tote Bienen während der Winterzeit

  • Hallo,


    Ich bin Bienenneuling. Im Mai ist mir ein relativ schwacher Schwarm zugeflogen. Den habe ich in einer Beute mit 10 Mittelwänden soweit gestärkt und hoffe das er über den Winter kommt. Nun ist es so das ich nicht weiß wieviele Bienen in etwa drinnen sind in der Wintertraube. In den Büchern wird meist von um die 8000 bis 10000 gesprochen im Winter. Ich kann den Boden von hinten reinigen und da habe ich am Samstag die toten Bienen rausgekehrt. Ich habe diese abgezählt und kam auf etwa 400 Stück. Wieviel Prozent in etwa sind denn normal bei einem Winter ? Ich habe keinerlei Anhaltspunkte und in meinen Büchern finde ich auch nichts drüber. Ich mache mir Sorgen, denn nicht das nur 5000 drinnen sind, denn dann wären es jetzt schon bald 10% weniger. Wie gesagt, es war ein relativ schwacher Schwarm. Ich habe letztes Jahr auch keinen Honig entnommen, nur aufgefüttert und 12 Kilo Zuckerwasser 1:1 gegeben für den Winter.


    Danke schon mal für eure Mühe,


    Gruß Gerhard (Bienenlaie aber sehr interessiert !!)

  • Hallo Gerhard,
    laß dich nicht irre machen, schon recht nicht von den Zahlen, die da immer im Raume stehen.
    Verschreibe Dir noch einige Wochen Geduld, dann wirst Du schlauer sein, ob oder ob nicht.
    Jetzt änderst Du ja doch nichts daran.
    Ich hatte als relativer Neuling auch schon einml Völker, aus denen ich
    kehrblechweise die Toten rausgeschafft habe, und im Frühling waren die Völker dann doch noch am Leben.
    Es gibt enfach Völker, die brüten sehr lange in den Winter hinein und nehmen auch viele Alt(=Sommer)bienen mit; diese haben dann im Winter ihre Schuldigkeit getan und finden sich als Totenfall wieder.
    Also, hinseten, ein Buch und (wems gefällt) einen steifen Grog zur Hand und auf den Frühling gewartet. :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Gerhard,


    aus Deinen Angaben ist leider wenig zu entnehmen. Wieviele Waben hat denn der Schwarm im Herbst (oder beim letzten Reingucken) besetzt? Im warmen Herbst sollten die meisten Waben besetzt sein. Wenn es so unter 5° war und die Bienen eine Wintertraube gebildet haben, sitzen sie kompakt auf wenigen Waben, so etwa fünf.
    Im Januar/Februar erreicht die Volksstärke ihr Minimum. Bis dahin fallen, wie Michael schon schrieb, die Sommerbienen. So sollte es zumindest sein.
    Grüße, Thomas

  • Also folgendes. Am 25. Mai habe ich den Schwarm in eine Ablegerbeute geschlagen mit 5 neuen Mittelwänden, keine davon ausgebaut weil ich nichts anderes hatte. Nach 2 Wochen schaute ich rein, es war aber noch keine Brut drin damals. Ich gehe also davon aus das es eine junge, unbegattete Königin war die erst noch auf Hochzeitsflug gehen musste. Die erste Brut stellte ich erst Ende Juni fest. Anhand der wenigen Sommertracht fütterte ich Nektarpol hinzu, fast zwei Kilo während Juni/Juli. Ab 20. Juli begann ich Zuckerwasser 1:1 zu geben für den Winter. Erst noch in der 5 Rahmenbeute, aber da wurde es zu eng. Ich zog das Volk Ende Juli nach 2 Kilo Zucker noch um in eine 12 Rähmchen Beute (Normalmaß) und gab weitere 3 neue Mittelwände hinzu. Diese bauten die Bienen nichtmehr ganz aus. Nach den 12 Kilo Zuckerwasser entnahm ich wieder 2 Rähmchen und jetzt sitzen sie praktisch auf 6 Mittwelwänden Normalmaß. Auf 4 Waben war im Oktober Brut, die anderen beiden sind voll mit Honig (Zuckerwasser). Jede Brutwabe hat ausserdem einen vollen Kranz gehabt. Ich hoffe das reicht bis März/April.
    Mir fehlt jetzt die Relativität zu anderen Völkern da ich nur dies eine habe. Ist das stark genug um über den Winter zu kommen ?


    Danke für eure Hilfe/Meinungen,


    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    das sieht nicht rosig aus. Von Juni an nur 8 DNM-Mittelwände z.T. unvollständig ausgebaut - da haben sie wahrscheinlich gehungert. Wenn der Schwarm die 5 MW besetzt hatte beim Einschlagen, war er zwar klein, aber nicht zu mickrig. Zu Beginn des Winters zwei Futterwaben, also etwa 4 kg Futter. Das ist zu wenig. Ich kenne jetzt nicht die Untergrenze bei kleinen Völkern, aber Wirtschaftsvölker gehen bei mir mit 20kg Zucker im Magazin und mit 15kg in den isolierten DNM-Beuten in den Winter und haben meist noch ein paar Kilo Honig. Wie Zucker in Futter umgerechnet wird, da gab es im Stammtisch schon mal was. Schau auch mal unter "Winterfutter" nach, da gibt es Tips, wie Du jetzt noch helfen kannst, falls sich noch etwas regt. Moment - Verbrauch ohne Brut ca. 200 bis 400g Futter pro Woche - Deine 4kg sind nach 10 bis 20 Wochen alle, also etwa jetzt. Auf keinen Fall reichen sie für die Zeit des Brütens, da wird ein Vielfaches verbraucht.


    Schade
    Thomas

  • Servus Thomas,


    das drückt meine Stimmung natürlich schon. Dein letztes Wort "schade" sagt ja aus das alles umsonst war. Ich gib aber trotzdem nicht auf, ich kontrolliere täglich die Bienen. Schau wieviel Totenfall es gibt und höre die Beute ab. Ich kann mir nicht vorstellen das dies zuwenig sein soll, 12 Kilo. Ein erfahrenener Imker war Ende September hier und dann schauten wir zu zweit in die Beute. Er meinte "das reicht an Futter für den Winter". Dieser Mann hat seit 20 Jahren Bienen und deshalb kann ich mir nicht vorstellen das wir so daneben liegen. Eins muß ich noch erwähnen, ich weiß natürlich nicht wieviel Futter ganz vorne in der Beute drin war Ende September. Wir rissen nicht alles auseinander. Die hinteren beiden Mittelwände waren ja wie erwähnt voll. Zudem habe ich keinen Honig entnommen. Ich habe alles den Bienen gelassen. Wenn es dennoch nicht reichen sollte lasse ich mich damit nicht entmutigen. Ich werde dann im März (sollten sie es bis dahin schaffen) bei einem warmen Tag reinschauen und kontrollieren. Zuckerwasser 1:1 kann dann noch helfen wenn das Futter alle ist.


    In diesem Sinne - ich gebe nicht auf !


    Danke für deine Anhaltspunkte und Gedankenanstöße. Ich werde euch über das Forum mitteilen im März wie die Lage steht !


    Gerhard

  • mach dich doch nicht verrückt, das dauernde Kontrollieren schadet den Bienen nur, da machst du sie kaputt. Lass das sein, du könntes ihnen sowieso nicht helfen. Deine Winterfuttermenge könnte normalerweise völlig ausreichend sein, du mußt nur die Umstände betrachten, ich erkläre es dir kurz. Meine Imkereinachbarn füttern in ihren Hinterbehandlungsbeuten ca. 12 ltr. Zuckerwasser 3:2 per Glasballon ein, denen ist in den 20 Jahren ihrer Imkerei noch kein Volk verhungert, obwohl wir im Einzugsgebiet des Bayerischen Waldes liegen, dieses hat nicht gerade ein Weinbauklima. Diese geringe Menge ihrer Einfütterung erklärt sich durch ihr Bienenhaus und die totale Abdeckung mit vielen Decken, wo der Verbrauch einfach weniger ist, auch spielt die geringe Volksstärke ihrer Einzarger eine wesentliche Rolle im Futterverbrauch. Ich brauche bei Einzargern in Styroporbeuten bei Freiaufstellung 15 -20 ltr und in Zweizargern 20 -25 ltr und bei den Buckis 25-35 ltr. Dieser erhöhte Futterverbrauch ist auf die größere Volksstärke meiner Völker gegenüber Hinterbehandlungsbeuten und auf die Freiaufstellung zurück zuführen, da die Buckis volksstärker als die Carnica überwintern muß man hier noch mehr einfüttern. Also laß dich nicht verrückt machen, in deinen Fall könnte die Futtermenge wohl ausreichend sein.

  • Hallo Gerhard, hallo Xaver,


    mir sind schon mehrfach Jungimker begegnet, die alles, was sie fütterten, als Winterfutter zählten. Sie vergaßen völlig, daß der Ableger oder Schwarm viel Futter verbrütet um ein Volk auf zubauen.
    Ich ging von folgendem aus: 8 Mittelwände gegeben, davon 2 wieder raus, also 6 Waben, 4 davon im Oktober mit Brut, 2 davon mit Futter gesehen. Also 4 kg Futter bei noch heftiger Brut (bezogen aif das kleine Volk). Sie wollten eben noch ein richtiges Volk werden.
    Futter wird von den Bienen in der Beute oben oder hinten gelagert. Die Hoffnung, vorn in Fluglochnähe sei noch Futter, begrabe ganz schnell.


    Gerhard, warmhalten ist eine Idee. Wenn das Wetter besser wird nachschauen und die Futtermenge schätzen. Die Notfütterung am besten mit Honig durchführen (zur Notfütterung kann ich Dir wenige Tips geben, da mir diese Erfahrung fehlt). Je wärmer das Wetter bei der Fütterung ist, desto besser - sie müssen nämlich hinkommen und sie brauchen auch Wasser zum Umlagern.


    Nicht aufgeben. Bienen schaffen erstaunliches.
    Thomas

  • Danke für eure Hinweise. Nur noch kurz, ich kontrolliere die Bienen fast täglich und es wird Ihnen wohl nicht schaden wenn ich vorne ins Flugloch reinschaue und mit dem Ohr an der Beute höre. Einen wärmeren Aufstellungsplatz kann ich auf die schnelle nicht organisieren. Sie sind frei aufgestellt. Die Januarkälte derzeit wird bald vorbeigehen und der Dezember war sowieso zu warm.
    Ich bleib auf jeden Fall dran !


    Danke euch,


    Gerhard

  • Hallo liebe Bienenfreunde,


    Noch was zur Ergänzung meiner Auffassung. Ich bin bei diesem Bienenvolk das mir als Schwarm zugeflogen ist nicht auf profit aus. Deswegen habe ich ja auch diesen Artikel in die Rubrik ökologische Betriebsweisen eingestellt. Mir ist es nur wichtig das die Bienen ein zuhause haben, denn in der näheren Umgebung wäre der Schwarm sicher nicht untergekommen. Jetzt versuche ich halt mein bestes diesen Schwarm über den Winter zu bringen. Ich hab auch keine Vaora Behandlung gemacht, ein Schwarm soll ja relativ frei von Vaora sein. Alles was ich sonst so gelesen habe wie Stockheizung oder ähnliches halte ich für Unsinn. Die Bienen sind zwar fast Haustiere geworden, ich glaube aber das die immer noch genügend Reserven haben auch relativ alleine durch zu kommen. Meine Befriedigung liegt nicht im Schöpfen von kiloweisen Honig, sondern um das Wohl der Bienen. Wenn ich dieses Jahr aus dem Volk 2 Kilo Honig nehmen kann wäre es für mich ein voller Erfolg. Wie erwähnt habe ich Ihnen im letzen Jahr alles an Honig drinnen gelassen. Gespräche mit Impkern in unserem Raum ergaben sogar das brutbesetzte Waben noch mit ausgeschleudert wurden weil sie einen Honigkranz hatten. Da muß ich mich fragen ob die auch noch an die Bienen denken oder nur einen Cent nach dem anderen rollen sehen.


    Das so am Rande,


    Gerhard

  • Fluglochkontrolle, evtl. mit der Taschenlampe reinleuchten oder auch nicht,
    damit beunruhigt man Bienen. Jede Störung quittieren Bienen mit erhöhtem Futterverbrauch, dazu kann auch schon gehören, dass durch das Auftreten auf die Unterlage der Beuten, diese in "Schwingungen" versetzt werden. Bei Bienenhäusern sollte man im Herbst evtl. gegenschlagende Äste am Haus entfernen, da diese Störung zu einer erhöhten Futteraufnahme und damit zum Verhungern führen kann, wobei gleichbleibende Geräusche ihnen weniger ausmachen. Bei meinen Bienen sehe ich von der Wintervarroabehandlung weg bis zum ersten Tag, wo es richtige Plusgrade hat und sie evtl. ihren Reinigungsflug machen, nicht nach. Man kann ihnen bei Futtermangel nicht helfen und bei offenem Gitterboden oder (und) offenem Deckelflugloch ersticken diese ohnehin auch bei hohen Schnee nicht. Hast du schon mal den Ausspruch gehört, dass Anfänger ihre Völker totschauen oder totimkern. Eine goldene (Grund) Regel in der Imkerei besagt, dass man ein Volk nur kontrolliert, stört, öffnet, wenn dies zu einer Verbesserung ihrer
    derzeitigen Situation führt (führen) soll. Was willst du jetzt verbessern?
    Natürlich musst du es selbst wissen, wie und warum du das so machst.

  • Hi Xaver,


    da kann ich deine Meinung nicht teilen. Man wird ja noch seitlich von vorne in das Flugloch schauen dürfen bzw. ein Stetoskop zur Hand nehmen und an der Beute hören. Wenn das Totimkern ist dann verstehe ich nicht was es ist wenn ständig die Beute auseinandergerissen wird wegen Behandlungen oder sonstigem.
    Ich hab kein Bienenhaus, die Beute ist freistehend auf 3 Holzpfosten (Mäusesicher). Es stoßen keine Äste dran, nur der Regen wird die Bienen stören wenn er auf die Beute prasselt.
    Wenn Sie verhungern dann nicht wegen meinen Störungen sondern weil es einfach zu wenig war.


    Gerhard aus Oberbayern

  • Hallo Gerhard,


    Deine Völker verhungern jetzt nicht, auch wenn Du vielleicht glaubst, zu wenig eingefüttert zu haben. Erst wenn wieder Brut in den Völkern ist, brauchen sie viel Futter, dann solltest Du wirklich kontrollieren bzw. nachschauen, also März/April. Nicht die Überwinterung kostet die meisten Völker, sondern die "Durchlenzung".
    Jetzt (Januar/Februar) sollte man die Völker völlig in Ruhe lassen, nur schauen, ob nicht vielleicht tote Bienen oder Schnee/Eis das Flugloch verstopfen.


    MfG
    Gerold Wustmann

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo,


    wie geht man bei der Fütterung während der Durchlenzung am besten vor? Und welche Fütterungsmethoden bevorzugt ihr? Wie geht man dann der Nosema & Co aus dem Weg?


    Walter