Fremder schaut in die Beute / Mit Wildtierkamera erwischt

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    Und noch zur Ergänzung von eben:


    Für mich das Fass zum Überlaufen und damit überhaupt erst meinen Einstieg in diese Diskussion gebracht hat die Tatsache, dass sogar schon Rechtfertigungsdruck aufgebaut wurde gegenüber den Opfern wie dem TO und seinen Mitdiskutanten, nur weil im Verlauf der Diskussion auch rechtliche Schritte als Option genannt wurden. Da hört bei mir der Spaß einfach auf - das ist eindeutig die falsche Haltung von "Leben und leben lassen".

  • Grundsätzlich habt ihr ja recht, aber in diesem Fall ist doch wirklich überhaupt kein Schaden entstanden, wozu die Aufregung, was soll man sich da noch ewig ärgern?


    Wir hatten das Thema so ähnlich schon mal, da wurde aber wirklich was geklaut, und der bestohlene Baudus hatte dazu folgende (altersweise) Antwort:


    Teilzitat:


    Zum Thema "Anzeige" will ich mich doch noch mal zu Wort melden, diesmal ernster, und warum ich davon abgesehen habe:


    (i) Ich bin 65 und die Lebenszeit wird langsam knapp. Es gibt soviel zu tun, wovon ich mir einbilde, daß es (noch) gemacht werden muss, und ich sollte daher mit meiner Zeit haushälterisch umgehen. Anders gesagt, mich mit Dingen beschäftigen, die mir wichtig erscheinen. Verfolgung von Dieben ("auf die Lauer liegen", "Kameras installieren", "polizeiliche Untersuchungen anleiern") gehören nicht dazu. Es ist nicht (mehr) so wichtig, und ich möchte den ganzen Vorgang und die Diebe nicht noch aufwerten, indem ich Lebenszeit verschwende. Wäre ich 30 Jahre jünger, wär's vielleicht anders ...

  • So ist das nunmal in einem Rechtsstaat. - Den Mob zusammen rufen, und das Halali zur Täterjagd blasen? Teeren und Federn ist nicht mehr. - Und wir sollten dankbar dafür sein.


    Wenn wir bei den Fakten zu bleiben, und die Verhältnismäßkeit wahren...

    Wieso bringst du den Mob mit Teer und Federn ins Spiel? Bisher hat niemand, habe auch ich nichts davon geschrieben oder angedeutet. Genau: Rechtstaat, also aktenkundig machen. Warum muss überhaupt erst ein tatbestandskonformer Schaden entstanden sein?


    Allein die Tatsache, dass so etwas überhaupt erst mal regelmäßig aktenkundig gemacht wird und die Betreffenden im günstigen Fall namentlich bekannt sind, kann Andere abschrecken. Denn wir haben hier nicht nur die verharmloste Neugier bezüglich fremden Eigentums, sondern aufgrund ausreichend bekannter und vollendeter aktenkundiger Tatbestände und "gängiger Praxis" hinreichenden Grund, einen Versuch oder eine Vorbereitungshandlung ("ausbaldowern") annehmen zu können. Vor allem, weil es ein sich regelmäßig wiederholendes Spielchen ist.


    Ich kenne ein Beispiel, da haben Leute rückwärts mit einem Kombi ein Privatgrundstück befahren, um dort bei Tageslicht den gesamten Obstbestand aus dem Vorgarten eines bewohnten Hauses "abzuernten" Auch da hieß es hinterher "nee, ich will da keinen Zaun oder Schild, was sollen denn die Nachbarn denken?" Es ist regelmäßig passiert und genauso regelmäßig wurde darüber gejammert...

  • Wieso bringst du den Mob mit Teer und Federn ins Spiel?

    Ist nur ein (drastisches) Beispiel aus der Vergangenheit, was passieren kann, wenn man Tätern keine Rechte zugesteht. - Und nur als Antwort im Zusammenhang auf das Zitat von hornet zu verstehen.



    Die Eingangsfrage von SilentDrohn war ja:

    Meine Frage ist nun, was würdet Ihr machen?

    Und ich finde er zieht die richtigen Schlüsse. (Beitrag #21)


    1. Er hat klaren Kopf behalten.

    2. Die Sachlage erfasst, und dokumentiet.

    3. Seinen Vereinsvorsitzenden informiet, und um Unterstützung gebeten.

    4. Das Gefahrenpotential richtig gewertet, es könnte mehr als Neugier sein.

    5. Er wird die umliegenden Vereine informieren.

    6. Möchte sich ggf. zuerst ein eigenes Bild von dem Mann machen.

    7. Und abhängig davon Anzeige erstatten.


    Also ich finde das bemerkenswert überlegt, sachlich, fürsorglich gegenüber den Kollegen, konsequent, und nicht zuletzt menschlich.

  • 1. Er hat klaren Kopf behalten.

    Das ist eher 2. mit einem nachfolgenden Anruf bei der Polizei!

    . Die Sachlage erfasst, und dokumentiet.

    Dies MUSS bei einem vermutlichen Tatort ZUERST passieren.

    3. Seinen Vereinsvorsitzenden informiet, und um Unterstützung gebeten.

    Das würde vermutlich die Polizei reglementieren, abhängig davon ob die Person auf dem Video bekannt ist.

    4. Das Gefahrenpotential richtig gewertet, es könnte mehr als Neugier sein

    Ja und was dann??

    5. Er wird die umliegenden Vereine informieren.

    Was ist damit zu erreichen? Bürgerwehr bewacht Bienen oder so ähnlich??:)

    6. Möchte sich ggf. zuerst ein eigenes Bild von dem Mann machen.

    Super Täterschutz! Klasse.

    7. Und abhängig davon Anzeige erstatten.

    Ermessensspielraum ist Sache der Polizei bei Einsicht des Fehlverhaltens. Versuchter Diebstahl/ mutwillige Beschädigung fremden Eigentums sind aber Straftatbestände.

    Also ich finde das bemerkenswert überlegt, sachlich, fürsorglich gegenüber den Kollegen, konsequent, und nicht zuletzt menschlich.

    Menschlich kann man das nachvollziehen. Gegenüber den (Imker-) Kollegen ist das aber keinesfalls fürsorglich.

    wenn man Tätern keine Rechte zugesteht.

    Soviel mir bekannt ist, bekommen diese ihre Rechte regelmäßig vorgelesen. :)Darüber hinaus haben sich Täter für ihre Taten zu verantworten. Das ist Moral und Recht in der Gesellschaft.

  • Du hast natürlich Recht. Bei der juristischen Bewertung macht es aber leider einen Unterschied. So gibt es z.B. im Auto (außer bei einer geschäftlichen Nutzung, z.B. als Taxi) keine Hausfriedenbruch. Bei Bienenbeuten wäre das nur der Fall, wenn sie als Geschäftsräume gelten (was m.E. nicht geklärt ist.

    Das Dilemma ist: Wenn jemand keinen nachweisbaren Schaden anrichtet und nicht klaut, kann er ohne den Tatbestand des Hausfriedensbruchs rechtlich nicht belangt werden.

    Sorry, aber die Aussage greift hier nicht. Geschützt ist die Bienenbehausung durch den Eigentumsbegriff. §903BGB +§1004BGB . Aus dessen Abs.1, Satz 2 kann sich ein Unterlassungsanspruch ergeben. Völlig unabhängig davon, ob ein unmittelbarer Schaden eingetreten ist.

  • Bitte 1. Beitrag noch mal sorgfältig lesen. :)

    Ok. Hab ich. Schon beim 1. Mal.


    So mit ganz normalem bürgerlichem Rechtsverständnis gesehen...


    Rechtlich betrachtet ist die Beute eine Sache. - Der Mensch hat die Beute angefasst, und nichts dabei beschädigt. - Und was ist das nun konkret für ein Straftatbestand?


    Diebstahl? - Nein. (Nichts wurde geklaut.)

    Sachbeschädigung? - Nein. (Beschädigt wurde nichts.)

    Vandalismus? - Das wird man sich schwer tun irgend etwas zu belegen.

    Hausfriedensbruch? - Sehr wahrscheinlich, nein. (Nicht abgesperrrtes Grundstück, neugierige Spaziergänger werden geduldet.)


    Und wie das Verbotsschild denn nun genau gemeint ist (Hinweis in Beitrag#6) weiß ich nicht. Einerseits werden Leute geduldet, und dann wieder nicht?

    Am vordersten Beutenbock ist ein Schild "Privatgrundstück - Betreten Verboten Kameraüberwacht" versehen. Unübersehbar. Genau an der Beute darüber hat er sich vergriffen.


    Die Entrüstung entzündet sich erst an den Bienen. - Das ist für Imker absolut verständlich und nachvollziehbar. - Die Beuten hat keiner anzufassen, und schon gar nicht im Winter!


    Verständlich auch die Sorge, es könnte ein potentieller Dieb auf der Suche nach der Gelegenheit sein. Und die Aufregung darüber.


    Aber jeder hat da sein eigenes Rechtsverständnis. Und ich lerne gerne hinzu. - Schillbee ,welcher Straftatbestand ist nun aus deiner Sicht erfüllt?

  • @Finfara

    Das muß jetzt Gedankenübertragung gewesen sein :-)
    Am liebsten hätte ich schon gleich nach der Threaderöffnung wieder zu gemacht.
    Wie oft hatten wir das Thema schon und wie oft ist es abgedriftet bzw. in eine Rechtsdudelei übergegangen ?
    In diesem Sinne...