Was ist eigentlich mit dem kleinen Beutenkäfer ?

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    Hallo Miteinander,


    weiss jemand von Euch, was es ausser der Mammutaktion Erdreich ausheben und Völker abschwefeln, noch für Massnahmen zur Schadensbegrenzung gibt ? - Eich sprach ja von x-Massnahmen, also scheinen noch weitere sinnvolle zu existieren. - Mir war auch nur die oben genannte bekannt.


    Schönen Sonntag allerseits und Gruss aus Hamburg,


    Benjabien

  • Hallo Jörg,

    guter Punkt! Aber ich habe gerade hier im IF das Gefühl, dass mit Fehlern, die ehrlich kommuniziert werden, fair umgegangen wird - vorausgesetzt, es besteht die Bereitschaft zur Annahme von Kritik.

    Aber grundsätzlich hast du recht: Fehlerkultur unter Imkern ist ein heikles Thema.

    Grüße

    Ralf

    Wenn einer seinen Fehler postet, dann braucht er ein oder zwei helfende Hinweise. Am wenigsten hilft dem so schon zerknirschten Frager jedwede Kritik.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Die Frage war ja zunächst "Was ist eigentlich mit dem kleinen Beutenkäfer?".


    In Europa ist der kleine Beutenkäfer in 2014 in Calabrien und auf Sizilien nachgewiesen worden. Auf der Seite http://www.izsvenezie.it/aethina-tumida-in-italia/ kann man sich die Funde, die "Wächter-Imkereien (sentinel)" und die negativ testierten Imkereien in diesem Gebiet gegliedert nach Jahren anschauen. Die Seite ist zwar auf Italienisch, aber die Karte mit den farbigen Punkten konnte sogar ich verstehen.


    In 2019 gab es eine Fundstelle in Calabrien, keine auf Sizilien.


    Es sind zwei Sperrzonen (20km und 100km) eingerichtet, aus diesen Sperrzonen dürfen keine Bienen verbracht werden.


    Also fasse ich meine Einschätzung zusammen: Kl. Beutenkäfer in Italien seit 2014 erfolgreich zurückgedrängt, keine Ausbreitung in Italien. Nach wie vor einzelnes Auftreten in Calabrien, auf Sizilien in 2019 nicht gefunden worden. Das Gebiet wird überwacht, die Imkereien werden kontrolliert, es gibt Sperrzonen.


    Meine Vermutung ist, dass das Klima nicht so ideal ist für den Käfer, der mag es gerne sehr warm und da reicht es anscheinend in Süditalien kaum für eine massenhafte Ausbreitung.


    Mir ist nicht bekannt, dass der Kl. Beutenkäfer in Deutschland bisher aufgetreten ist.


    Was ist eigentlich mit Kunstschwärmen (KS) und Paketbienen in diesem Zusammenhang?

    Bei geschätzten 25% bis 30% Verlusten von Bienenvölkern in diesem Winter ist für mich die Frage, "wo bekomme ich schon im März oder April einen Kunstschwarm her?" absolut naheliegend. Und in Italien und anderen Ländern Südeuropas sind bekanntlich andere klimatische Verhältnisse, so dass die Imker dort schon im März oder April KS liefern können. Gut so.


    Den Zusammenhang "Kleiner Beutenkäfer - Italien - Kunstschwarm - Ausland - also gefährlich" halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Also wissenschaftlich für absolut nicht nachgewiesen.


    "Ausland also gefährlich!" ist das eigentliche ein Gedanke, der irgenwie an Hetze erinnert?


    LG UliR

  • Wenn einer seinen Fehler postet, dann braucht er ein oder zwei helfende Hinweise. Am wenigsten hilft dem so schon zerknirschten Frager jedwede Kritik.

    Die kommt meist erst, wenn der/die Fragesteller die hilfreichen Hinweise überlesen, übergehen oder sonstwie unpassend kommentieren. Guck dir nur mal die neu eröffneten Threads in letzter Zeit an. Sind das konkrete Fragen oder Beschäftigungstheraphie? Bisschen Mitdenken wär schon chic.8)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Rainfarn () aus folgendem Grund: Sorry fürs OT, lässt sich nicht mehr komplett löschen.

  • Hallo,

    weiss jemand von Euch, was es ausser der Mammutaktion Erdreich ausheben und Völker abschwefeln, noch für Massnahmen zur Schadensbegrenzung gibt ? - Eich sprach ja von x-Massnahmen, also scheinen noch weitere sinnvolle zu existieren. - Mir war auch nur die oben genannte bekannt.


    Benjabien


    ... frag doch mal einen Deiner BSV,

    vielleicht hängen die sich ja weiter aus dem Fenster als der Herr Eich.


    Sicher darf für Dich sein, das man bei Erstfundort "Tabula Rasa" macht.


    Wie und Was dann passiert, legt offizell Dein AmtsVet fest .... (hmmmm ....)


    ... vielleicht liest Du Dich da schonmal grob ein, was man sich auf der Insel Riems (und damit "offizell für Deutschland") dazu ausgedacht hat:

    Konzept zur Ausrottung bzw. Bekämpfung des Kleinen Beutenkäfers Aethina tumida in Deutschland [Link]


    Kenne BSVs die Schäfer-Streifen-Clone in Ihren Koffern haben ....


