut, du Nixnutz (Schwächling), du verschaffst mir die Ablegerversicherung, die ich im nächsten Jahr dringend brauche. Du bist die Grundlage für meine Rennpferde im nächsten Jahr.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Ist das wirklich so einfach?

    1. Königinnen können sich durchs Absperrgitter begegnen, sich verletzen oder töten?!

    2. Bei Kälte versammeln sich die Bienen in der oberen Zarge und die Kös mit Brutwaben verklammen unten?!

    Zwei oder mehrere Ableger oder Völker übereinander - getrennt per Folie und Fliegengitter mit eigenem Flugloch - geht auch nicht so einfach, weil sich die unteren Flugbienen nach und nach in die oberen Völkchen verfliegen, so dass das untere immer schwächer wird.

    Meiner Meinung nach bliebe als die beste Möglichkeit für Zwieback das starke Einengen per Schied an die Außenwand mit geschlossenem Boden und kleinstem Flugloch.

  • da alles früher zu Blühen anfangt, lieber auf die starken einen HR mehr drauf, um die Tracht noch mit zu nehmen statt als Entwicklungszeit zu verschlafen. Nur starke haben dann genug Flugbienen, um bei den vorraussichtlich wenigenTagen Sommer je Woche im langen Frühjahr, die kurzen Sammelzeiten zu nutzen. Erst im Raps anfangen, die starken für die Sammelbrutableger zu schröpfen bzw mit der Frühjahrsernte Bienen für erste Kunstschwärme schröpfen.


    Ob übereinander gestapelte 2 oder mehr im Wettbewerb sich besser entwickeln- setzt bei allen schon vorhandene Brut voraus- oder die Bienen zu der attraktiveren Weisel wechseln, kann man nicht vorher sagen.

    Ich habe schon erlebt, das die oberen Zargen Bienen- und Futterfrei waren, Weisel tot auf dem Gitter als auch das in 2 Zargen ohne ASG (Vereinigung im Januar) nur je 3 Waben Brut in beiden Zargen waren von 2 Weiseln, die erst nach der Trennung richtig loslegten, um dann jeweils die ganze Segeberger Zarge zu nutzen. Da hatten die anderen Völker schon 2 HR über dem ASG. Statistik kann ich bei nur 1-3 solcher Aktionen je Frühjahr noch nicht sehen.

    Ich bin da auch eher beim Einengen mit Thermoschieden und natürlicher Auslese.