Anfänger Frage: Arbeit mit Schied

  • tobeekeeping , genau das sind meine Erfahrungen auch. Der einzige Unterschied, und das ist mglw. eine "Feinheit" des Schied setzens", ist die "dynamische versus der statischen" Praxis. Die Auswirkungen sind exakt die Gleichen - unabhängig von Unterrasse Buckfast, Carnica, Elgon oder Mixe davon. Ursprünglich zur Eindämmung des Schwärmens begonnen, möchte ich diese Betriebsweise aufgrund der Vorteile nicht mehr missen, weil es so einfach ist und es dem Bien wohl entgegenkommt.

  • Wozu den Bienen mit Großwaben erst einen Riesenbrutraum anbieten, um diesen dann mit Schieden wieder künstlich zu verkleinern? Das ist widersinnig!


    Ich fand bis heute nirgendwo eine plausible Auflösung dieses Widerspruches. Ja, mehr Honig nach oben zu zwingen, das ist natürlich zu erfahren, doch, wie gesagt, dann kann man doch gleich den Brutraum kleiner dimensionieren


    Meine Bienenvölker entwickeln sich in 1,5-DNM- und Dadant-US-Brutzargen auch ohne Schiede prächtig. Auf diese ständigen Störungen können meine Bienen und ich gern verzichten.

  • Wozu den Bienen mit Großwaben erst einen Riesenbrutraum anbieten, um diesen dann mit Schieden wieder künstlich zu verkleinern? Das ist widersinnig!


    Ich fand bis heute nirgendwo eine plausible Auflösung dieses Widerspruches.

    Du hast die letzten Beiträge hier aber schon gelesen und verstanden, oder? Allein hier sind ja bereits einige Gründe genannt.

  • "Es ist der Geist der stets verneint"

    Stöckchen...

    Ergänzend für den TO:
    Neben den bienischen Vorteilen von höheren Waben gibt es noch imkerliche Gründe für "Großwaben" (Dadant, Zadant, Zander-1,5, DNM-1,5): Die Einfütterung für den Winter ist mit kleinen Wabenmaßen wie DNM oder Zander fehlerträchtiger wie mit "Großwaben".
    Die Durchsichten gehen bei Schied-Betriebsweisen schneller, weil weniger Waben zu ziehen sind - das ist (fast) unabhängig vom Wabenmaß.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von RalfK () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Da gibt es ein schönes Lied von Kerstin Ott von einer die immer lacht.

    Ob man das umschreibt, für einen der immer widerspricht?
    Die ganzen Beiträge sind fast alle für die Tonne! Es kommt immer eine Verneinung und zeigt all zu oft das das eigentliche Thema nicht verstanden wurde, man auch nicht bereit ist sich damit auseinander zu setzen. So kommt es leider oft zu Falschaussagen und ich bin am überlegen den Freizeitimker auf moderiert zu setzen. Ich moderiere dann in meiner Freizeit, so als Freizeitmoderator der immer nein sagt...

    Höher spring ich jetzt mal nicht ;-)

    Beste Grüße

    Hartmut


  • Ich fand bis heute nirgendwo eine plausible Auflösung dieses Widerspruches. Ja, mehr Honig nach oben zu zwingen, das ist natürlich zu erfahren, doch, wie gesagt, dann kann man doch gleich den Brutraum kleiner dimensionieren

    1. Bei der dynamischen Variante, kannst du den Brutraum dem Bien anpassen im entsprechenden Zyklus und hast keinen Statischen Raum. Genau das ist ja ein Vorteil aus meiner Sicht.

    2. Hast du einen Freiraum hinter dem Schied für die Flugbienen, was die Schwarmlust dämpft.

    3. Hast du als Imker einen gewissen Freiraum was dir das arbeiten an den Völkern erleichtert.


    Für mich ist das plasibel, aber muss nicht jeder so sehen und versteh ich auch. Aber auf die Art habe ich hinter dem Schied einen Raum wo ich nur schnell das Schied zur Seite ziehe und anschließend Scheibe für Scheibe das Brutfeld mir anschauen kann - also ich ziehe die Waben zunächst von einer Seite auseinander und reiße sie nicht komplett aus dem Volk. Ich find das meist sehr viel angenehmer als bei einem vollen Brutraum die Rähmchen erst einmal lockern zu müssen und evt. die Bienen mehr zu quetschen. Mir persönlich kommt mir die Variante viel schonender vor, als wenn ich 10-12 Rähmchen drin habe und hier erstmal schauen muss, dass ich nix quetsche. Vorallem ist bei meinen Liebig DNM Beuten der Platz sehr knapp kalkuliert. Wenn ich da dicke DNM mod. Rähmchen einsetze wirds echt eng und ich muss jedes Mal enorm aufpassen beim rausziehen der Rähmchen.


  • Ich fand bis heute nirgendwo eine plausible Auflösung dieses Widerspruches. Ja, mehr Honig nach oben zu zwingen, das ist natürlich zu erfahren, doch, wie gesagt, dann kann man doch gleich den Brutraum kleiner dimensionieren

    1. Bei der dynamischen Variante, kannst du den Brutraum dem Bien anpassen im entsprechenden Zyklus und hast keinen Statischen Raum. Genau das ist ja ein Vorteil aus meiner Sicht.

