Liebig vs. Binder

  • Mein Traum wäre es natürlich, das Hobby zum Beruf zu machen .

    Mach doch vielleicht erstmal das Hobby zur Realität ;)

    Und dann, wenn der erste Rückschlag gekommen ist, weil Du nach 3 bis 5 Jahren glaubtest alles richtig zu machen, 30 % der Völker verloren hast, erst erkennst, ob das jetzt wirklich Deine berufliche Zukunft ist.

    Besser, man verliert 10 Völker wie 30 oder mehr und muss auch noch davon leben.

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Mein Traum wäre es natürlich, das Hobby zum Beruf zu machen .

    Meiner ganz gewiß nicht.


    Es ist nämlich ein Riesenunterschied, ob man das als Liebhaberei, als Steckenpferd ohne echten kommerziellen Zwang betreiben kann und darf oder ob man davon leben muß. Dann kann nämlich aus Genuß ganz schnell Verdruß werden. Auch dürfte dieser Erwerbszwang dem Respekt vor diesen Kreaturen eher abträglich sein.


    Nur mal ein Beispiel: Mit einem Hobby kann man die i.d.R. überschaubare Anzahl an Beuten auf geschütztem, umzäuntem, idealerweise sogar eigenem Privatgrundstück aufstellen. Als Erwerbs-, vor allem Haupterwerbsimker, ist man wegen der großen Anzahl der Beuten jedoch auf externe, oft ungeschützte Standorte angewiesen. Irgendwann kommt der erste Diebstahl oder wenigstens Vandalismus. Man pestet sich dann fast zu Tode - nein, das wäre nichts für mich! Endlose, oft sogar schwere Arbeit, von der man nicht reich wird.

  • Es geht mir auch nicht um den finanziellen Reichtum. Ich möchte jetzt einfach mal schauen, wir mir die Arbeit bzw. das Hobby liegt und wie viel Spaß es mir macht. Wie schon gesagt lasse ich das ganz langsam auf mich zukommen und kann dann in ein paar Jahren überhaupt erst abschätzen, wo die Reise hingeht. Deshalb freue ich mich jetzt erst mal auf die Hobbyimkerei. Alles Weitere wird man sehen und wenn es nur ein Hobby bleibt ist das auch in Ordnung. Vielleicht steckt in mir auch ein bisschen der Traum von Unabhängigkeit. Und wenn du das als Familienunternehmen verwirklichen kannst, ist das ja eine tolle Sache . Der Alltag als Arbeitnehmer ist immer so leicht. Gerade wenn du eine fünfköpfige Familie bist und immer schauen musst, wie du deinen Alltag organisierst. Das heißt jetzt nicht, dass ich glaube, dass ich in einem eigenen Imkerei Unternehmen weniger Stress habe und der Rubel so von alleine rollt. Es heißt für mich mehr, dass man gemeinsam an einer Sache arbeitet, sich gegenseitig unterstützt und etwas Gutes für die Region macht. Ich habe keine großen Ansprüche und möchte keine 100000 Euro im Jahr verdienen.


    Wir sind von Stuttgart aufs Land gezogen, um die Natur und das Landleben einfach zu genießen. Wir haben diesen Schritt bisher nicht bereut. Und wenn sich das mit der Imkerei kombinieren lässt, ist das einfach eine schöne Sache.

  • Es ist nämlich ein Riesenunterschied, ob man das als Liebhaberei, als Steckenpferd ohne echten kommerziellen Zwang betreiben kann und darf oder ob man davon leben muß. Dann kann nämlich aus Genuß ganz schnell Verdruß werden. Auch dürfte dieser Erwerbszwang dem Respekt vor diesen Kreaturen eher abträglich sein.

    Du bist echt ein Schwätzer ;) - aber der letzte Satz ist regelrecht frech!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • da hast du Recht. Die Versicherung übernimmt einen gewissen Teil des Schadens und der Ernte-Ausfall wird nicht berücksichtigt . Das birgt ein gewisses Restrisiko. Bei uns ist dass ein nicht so großes Problem, da wir ein paar Wald und Wiesengrundstücke in der Umgebung besitzen und eventuell auch einzäunen würden.


    Zum Beitrag von Freizeitimker möchte ich folgendes sagen. Ich glaube, das es bei jeder Sache, die man tut, auf das Herz und die Einstellungen ankommt. Es gibt in jeder Branche Haie, die sich nur am eigenen Reichtum erfreuen und dabei andere unterdrücken. Mit der Imkerei sehe ich es so, dass man mit der Arbeit bei den Bienen mit viel Idealismus herangehen darf. Natürlich muss man sehen, dass man seine Produkte vermarktet bekommt. Aber ich denke, dass das in jedem Bereich der Fall ist und man als Kleinunternehmer immer ein gewisses Risiko trägt. Deswegen ist ein Schritt in die Selbstständigkeit immer gut abzuwägen. Und dazu braucht es die Erfahrung von mehreren Jahren.


    Ich finde es gut, dass Menschen die Imkerei als Beruf ausüben. Ich denke, dass man bei allen Existenzängsten, die einen Sorgen bereiten aber auch bei guten schwarzen Zahlen, die die Kassen klingeln lassen, trotzdem froh und fröhlich an seiner Arbeit gehen kann. Man macht diese Arbeit nicht nur für sich selbst, sondern für viele Menschen, die sich an Honig, Kerzen usw. erfreuen. Und vielleicht kann man auch Menschen dazu bewegen, ein Bewusstsein für die Natur und die Biene zu entwickeln und vielleicht auch etwas Interesse an der Imkerei zu wecken.


    Ich denke dabei an kleine Informationsveranstaltungen, die einem die Honigbiene näher bringen. Ich arbeite beispielsweise in einer Kita und könnte mir auch gut vorstellen,, mit den Kindern und Eltern gemeinsam mal ein Projekt zu starten und den Jahresablauf eines Bienenvolkes gemeinsam zu begleiten. Ich finde, dass gerade bei den Kindern in Zeiten von Smartphone und Playstation der Blick für die Natur leider etwas abhanden gekommen ist. Und gerade bei Kindern müssen wir doch anfangen, dieses Bewusstsein wieder zu wecken und vielleicht können wir ihnen die Angst vor stechenden Insekten zu nehmen und die Faszination an einem Bienenvolk wecken . ch habe jetzt schon einen anderen Blick für Pflanzen und Bäume entwickelt, seitdem ich ein bisschen was über Trachten gelesen habe. Was können wir dann erst bei unseren Kindern erreichen, die unsere Zukunft sind. Alles im allem ist die Imkerei einfach eine tolle Geschichte und ich bin einfach sehr dankbar, dieses Jahr mit den ersten Bienen anfangen zu dürfen.

  • Grasihuepfer

    Der Weg in eine Selbständigkeit kann spannend sein, vor allem wenn aus dem Hobby was Größeres wird.

    Auf dem Weg zur ersten Million hat allerdings schon so mancher eine Abkürzung genommen und mit der Zweiten angefangen, weil aus der Ersten nix geworden ist.

    Hau rein!

  • Es ist nämlich ein Riesenunterschied, ob man das als Liebhaberei, als Steckenpferd ohne echten kommerziellen Zwang betreiben kann und darf oder ob man davon leben muß. Dann kann nämlich aus Genuß ganz schnell Verdruß werden. Auch dürfte dieser Erwerbszwang dem Respekt vor diesen Kreaturen eher abträglich sein.

    Du bist echt ein Schwätzer ;) - aber der letzte Satz ist regelrecht frech!

    Wird das nicht auch nahezu automatisch von anderen Erwerbstierhaltern gedacht?

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?