Offener Brief an den D.I.B. zur erneuten Aktion Blütenhonig im Imker Honigglas ALDI-Süd

  • Hallo, wir sind doch selbst Schuld an unsere Dumpingpreise. Habe gerade bei einem Königinnenzüchter geschaut, das Glas Blütenhonig 6.49 alles gut, wenn ich aber 12 nehme , dann nur noch3,99€.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Hallo Zusammen,

    der DIB hat nur sehr wenige Mitglieder. Mitglieder sind ausschließlich die Imkerlandesverbände.

    Ansprechpartner für die Änderung der Nutzung des DIB-Glases sind daher die Landesverbände.

    Das geht über Anträge an den LV, der dann sofern der LV eine solcher Änderung untersützt, auf der Vertreterversammlung des DIB einen entsprechneden Antrag stellen kann.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Weil du die Signalwirkung und den mit solchen Aktionen verbundenen Imageverlust ganz allgemein für Honig und die verheerende Wirkung auf seinen Preis niedriger einschätzt (in meinen Augen: unterschätzt).

    Es ist ein Unterschied, ob Imker Heinz seine 1000 Gläser "Heinz's Honig" so verkauft oder ob mehrere Millionen potenzieller Kunden mitbekommen, dass der famose "DIB-Honig" und damit "der deutsche Imkerhonig" vermeintlich gar nicht so teuer sein muss.


    Aber klar, wer nur noch bis zum Lebensende seinen schon vorhandene Stammkundschaft bedienen will, hat damit kein Problem.

    Wer aber noch wächst oder wer ständig um neue Jungimker bemüht ist, dem sollte nicht egal sein, ob das Umfeld faire Preise fördert oder hemmt.

  • Tja, bei einem Anderen Discounter gibt es diese Woche sogar 1kg. Imker Honig des Abfüllers B....

    Für 6€. Was da wohl beim Produzenten bleibt?


    Ich bin deshalb froh klein zu sein, Stammkunden mein eigen zu nennen und mir im Neutralglas mit eigenem Etikett meine eigene Marke aufgebaut zu haben.

    Der DiB ist als Dachverband ganz recht, aber wenn ich das Einheisglas benutzte kann ich mich vom Wettbewerber kaum unterscheiden. Das hat mich bereits zu Anfang aufgeregt und habe dann beschlossen mein eigenes Ding zu machen.

    Deshalb rege ich mich auch nicht mehr über solche Aktionen auf.

    Es hat zwar etwas gedauert, aber der Absatz ist jetzt so, das er mit der Erzeugung Schritt hält.

    Deshalb nicht meckern, sondern seine eigene Marke aufbauen.

    Mit sonnigen grüssen

    Michael

  • Bei allem verständlichem, nicht jedoch zwangsläufig berechtigtem Schimpfen auf diese Aldi-Preise (die so "dumpig" gar nicht sind) sollte sich klar vor Augen gehalten werden, ob bzw. was der DIB gegen diese Aktion rechtlich unternehmen kann. So, wie ich es bislang wahrnahm, nichts. So gesehen, macht der DIB dann das beste aus der Situation, nämlich sie schönzureden.

    Also wenn du die Preise im Segment Honig bei Aldi als "nicht so dumpig" empfindest, würde mich doch mal interessieren, wo da bei dir der Dummpingpreis anfängt.

    Im Deutschen Bienenjournal wurde mal (ca. 2018) ein Ankaufspreis von 2€/kg (!) moniert, m.E. zurecht. An Näheres kann ich mich nicht mehr erinnern, aber an diese grundsätzliche Unverschämtheit schon. Der Preis rangiert bei mir zwischen Witz und Frechheit. Eine feste Grenze, ab wann es aus meiner Sicht "dumpt", vermag ich nicht zu nennen ("Fuzzy").


    Was Aldi erfolgreich verlangt, kann auch ich privat erzielen, und noch mehr, weshalb mich Aldi damit nicht ärgert (lebe zudem auf der Nordseite des Aldi-Globus'), nur ist der Honig meiner Immen aromatischer als der gepanschte in den Einkaufszentren. Zugegeben, wer davon leben muß, sieht das natürlich angespannter, doch so funktioniert nunmal dieses insgesamt doch sehr leistungsfähige hiesige Wirtschaftssystem.

