Bin ich zu gierig?

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    Hallo, im Rewe duerfen wir unseren Honig verkaufen. Verkaufspreis ist 7,49 € nun findet die Dame dass 6,00 € fuer mich zuviel sind. 500 g im DIB Glas. Wie sind eure Erfahrungen?

    Bis bald Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • U.a. wird auch unser Honig im REWE verkauft. Verkaufspreis ist 7,99 €. Der Honig im TO-Glas mit eigenem Etikett steht im "Regionalregal" (ohne Barcodes) zusammen mit anderen relativ hochpreisigen Waren (regionale Schnäpse, Sanddornprodukte, und dergleichen). Ich bringe den REWE-Leuten etwa 5 Kartons pro Monat vorbei, macht 700 bis 800 Gläser im Jahr. Ich nehme 5 €. Der REWE - Mann findet das nicht zuviel für mich <X.


    Cheers

    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Das sind Geschäftsleute, was erwartest du.

    Wenn für alle Artikel die Marge so gering wäre, müssten die dicht machen. Du kommst da nur über die emotionale Ebene weiter oder gehst mit dem Preis runter.

  • Die Herangehensweise ist aber schon etwas seltsam: Erst den Endkundenpreis festlegen und dann über den Einkaufspreis verhandeln, das ist bestimmt in vielen Bereichen so, vom regionalen Honig kenn ich das nicht.

    Wenn du 6,- brutto haben willst (5,42 netto, 10,7%USt), dann kalkuliert der Händler darüber seinen Verkaufspreis. So machen das zumindest bei mir alle Wiederverkäufer.

    7,49 brutto (7,- netto, 7% USt) wären ja knappe 30%.

    Die meisten Händler brauchen mehr.

  • Hallo, im Rewe duerfen wir unseren Honig verkaufen. Verkaufspreis ist 7,49 € nun findet die Dame dass 6,00 € fuer mich zuviel sind. 500 g im DIB Glas. Wie sind eure Erfahrungen?

    Bis bald Marcus

    Sagst du dem Autohändler auch, wieviel er von dir kriegt?

    Wieviel du brauchst, kannst doch nur du bestimmen, aber nicht dein Kunde!


    "Die Geschäfte brauchen mehr als 30% Gewinn, am besten fast 50%"

    Das höre ich immer wieder, komischerweise aber nur von Imkern!

    Was die brauchen interessiert mich aber gar nicht - die interessieren sich auch nicht dafür, was ICH brauche. Und für MICH zählt NUR DAS!

    Daher biete ich z.B. nur ca. 15-30% und nur wer das akzeptiert, kriegt meinen Honig.


    Lass' mal rechnen: 7,49 kriegt der REWE, vermutlich muss er 7% USt abführen, hat also am Ende netto 7 EUR.

    Dir zahlt er 6 EUR, davon kriegt er aber 0,58 EUR zurück (ich nehme an, du hast den 10,7%-UST-Satz), er bezahlt also tatsächlich nur 5,42 EUR.


    Macht eine Gewinndifferenz von 7-5,42 = 1,58 EUR vor Steuern. Entspricht 29,2 % Gewinnaufschlag. Das ist doch wirklich mehr als ausreichend. Du musst schließlich auch von was leben und hast obendrein


    a) viel mehr Zeitaufwand, nämlich ein Jahr Arbeit für deine Produktion

    b) viel mehr Risiko, nämlich ein Jahr lang kann alles mögliche passieren was dir den Ertrag versaut


    Du machst also mit vollem Risiko ein Jahr lang die ganze Arbeit und sollst jetzt für den allerletzten Schritt, den Verkauf an den Endkunden weit mehr als 30% bezahlen!?


    Demgegenüber ist das Risiko für REWE gleich NULL, wenn man deine paar Gläschen gegen die sonstige Warenmenge sieht. Arbeit hat er auch keine - vermutlich stellst du die Gläser selbst ins Regal (bei uns ist das so). Die Gläser sind in der Regel nach 1-2 Wochen verkauft. Mehr als 1 Meter Regal wirst du kaum bekommen.


    Er setzt also einen halben Quadratmeter Ladenfläche, Null Risiko und fast Null Verwaltungsaufwand ein und macht damit ein Jahr lang mit jedem Glas 30% Umsatzgewinn - das ist ja fast Money for Nothing.... ;-)


    Ok, letzteres ist nicht richtig, kleiner Scherz, aber aus meiner Sicht sollten diese 30% dicke reichen und deine 6 EUR fair sein. Bei vielen anderen Produkten ist die Gewinnmarge wesentlich niedriger.


    Du verdienst dann zwar 30% weniger als wenn du direkt für deine normalen 8 EUR das Glas verkaufst, hast dafür aber auch keinen Vermarktungsaufwand. Würde man genau nachrechnen, ist der Vermarktungsaufwand von uns Imkern vermutlich wesentlich geringer bezogen auf den Gesamtaufwand in der Imkerei über's Jahr gesehen, habe ich selber aber noch nie ausgerechnet. Gefühlt liegt der Aufwand für Vermarktung für mich bei nur 10% ;-) aber dann glaube ich, würde ich meinen Honig doch nicht mehr verkauft bekommen.


    Meine Wiederverkäufer bekommen nach dieser Rechnung jedenfalls maximal 30%, die allermeisten deutlich weniger. Ich habe verschiedene Sorten Honig und ganz unterschiedliche Arten von Wiederverkäufern, von REWE bis Hofladen. Und sie sind alle zufrieden. Ich glaube eher, dass ich mich hie und da sogar noch etwas übertölpeln lasse mit diesen Preisen.


    Mein Rat nach den vielen unterschiedlichen Meinungen bisher:

    Fangt nicht schon von euch aus mit dem unteren Rand der Möglichkeiten an, sondern umgekehrt! Honig ist kein schwer verkäufliches Produkt.


    Es finden sich immer genug Kunden, die fair bezahlen wollen, "leben und leben lassen" praktizieren, statt wie die Discounter und große Supermärkte von oben herab gnädig anzubieten, euren Honig zu entsorgen und euch obendrein dafür sogar noch ein paar cent geben zu wollen!

    Und mit solchen Kunden macht die Zusammenarbeit dann auch viel mehr Spaß, ist viel menschlicher und befriedigender für beide Seiten.
    Es klappt nicht immer, man muss auch mal Absagen kassieren, aber das ist ja nur am Anfang, bis man seinen Kundenstamm beisammen hat. Geht man halt zum nächsten.


    Verkauft euch nicht unter Wert, seid selbstbewusst - die Kunden sind Profis und geben nur, was sie müssen - wer gleich von Anfang an wenig verlangt, wird nie viel bekommen und das hat euer Honig nicht verdient, am allerwenigsten eure Bienen.

  • Ja hornet, ist dein Thema, deine Message hast du ja schon sehr oft sehr breit dargelegt.

    Aber genausowenig wie der Händler sich in deine Kalkulation einzurechnen hat, hast du dich in seine einzumischen.

    Ich würde jeden Ladner Verstehen, der den kleinen Imker auslacht, der nicht nur den Einkaufs- sondern auch gleich noch den Verkaufspreis mit Knausermarge festsetzen will. Und damit droht, er könne ja auch jemanden anderes beliefern^^.