    2. Hast du einen Freiraum hinter dem Schied für die Flugbienen, was die Schwarmlust dämpft.

    3. Hast du als Imker einen gewissen Freiraum was dir das arbeiten an den Völkern erleichtert.

    tobeekeeping , das wurde doch alles schon rauf und runter diskutiert hier im IF. Und der "Imker in Freizeit" hat's doch auch gelesen. Ob er die multiplen Effekte verstanden hat, bezweifle ich. Insbesondere die Schwarmlenkungsoptionen scheinen gar nicht erfasst worden zu sein, als da wären Nektartransport durchs Brutnest und dessen Auswirkungen auf dessen Kompaktheit - insbesonders bei Massentrachten, Einfluss der Pheromonverteilung in kompartimentiertem Bereich, Funktion der el.magn. Ladungsverteilung im Stock, konstante hohe Brutnesttemperatur und dessen Auswirkung auf Bien / Milb usw.


    Jeder mache seine Erfahrung - hoffentlich nicht zum Leid der Bienen.

  • Für jene, welche Denksport betreiben wollen, bevor Sie wiedersprechen:

    Sagen wir, eine Königin legt am Tag in guten Zeiten 2.000 bis 2.500 Eier am Tag.

    Wieviel Zellen sind dann, nach 21 Tagen Brutdauer belegt?

    Da die Königin nicht mehr legt, legen kann, werden die Übrigen Zellen im Brutraum für "anderes" verwendet.

    Ist dies Honig, wird dieser weggeräumt werden, oder in Kürze gefressen sein.

    Ist das Pollen bleibt dieser, da dieser nicht umgetragen wird.

    Sorgt man also im Brutbereiche für eine, "nur" ausreichende Menge an zu bebrütenden Zellen, wird dort" nur" gebrütet werden.

    Mit dem Effekt dass der Honig hinaufkommt, der Pollen an den Rand, oder auch nach oben, das Brutnest derart Kompakt wird, leichter zu wärmen ist, die Pherhormone im kompakten besser wirken, etc. Etc., also die Brutpflege eine bessere wird, das Brutnestkleinklima intensiviert wird.

    In der Folge der Stress reduziert wird, etc. Etc.

    Ob das nun eine Kleinraumbeute, ohne Schied, eine Großraum Beute mit Schied, oder eine Baumhöhle ist, ist dem Bien egal.

    Wir wollen Honig und der Kompakter Brutraum sorgt dafür, mit dem Nebeneffekt, dass man diesen selten "Anfassen muss", was wiederum Stress reduziert, etc. Etc.

    Wer gerne Rähmchen schiebt, soll das tun.

    Wer Schwarmimkert genauso.

    Wer Brut Waben mit Weisel oder Nachschaffungszellen zu Völkern vermehren möchte, soll dies auch tun.

    Wer Imkern für schnelle betreiben möchte, der Schieden halt.

    Drei Waben sind schneller kontrolliert als sieben, oder?


    Das ganze hat etwas mit ein wenig Mathematik, Physik und Chemieverständniss, in Korrelation gesehen zu werden, dann wird es Logischer.

    Wiewohl auch ein Fachkurs hilft, ein paar normale Anfängerfehler nicht zu machen, welche wohl dazugehören.

    Tatsächlich legt eine Königin eine begrenzte Zahl an Eiern.

    Warum soll dann der Brutraum größer sein?

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Ob er die multiplen Effekte verstanden hat, bezweifle ich. Insbesondere die Schwarmlenkungsoptionen scheinen gar nicht erfasst worden zu sein, als da wären Nektartransport durchs Brutnest und dessen Auswirkungen auf dessen Kompaktheit - insbesonders bei Massentrachten, Einfluss der Pheromonverteilung in kompartimentiertem Bereich, Funktion der el.magn. Ladungsverteilung im Stock, konstante hohe Brutnesttemperatur und dessen Auswirkung auf Bien / Milb usw.

    ... interessant wäre ja mal ne Untersuchung der Ursachen einer möglichen Senkung der Schwarmlust durchs Schieden bzw. zunächst überhaupt mal ein Nachweis dessen (gibt es da Forschung?). Theorien zur Ursache gibt es ja zu genüge. Am überzeugensten finde ich die Pollentheorie nach Beer (Pheromonverteilung) und die Theorie, nachdem die Abtrennung des Brutnestes von den Sammlerinnen solche Effekte zeigt. Weniger überzeugen mich die Brutnesttemperatur (woher kommen die Zahlen zur Langlebigkeit, aus dem Labor?) und Ladungsverteilung (was war das noch genau? Ich habs unter 'Quatsch' abgespeichert und vergessen...).

  • Ladungsverteilung (was war das noch genau? Ich habs unter 'Quatsch' abgespeichert und vergessen...).

    Jede Biene lädt sich beim Sammelflug elektrostatisch auf, s. hier:


    Plant Syst. Evol. 222:133-142 (2000),

    The role of electrostatic forces in pollination

    Y. Vaknin 1, S. Gan-Mor 2, A. Bechar 3, B. Ronen 2, and D. Eisikowitch


    Das elektr. Feld bei Blüten, die allgemein negative Ladung tragen, führt erst zum Besuch des Insekts, das vor der Landung schon erkennen kann, dass es sich lohnt, die Blüte zu besuchen. Durch die elektrostatische Ladung (positiv) des Insekts wird der Pollen der Blüte sozusagen angezogen / gesammelt. Dabei erfolgt jedoch kein vollständiger Ladungsausgleich, d.h., die überschüssige positive Ladung reicht für mehrere Blütenbesuche - der Pollen wechselt aufgrund der gegensätzlichen Ladung von der Blüte zum Insekt.


    Fliegt die Biene wieder zum Stock, erfolgt erneut Ladungsverlust durch die Luftreibung. Was passiert, wenn tausend Sammelbienen sich abends hinter dem Schied aufketten ?

  • Restlichtverstärker von Prof. Popp, macht das bestimmt gut möglich.

    Die Vorstellung, dass ein "Jack in the Box" aus lauter Bienen beim Deckel öffnen leuchtet, finde ich aber viel lustiger.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...