Wenn die Bienen die Salweide nicht bekommen, wird das ganze Jahr nichts

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    Die Altvorderen in unserem Imkerverein sagten uns Neuen immer wieder:

    "Wenn die Bienen die Salweide nicht bekommen, wird das ganze Jahr nichts!"

    Die Alten hatten damals kaum andere Möglichkeiten als die Völker durch Aufritzen

    von Futterwaben zu reizen. Das brachte dann kurzfristig "action" ins Bienenvolk

    und das verdeckelte Futter engte das Brutnest nicht weiter ein.

    Aber wenn die Salweide verregnet, damals wie heute, fehlt den Bienen der "Kick"

    ins Frührjahr.

    Die Salweide bringt hochwertigen Pollen in großen Mengen sowie reichlich Nektar

    auf den weiblichen Blüten.

    In den letzten Tagen (März 2020) begannen die Weiden zu blühen, doch das Wetter ließ keinen

    Bienenflug zu. Es regnete fast jeden Tag. Da kam mir der Spruch unserer Altvorderen wieder in den Sinn.

    Es wäre ein Jammer gewesen, wenn die Weiden ohne unsere Bienen verblüht wären!

    Heute besserte sich das Bild.

    Den ganzen Tag dunkle Wolken am Himmel, ein paar Regentropfen, aber + 16 °C !!

    Das nutzten unsere Bienen heute zum ersten nennenswerten Weidenpolleneintrag für dieses Jahr.

    Also ist 2020 noch nicht verloren :)

    Carnica :) in Segeberger Magazinen :) auf Deutschnormal (DNM) 1.0 Hoffmann :) wie in unserer Region üblich !! :)

  • Jetzt schreibt Pia Aumeier in ihren Monatsbetrachtungen für März 2020 (veröffentlicht auf der HP des Landesverbands Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e.V.) unter einer Abbildung:
    "Einzargig überwinterte Völker benötigen zur Salweidenblüte den zweiten Brutraum. Sonst bauen sie an anderer Stelle."

    So pauschal??
    Das stimmt für unsere Bienen in zweifacher Hinsicht nicht!

    Erstens benötigen unsere einzargig überwinterten Bienenvölker mit Sicherheit noch keinen zweiten Brutraum, da sie eigentlich jetzt erst wirklich zu brüten beginnen.
    Der Bautrieb erwacht bei unseren Bienen mit Sicherheit noch nicht zur Salweidenblüte. Wenn die Brut in 3 Wochen geschlüpft ist und die Zellen danach wieder mit Brut belegt wurden, erwacht so langsam, meist im April der Bautrieb unserer Bienen.

    Wir imkern auf 288 üNN sowie im milden Weinbaugebiet auf 100 üNN.

    Wir reizen die Völker i.d.R. nicht, da wir keine Rapstracht haben.

    Carnica :) in Segeberger Magazinen :) auf Deutschnormal (DNM) 1.0 Hoffmann :) wie in unserer Region üblich !! :)

  • "Einzargig überwinterte Völker benötigen zur Salweidenblüte den zweiten Brutraum. Sonst bauen sie an anderer Stelle."

    So pauschal??

    Mann muss auch immer den Geografischen Kontext und die Eigenheiten des jeweiligen Jahres Berücksichtigen. Aber im weitesten Sinne habe ich mich auch daran orientiert. Bei mir gabs aber keinen zweiten Brutraum, sondern den ersten Honigraum. Aber faktisch das gleiche, nur das eben ein ASG dazwischen liegt. Wäre wahrscheinlich auch einen weiteren Brutzyklus gut gegangen, so voll waren die Kisten dann auch nicht.
    Die Salweide ist aber ein guter Anhaltspunkt, daher wird das so "pauschal" gesagt. Liegt auch an der Art von Frau Aumeier solche Dinge zu kommunizieren. Wir Menschen wollen einfache Anleitung und Frau Aumeier liefert diese. Aber die Salweide hat Frau Aumeier nicht für sich Patentiert, das liest man öfters.

    Wahrscheinlich könnte man meistens noch warten - aber so wie ich das verstanden habe schadet es nicht die Erweiterung zeitig zu geben. Wenn man Wartet bis zur XYZ Blüte würde es Wahrscheinlich auch meistens gehen, aber in einem von x Jahren geht's dann schief und die Kiste Platz vor der Erweiterung.

  • Es hängt wirklich immer vom Wetter und der Volksentwicklung ab!

    Die Salweide ist ein guter Anhaltspunkt, aber nicht das A und O
    Wir haben gestern bei schönem Wetter unsere Zander-Völker "eingeengt", indem wir die untere Zarge weg genommen haben. Sobald das Wetter stetig ist und die Temperaturen auch wird dann der Honigraum aufgesetzt ( wir Imkern Zander mit einem Brutraum) - das dürfte auch bald der Fall sein.

    Auch bei Dadant setzen wir dann zeitnah auf.

    Ich kann nur zustimmen, dass der Bautrieb zumindes bei uns zu der jetzigen Zeit der Salweidenblüte sicherlich noch nicht vorhanden ist, das Aufsetzen dient hier eher zur "Gewöhnung", damit der Raum dann auch "rechtzeitig" angenommen wird, bevor die untere Zarge auf einmal überbelagert/belegt wird - denn dann wird's schwer, die Bienen hoch zu bekommen und Schwärmen wird später folgen.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Guten Morgen zusammen!


    Interessantes Thema, insbesondere auch da ich bis eben noch nie was von

    "Wenn die Bienen die Salweide nicht bekommen, wird das ganze Jahr nichts!"

    gehört hatte.


    Andererseits habe ich selber über die Jahre (hach, da fühle ich mich direkt ... alt?!:wink:) bei meinen Völkern feststellen können, dass die "Weidenjahre" in der Folge die schönsten / stärksten Völker ergaben und zudem / deswegen (?!) auch ordentliche bis sehr gute Honigjahre waren.


    Schöne, pollenlastige Grüße

    vom

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Wahrscheinlich könnte man meistens noch warten - aber so wie ich das verstanden habe schadet es nicht die Erweiterung zeitig zu geben.

    Hi,

    ich würde dir da mal dagegen sprechen! ;) ... Wenn das so wäre, würden alle die Schieden dies umsonst machen. Richtig geführte/geschiedete Völker haben eine deutlich andere Entwicklung.

    Ich möchte aber keine Neue Grundsatzdiskusion lostreten :S

    Es geht ja um die Salweide! Interessantes Thema :thumbup:

    Lg

  • keinen zweiten Brutraum, sondern den ersten Honigraum. Aber faktisch das gleiche, nur das eben ein ASG

    So gehe ich auch vor. Mit der Gabe der Honigräume/2ten Brutraum zur Salweiden Blüte, nach Begutachtung der Volksstärke, kann nicht viel falsch gemacht werden. Sollte das Wetter nicht mitspielen einfach noch eine Woche warten. Ist das Wetter noch länger kalt/nass kann auch eine Zarge untergesetzt werden.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • ...Richtig geführte/geschiedete Völker haben eine deutlich andere Entwicklung...

    Ist das deine eigene Erfahrung oder nur vom Hörensagen?

    Es ist das lernen an und regelmäßige sehen von Völkern im guten 3stelligen Bereich. Eine Einsicht von Völkern die gut und andere die weniger gut geschiedet sind/wurden.

    ja, ich spreche von einer gewissen Erfahrung.... Was nicht heisst, dass dies alles meine Völker sind. Es müssen auch nicht meine Völker sein um lernen zu können. ;)

    Evtl. ist es auch möglich das junge Imker etwas mehr Gefühl fürs Ganze haben als andere die seit Jahrzehnten hinter der Kiste stehen.

    Und nein, die Erfahrung wird noch sehr lange nicht soweit sein, dass ein junger Imker die Erfahrung von den alten Imkern hat.



    Auf niemanden speziell angespielt, rein allgemein gehalten. ;)

    Lg

  • Evtl. ist es auch möglich das junge Imker etwas mehr Gefühl fürs Ganze haben als andere die seit Jahrzehnten hinter der Kiste stehen.

    Ich glaube auch, wir sind hier Zeugen von was ganz, ganz Großem ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ach Gerd,


    bau Dir doch nicht so eine Fallhöhe auf: wenn Du irgendwann vor den eigen Kisten stehst und (wie alle!) an den ganz, ganz kleinen Dingen verzweifelst, dann hast Du sonst niemanden, den Du fragen kannst, weil Du Dich schon überall als 'Experte' etabliert hast. Also theoretisch. Das kann 'ne ziemliche Falle sein. Du bist nicht weiter, als andere Anfänger, auch wenn Du versuchst, überall auf Augenhöhe mitzuquaken. Niemand ist das am Anfang. Selbst echte Profis treten so nicht auf, ich würde sogar sagen, das ist ein Erkennungsmerkmal. In diesem Sinne, halt doch mal den Ball was flacher. Das Du mit Begeisterung bei der Sache bist ist doch toll und ein guter Anfang! Ich drücke Dir die Daumen!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Es ist das lernen an und regelmäßige sehen von Völkern im guten 3stelligen Bereich. Eine Einsicht von Völkern die gut und andere die weniger gut geschiedet sind/wurden.

    ja, ich spreche von einer gewissen Erfahrung.... Was nicht heisst, dass dies alles meine Völker sind. Es müssen auch nicht meine Völker sein um lernen zu können. ;)

    Es entzieht sich meinem Verständnis, wenn man hier mit Erfahrungen von Dritten auftritt. Die können stimmen, müssen aber nicht. Und wie will man das am Anfang beurteilen? Scheint aber mittlerweile Trend zu sein, hier im Forum.


    Evtl. ist es auch möglich das junge Imker etwas mehr Gefühl fürs Ganze haben als andere die seit Jahrzehnten hinter der Kiste stehen.

    Und nein, die Erfahrung wird noch sehr lange nicht soweit sein, dass ein junger Imker die Erfahrung von den alten Imkern hat.

    Möglich ist alles;), aber mal rein aus meiner Praxis. Ein Neuimker, mit einem Händchen für die Sache ist mir in den letzten 6 Jahren nur Einer untergekommen. Alle Anderen "geht es um die Bienen" und die Winterverluste in Folge, treiben mir die Tränen in die Augen.

    OT off.

    Ach ja, Salweide. Ist hier noch nicht durch und ich hoffe auf Sonntag bis Mittwoch, danach erneut kein Flugwetter.