Statistik zur optimalen Beute?

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    Ich ich habe eine frage zu Beuten. Ich bin Neuimker mache aktuell einen Kurs und interessiere mich für verschiedene Beute Systeme, bzw Magazine. Gibt es Statistiken, mit welcher Beute man die beste Überwinterung bekommt und den höchsten Ertrag? Ich möchte mit dem Imkern beginnen und bin mir noch nicht sicher, welche Beute ich nehmen sollte. Styropor finde ich aufgrund der isolierenden Eigenschaften interessant, stößt mich aber aufgrund der mangelnden Nachhaltigkeit etwas ab. In meiner Gegend wird hauptsächlich mit Zander oder Dadant die arbeitet. Mich wundert die Vielfalt der unterschiedlichen Maße sehr. hier müsste es doch ein Optimum geben bezüglich Wärmebedarf und der besten Überwinterung. Vermutlich wurde das zandermaß basierend auf Daten aus Untersuchungen ausgewählt. Klar hängt die Überwinterungsfähigkeit und Ausbeute auch von der Erfahrung und der Pflege durch den Imker vermutlich ab, aber bei gleichen Voraussetzungen müsste es doch ein Optimum beim raumvolumen etc für die Bienen geben. Die Betriebsimker, die auf dem Ertrag und die besten überlebenschancen im Winter für die Bienen angewiesen sind, werden hier doch sicher ein Optimum gefunden haben. Vielleicht hängt dies auch vom Aufstellungsort ab, aber ist es wirklich so dass Zander Deutsch normal und Dadant je in direkter Konkurrenz standen oder sind es nicht eher regionale Vorlieben, die Tradition oder die Verfügbarkeit vor Ort, die die Wahl für eine bestimmte Beute bestimmen und nicht die Leistungsfähigkeit des Systems? Klar werde ich auch wie die anderen in meiner Gegend vermutlich auf Zander gehen, weil ich nur so einen Ableger bekommen kann. Aber mich würde es doch sehr interessieren ob es statistisch belegbare Untersuchungen gab welcher Beute Typ von den Daten am besten geeignet für die Bienenhaltung und die Bewirtschaftung ist. Ich hoffe das klingt jetzt nicht zu sehr nach rücksichtslosem Optimierungsdrang?

  • Ich hoffe das klingt jetzt nicht zu sehr nach rücksichtslosem Optimierungsdrang?

    Für mich geht das schon in diese Richtung.


    Die Aussage „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ trifft bei den unterschiedlichen Beutensystemen und deren Überwinterungs- und Ertragsaussichten sicherlich zu.


    Grüße vom Apidät

  • Ehe du hier dann wieder die unsägliche Diskussion dazu lesen wirst: Zu jeder Betriebsform (mit Maß) gibt es auch eine Vorgeschichte und dann die die Verbesserungen/Anpassungen.

    Mit den alten Bienenlinien und womöglich im Bienenhaus haben andere Faktoren mehr Gewicht gehabt als heute mit Bienen, die viel größere Völker bilden ohne dabei zu schwärmen und überwiegend in Freiaufstellung stehen. Dann noch die Unterschiede von schneereichen und langen Wintern zu den vielen Tagen mit Flugwetter in den letzten Jahren....

    Und dann muss man als Imker ja auch noch den Kompromiss zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen der Bienen finden. Ich persönlich gehe davon aus, dass es die optimale Beute nicht gibt und je nachdem, wie man die Prioritäten setzt, wird man andere Kompromisse wählen.

    Es gibt wohl wenig seriöse Untersuchungen dazu, aber viel Meinung und Religion. Am lautesten sind dann die, welche ihre Bücher und Anpassungen als Material verkaufen wollen oder deren Gefolge als Missionare. Es gibt ja auch kein wirkliches Interesse an Forschung dazu, außer du willst nachher die optimale Beute als Neuentwicklung verkaufen - dafür ist aber der Markt wohl zu klein.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Die meisten erfolgreichen Überwinterungen gib es weltweit in Langstroth einzargig.

    Bis bald Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Die meisten erfolgreichen Überwinterungen gib es weltweit in Langstroth einzargig.

    Bis bald Marcus

    Was wohl daran liegen wird, dass dies die am meisten verwendete Beute ist? Was nicht heißt, dass sie die beste ist...

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Marcus sicher das es Einzargig ist? Zweizargig Langstroth ist ja das was sonst so Standard ist.


