Winterauffütterung mit Futterteig vs. Futtersirup ggf. Kombination

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    Moin,


    es ist zwar noch relativ lange hin, andererseits auch noch nicht so lange her – die Winterauffütterung!


    Ich habe nach der TBE und Abschleudern , meine Völker mit Ambrosia Sirup aufgefüttert. Über einen längeren Zeitraum, in Futterschalen, jeweils 2 Liter und Glasschaumsteine als Schwimmhilfe.


    Trotz der relativ kleinen Futtermengen kam es teilweise bis zum vollständigen Eintragen der Sirupmengen bis ins Brutnest.


    Nun hat man mir empfohlen, mit Futterteig die Auffütterung zu starten. Jeweils einen ganzen Block (15 Kg) auflegen und 4 Wochen zum Umtragen Ruhe geben. Dann wiegen und die noch Fehlmenge bis zum Wunschgewicht mit Sirup nachfüttern.


    Hat jemand Erfahrung mit einer solchen Auffütterungsmethode und kann mir dazu etwas sagen?

    Für mich wäre die Auffütterung so mit Futterteig völlig entspannter als jede Woche 2 l Futtersirup in die Futterschale zu geben.


    Grüsse aus Cuxhaven

    Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Die starken Völker bekommen bei mir einen kompletten 15 Kilo Block. Der ist je nach Volk in der Regel nach zwei Wochen weg. Da ich immer lieber auf Nummer sicher gehe bisher, gibt's dann nochmal ein paar Kilo. Funktioniert einwandfrei.

    Wichtig ist, daß der Block wirklich nur von unten durch zwei, drei Wabengassen zugänglich ist, damit er nicht austrocknet. Ab und zu mal bissl an der Folie zupfen, falls sie nicht bis in den letzten Winkel kommen.


    Schwächere Völker füttere ich mit den kleineren 2,5 Kilo-Paketen auf, da ich da "gefühlt" eine bessere Kontrolle habe, was abgenommen wird, und ob ich u.U. auf flüssig umstellen muss.


    Ich hab dieses Jahr auch vermehrt flüssig gefüttert (gelernt hab ich's in den Kursen mit Teig), und wie du sagst ist es halt weitaus mehr Aufwand, man muss arg aufpassen, daß man nicht kleckert etc.


    Wobei ich dieses Jahr auch mal den 12 Liter Futtereimer ausprobieren möchte, um weitere Erfahrung zu sammeln.


    Die größten Fehler, die ich mit Futterteig gemacht habe, war, diesen nicht korrekt aufzuschneiden bzw. nicht genug Sorgfalt bei der Positionierung, so daß er von außen angefangen hat trocken zu werden. Für die Bienen unproblematisch (man gibt halt wieder neuen und arbeitet den getrockneten wieder um), aber halt mit Arbeit verbunden. Seit ich das besser beachte habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht für die Wintereinfütterung (auch wenn es ja in der Regel eher heißt: Teig zur Reizfütterung, Flüssig für den Winter)

  • Seit die Sommer und Spätsommer so trocken und heiß sind, nutze ich keinen Futterteig mehr zur Auffütterung.

    Einen ganzen Block zu geben macht außerdem eine Kontrolle des Volkes oder eine Behandlung nur schwer möglich.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Ich habe im Sommer die Wirtschaftsvölker mit Flüssigfutter versorgt. Ableger gebe ich allerdings gerne zu beginn Futterteig (geruchsfrei), um Räuberei zu minimieren. Später wechsle ich dann auch auf flüssig. Ich glaube bei Wirtschaftsvölkern geht beides gut, wenn der Zugang zu Wasser gewährleistet ist. Dann liegt es eher an Vorlieben des Imkers;)

  • mit Ambrosia Sirupaufgefüttert. Über einen längeren Zeitraum, in Futterschalen, jeweils 2 Liter

    Hab ich anfangs auch so ähnlich gemacht, mit 2 Liter Futtertrögen, aber das dauert einfach zu lange. Seit letztem Jahr hab ich die großen Futtertaschen für ca. 7,5 Kg Sirup, also 1x füllen und nach 1-2 Tagen insgesamt 2-4x nachfüllen, wird super schnell abgenommen, bis fast alle Leerwaben wieder verdeckelt sind.

    Dazu kommen bei mir zunächst nochmal über dem ASG zum Teil gleich 2 Zargen mit je 10 ausgeschleuderten Waben auf die besonders starken Völker, so das dort jeweils 8 extra Waben übrig bleiben um bei den schwächeren Völkern die 2 leeren Plätze zu füllen, wenn die Futtertaschen rauskommen. Bei dieser Vorgehensweise wird das Futter schön in die Leerwaben eingelagert und engt nicht das Brutnest ein. Das ganze ist nach 1-2 Wochen erledigt und dann muß nur noch das ASG raus und die Völker können größtenteils auf 2 Zargen überwintern, unten Brutwaben, oben viel verdeckeltes Futter.

  • Ich habe bei 2 Völkern dieses Jahr erstmalig ein 15kg Brocken aufgesetzt, da die zu wenig Futtervorräte eingelagert hatten und ich auf Grund des späten Termin bei der Kälte nicht mehr mit Sirup rummehren wollte.

    Beide Völker waren gestern wohlauf und hatten ca 25% Futterteig verbraucht.

    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Moin,
    danke allen für ihre Postings zu meiner Anfrage.

    Ich werde es dann dieses Jahr mal versuchen, zuerst mit einem Futterteigblock zu Füttern und die Fehlmenge dann mit Sirup Nachfüttern.

    Grüße
    Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Ich handhabe es so, dass ich Mitte Juli abschleudere. Dann gibt es direkt 2,5Kg Apifonda. Dann Ende Juli/Anfang August die nächsten 2,5Kg Apifonda. Dann Mitte August nochmal 2,5Kg Apifonda. Ende August dann 14Kg Apiinvert. Dann ist die Auffütterung spätestens Mitte September erledigt.


    Auf meinem Imkergrundkurst hatte ich gelernt, dass man zweizargige Völker mit 18-22Kg einfüttern soll. Ich habe mich da immer am oberen Ende orientiert. Aufgrund des disjährigen warmen Winters war das wohl auch nicht die schlechteste Idee.


    Mit dem Vorgehen habe ich bisher zumindest keine schlechten Erfahrungen gemacht.

    Derzeit neun Völker in DNM 1,0 Holzbeuten.

  • Ich füttere nach dem letzten Abschleudern zwei bis drei Blöcken Sirup ein. Nach dem ersten Block kommt dann die AS Behandlung und der Rest dann später. Je nach Volksstärke 16 - 20 kg pro Volk.

    Nur wenn diie Völker es nicht schaffen den Sirup abzunehmen, kommt im Spätherbst bis Frühjahr Futterteig zum Einsatz.

    Dafür habe ich hier im Herbst einen 1.200 kg Ibc Container stehen, den ich im nächsten Jahr wieder eintausche. Mit einer Rohrverlängerung kann man dann den Sirup direkt in Eimer etc abfüllen.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Nur wenn diie Völker es nicht schaffen den Sirup abzunehmen, kommt im Spätherbst bis Frühjahr Futterteig zum Einsatz.

    Völker, die es nicht schaffen, genug Sirup aufzunehmen, räume ich ab. Vor dem Winter.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ja rase ,

    Ich würde als Berufsimker genau so handeln.

    Als Hobbyimker kann ich mir es leisten zu unterscheiden, ob das Volk Mist ist oder ob der Fehler hinter der Kiste stand.

    Beim ersteren wird mittlerweile rigorous aufgelöst.

    Beim letzteren ist zu überlegen, ob man es schafft mit 2-3 kg das Volk durch den Winter zu bringen.

    Bei viel mehr lohnt es nicht, aber den Luxus kann ich mir erlauben.

    Auf diese Weise habe ich schon einige Völker durch den Winter gebracht.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Ich würde es nicht "Luxus" nennen, eher eine Chance geben.

    Wer weiß ob das "schwache" Volk im kommenden Jahr alles "Starken" überrundet.

    Wir "Hobby's" haben halt auch unsere Vorzüge ...


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."