• Moin zusammen,


    mir ist bei der Vor-Sturmkontrolle ein Volk aufgefallen, dass offensichtlich an Durchfall leidet. Von innen war die Beute halbwegs sauber, auch die Rähmchen waren nicht übermäßig verkotet.

    Habe trotzdem erstmal bei sonnigem Wetter die Beute getauscht.

    Futter ist genug drin, dürfte auch nicht viel Honig drin gewesen sein, weil´s ein Brutsammler ist, der permanent flüssig gefüttert wurde.


    Was sich allerdings negativ ausgewirkt haben dürfte, ist die Aufstellung. Die Beute steht nur auf einer Palette auf einer großen Betonfläche, so dass es sowohl kalt als auch nass von unten war. Warum mir das durchgegangen ist, kann ich nicht mehr rekonstruieren, alle anderen Stände haben mindestens 2 Paletten drunter.


    Neben dem Beutentausch habe ich auch die Bodeneinlage eingeschoben, um etwas Kälte und Feuchtigkeit abzuhalten.


    Was mich jetzt noch umtreibt: Um was für einen Durchfall handelt es sich? Irgendetwas ansteckendes? Erkennt man das vom Bild her? Sonst müsste ich mal schauen, ob ich einen BSV auftreiben kann.


    Besten Dank schonmal.

  • sieht nach Maikrankheit (Suchfunktion oder googeln) aus. Entsteht durch Wassermangel, ist nicht ansteckend. Merkmal Pünktchen und Würstchenkot.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • sieht nach Maikrankheit (Suchfunktion oder googeln) aus. Entsteht durch Wassermangel, ist nicht ansteckend. Merkmal Pünktchen und Würstchenkot.

    Hi,


    Maikrankheit? Die entsteht doch bei einem Überangebot an Pollen und einem Mangel an Wasser. Die Farbe des Kots ist dann auch eher die des Pollens. Trotz des milden Wetters dürften Pollenangebot und Brutnestumfang noch nicht so groß sein, zumal in den meisten Gegenden Wasser gut verfügbar ist- das im Bild scheint mir eher klassische Ruhr zu sein. Für Nosema fehlt die Punktkettenform.


    Meine Meinung zum Volk: Wenn es das Frühjahr erlebt prüfe, wie stark es ist. Ein ausreichend starkes Volk kann die bekoteten Waben aus eigener Kraft reinigen. Andernfalls beginne im Frühjahr damit, die verdreckten Waben Stück für Stück gegen Mittelwände zu tauschen.


    Beste Grüße


    Peter

  • Hallo TiHeBo

    Ich bin der Meinung das sich dieses Volk durch sauer (feucht) gewordenes Futter den Durchfall geholt hat und zusätzlich durch die Kälte von unten verstärkt. Wärmeschutz von unten ist von großem Vorteil, also du hast alles richtig gemacht. Je nach Möglichkeit, würde ich die Kotflächen von den Rähmchen, bei Gelegenheit, kratzen bzw. die Waben austauschen, aber ohne Panik, das ist eine normale Verstimmung, wie es auch beim Menschen vorkommt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo TiHeBo

    Ich bin der Meinung das sich dieses Volk durch sauer (feucht) gewordenes Futter den Durchfall geholt hat und zusätzlich durch die Kälte von unten verstärkt. Wärmeschutz von unten ist von großem Vorteil, also du hast alles richtig gemacht. Je nach Möglichkeit, würde ich die Kotflächen von den Rähmchen, bei Gelegenheit, kratzen bzw. die Waben austauschen, aber ohne Panik, das ist eine normale Verstimmung, wie es auch beim Menschen vorkommt.

    Reinhard,

    hier muss ich doch massiv dagegenreden.

    - "sauer gewordenes Futter" ist überden Winterso gut wie aausgeschlossen und kommt auch sonst praktisch nicht vor
    - Wärmeschutz von unten ist IMHO Unfug, da Wärme immer noch nach oben steigt und ein Betonboden eher trocken ist als nass
    - Das Abkratzen von vollgechyssenen Waben ist nun wirklich ein NOGO und
    - Durchfall ist bei Bienen eine höchst ansteckende Sache und erfordert unsere Aufmerksamkeit, das kann man nicht einfach als "normale Verstimmung" abtun!

    Grenzen sind konstruiert. Was uns trennt und verbindet, wird von Menschen gemacht.

  • Ich würde auch auf Maikrankheit tippen.

    Nimm mal eine tote Biene vor der Beute und drücke sie hinten zusammen. Wenn der Kot trocken und zäh ist, lag es an Wassermangel.

    Oder du packst die tote Biene und ziehst den Darm an dem Stachel raus. Wenn der weiß ist ist es Nosema.

    • Suche nach flugunfähigen aber lebenden Bienen.
    • Mache mit denen, was JungerImker geschrieben hat. (Differentialdiagnostik Maikrankeit <-> Nosema)
    • Halte Ausschau nach Sterbegruppen. (Zeichen für Nosema)
    • Suche nach dünnflüssig abgespritztem dunklem Kot (Zeichen für Ruhr)
    • Suche nach gelben größeren Kotflecken (Zeichen für Amöbiose)

    Was kann man machen? Heilen kann man das Volk z.Zt. nicht. Ich würde abschätzen, ob es noch stark ist. In diesem Fall würde ich abwarten, bis die Bienen fliegen können und erst dann weiter überlegen. Falls es aber schwach sein sollte, würde ich es abtöten, damit es bei Flugbeginn nicht ausgeräubert wird und die anderen Völker ansteckt.

    Gruß Ralph

  • Besten Dank schonmal für die Antworten, ich wühle mich mal durch.


    - Wärmeschutz von unten ist IMHO Unfug, da Wärme immer noch nach oben steigt und ein Betonboden eher trocken ist als nass

    Ich war gerade noch mal auf dem Heimweg von der Arbeit am stand. Der Beton ist schon ganz gut bemoost und auch dementsprechend feucht.

    Nimm mal eine tote Biene vor der Beute und drücke sie hinten zusammen. Wenn der Kot trocken und zäh ist, lag es an Wassermangel.

    Ich konnte nur am Totenfall vom Boden testen, der jetzt schon 2 Tage im Regen lag. Auf dem Flugbrett liegt dank dem Orkan nichts mehr. Die getesteten Biene hatten alle einiges an Kot im Hinterleib, der wiederum war aber von normaler Größe, also nicht aufgedunsten.

    Konsistenz ist schwer einzuschätzen, wenn man keine gesunde Biene als Vergleich hat, tendentiell würde ich aber schon sagen, etwas dickflüssig.

    Wo allerdings an dem Standort und zu dieser Jahreszeit der Wassermangel herkommen soll, ist mir ein Rätsel. Die Beuten stehen in der Nähe eines Flusses, der Niederschlag bei uns war bisher auch regelmäßig und von den Temperaturen gab es alle paar Tage mal Flugwetter.

    Ich kann aber auch nicht sagen, seit wann die Beutenfront so verkotet ist, habe die letzten Wochen nur geguckt, ob die Deckel gut liegen und Bienen fliegen, da bin ich nicht jede Beute durch gegangen.

    Oder du packst die tote Biene und ziehst den Darm an dem Stachel raus. Wenn der weiß ist ist es Nosema.

    Momentan nicht machbar, da keine frischen Toten vor der Beute. Wenn´s Wetter sich wieder beruhigt hat, gehe ich da nochmal nach.

    Halte Ausschau nach Sterbegruppen. (Zeichen für Nosema)

    Sind mir beim Umsetzen nicht aufgefallen.

    Suche nach flugunfähigen aber lebenden Bienen.

    Dito.

    Suche nach dünnflüssig abgespritztem dunklem Kot (Zeichen für Ruhr)

    Würde den Kot eher als hell und etwas dicker beschreiben, fast schon "sandig". Ich habe noch ein Detailbild angehängt.

    Ich würde abschätzen, ob es noch stark ist.

    Passend für die Jahreszeit. Auch der Totenfall war normal. Ich werde beobachten und mich beim nächsten warmen Tag mal davor setzen.

  • Die Darmprobe an toten Bienen ist zwecklos, da der Darm sich schnell verändert. Ruhr muss nicht zwingend auf fehlerhaftes Futter hin deuten. Möglich ist Mischinfektion. Eine gestörte Eiweisverdauung ist an den Pollenkörnchen im Kot zu erkennen. Ich tippe daher auf ein eher schwächeres Völkchen mit "Angstbrut", welches sich nicht rechtzeitig und ausreichend reinigen konnte. Sind die Waben zu dolle verschossen, einfach austauschen und weiter gehts. Gesunde, starke Völker werden durch sowas nicht angesteckt.