Fremder schaut in die Beute / Mit Wildtierkamera erwischt

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    Hallo liebe Imkerkollegen,


    ich habe momentan folgendes Problem. Ich habe meine Bienen auf einem unabgesperrten Privatgelände. Ab und zu sehen sich dort auch Spaziergänger die Bienen an. Damit habe ich ja kein Problem, nur habe ich am 05.01.2020 einen Herrn mit meiner Wildtierkamera erwischt, wie er den Deckel anhebt und der Stein darauf danach verschoben ist. Keine zwei Minuten später liegt die Kamera im Gras (keine Sicht mehr auf die Beuten).


    Beschädigt wurde nichts, außer das die Rähmchen in der Beute etwas schief angeordnet waren. Ein Imkerkollege hatte erwähnt, dass es Leute gibt, die Königinnen klauen. Jedoch möchte ich jetzt nicht wirklich nach der Königin suchen, sondern die Bienen in Ruhe lassen (mein stärkstes Volk auch noch...)


    Mich ärgert es einfach so sehr, dass es Leute gibt, die sich an fremden Eigentum vergehen.


    Meine Frage ist nun, was würdet Ihr machen? Sollte ich Anzeige gegen diesen Mann erstatten? Nach §303 StGB ist ja allein der Versuch der Sachbeschädigung strafbar.


    Vielen Dank schonmal...

  • Hallo Silentdrohn

    hast du darauf hingewiesen daß das Gelände Videoüberwacht ist?

    ->wegen Recht am eigenen bild usw.

    Wenn nicht, hast du Glück das die Kamera noch da ist bzw. der Chip!


    Im übrigen hast du natürlich Recht an den Beuten hat keiner was zu suchen!!!

    Gruß Martin

  • Am vordersten Beutenbock ist ein Schild "Privatgrundstück - Betreten Verboten Kameraüberwacht" versehen. Unübersehbar. Genau an der Beute darüber hat er sich vergriffen.

  • Deshalb stehen meine Bienen in einem Geviert aus Bauzaunfeldern mit einem Fahrradschloss gesichert. 30€ pro Zaunfeld mit Betonfüßen und Sichtschutzbespannung. Wer da reingeht bricht ein. VG Jörg

    Das ist eine gute Idee. Gleichwohl schützt es nicht vor Diebstahl - so geschehen bei einem befreundeten Imker (alle 8 Völker geklaut). Dennoch - man kann dann per Wildkamera den Bereich überwachen und den Einbruch als solchen dokumentieren.


    Die Verluste im Laufe der momentanen Regenzeit müssen wohl relativ hoch sein...

  • Beim Zaun um den videoüberwachten Bereich geht es meist nicht zuerst um den mechanischen Schutz vor Diebstahl, sondern um die Schaffung eines anderen Rechtsrahmens:

    - Der Eindringling muß mehr kriminelle Energie aufwänden und

    - im Privatbereich sind Videoaufnahmen eher zulässig.

    Dazu hat eine einschlägige Fa. die Regeln recht gut zusammengefaßt:

    https://www.abus.com/ger/Ratge…ndlagen/Videoueberwachung

    :

  • Sollte ich Anzeige gegen diesen Mann erstatten?

    Wenn Du den nicht selbst identifizieren und mit ihm Kontakt aufnehmen kannst: Ja.

    Strafanzeige ist ja nur die Bitte an die zuständige Behörde zu prüfen, ob ggf. strafbares Verhalten vorliegt.

    Freilich sollte man das gut vorbereiten:

    - Möglichen Schaden fachgerecht einschätzen lassen (Vereinsvorsitzender ist von Amts wegen = Versicherungserstgutachter)

    - Die Folgeschäden dabei nicht vergessen (da derzeit wetterbedingt keine Durchsicht angezeigt ist -> regelmäßige Kontrollfahrten und Arbeitszeit zur Prüfung der Weiselrichtigkeit durch Fluglochbeobachtung usw.)

    - potentiellen Ernteausfall bei beschädigter/gestohlener Kö. angeben und den Verlust an Bestäubungsleistung vorrechnen

    - Totenfall vom Bodengitter mit Erstgutachter entnehmen, auswiegen -> Anzahl der durch Beutenöffnung zur Unzeit und räuberischen Eingriff getöteten Bienen daraus ableiten und dabei auf einschlägige obergerichtliche Rechtsprechung verweisen usw.).


    https://www.ots.at/presseausse…en-vor-pestizidmissbrauch


    Je besser die Strafanzeige vorbereitet ist, umso mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, daß das Ermittlungsverfahren vorzeitig eingestellt wird.

  • Hi,

    ich kenne das selbe Problem ...

    Als meine Bienen neu an einem Standort neben einem Rad/Wanderweg waren ging es nicht lange und ich bemerkte - da fummelt jemand.

    Kamera montiert, ein paar Tage später schon Bilder von dem Herrn.

    Mein Vorteil - wenn jemand an Beuten fummelt, dann ists ein Imker. Ist es einer, dann kennt ihm jemand. Hab ihn ausfindig gemacht, ihm "zukommen lassen" dass die Bienen Videoüberwacht sind und siehe da - nie mehr was geschehen.


    Ich denke er wollte nichts böses, er wollte nur schauen was da abgeht... Waren ja neue Bienen in seinem Flugradius ... Egal, ich will das nicht und es hat keiner zu machen.

    Vom Behördengang würde ich absolut abraten. Warum muss alles gleich angezeigt werden. Miteinander reden und schon sind sehr viele Probleme vom Tisch ...


    Lg

  • Da kommt es auf den Einzelfall an. Hier war durch die Beschilderung unzweifelhaft klargestellt, daß zumindest der Standort der Beuten Privatgelände mit Betretungsverbot und Kameraüberwachung ist. Das hat der Täter offensichtlich bewußt mißachtet. Wo genau nun die Grenze zwischen Privatgelände und Öffentlichkeit verläuft und ob die Kamera auch öffentliche Bereiche abfilmte bzw. einen Bereich, von dem aus die Beschilderung bzw. Abgrenzung des Privatgeländes nicht erkennbar war, das weiß zu allererst der Fragesteller.

  • Hi,

    also ich spreche niemanden direkt an - es geht mir ums allgemeine …


    Was mich eigentlich fast mehr stört als der eine Hanswurst der in ein fremdes Volk schaut - versteht mich nicht falsch, ich sehe das auch als ein absolutes "no go" - ist das, dass gleich über rechtliches diskutiert wird.

    Darf ich den klagen, was muss ich erfüllen damit ich das kann usw usw...

    Hey Leute, was ist bitte mit unserer Gesellschaft los??? Warum können "wir" nicht mehr miteinander reden und Probleme ausreden?? Anwalt, Gericht - ich finde das ein wenig zum Ko..en … Einfach zu jemandem hingehen, "Hey, warum machst du das?? Bitte lass das …" und schon wären viele Sorgen geringer …

    Es geht jetzt nicht zu 100% nur um diesen Fall hier, aber es ist gerade ein Beispiel …


    LG

    :liebe002: