Statistik zur optimalen Beute?

  • Ich hab einen Artikel aus dem luxemburgischen Fachmagazin "Beien-Zeitung" vom Juni 2012.

    Hier wurden verschiedene Verfahren zur Behandlung gegen Varroa veröffentlicht.


    Dabei ist aufgefallen, dass die Völkerverluste am geringsten waren bei Dadant und Dadant 12 (bei den Völkern mit Behandlung durch Thymovar - aber genauso bei Völkern ohne Thymovar, sondern z.b. mit OX-Behandlung.

    Alle anderen Beuten haben hier deutlich schlechter abgeschnitten.

    Aufgeführt wurden:

    Alberti, Dadant, Dadant 12, DN, Langstroth und "Verschiedene"



    Aus dieser Auswertungen und verschiedenen Fachvorträgen habe ich geschlossen, dass große Brumträume einen Vorteil gegenüber den gängigen Betriebsweisen wie DNM, Zander oder Langstroth haben. -> So bin ich von DNM auf DNM 1.5 umgestiegen.


    Zugegeben ist das ein weiter Weg zwischen dieser Studie und meiner These... und jeder soll sich sein eigenes Bild machen..aber ich meine mich zu erinnern, auch andere Fachartikel gelesen zu haben die zumindest einen ähnlichen Schluss zulassen. (*selektive Wahrnehmung off*)

  • dass große Brumträume einen Vorteil gegenüber den gängigen Betriebsweisen wie DNM, Zander oder Langstroth haben.

    Gängige Betriebsweisen bedeutet 2 Zargiger Brutraum. Also immer bedeutend grösser als eine DD12er (mag nicht rechnen) und auf jeden Fall noch grösser bei einer 10erDD. Also ist die DD kleiner im Volumen, genau das macht den positiven Unterschied bei AS und OX und Thymovar etc. aus. Es verbessert/sichert auf Grund des geringeren Volumens die Wirksamkeit.

    Einzargig zb. Zander, ist also aus dieser Sicht auch nicht schlecht.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Ich glaube nicht, dass eine Analyse der optimalen Beute per se nicht möglich sein sollte. mich wundert es sehr dass bei den Berufsimker sich hier noch kein Typ durchgesetzt hat. das könnte wirklich dafür sprechen dass die Beute keinen Effekt hat. Die berufsimker hätten sicher ein großes Interesse an einer möglichst hohen überlebenswahrscheinlichkeit im Winter und einer möglichst hohen Ertrag und würden die optimale Beute mit Sicherheit schon gefunden haben. von den erfahrenen aus dem Verein wurde mir gesagt dass man mit styroporbeuten deutlich mehr Honig Ertrag hat. Oder es wurde bisher einfach an Traditionen einfach festgehalten ohne zu optimieren. Als Experiment stelle ich mir bsp. ein riesen Rapsfeld etc.,d.h. gleiche und genügend Tracht vor und da verschiedene Beute Systeme bei gleichen Imker. vielleicht haben die meisten eben per für solche Späße aber auch gar keine Zeit. 😉 Auch gäbe es die Möglichkeit Daten von den Imkern zu sammeln und auszuwerten. Da stünde dann im Mittel immer der gleiche mittel-gute oder mittel-schlechte Imker hinter der Kiste und man könnte die Wetter bzw geographischen Daten als Faktoren einpflegen. Man könnte Daten hier im Forum sammeln usw.. Viele Faktoren sind da eigentlich kein Problem, wenn ausreichend Daten da sind. Eher wird es wohl schwierig, dass in Norddeutschland bei gemäßigtem Klima DN und im Süden bei extremerem Klima Zander verwendet wird. Da fehlen dann im "Experiment" die bayerischen DN Imker. 😉letztlich ist es aber wohl wenig hilfreich, da man regional beim Beute-Typ, wie viele hier bereits schreiben, festgelegt ist und man gar nicht die Wahl hätte. Ich werde als "Theoretiker" wohl Zander nehmen müssen, weil ich nur so eine Ableger bekommen kann und als blutiger Anfänger nicht gleich als Exot bei den alten Hasen auftreten möchte. Das Großraumbeuten einen wirklichen Vorteil bei der Überwinterung hätten, hätte ich nicht erwartet. Da würde mich die Untersuchung interessieren. Hier hätte ich vermutet dass ein geringeres Oberflächen zu Volumen Verhältnis für die Bienen für die Überwinterung vorteilhaft ist. Vielleicht falle ich aber dabei auch nur auf die Theorie der Kugelbeuten rein. aber im Grunde ist das alles wilde Theorie und ich freue mich auf die Praxis mit der zanderbeute 🙂

  • Ich werde als "Theoretiker" wohl Zander nehmen müssen, weil ich nur so eine Ableger bekommen kann und als blutiger Anfänger nicht gleich als Exot bei den alten Hasen auftreten möchte.