    Nur so als Vergleich 70-80% der gehaltenen Völker sitzen Weltweit auf Langstroth, Zander liegt im einstelligen Prozentbereich, ob es ein ganzes Prozent ist, würde ich bezweifeln.

  • Aso, weltweit. Ist ja auch voll wichtig, auf welchem Maß die Bienen in Korea und Chile gehalten werden 😉


    Zur Ausgangsfrage: Das ist letztlich eine rein individuelle Sache. Schau dir Videos an, überlege was dir in der Theorie am ehesten zusagt oder probiere einfach mehrere aus. Jedes System, jede Betriebsweise hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.


    Hätte ein Rähmchenmaß wirklich signifikante Vorteile, dann würden wir längst alle damit imkern. Diese Vielfalt ist ein recht deutliches Zeichen, dass es keine 'beste' Beute gibt, aber viele gute.

  • Ja, die Beuten sind ja auch Ausdruck einer Tradition, und dementsprechend mit der Landschaft, in der sie entstanden sind, verbunden. Das hängt dann eben auch mit der verwendeten Bienenrasse zusammen. Aber auch mit Faktoren, die wir gar nicht so kennen.


    Beispielsweise war das Gerstung-Mass sicherlich seiner Zeit voraus, weil es Rücksicht auf die kugelige Form des Brutnestes nahm, und dabei den Futterkranz so ins Gebet mit einbezog, dass immer noch gut Überschuss für den Honigraum entstehen konnte. Doch es hat sich nicht durchgesetzt, sondern ist so gut wie verschwunden.

    Es kommt übrigens dem nahe, was heute die Mellifera Einraumbeute als Mass beherbergt.

  • Beitrag von Beemaster2000 ()

    Dieser Beitrag wurde von hartmut aus folgendem Grund gelöscht: Unangebracht ().
  • Es gibt kein bestes System, es kommt maßgeblich auf den Imker an, der hinter der Beute steht. Schau erstmal was bein Bienenpate hat, oder was im Verein verbreitet ist, dann weißt du schon mal wo du Ableger her bekommst. Und wenn du genug Erfahrung gesammelt hast probierst du aus, ob die einräumig oder zweiräumig besser gefällt. Und ob du deine Beuten aus Holz oder Styropor nimmst hängt eher an dir und deinem "Ökologie-Bewusstsein"

  • "Optimum für Überwinterung und Ertrag" bieten gesunde Völker, die nicht hungern müssen. Aus meiner Sicht ist das "Drumherum" wichtiger als die Behausung. Bienen können fast in jeder Behausung überleben, die in Größe und Beschaffenheit geeignet ist. T. Seely hat dazu ja sysematische Untersuchungen vorgenommen (s. dort). Ist genug Nahrung vom frühen FJ bis zum Herbstbeginn verfügbar, kommen die Völker meist gut zurecht.


    Und die "mangelnde Nachhaltigkeit" einer Styroporbeute halte ich für eine ideologisierte Argumentation. Sie ist langlebiger als Holzbeuten und führt in bestimmten Regionen zu einer schnelleren Auswinterung der Völker, infolge der Unterstützung durch die bessere Isolationswirkung im FJ. Nach meiner Erfahrung sind die Völker darin 2 - 3 Wochen früher in Gang im Vgl. zu den Holzbeuten.


    Man kann viele Aspekte beleuchten und zerreden. Meine Empfehlung - nimm, was in Deiner Gegend (füll' bitte Dein Profil aus!) üblich ist. Dann kannst Völker, Ableger von den Nachbarimkern übernehmen und die passen dann in Deine Kiste. Das erspart Aufwand.


    Viel Erfolg.

  • Am lautesten sind dann die, welche ihre Bücher und Anpassungen als Material verkaufen wollen oder deren Gefolge als Missionare.

    Stimmt so nicht. Liebig hat im Vergleich festgestelt (Dadant, Zander, DN und Freudenstein keine Unterschiede bei der Frühjahrsentwicklung bestehen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo, da würde ich aus dem Bauch heraus doch vermuten, dass Freundenstein eher die Nase vorne hat. Da ist die Beute ja schon fast das eingebaute Schied. Freundensteinimker sind auch vom alten Schlag so mit warm einpacken und Bienenhaus.

    Off Topic Wir hatten am Anfang auch Freudenstein, schön einzargig, weil es der Pate auch so hatte....dann der Sprung auf DN.

    Bis bald

    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)