Zweizargig Erlanger - Vorbereitung auf erste Durchsicht

  • Hallo zusammen,


    ich habe im letzten Jahr von einem Altimker - der aus gesundheitlichen Gründen aufhören muss - zwei Völker auf Erlanger Zarge übernommen.


    Die Völker habe ich auf zwei Zargen eingewintert. Bei der OS Behandlung im Dezember habe ich schon gesehen, dass das Volk oben sitzt. Bei einem ersten Blick unter den Deckel durch die Folie hat sich das vor kurzem noch mal bestätigt. Durchgesehen habe ich die Völker noch nicht, aber ich mache mir schon mal Gedanken, was bei der ersten Durchsicht auf mich zukommen kann.


    Ich gehe davon aus, das in der unteren Zarge nur wenig Bienen sind und das Brutnest oben sitzt. Der Vorteil wäre, das in der unteren Zarge überwiegend alte dunkle Waben hängen - die will ich ja eh raus haben. Was sollte ich dann bei der Durchsicht machen? Obere Zarge auf den Boden setzen und unter Zarge raus - und wenn es dann los geht oben mit einer Zarge mit Leerwaben und Mittelwänden erweitern? Ich habe noch nicht so viele Leerwaben. Ich müsste also mehr Mittelwände geben.


    Was wenn unten in der alten Zarge noch Futter ist? Trotzdem raus? Bekommt man die Bienen dazu, das Futter umzutragen? Ein paar Leerwaben hätte ich ja.


    Wie macht Ihr das bei zweizargiger Überwinterung?


    VG

    Martin

  • Lehrmeinung wäre, dass du die untere Zarge entfernst, den oberen Raum auf den Boden setzt (Gelegenheit zum auskehren nutzen) und nach oben erweiterst, also wenn du zweizargig weitermachen willst mit einem zweiten Brutraum und dann darauf als drittes den Honigraum, wenn es Zeit für den Honigraum wird.


    Meine Erfahrung mit Zander sagt, dass es bei mir so nie gut geklappt hat, weil die Bienen dann den Brutraum oben ausbauen und dabei einen schönen Futterkranz anlegen. Über den Futterkranz gehen sie dann nicht gerne in den Honigraum, vor allem wenn man dort auch nur Mittelwände geben kann.

    Falls du also so erweiterst, musst du unbedingt als Anreiz für den Honigraum auch einen Kern ausgebaute Waben aufsparen. Sonst gehen sie nicht rauf, bauen dort nicht aus und lagern im Brautraum so lange Honig ein, bis sie davon in Schwarmstimmung kommen.


    Noch besser ging bei mir sofort einen Honigraum auf den einen Brutraum zu setzen und dann einzargig durch den Sommer. Der untere Honigraum darf dann allerdings nicht geschleudert werden, weil die Bienen sonst kaum Vorrat haben. Die Pollenvorräte sind dann auch da drin. Ich habe dann zum Einfüttern diesen als oberen Brutraum freigegeben und beim Einfüttern haben sie dann dort eingelagert. Im Winter haben sie sich dann nach oben gefressen und im nächsten Jahr habe ich den unteren Raum wieder entfernt...

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Zweizargig überwintern sollten die Völker, welche die erforderliche Stärke haben. Wenn das nach dem Winter noch der Fall ist, kann man keine Zarge wegnehmen. Andernfalls schon.

  • Ich gehe davon aus, das in der unteren Zarge nur wenig Bienen sind und das Brutnest oben sitzt.

    Dann kannst Du die untere Zarge entfernen.

    Obere Zarge auf den Boden setzen und unter Zarge raus

    Genau so

    wenn es dann los geht oben mit einer Zarge mit Leerwaben und Mittelwänden erweitern? Ich habe noch nicht so viele Leerwaben. Ich müsste also mehr Mittelwände geben.

    Das ist dann nicht wirklich ein Problem. Amape hat Dir dan richtigen Tipp schon gegeben:

    Falls du also so erweiterst, musst du unbedingt als Anreiz für den Honigraum auch einen Kern ausgebaute Waben aufsparen. Sonst gehen sie nicht rauf, bauen dort nicht aus und lagern im Brautraum so lange Honig ein, bis sie davon in Schwarmstimmung kommen.


    Noch besser ging bei mir sofort einen Honigraum auf den einen Brutraum zu setzen und dann einzargig durch den Sommer.

    Die Futterfrage ist in jedem Frühjahr kniffelig zu beantworten. Es hängt vom Bruteinschlag im Winter ab und der Entwicklungsmöglichkeit, den wirklichen Kälteperioden oder der Situation eines milden Winters.

    Was wenn unten in der alten Zarge noch Futter ist?

    Dann kannst Du das Futter für Ableger aufbewahren, es sollten dann keine Kotspritzer oder Schimmelecken drauf sein. Wenn die Bienen, wie im Moment bei Dir, in der oberen Zarge sitzen, ist es wichtig, dass dort genug Futter ist. So viel kommt an Nektar im März nicht in die Völker, dass sich die Bienen bei hoher Brutversorgung und meist nicht mehr ganz so hoher Sammlerinnenpopulation versorgen können. Schau einfach beim Entfernen der unteren Zarge, wie die Futterversorgung in der oberen ist. Sollten unten noch Futterwaben sein, kannst Du sie in die obere Zarge hängen. Eventuell kannst Du aus der oberen halbvolle oder angeschimmelte Waben gegen volle, saubere aus der unteren Zarge austauschen.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Hallo, ich imkere auch mit der Erlanger. Es wurde schon alles richtig geschrieben. Ergänzend noch, untere Zarge wegnehmen. Ehe ein Honigkranz über dem Brutnest entsteht, sollte man das ASG auflegen und wenn vorhanden eine Halbzarge mit ausgebauten Waben aufsetzten, MW höchstens im Randbereich. Später wenn genug Baubienen da sind auch mehrere MW in weiteren HR. Wenn der eine BR gut voll ist, setze ich einen weiteren BR mit MW unter, also auf das Bodenbrett. So komme ich entspannt ohne Schwärme durch's Bienenjahr.

    VG Stefan