    Musst du gar nicht. Ich empfehle dir sogar aus hygienischen Gründen KEINE Ableger zu kaufen sondern Kunstschwärme ("Kehrschwärme") aus deiner Region. Du beginnst mit deinen Rähmchen, deinem gewählten Wachs (oder Naturbau) in deiner Kiste ohne Altlasten für die Bienen.

  • Dabei ist aufgefallen, dass die Völkerverluste am geringsten waren bei Dadant und Dadant 12 (bei den Völkern mit Behandlung durch Thymovar - aber genauso bei Völkern ohne Thymovar, sondern z.b. mit OX-Behandlung.

    Wurde das experimentell festgestellt oder durch Auswertung der Daten von Imkern?

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Offenbar die Daten von Imkern.

    Dann dürfte es problematisch sein, auf Basis dieser Daten eine Korrelation zwischen Beute und Völkerverlusten herzustellen. Genauer gesagt, es wird sich um eine mittelbare Korrelation handeln: Dadantbeuten kommen häufiger bei erfahrenen und Proifimkern zum Einsatz (so meine starke Vermutung). Dass die weniger Verluste haben, liegt vor allem an deren imkerlichen Fähigkeiten, weniger oder nicht an der Beute.

    Wahrscheinlich gäbe eine Korrelation von Bienenkiste (u.ä. Beuten) und Völkerverlusten aus dem umgekehren Grund ein dramatisches Ergebnis.


    In jedem Lehrbuch der statistischen Methodik kann man lesen, dass eine bloß statistische Korrelation wertlos ist, wenn man keine kausale Erklärung dazu hat.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Am lautesten sind dann die, welche ihre Bücher und Anpassungen als Material verkaufen wollen oder deren Gefolge als Missionare.

    Stimmt so nicht. Liebig hat im Vergleich festgestelt (Dadant, Zander, DN und Freudenstein keine Unterschiede bei der Frühjahrsentwicklung bestehen.


    Remstalimker

    Schundau hat festgestellt, dass zwischen DN in Holz und DN in Styropor bezüglich der Frühtrachtnutzung große Unterschiede bestehen. Er hat auch festgestellt, allerdings nicht in repräsentativem Umfang, dass in Holz die breiteren Formate wie Zander und Dadant dem schmaleren DN überlegen sind.

    DN ist im ursprünglichen Sinne kein Format für Magazine sondern für Hinterbehandlung. Hinterbehandlungsbeuten stehen direkt auf Kontakt, sodass die Wärmeverluste zur Seite und nach oben kaum eine Rolle spielen. Wenn jemand in Holzmagazinen arbeiten möchte, sollte er deshalb die dafür gedachten Formate nutzen, nicht DN oder noch schlimmer Kuntzsch, beides klassische Hinterbehandlungsformate.

    Man muss aber sich nicht unbedingt auf Liebig, Schundau oder noch andere berufen, sondern kann sich einfach einmal im Verein umsehen. Ich habe das Glück, in einem Verein zu sein, wo die Imker unterschiedlichste Beuten und Maße haben und sehe als Imkerpate und Obmann für Bienengesundheit auch einige andere als meine Völker. Ich kann daher aus eigener Anschauung die Feststellungen von Schundau bestätigen.

    Gruß Ralph

  • Stimpt:)

    Sagen was man tut und tun was man sagt, (ohne Angst verhauen zu werden) oft zweierlei.

    Ja Remsi, ich bin auch einer..... ein Stümper;(

    Ich bekenne mich!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • "Liebig hat im Vergleich festgestellt"

    "Schundau hat festgestellt"

    "XYZ hat festgestellt"


    Ich stelle fest, dass hier im Forum viele Fragen zu den "exotischen Kisten" auftauchen.


    Mehrere Systeme auf einem Stand....wie will ich dann den Überblick behalten?


    Mir ist wichtig dass ich ein System, eine Beutenart, eine Rähmchenmaß und mehrere Imkerkollegen habe, mit denen ich nicht nur Meinungen tauschen kann.

    Es reizt mich schon etwas neues auszuprobieren, aber das Durcheinander im Lager und im Auto will ich vermeiden.


    "Sage mir was ist Theorie, wenn`s gehen soll, und geht doch nie.

    Und Praxis?, ...wenn`s geht und keiner weiß warum."

    Wer Klartext redet, riskiert verstanden zu werden.