  • Ich bin ein bisschen Neidisch auf die im Süden und hoffe die Aktion wird auch bald im Norden angeboten. 30 Gläser deutscher Honig zum anfüttern (hoffentlich wirklich lecker), das ist doch nur ein Tropfen... und dann müssen die neu gewonnenen Fans mal schauen, was es evtl. auch in der Nähe so gibt.

    Auch das Imker - Einstiegs - Set dürfte das Interesse an regionalem Honig eher fördern, denn die meisten Leute sehen es, kaufen es aber nicht. Aber die meisten werden es gut finden, das Bienen "retten" so unterstütz wird und wollen dann vielleicht auch wenigstens die "Bienenretter" unterstützen... für den regionalen Honigverkauf dürfte das alles eher förderlich sein, egal in welchem Glas.

  • Man bedenke, dass es sich um den gleichen Abfüller handelt, der das Aldi-Angebot beliefert und der in anderen Märkten für einen erheblich höheren Verkaufspreis vermarktet.

    Er schadet sich also selber mit der Aktion?


    Außerdem finde ich es seltsam, dass die Hochpreisverkäufer hier mit dem tollen Absatz auch nur sehr schwer dazu zu bewegen sind, mehr als 5 Euro pro Kilo zu bezahlen, vom Imkerkollegen wohlgemerkt. Im Imkermarkt zum Beispiel.


    Wenn dieser Abfüller für 5 Euro das Kilo einkaufen würde, hätte er bei der Aldiaktion sicher trotzdem noch eine Top-Marge. Und zusätzlich Werbung gemacht für die anderen teuren Gläser in anderen Supermarktregalen.

    Die Argumentation des DIB ist gar nicht so schlecht und nur schwer von der Hand zu weisen.

    Das Problem ist, dass der Endverbraucher mit dem DIB-Glas Regionalität verbindet und den kleinen Imker in der Nähe. Dieses Image geht damit zweifelsohne kaputt.


    Das Grundproblem liegt darin, dass wir in Deutschland zuviel Honig produzieren, der hochpreisig verkauft werden kann. Auch wenn das viele nicht glauben wollen.

  • Man bedenke, dass es sich um den gleichen Abfüller handelt, der das Aldi-Angebot beliefert und der in anderen Märkten für einen erheblich höheren Verkaufspreis vermarktet.

    Auf dem Etikett der ab 5.3. beworbenen Aktionsware steht der gleiche Abfüller dem auch die Marken Langnese, Biophar, Bihophar, und Dr. Krieger's gehören.

    Das Problem ist, dass der Endverbraucher mit dem DIB-Glas Regionalität verbindet und den kleinen Imker in der Nähe. Dieses Image geht damit zweifelsohne kaputt.

    Wenn der größte Abfüller Deutschlands alle Möglichkeiten des DIB-Etiketts nutzt... dann kann das für Imker und Kunden schon desillusionierend sein.

    30 Gläser deutscher Honig zum anfüttern (hoffentlich wirklich lecker), das ist doch nur ein Tropfen... und dann müssen die neu gewonnenen Fans mal schauen, was es evtl. auch in der Nähe so gibt.

    Bei der Aktion sind Profis am Werk. - Wenn es für beide Seiten zufriedenstellend abläuft, und beide Seiten es wollen, dann findet DIB-Honig auch den Weg ins dauerhafte Sortiment.


    Vor einem Jahr hat man es sich auch nur schwer vorstellen können, dass Lidl und Bioland zusammen passen, aber es läuft.

  • "Biophar" ist wohl nur eine (unzutreffende) Assoziation, mit der Bihophar (bewußt?) arbeitet.

    Mit Bio im Namen darf man ab 2006 in der EU nur noch Bioprodukte verkaufen. - Deshalb gibt's seither auch Bihophar.


    https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrsten-Reform

    Zitat

    Bis Juni 2006 galt eine Übergangsverordnung zur EU-Öko-Verordnung, nach der Unternehmen, welche in ihrem Namen den Bestandteil „Bio“ führten, bei ausdrücklichem Packungshinweis auch noch konventionell erzeugte Produkte verkaufen durften. Seit Fristablauf ist unter dem Namen „Biophar“ ein Verkauf von konventionell erzeugtem Honig nicht mehr erlaubt, weshalb mittlerweile mit ähnlichem Logo auch eine Marke Bihophar existiert.