7 Völker nach Todesfall übernommen- bitte um Unterstützung

  • Hallo liebes Forum,

    Ich wende mich an euch, da ich von meinem Papa 7 Bienenvölker übernommen habe und blutiger Anfänger bin. Meinem Papa ist sehr viel an den Bienen gelegen, weshalb ich es nicht übers Herz bringe sie herzugeben. Leider ist er sehr unvorbereitet gestorben, weswegen ich wenig von ihm lernen konnte und seitdem versuche mir alles anzulesen, aber natürlich sehr viele Fragen habe...


    Wir haben 7 Völker, alle zweizargig, die jetzt schon fleißig am Fliegen sind. Ich bin seit ein paar Wochen immer wieder am Wiegen (Federwage) und habe nun folgende Restfuttermengen ausgerechnet:

    Standort 1 (2Völker:):

    1. 13,68kg

    2. 11,7kg


    Standort 2:

    3. 7kg. (50gr mehr als vor 2 Wochen?)

    4. 4,91kg. (1,26kg weniger als vor 2W)

    5. 3.2kg. (2,14kg weniger als vor 2W!)

    6. 4,3kg. (1,6kg weniger in 2 Wochen)

    7. 3,27kg. (2,17 kg weniger)


    Dies erscheint mir zum Großteil als sehr gering und auch eine schnelle Abnahme, sodass ich am erwägen bin ob und vor allem wie ich nun notfüttern sollte?

    Ich hätte von meinem Vater noch 25l Apiinvert zur Verfügung...


    Könntet ihr mir weiterhelfen?


    Ich habe noch keine Durchsicht der Völker gemacht, nur von außen beobachtet und festgestellt, dass fleißig Pollen eingetragen werden. Bei einem Volk habe ich durch das flugloch gesehen, dass dort waben nach unten erweitert wurden. (Siehe Foto) Worauf deutet das hin?


    Entschuldigt mein Unwissen, ich versuche mich grad schnell alles anzueignen... und bin dabei für jegliche Unterstützung dankbar!

  • Hallo Katha, herzlich willkommen!

    Erstmal mein ausdrückliches Beileid, auch mein Vater ist vorletztes Jahr verstorben und hat mir die Liebe zu den Bienen sozusagen vererbt.

    Du kannst UNGEFÄHR davon ausgehen, dass ein Volk im März und April jeweils 4 kg Futter verbraucht. Plus dem was so jetzt für den Rest des Februars anfällt, muss ein Volk jetzt ca 9 kg noch drin haben. Später Futterwaben entnehmen, weil sie nicht verbraucht wurden, geht immer. Woher kommst Du?

    Du kannst in deinem Profil mal deine Wohngegend eintragen, dann kann man auch besser abschätzen, wie es klimatisch bei Dir aussieht.

    Nachfüttern würde ich jetzt mit Futterteig, sofern die Werte stimmen.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Da folgt dann auch gleich meine nächste Frage: Woher weißt du genau, wieviel Futter in den Völkern ist? Hat dein Vater die einzelnen Beutenteile gewogen und ihr Gewicht notiert?

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Das Erweitern der Waben nach unten durch die Bienen nennt sich Wildbau und ist um diese Jahreszeit meiner Meinung nach am ehesten der Genetik zuzuschreiben. Später im Jahr machen die Völker das auch gerne, weil sie der Meinung sind, dass sie zu wenig Platz haben. Einige haben die Erfahrung, dass dieser Wildbau auch sehr oft in hohen Gitterböden gebaut wird. Diese Erfahrung habe ich nur selten gemacht, und ich habe nur hohe Gitterböden.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • War dein Vater im Verein? Oder gibt es befreundete Imker in der Nähe?

    Unabhängig von den Tipps hier - welche meist sehr gut sind, würde jemand vor Ort Sinn machen, der dich zu Beginn unterstützt.

    Jemand vor Ort mit Erfahrung kann die Lage im Zweifel besser einschätzen, als eine Gruppe von Imkern die sich nur auf deine hier zur Verfügung gestellten Informationen berufen kann.

  • hallo, vielen dank für die schnellen Antworten.

    Ja genau, er konnte mir noch sagen, wieviel ich von dem Gesamtgewicht abziehen muss. Das hatte er schon genau ausgerechnet gehabt. Gewogen habe ich jeweils vorne und hinten mit einer Kofferwaage, beide Werte addiert und mit dem "Rohgewicht" verglichen.


    Ich komme aus Süddeutschland aus der Ortenau. Bei uns gibt es viele Kirschblüten, die dieses Jahr bestimmt auch früher schon blühen. Es war den ganzen Februar hier sehr mild. Auch jetzt sind es noch über 14Grad.


    Ihr empfehlt beide Futterteig. Das Flüssigfutter das ich noch vorrätig habe eignet sich nicht?


    Liebe Grüße und Dankeschön

  • Falls Futterteig nicht so schnell verfügbar ist, hilft eigener Honig oder vom Nachbarimker mit gesunden Völkern. Diesen bei 40 °C im Wasserbad verflüssigen, in 2 L Zipp-Beutel abfüllen und vor dem Auflegen mit kleinem Nagel auf der bienenzugewandten Seite perforieren. Direkt über dem Bienensitz aufgelegt, nehmen die das rasch ab (<1Woche). Dann wiederholen bzw. mit Futterteig Fütterung fortsetzen.

  • Hallo Katha,

    die Ortenau ist eine der mit Imkern und Bienen am dichtesten besiedelten Gegend BW. Da sollte es Dir möchlich sein einen Imker/Imkerin zu finden der Dir jetzt schnell zur Hand geht und "Erste Hilfe" leisten kann.

    Der zu sehende Wildbau im Bodenbereich ist ziemlich sicher nicht neu sonder wurde sehr wahrscheinlich im letzten Jahr errichtet. Ich würde jetzt noch nichts daran ändern, frühestens bei der ersten Durchsicht im Frühjahr.

    Gruß Eisvogeö

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ich habe noch keine Durchsicht der Völker gemacht, nur von außen beobachtet und festgestellt, dass fleißig Pollen eingetragen werden.

    Durchsicht hielte ich auch für verfrüht - was nützt es, jetzt zu wissen, ob überall alles beim rechten ist - doch der Polleneintrag ist an sich ein gutes Zeichen, nämlich ein Indikator für Brut. Ob jetzt allerdings auch schon die Gefahr der Drohnenbrütigkeit besteht, weiß ich nicht. I.d.R. ist es aber Weiselbrut.


    Ansonsten kann ich nur den Rat unterstreichen, sich möglichst rasch einen kompetenten und motivierten Imkerpaten sich zu suchen.

  • Hallo Katha,

    Dein Vater war mit großer Sicherheit in einem Imkerverein organisiert. Eventuell wissen die noch nicht vom Tod Deines Vaters und das Du Dich mit dem Gedanken trägst, seine Imkerei fort zu führen.

    Über den Verein gibt es viele Möglichkeiten, Dir in dieser Situation zu helfen. Zum Beispiel kann man vorerst alle oder einen Teil der Völker in Pflege geben, quasi vermieten. Zumindest bis Du Dir völlig im Klaren bist welcher Weg für Dich in Frage kommt, ob (vorerst) mit oder ohne Bienen. Auch ein sofortiger oder späterer (Teil-)Verkauf der Völker bzw. des Equipments lässt sich deutlich stressfreier in einem Verein regeln. Auch ein Pate lässt sich bestimmt viel einfacher und sicherer im Verein Deines Vaters finden. Solche und ähnliche Fälle finden in Vereinen häufiger statt als man gemeinhin vermutet.