Wachsuntersuchung für alle

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  • Ich pansch nix zu, was sich nicht vermeiden lässt.

    Catwizle

    Jetzt nicht falsch verstehen, ist keine Unterstellung :

    Ich finde es sehr deprimierend daß man sich überhaupt Gedanken machen muß ob man reines Bienenwachs kauft oder gepanschtes Bienenwachs.

    Ich bin noch mit der Überzeugung erzogen und aufgewachsen daß man daß zu kaufen bekommt was draufsteht.

    Wenn ich z.B. Bienenwachs zur Kerzenherstellung kaufen möchte und dort aus Kosten- bzw. Verarbeitungsgründen Zusatzstoffe drin sind dann muß das auch entsprechend zusätzlich deklariert sein daß es gemischtes Wachs ist.

    Für mich als Imker mit wenigen Völkern und geringem Wachsaufkommen ( habe nach 4 Jahren dieses Jahr das erste Mal einen Wachsüberschuß erreicht ) war es bis jetzt immer ein Hoffen nicht noch einmal gepanschtes Wachs zu kaufen , aber ich kann nicht jedes Mal die Mittelwände analysieren lassen bevor ich sie einlöte.

    Wie man so schön sagt : Jetzt kaufe ich beim Händler meines Vertrauens

    Gruß Jörg

  • Wie man so schön sagt : Jetzt kaufe ich beim Händler meines Vertrauens

    ... der nicht eigenes Wachs verkauft, weil er damit handelt, deshalb Händler! - Im Zweifel weiß der Händler selber nicht was im Wachs drin steckt. Er kauft es im guten Glauben ein, und verkauft es im guten Glauben weiter.

    Irgendwo im globalen Wachskreislauf passieren dann manchmal Dinge zur Gewinnmaximierung einzelner, zum Schaden vieler.

  • Du bist offensichtlich gutgläubig und lebst in einer "besseren Welt". Sowohl beim Honig als auch beim Bienenwachs fehlt es nicht an fremden Zusätzen. Man schaue sich nur die ehem. Honigprämierung auf der Apimondia in Montreal an: Die meisten zur Bewertung eingereichten Honige waren gepanscht.!


    Nun ist Honig ein "Qualitätsprodukt" mit stichprobenartiger Kontrolle. Jetzt übertrage diese Fakten mal auf Bienenwachs, ein völlig ungeregeltes Produkt, ohne festgelegte Qualitätsstandards (die Kerzenindustrie kann nicht der Maßstab sein). Dann hast Du eine ungefähre Vorstellung von "reinem Bienenwachs"...

  • Lieber Beemax,

    Ich kenne diese Probleme nicht, weil ich nicht so verfahre, und keine Kerzen gieße denen ich irgendwas zusetzen müsste.


    Nun mag es sein, dass selbst meine zugekauften Mittelwände eine %-Satz Verfälschung inne haben. Das wäre zu prüfen. Nur fehlt anscheinend der Hebel dagegen aktiv zu werden.


    Ansonsten bleibt einem der Eigenkreislauf, um sicher zu stellen, dass keine neue Verfälschungen dazu kommt und sich, das was drinnen ist, immer mehr verdünnt in Richtung reineres Wachs.


    Schlaue Umarbeiter könnten sowas als Marktlücke erkennen und ihre Eingangs- und Ausgankskontrolle machen und belegen und dafür bürgen. Verschiedene Wachsqualitäten, verschiedenen Wachskreisläufen zuführen, oder ablehnen und somit Mittelwände, Kerzenwachs oder für sonst was separat anbieten.


    Gut wäre natürlich ein Testverfahren zu haben, dass Vorort und schnell mit dem Lieferanten / geg. Kunden durchzuführen wäre. (Vertrauensbildende Maßnahme)

  • Lieber Beemax,

    Ich kenne diese Probleme nicht, weil ich nicht so verfahre, und keine Kerzen gieße denen ich irgendwas zusetzen müsste.

    ...

    Gut wäre natürlich ein Testverfahren zu haben, dass Vorort und schnell mit dem Lieferanten / geg. Kunden durchzuführen wäre. (Vertrauensbildende Maßnahme)

    Das mit den Kerzen hast Du wohl missverstanden:

    Die Kerzenindustrie hat einen Standard fixiert, der für ihre Bedürfnisse passt und überwacht diesen innerhalb deren Bereich.


    Für die Imkerei gibt es keinen solchen Standard, den Hersteller/Vertreiber einzuhalten haben. Da kann jeder machen, was er will!


    Eine "vertrauensbildende Maßnahme" wäre ein einzelner Test nicht; denn es wäre nur ein Einzelergebnis, ohne weitere Aussagekraft. Hier helfen m.E. nur umfassende systematische Maßnahmen im Sinne eines Qualitätsm'ments, so wie z.B. im Lebensmittelbereich und anderweitig schon lange üblich.


    Anhand der Tatsache, dass dieser Bereich und andere Bienenwachs kaufen, das gemäß QM-Vorgaben hergestellt wurde und strengen Limits genügt, die Imkerei aber weiterhin den Rest aus ungeregeltem Bereich nutzen, zeigt schon, wie die Lage ist.


