Offener Brief an den D.I.B. zur erneuten Aktion Blütenhonig im Imker Honigglas ALDI-Süd

  • Ich versuchte dir zu erklären, dass das Sonderangebot sich nicht auswirkt. Am Titisee wird der Tannenhonig im DIB-Glas für 11,50 verkauft. Daneben steht ein 2 1/2kg Eimerchen für 7,50. Das Problem ist doch, dass die Imker zu billig verkaufen (müssen?).


    Remstalimker

    Natürlich wirkt es sich aus, nichts verinnerlicht der deutsche Konsument so schnell, gründlich und nachhaltig, wie Preise beim Discounter. Und da reicht die angestaubte Marktpenetration des DIB leider so gar nicht, um dem kleinen Imkerlein vor Ort, den Absatz zu erleichtern, so dass er tatsächlich gezwungen ist, zu billig zu verkaufen.

    Titisee, Neuschwanstein etc. sind wohl als Beispiel eher weniger geeignet. In der Nähe von Letztgenanntem gehen sogar unetikettierte Glaser für 8 € übern Tresen (selber gesehen). Dem Touri sitzt das Geld im Allgemeinen lockerer und 2 1/2 Kilo Eimer als Souvernir wäre mir auch zu viel.:S

    Ich bin ein Gefangener des Marktes. Ich habe schon Etiketten gekauft für Neutralgläser aber der Rücklauf der DIBgläser funktioniert so gut, dass ich immer mehr auf Lager habe. Spricht das für oder gegen mich?


    Remstalimker

    Dafür oder Dagegen, drunter machens die Imker nicht.;) Hier in der Gegend gibt es mittlerweile etablierte Imker, die zweigleisig fahren. DIB und Neutral. Warum nur?

    DIB Gläser habe ich auch immer wieder im Lager und niemand der DIB Glas Nutzerfraktion möchte die geschenkt. Jeder winkt ab, mit den Worten, davon habe er reichlich.

  • Hallo in die Runde,


    ich arbeite seit 25 Jahren im Handel. Wenn ein etabliertes Produkt von einem anderen Lieferanten optisch und qualitativ gleichwertig, jedoch günstiger, angeboten wird, tritt überwiegend der Kapitalismus in Kraft.


    mitfühlende Grüße

    Bernd

  • Es gibt den Massengedanken und das entsprechende Geschäft dazu. Da geht es dann nicht um Träume und schöne Etiketten, nicht um tolle Worte oder um das Produkt. Da zählt einfach nur die Marge!

    "Ist der Handel noch so klein, er bringt doch mehr als Arbeit ein", ist ja so ein Spruch der nicht einfach so da ist. Bei 25 Tonnen Honig ist ein Einkaufspreis um allein -2% Skonto schon eine (kleine) Hausnummer, die noch nach der Preisverhandlung so eben festgesetzt wird. Wenn man das will und kann, dann ist man mittendrin im Turbo-Kapitalismus.

    Das andere ist dann das "restliche Feld" der Kundschaft und da gibt es durchaus viel zu machen! Denkt mal an die Äpfel mit den aufgelaserten Namen, die es mittlerweile gibt für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern, etc. Klar ist das mehr Aufwand aber auch mehr Individualität - auch beim Erlös, der im Regelfall hoch geht. Besagter Apfel kostet pro Stück mehr als normal 1 Kilogramm...

    Das "Entschleunigen", das "Zurückfinden zu alten Traditionen" usw., das sind, denke ich, gute Chancen auch für eben Honigverkauf..

    Mit erfinderischen Grüßen für neue Absatzmärkte, Rudi

  • Wenn man die Entfernung nach Mexico,China oder Brasilien betrachtet ist Meißen schon Regional. Das gilt selbst noch für Griechenland oder die Türkei. 8)

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk