Bin ich zu gierig?

  • Werbung

    Es gehören immer zwei zum Handel und bei einem fairen Handel wissen beide Seiten über die jeweils andere Bescheid und können sich dann gütlich einigen. So halte ich es jedenfalls.


    Ich habe sicherlich keine 50 Tonnen Honig, gut möglich, dass man dann andere Preise haben und anders verhandeln muss, das dürfte aber auf die wenigstens Imker in diesem Forum zutreffen. Ich habe aber umgekehrt auch nicht nur eine oder zwei Tonnen Honig anzubieten und bei mir klappt das so.


    Ansonsten muss man meine Beiträge ja nicht annehmen - vielleicht habt ihr ja recht, aber ich kriege jedenfalls das Geld und so ist es mir lieber als umgekehrt...

  • Alle unsere Honigkunden, die den Honig wiederverkaufen, zahlen den Preis unserer Privatkunden minus 10%. Da sich alle Wiederverkäufer hier auf dem Lande untereinander kennen, geht es gar nicht anders.

    Der Preis für Privatkunden reicht (bei 9 möglichen versch. Honigen) von 4,50€/500g Glas für Rapshonig bis 32€/kg für Scheibenhonig. Der preiwerte Honig ist zumeist abgefüllt in TO-Gläser auch von Honigfabriken und Normgläser mit Plastikdeckel. Die teureren Sorten werden in TO-Gläser abgefüllt. Für Supermärkte kämen aber nur DIB-Gläser in Frage (Banderole). Bislang werden DIB-Gläser aus dem Kundenrücklauf erstmal gesammelt.

    Die Verkaufsware wird frei Haus geliefert. Wenn gewünscht, gibt es eine ordentliche Rechnung.

    ...Klaus

    Es war schon schöner auf der Welt, als ich noch den Überblick hatte. Sofie Pfister-Odermatt

  • Hallo, einigen Telefonaten spaeter sind wir uns einig, es gibt einen aehnlichen Preis inklusive Mwst. Die Dame hat gemeint auf die 6,00 kaeme noch Steuer drauf.

    Ich verstehe jetzt schon richtig:


    Du bekommst jetzt also annähernd die 6 EUR, die du dir von Anfang an gewünscht hast und die ist in deinem Fall vermutlich brutto für netto? Und nur "die Dame" hat fälschlicherweise zuvor gemeint, du wolltest 6 EUR + 10,7% haben?

  • Ich muss hier Mal nochmal kurz auf die Händler Sicht eingehen. Die selbstständigen Rewe und Edeka Kaufleute wollen mit ihren Läden Geld verdienen. Und Ihre Regalplätze mit spannenstarken Artikeln belegen. Ab einer Spanne von 30% wird es für die interessant.

    Aber genau wie oben geschrieben, wir müssen den Mehrwert den den unser Produkt bietet aufzeigen.


    - kaum Handlungskosten wenn du das Regal befüllst

    - kein MHD Risiko. Du kannst anbieten Gläser auszutauschen. (Wird eh nicht passieren)

    - Exklusivität. Diesen Honig gibt es nur hier und nicht beim Discounter.

    - Dadurch Kundenbindung

    - der Rewe zieht sich wertigere Käufer herein


    Und viele andere Argumente.


    Das bekommt der Kaufmann /-frau alles nicht bei den großen Marken.

    Verhandelt weniger um den Preis. Zeigt den Mehrwert auf!

  • rase , ist aber echt hier.


    Das sind doch Fragen, an denen viele Imker(Honigverkäufer) scheitern, da sie aus einer anderen Welt kommen. Imkerei ist nicht sofort gleich Verkaufsalltag und Steuerrecht.

    Da wird mancher Imker als Honigproduzent auf den Boden der Tatsachen geerdet.

    Ich habe mir auch ein paar Popcorn geholt.

  • Marcus Göbel , die sprechen im Markt von EK und VK.


    EK (Einkaufspreis) gleich Einkaufspreis für den Wiederverkäufer.

    VK (Verkaufspreis) hier Verkaufspreis des Marktes, also bei Honig dann incl. 7% Ust. .


    Alle Endkundenkäufer nennen und denken zunächst an den Preis, also den VK.

    Der VK ist für die meisten Imkereien (Einkaufspreis EK plus 10,7% USt. ) die Geldmenge, welche wir behalten können beimVerkauf an die Endkunden.


    Der Wiederverkäufer kauft mit EK ein, und verkauft mit VK.


    Also: Ich nenne dem Wiederverkäfer den EK.

    Der VK des Wiederverkäufers liegt dann später z.B. im Edeka bei 7,49€. Dies incl. 7% Ust. .

    Wir weisen 10,7% Ust. aus, und müssen diese USt. oftmals nicht abführen. Der Wiederverkäufer weist nur 7% aus, welche er dann abführen muss.

    So viel zur Welt von EK und VK. Dabei habe ich noch nicht über den notwendigen Aufschlag durch den Wiederverkäufer geschieben, damit auch er leben kann. Das war aber die eigentliche Frage hier, der Aufschlag zum Gewinn des Wiederverkäufers.

    Der Aufschlag variiert je nach Aufwand sehr stark, 30% Standard scheinen üblich zu sein.

    Zu vernachlässigen ist aber nicht der Mehrwert dieses tollen regionalen und echten Produktes für die Kundenaquise und Kundenbindung.

    ..... Und viele andere Argumente.


    Das bekommt der Kaufmann /-frau alles nicht bei den großen Marken.

    Verhandelt weniger um den Preis. Zeigt den Mehrwert auf!

    LG Andreas

  • Hallo, einigen Telefonaten spaeter sind wir uns einig, es gibt einen aehnlichen Preis inklusive Mwst. Die Dame hat gemeint auf die 6,00 kaeme noch Steuer drauf.

    Ich verstehe jetzt schon richtig:


    Du bekommst jetzt also annähernd die 6 EUR, die du dir von Anfang an gewünscht hast und die ist in deinem Fall vermutlich brutto für netto? Und nur "die Dame" hat fälschlicherweise zuvor gemeint, du wolltest 6 EUR + 10,7% haben?

    Genau sonst es gelaufen.

    Bis bald Marcus

  • Auch für Honig gilt: In einem Markt mit vielen Wettbewerbern bestimmen nicht die Herstellkosten den Preis eines Produkts, sondern allein die Nachfrage.

    Diese kann jeder Imker durch geeignete Werbung für seinen Honig selbst ankurbeln. Das langweilige DIB-Glas ist dabei nicht gerade hilfreich


    Ich habe jedenfalls noch nie ein Glas Honig für weniger als 7,50 EUR verkauft. Muss allerdings zugeben, dass meine Angebotsmenge bisher nicht über 150 Gläser hinausging.

  • also 150 Gläschen würde ich ja nicht unter 12 EUR hergeben, hast ja ein Jahr Zeit um sie meistbietend verkaufen zu können... :-)


    Ich glaube, dass einige Missverständnisse im Faden enthalten sind, weil hier Leute wie du als Kleinstimker ebenso vertreten sind wie Großimker, die 20, 30 oder 50 Tonnen im Jahr produzieren.

    Die müssen sich eher an die ganz großen Supermärkte wenden und da gehen sicherlich nur die kleineren Preise/größeren Handelsspannen für den Aufkäufer.


    Je mehr Honig, desto mehr Zwängen unterliegt man und desto mehr Zugeständnisse muss man machen.


    Als jemand, der wie wohl die meisten Kollegen hier zwischen diesen beiden Imkereigrößen liegt, hat man deutlich mehr Freihheiten und weniger Zwänge und ich finde es nur legitim, dies dann auch zu nutzen!


    Und ich bleibe dabei: Ein Handelsaufschlag von über 30% durch den Aufkäufer mir gegenüber empfinde ich als absolut unfair, wenn man Aufwand und Risiko auf seiner und meiner Seite gegenüberstellt. Ich versuche daher bisher erfolgreich deutlich darunter zu bleiben.

    In der Regel weiß man ja vorher, zu welchen Endkundenpreis der Wiederverkäufer den Honig anbieten wird und kann entsprechend sein Angebot unterbreiten. Dann einigt man sich oder eben auch nicht.


    Und komisch: Bei 30% heißt es hier "ist zu wenig".

    Aber dass Empetrum oben sogar mit nur 10% gut fährt, findet keine Beachtung?

    Oder dass Marcus Göbel jetzt auch mit unter 30% selbst beim REWE zum Zuge kommt, obwohl REWE jetzt eher ein großer, professioneller und harter Handelspartner ist? Marcus ist laut Signatur jetzt auch kein Kleinstimker mehr, es geht also wohl um mehr als nur 150 Gläschen...



  • "Die Geschäfte brauchen mehr als 30% Gewinn, am besten fast 50%"

    Das höre ich immer wieder, komischerweise aber nur von Imkern!

    Ich denke, das liegt an Deiner Scheuklappe, nicht an den Imkern.

    Man kann wissen: Ein Autohändler geht nicht unter 50%, viele Textilhändler schaffen durch Billigware sogar mehr usw. Was die mit dieser Marge alles finanziern müssen, liegt in der Regel völlig außerhalb unserer Einsicht (es sei denn, Du bist Betriebswirt oder ähnliches vom Fach).

    Was man als regionaler Imker da raushandelt, ist meist deshalb günstiger, weil der Honigverkauf quantitativ nicht ins Gewicht fällt. Wenn die "regional" wollen, kommen sie Dir oft entgegen.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen