Fremder schaut in die Beute / Mit Wildtierkamera erwischt

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    Polizeiliche Anzeige, würde ich sagen. Es ist immerhin ein möglicher Tatort. Auch und weil mögliche Folgen noch nicht bekannt sind. Vielleicht hat da schon mal jemand geprobt. Und ist eventuell schon bekannt und würde so vielleicht durch das Raster fallen. Übergib das Video an die Polizei, da gibt es sowieso kein Recht am eigenen Bild und Du hast definitiv alles richtig gemacht.

    .

  • ...was ist bitte mit unserer Gesellschaft los??? Warum können "wir" nicht mehr miteinander reden und Probleme ausreden?? Anwalt, Gericht - ich finde das ein wenig zum Ko..en ... nicht zu 100% nur um diesen Fall hier, aber es ist gerade ein Beispiel …

    Warum die Aufregung?

    Hier war nie die Rede von Anwalt und Gericht, im Gegenteil: Die erste Anwort auf die am Anfang gestellte Frage war: Den Fremdling identifizieren und Kontakt mit ihm aufnehmen. Dazu braucht es keine weitere Diskussion und der Fragesteller keine Hilfe. Das ist selbstverständlich und alles Weitere Angelegenheit zwischen den Beiden.


    Nur für den Fall, daß das nicht gelingt, wurde die eingangs gestellte Frage nach Strafanzeige beantwortet. Eine Strafanzeige ist nichts ehrenrühriges, sondern nur eine Bitte an die hierfür zuständige Institution, einen konkreten Lebenssachverhalt zu prüfen. Oft hört man von Leuten, die nicht täglich damit zu tun haben, daß solche Bitten ohnehin keinen Zweck hätten, daß sowieso nichts passiere usw. usf. Auch bei Polizei und Staatsanwaltschaften gibt es Arbeitsüberlastung, Dienstmüdigkeit und schlechte Tage. Wenn man bereit ist, sich ein wenig in die Lage seines Gegenübers hineinzuversetzen, dann wird vieles verständlicher und einfacher. Dazu gehört eben auch, nicht einfach so eine Strafanzeige in der ersten Zornesaufwallung "hinzurotzen", sondern die Bitte um Prüfung fundiert und gut vorbereitet vorzutragen. Das gebietet nicht nur der bloße Anstand, sondern auch der Respekt und die Achtung gegenüber den Menschen, die in den beanspruchten Institutionen täglich ihre - oft nicht sehr erfreuliche - Arbeit mit den Schattenseiten menschlichen Lebens tun.

    Strafanzeigen kann man i.ü. auch jederzeit zurücknehmen - bspw. schon dann, wenn der Gefilmte ermittelt ist. Dann wäre bspw. Gelegegenheit zu einem direkten klärenden Gespräch - was i.ü. von den erwähnten Institutionen i.d.R. unterstützt wird (schon allein aus arbeitsökonomischen Gründen).

  • Was mich eigentlich fast mehr stört als der eine Hanswurst der in ein fremdes Volk schaut - versteht mich nicht falsch, ich sehe das auch als ein absolutes "no go" - ist das, dass gleich über rechtliches diskutiert wird.

    (...)

    Hey Leute, was ist bitte mit unserer Gesellschaft los??? Warum können "wir" nicht mehr miteinander reden und Probleme ausreden??

    Bitte jetzt aber nicht umgekehrt schon wieder die Opfer zum Täter machen, nur weil sie darüber reden, welche Optionen sie haben, um sich zur Wehr zu setzen! Das Opfer sollte erst mal gar nichts müssen, schon gleich gar nicht erst mal lieber mit dem Täter reden, nur um es dem Täter irgendwie leichter zu machen!


    Wenn du schon an der Gesellschaft zweifelst, dann doch bitte zuerst mal wegen solcher Typen, die nichts dabei finden, fremdes Eigentum zu manipulieren! DIE sind das Krebsgeschwür unserer Gesellschaft, nicht deren Opfer!


    Alles, was du da anklagst, ist erst die Folge dessen, dass andere sich nicht an - eigentlich selbstverständliche - Regeln halten! Und weil das für immer mehr Leute ganz normal zu sein scheint (siehe zunehmende Verrohung in Wort und Tat in allen Bereichen), bleibt den Opfern nur, sich selbst um so stärker mit geltenden Regeln und Mitteln zur Wehr zu setzen, wollen sie nicht auf das selbe Niveau herabsinken.


    Ich persönlich würde zwar ebenfalls versuchen, den Typen erst mal informell zu identifizieren und direkt anzusprechen - Imker kennen sich untereinander, wenn es ein lokaler ist, kriegt man den raus. Wenn er dann immer noch weitermacht, dann, ja dann würde ich schon auch größere Keulen rausholen, anders geht es heutzutage einfach nicht mehr.


    Ich schaue mir neue, fremde Bienenstände auch an, laufe darum herum. Aber Anfassen oder gar Aufmachen - no go! Und das erwarte ich von jedem anderen auch. Und damit das nicht in Vergessenheit gerät, muss man gelegentlich auch mal Täter richtig anfassen und nicht immer nur schonen, sonst ist es wie eine Ermunterung.

  • Trotzt allem Ärger, würde ich versuchen bei den Fakten zu bleiben, und das Kopfkino auszubremsen.

    Beschädigt wurde nichts, ...


    Mich ärgert es einfach so sehr, dass es Leute gibt, die sich an fremden Eigentum vergehen.

    Es ist kein Schaden entstanden... trotzdem ist es übergriffig. Extrem übergiffig. - Weil er hat nicht nur die Beute geöffnet, sondern auch die Kamera angefasst.


    Das ist vielleicht vergleichbar ungefragt einen fremden Garten zu betreten, und sich ganz genau umzuschauen. - Oder bei Fremden unerlaubt Schränke und Schubladen inspizieren. - Oder anderer Leute Handy durchsuchen.


    Es gibt so Leute, die ohne Hemmung und ohne jeden Anstand die Persönlichkeitsgrenze überschreiten.


    Ich würde wissen wollen wer das ist, Imker-Kollegen informieren und um Rat bitten, und den Betreffenden direkt darauf ansprechen. - Klare Verhältnisse schaffen. Grenzen aufzeigen. - Und abhängig davon wer der Mensch ist, und wie das Gespräch verläuft, es auf sich beruhen lassen... oder eben nicht.

  • ...

    Vom Behördengang würde ich absolut abraten. Warum muss alles gleich angezeigt werden. Miteinander reden und schon sind sehr viele Probleme vom Tisch ...


    Lg

    Lustig... Wenn, ja wenn man die Leute erkennt! In diesem Fall hat dieser Leut die Kamera vorher entdeckt, wusste von ihr und sie neutralisiert, um nicht erkannt zu werden...


    Gegenfrage:

    Warum stellt man mit Wissen um die Respektlosigkeit ggü. anderer Leute Eigentum seine Bienen an einen frei zugänglichen Rad- und Wanderweg oder auf einem frei zugänglichen öffentlichen Gelände auf? Muss man erst mit dem Zaunpfahl winken "hier gibt es Bienen zu sehen und bequem zu holen!" ?


    Was will man denn mit solchen Leuten reden? "Du Du, beim nächsten mal gibt es Anzeige!" oder bietet man lieber direkt einen Obulus für die Zukunft, dass er auf deine Bienen aufpasst oder was?


    Die lachen sich den A.sch ab und machen genau so weiter. Wenn nicht bei dir, dann bei jemand anderem. Und genau weil das nie aktenkundig gemacht wird, fühlen sie sich zu Recht sicher. Passiert so etwas bei Behörden oder Institutionen, wird dann von "Seilschaften", "Chorpsgeist" oder "Kameraderie" gesprochen - solang bis es dann mal richtig in die Hose geht.


    Und wehe, du erfährst so etwas von anderer Stelle und bestätigst Namen oder Vorfall, dann bist du auch noch der Dumme von wegen üble Nachrede oder falsche Verdächtigung ggü. dem Beschuldigten, weil du es selbst nicht schon eher angezeigt hast ggü. deinen Vereinskollegen oder Nachbarn. Wenn es dann richtig dumm läuft, ist der Beschuldigte sogar ein Vereiskollege, wurde im Forum schon häufiger so berichtet.


    Oder hat man selbst ein schlechtes Gewissen oder sogar etwas zu verbergen, dass man besser nicht zur Anzeige greifen sollte?


    Gruß Andreas

  • Strafanzeigen kann man i.ü. auch jederzeit zurücknehmen - bspw. schon dann, wenn der Gefilmte ermittelt ist. Dann wäre bspw. Gelegegenheit zu einem direkten klärenden Gespräch - was i.ü. von den erwähnten Institutionen i.d.R. unterstützt wird (schon allein aus arbeitsökonomischen Gründen).

    Danke für den Beitrag, in vielen Punkten sprichst du mir aus der Seele. Zum Zitat nur eine kleine juristische Korrektur. Zurücknehmen kann man den Strafantrag. Eine Strafanzeige ist erst einmal in der Welt.


    Was jetzt bei der Sachbeschädigung ein Problem sein könnte, da es sich um ein sog. relatives Antragsdelikt handelt. Wenn der Strafantrag nicht vorliegt, dann könnte theoretisch trotzdem weiter ermittelt und das Verfahren seinen Gang gehen, wenn die StA das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung bejaht. Was nun häufiger passiert als man meint und evtl. gerade bei den zunehmenden "Bienensachen" der Fall sein könnte.


    Anders beim absoluten Antragsdelikt. Hier ist ohne den Strafantrag nichts mehr offen.

  • Weil es Personen gibt, denen keine anderen Stellplatz haben?


    happygerd Es ist in der Tat so, dass ich mittlerweile eher dazu tendiere, dass Negative von der Gesellschaft zu erwarten. Wie soll man solche Leute ausbremsen, wenn nicht durch rechtliche Schritte? Die würden doch ohne mit der Wimper zu zucken weitermachen. Wenn nicht bei mir, dann woanders.

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    Hallo Leute und vielen Dank für die vielen Antworten!


    Die Kamera filmt absolut nur Privatgelände, kein öffentliches Gelände.

    Ich war noch einmal an den Beuten, es ist "äußerlich" kein Schaden zu erkennen.


    Nach einiger Überlegung werde ich - vorerst - alles so genau dokumentieren wie möglich.


    Da ich die Person nicht kenne, wird mein erster Schritt sein, auf umliegende Imkervereine zuzugehen. Falls in einem dieser der Herr bekannt ist, werde ich mit dem Vereinsvorsitzenden dessen versuchen ein Gespräch zu führen und darauf hinzuweisen, dass rechtliche Schritte vorbehalten sind und ohne aussagekräftige Erklärung eingeleitet werden. Wovon ich sowieso ausgehe.


    Sollte diese Person nicht bekannt sein, werde ich umgehend die Polizei verständigen. Mein Imkereivorsitzender wurde bereits benachrichtigt und möchte mit mir - wenn es nicht mehr so stürmisch ist - eine erste Begutachtung am Volk vornehmen.


    Zudem ist ein 80x80cm Großes Schild in Bearbeitung, mit Hinweis auf Privatgelände und Videoüberwachung. Ist vielleicht ein bisschen Abschreckender...


    LG

  • Wenn ich darauf anworten darf ...

    Gegenfrage:

    ....

    Was will man denn mit solchen Leuten reden? "Du Du, ...

    Solche Konfliktgespäche sind nicht jedermanns Sache. Völlig klar! - Mit entsprechend zeitlichem Abstand ist die 1. Grundvoraussetzung selber kühlen Kopf zu bewahren, und sachlich zu bleiben.


    Klare Verhältnisse schaffen. Grenzen aufzeigen. - Aber zugleich den Respekt wahren, und die Persönlichkeitsgrenzen der anderen respektieren.


    Ist leichter gesagt als getan. Es bleibt eine schwierige Nummer.

  • Ich kann den Kommentar von Hornet nur unterschreiben, auch wenn ich gerne auch den Konsens suche.


    Leider haben viele den Respekt vor fremden Eigentum und Rechten verloren und diese Leute verdienen eine Null Toleranz Behandlung.

    Doch davor gibt es den staatlichen Täterschutz. Sich an die Behörden zu wenden bringt gar nichts, weil es sich wenn überhaupt um einen einfachen Diebstahl handelt.

    Aus diesen Grund sind meine Beuten alle eingezäunt und mit betreten Verboten Schild, sowie mit dem Stand-Schild vom Imkerfachhandel mit meiner Telefonnummer, versehen.

    Jedes betreten geht dann sofort zu meinem Anwalt.

    Wer was gezeigt haben will, kann gerne bei mir anrufen!

    Ich habe da nichts zu verbergen und habe schon mehrfach interessierten Besuchern und Spaziergängern meine Bienen gezeigt.

    Daher ist der Hinweis mit dem Zaum von dem Imkerkollegen hier gold richtig.

    Hinzu kommt, dass das Foto aus der Kamera ja nicht rechtssicher angewendet werden kann, wenn Hinweis und Zaun fehlen.

    Bevor man sich da ein Eigentor schiesst, sollte man einen gescheiten Anwalt konsultieren.


    Leider hatten wir hier auch sogenannte Imkersheriffs die meinten an andere Bienenstände gehen zu müssen.

    Früher oder später schlägt dann die Erziehung durch.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Herrn mit meiner Wildtierkamera erwischt, wie er den Deckel anhebt und der Stein darauf danach verschoben ist...

    Mich ärgert es einfach so sehr, dass es Leute gibt, die sich an fremden Eigentum vergehen.

    Ein neugieriger Kollege, der einen Blick durch die Folie werfen wollte, wie zu Hause, quasie Reflexartig... merkt dann, das er einfach gefilmt wurde, ist angesäuert, lässt seinen Frust an der Kamera aus, merkt, war falsch, lässt sie liegen, will nicht noch mehr Fehler machen...

    Was war jetzt der Schaden, außer das der Stein auf der Beute anders liegt? Da ist kein krimineller Vorsatz erkennbar.

    Bring die Kamera wieder an und gut.

  • Nö,

    Ein neugieriger Kollege, der einen Blick durch die Folie werfen wollte, wie zu Hause, quasie Reflexartig...

    an fremdem Bienenstand ist nicht wie zuhause. Da wird auch niemand "übermannt", was ja eine Ausrede des Monats ist.
    Warum bitte für Menschen ohne Kinderstube Ausreden und Entschuldigungen basteln? Zwischen mein und dein sollten Erwachsene unterscheiden können.
    Nicht jeder hat das Glück eines nicht einsehbaren Gartens, sondern hat seine Völker sichtbar und erreichbar aufgestellt. Das rechtfertigt weder an diesen Völkern rumzufummeln, noch victim-blaming.

    Letzte Woche kamen wir im Pitztal beim Schnee-Wandern an einen schönen Bienenstand mit 16 Völkern, auch ohne Einzäunung geht man da nicht nah ran sondern erfreut sich aus 10m Abstand.

    Hallo, wer sollte um diese Jahreszeit Königinnen klauen ?

    Ein Imker, wer sonst:
    Bild aus "Hanauer Anzeiger" vom 6.2.2020 verlinkt:

  • happygerd

    Tut mir leid aber du schockierst mich hier jetzt wirklich.


    Wenn jemand mein Privatgelände betritt, sich an meinen Sachen zu Schaffen macht und sogar noch versucht etwas zu stehlen oder zu beschädigen... Warum in aller Welt sollte man das nicht zur Anzeige bringen? Hier selbst Nachforschungen anzustellen und die Person ausfindig machen ist eher die fragwürdige Vorgehensweise.


    Privatgelände darf Videoüberwacht werden. Wenn man sich hier an alle Regeln hält dann hat man auch kein Problem mit solch einem Material eine Anzeige zu stellen und hat nichts zu befürchten.


    Handeln muss Konsequenzen haben und somit bitte ich alle darum, wenn ihnen so etwas passiert, zur Polizei zu gehen.

  • Moin Silentdrohn,

    noch ein Hinweis: Das Schild: Privatgelände -Betreten verboten - ist wahrscheinlich sowieso wirkungslos (auch rechtlich)- wenn das Gelände nicht "umfriedet" (zB Zaun)ist. Das heisst der Spaziergänger/Mitnutzer muß ein Hindernis (Zaun/einzelner Draht) überwinden müssen um hier einen Verstoss zu begründen.

    Von daher war der Tip mit den Baustahlmatten bisher der beste. Theoretisch würde ein rundherum gespannter Draht auch reichen aber halt nur in der Theorie.

    Gruß Martin

  • Hallo, wer sollte um diese Jahreszeit Königinnen klauen ?

    Ein Imker, wer sonst:
    Bild aus "Hanauer Anzeiger" vom 6.2.2020 verlinkt:

    Hallo, ich weiß ja nicht wie weit bei euch das Wetter ist, aber hier im Westerwald weiß ich noch nicht, ob ich eine Königin brauche. Jetzt werden ganze Völker, aber keine einzelne Königinnen geklaut. Sicher ist das eine tolle Ausrede wenn im Fruühjahr keine mehr da ist.

    Bis bald

    Marcus