    Das von Dir erwähnte Siegel geht zurück auf Hrn. Müller, dem Vater des jetzigen Betriebsinhabers zur Bienenwachsumarbeitung (Müller Wachs), der es m.W. als sein eigenes Qualitätssiegel

    eingeführt hatte, um sich abzugrenzen (persönliche Mitteilung Hr. Müller). Das wurde aber mehrfach kopiert und missbraucht - hat ja auch keinen offiziellen Charakter.


    Somit bleibt nur der eigene Wachskreislauf, wo sich Imker weiterhelfen.


    Es ist eben ein Dilemma!

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  • Schlaue Umarbeiter könnten sowas als Marktlücke erkennen und ihre Eingangs- und Ausgankskontrolle machen

    Das machen die Schlauen und Großen längst schon. Und mischen solange, bis sie meinen, der Imker(bedarfshandel) merkt sowieso nix, will sagen: Es wird flächendeckend ganz systematisch abgemischt. Durch den von einem renommierten Händler zeitweilig veröffentlichten Streit mit einem der größten Wachsumarbeiter Deutschlands wissen wir auch, daß man sogar soweit geht, Mittelwände unterschiedlicher Qualität in einem einzigen MW-Paket zu mischen bzw. Chargengrößen zu behaupten, die nach den Produktionsanlagen (Schmelzkesselgröße) gar nicht möglich sind.

    Wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, daß alle Branchen, die Bienenwachs nachfragen, ein eigenes Qualitätsmanagementsystem (QMS) installiert haben, mit dem sie ganz selbstverstandlich die Qualität des ihnen gelieferten Bienenwachses selbst bzw. durch eigene Beauftragte beim Umarbeiter überwachen (incl. Kontrolle von dessen Buchführung z.B. Wareneingang/-ausgang) und zwar in allen 3 Säulen (Material, Verarbeitungsprozeß, System vom Rohstoffeinkauf bis zum Vetrtrieb des fertigen Produkts). Nur die Imkerschaft nicht, obwohl sie den Rohstoff liefert! In dieses unkontrollierte Nachfrageloch kann man als Umarbeiter somit alles hineinkippen, was die anderen Branchen nicht abnehmen würden. Diese systematische Lücke gilt es zu schließen. Das schafft die Imkerschaft nur gemeinsam. Bis dahin gibts für den einzelnen Imker nur: Selber das Eigenwachs umarbeiten oder von Kollegen umarbeiten lassen, die prinzipiell kein Fremdwachs aufkaufen, also nicht mit Wachs handeln, sondern wirklich nur das umarbeiten, was der Imker ihnen als Eigenwachs angeliefert hat.

    Über dieses systematische Problem wurde hier schon viel diskutiert (leider auch vieles gelöscht, weil der Druck durch Ertappte zu groß wurde). S. z.B. ##102, 104:

  • ...und eben diese Umarbeiter gibt es, die auch Mengen für Kleinimker bearbeiten. Bei den Anzeigen hier im Forum/Imkermarkt findet man dafür z.B.: Frankenwachs. Da wird kein Wachs gehandelt, nur umgearbeitet. Dein angeliefertes Wachs bekommt sofort eine Nummer für den ganzen Prozess, dann wird eine Probe genommen, das Wachs entseucht/gereinigt und MW nach deinem bestellten Maß gemacht. Zum Abschluss kommt die gleiche Nummer vom Anfang auf jedes Päckchen und es kommt eine zweite Probe des verarbeiteten Wachses als Rückstellprobe dazu. Du bekommst das Restwachs aus der Maschine und den Trester mit zurück.

    Da kannst du mit der vorher/nachher Probe als Vergleichsmöglichkeit schlecht Wachs pantschen und bis auf einen minimalen Schwund, der in Gefäßen beim abschließenden Reinigen nicht zurückgewonnen wird, kannst du das auch am Gewicht vorher/nachher nachvollziehen, ob es Auffälligkeiten gibt.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Genauso, wie Amape es beschreibt, geht es. Das ist und bleibt aber eine Krücke ( Jelle, nicht persönlich nehmen - machst Du schon gut!); denn moderne Prozesse bei der Lebensmittel- und anderer Produktion hochwertiger Produkte laufen grundsätzlich begleitet durch effiziente QM-Systeme ab. Das hat seinen Grund!


    Die Imkerei befindet sich da leider noch im Status "Vertrauen", ohne Kontrollen. Das kann man ja auch keinem zumuten, oder ? Und ein bisschen schummeln...


    Möglw. ändert sich da etwas durch die EU-Richtlinien - abwarten.


    Das Kernargument: Bienenwachs darf zu 100 % nur aus Wachs von Bienen bestehen.

  • Das ist und bleibt aber eine Krücke ( Jelle, nicht persönlich nehmen - machst Du schon gut!);

    Das nehme ich nicht persönlich, ist doch klar.

    Es kann ja jeder sein Wachs analysieren lassen. Von mir aus auch vorher und nachher. Macht aber keiner, deshalb wunder ich mich auch über die Bioverordnungen. "Konventionelles" Wachs, wenn auch jahrelang ohne rückstandsbildende Varroamittel gearbeitet wurde, darf bei der Umstellung nicht verwendet werden. Selbst wenn es aus Naturbau stammt, weil die Kiste mit der falschen Farbe gestrichen war oder aus Styropor gewesen ist.

    Ein Biokontrolleur meinte sogar, Biowachs darf nicht in das gleiche Regal wie das konventionelle Wachs gelegt werden. Da fand ich als Einwand eine Wachsanalyse spannend, worauf er mit mir nicht mehr reden wollte

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...