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Schön, dass im Beitrag 17 auf die Seite zur epidemiologischem Situation des Aethina tumida (Kleiner Beutenkäfer) in Italien verlinkt wurde. Diese Informationen weisen für 2019 aber nicht nur einen befallenen Bienenstand in Kalabrien, sondern auch einen in Sizilien auf.


    Weiterhin möchte ich auf die Information “Der Kleine Beutenkäfer - Aethina tumida” vom Friedrich-Löffler-Institut aufmerksam machen. Unter FLI-Zusatzinfo habe ich die Version mit dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg verlinkt.


    Zur trügerischen Hoffnung, dass es ihm bei uns zu kalt sei, verweise ich auf folgenden Abschnitt der eben benannten Information: “Könnte sich der Kleine Beutenkäfer in den Lebensräumen Mitteleuropas etablieren?” unter “2. Der Kleine Beutenkäfer – eine Bedrohung für die Bienenzucht in Europa?”

  • Nachdem ich nun alle Tabellen und Karten durchgesehen habe, stimmt, auf Sizilien ist auch ein positives Vorkommen verzeichnet. Und ich glaube, ich habe die Bedeutung von "nuclei sentinella" nicht voll erfasst, vielleicht kann das jemand aufklären?


    Gut, ich bin auch dafür, dass sich die Frage keiner stellen muss. Für mich selber sieht es auch in diesem Jahr wieder so aus. Habe keine Verluste und Völker anzubieten. Nur wenn ich ausserhalb des Imkerforums schaue, habe ich doch einige Berichte von verstorbenen Völkern gehört. Da bin ich auch dafür, sich über die Arbeitsweise und die Varroabehandlung Gedanken zu machen.


    Nur zu sagen Kunstschwarm aus Italien ist Import vom Beutenkäfer ist sachlich nicht okay.


    Beste Grüße

  • Nur zu sagen Kunstschwarm aus Italien ist Import vom Beutenkäfer ist sachlich nicht okay.


    Beste Grüße

    Das mag sein.

    Dann sollte man aber wenigstens sagen, dass es risikobehaftet ist. Und das ist es nicht wert.

    Es gibt, wie oben beschrieben, genügend Völker mit Brut im Angebot. Oder etwas später dann Ableger.

    Vom Bienenleid vieler Kunstschwärme mal ganz abgesehen:(

  • Also fasse ich meine Einschätzung zusammen: Kl. Beutenkäfer in Italien seit 2014 erfolgreich zurückgedrängt, keine Ausbreitung in Italien. Nach wie vor einzelnes Auftreten in Calabrien, auf Sizilien in 2019 nicht gefunden worden. Das Gebiet wird überwacht, die Imkereien werden kontrolliert, es gibt Sperrzonen.

    (...)

    Mit der Einschätzung befindest Du Dich in guter Gesellschaft mit Binder, Bodner.... und all den Mitläufern, die sich an schattigen Autobahnraststätten die Taschen vollmachen. Die argumentieren ähnlich. Und wie wichtig das für die Wirtschaft vor Ort sein! (Und die eigene).

    Zitat

    "Ausland also gefährlich!" ist das eigentliche ein Gedanke, der irgenwie an Hetze erinnert?

    Nicht das Ausland ist gefährlich, sondern der KBK, und deswegen importiert man vielleicht besser keine Bienen aus einer Gegend, wo der auftritt/ vor kurzem aufgetreten ist. Wozu auch? Es gibt genug Bienen hier und im eigenen und dem Interesse der Kollegen läßt man bitte die Finger von KS aus Italien, deren Handelswege undurchsichtig und deren Zertifikate das Papier nicht wert sind, auf das sie Copy & Paste gedruckt sind. Da können Binder & Co noch so jammern, schimpfen & flehen. Keine Sorge, der macht, wenn der Käfer denn dann da ist, eh als erster sein Geld mit Kursen und Zeitungsbeiträgen 'Erfolgreich Imkern mit dem Käfer'....


    Finger weg von KS aus Italien und skrupellosen Geschäftemachern. Bienenkauf ist Vertrauenssache! Schaut Euch die Bienen und den Imker an. Kauft keine Bienen bei Händlern!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich habe den Binder letztes Jahr dazu interviewen wollen, wie er das macht.

    Es fing auch ganz unverfänglich und nett an, und er war am Anfang bereit, Fragen zu beantworten. Als meine Nachfragen dann etwas konkreter wurden, war ganz schnell Schluss mit lustig.


    Es geht um wirtschaftliche Interessen, aber null um die Bienen.

    Er hat offen zugegeben, dass er in D. nicht wirtschaftlich genug Bienen produzieren kann. Deswegen kauft er in Italien und verkauft in D - und zwar ausschließlich aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten!


    Überspitzt könnte man auch sagen: Dem sind die Bienen Sch***-egal, der muss Rechnungen bezahlen, und entsprechend agiert der auch.


    Und jetzt kann sich jeder selber einen Reim darauf machen, wie man es mit seinen sonstigen Geschäftsfeldern hält, ob es dabei um die Bienen, oder die Geldbörse des Imkers geht, die es zu erleichtern geht - da mag sich jeder ein eigenes Urteil bilden.


    Ich für mich hoffe, dass ich irgendwann von Bienen so viel verstanden haben werde, dass ich Scharlatanerie von Fachkunde unterscheiden kann.