Erstellung eigenen eigenen Wachskreislaufs mit eingeschmolzenen Altwaben (Thema in der aktuellen Biene)

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    Ich wüßte nicht, warum das ein Wachshändler das anders sehen sollte.

    Es soll bitte nicht belehrend klingen!


    Realität: Der Wachsumarbeiter wird Dir das verkaufen, was er hat. Reines Bienenwachs ist kaum zu bekommen.


    Wenn Du direkten Zugang zum Umarbeiter bekommst (normalerweise verkauft der nur an Imkereifachhändler und Industriekunden), frag' nach Pharmaqualität; kostet € 35 - 40 / kg, hat eine Chargenbezeichnung und ein zugehörige Analysenzertifikat. Dann bist Du auf der sicheren Seite.


    Viel Glück!

  • Ist erst einmal falsches, gepanschtes Wachs im Umlauf, wird man die Fremdstoffe im großen Wachskreislauf nie wieder los. Sie werden bestenfalls nur beliebig verdünnt. Doch nicht bis sonstwie, weil es leider immer wieder kriminelle Elemente gibt, die für genug Nachschub sorgen.

  • Viel Glück!

    Danke! Ich bin optimistisch Mittel und Wege zu finden, und nicht unter Zeitdruck.

    Realität: ... Reines Bienenwachs ist kaum zu bekommen.

    Wenn ich als Basis den Ergebnis-Bericht aus 2017 vom Bayerischen Tiergesundheitsdienst nehme, waren 44% vom geprüften Wachs sauber. - Wie viel davon tatsächlich frei gehandelt wird, ist eine andere Frage.


    Hier der Link zum Bericht: https://www.tgd-bayern.de/weby…E=Wachs-Analytik_2017.pdf


    Von 412 auf „Pflanzenschutz-und Bienenarzneimittel“ untersuchten Proben waren 39% belastet, im wesentlichen immer TAM. 46 Proben davon waren bedenklich hoch kontaminiert, im HR eingesetzt wären Schadstoffübergänge in den Honig nicht auszuschließen.


    Von 221 auf „Wachsverfälschungen“ untersuchten Proben mußten 29% als verfälscht bezeichnet werden.


    => Das heisst, unter der Annahme, dass sich die mit TAM belasteten Proben gleichmäßig über alles Wachs verteilen (gefälscht+ungefälscht), waren insg. ca. 56% aller Wachse belastet (entweder nur TAM, oder nur verfälscht, oder beides). - Die optimistische Sicht: 44% waren sauber.

  • Sehr schöner Bericht!

    Er zeigt sehr detailliert wie komplex das Thema ist und dass eine "Nulltoleranz"-Erwartung ziemlich schlicht gedacht ist...

    Bezeichnend finde ich ausserdem, dass der größte Teil sich mit den TAM beschäftigt, also mit Sachen, die die Imker selbst in ihre Kisten reinkippen.

  • Wenn ich als Basis den Ergebnis-Bericht aus 2017 vom Bayerischen Tiergesundheitsdienst nehme, waren 44% vom geprüften Wachs sauber. - Wie viel davon tatsächlich frei gehandelt wird, ist eine andere Frage.

    Genau das ist das Problem. Wie will man ohne Zertifikat den vermeintlich sauberen Anteil erwischen ? Weder der Hersteller noch der Imkereihandel kann es glaubhaft mitliefern.


    Zitat aus der zitierten "Rückstands- und Authentizitätsanalysen bayerischen Bienenwachses":

    " In Versuchen der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim (Dr. Klaus Wallner) wurde ein Schwellenwert von 1 mg Wirkstoff pro Kilogramm Wachs ermittelt, bei dessen Überschreitung viele Wirkstoffe im Honig detektierbar werden..."


    Hier wird der Übergang von Fremdstoffen aus Wachs in Honig benannt, nicht der Übertritt vom Wachs in den Futtersaft der Larven. Da wäre mir (!) der genannte Schwellenwert von 1mg / kg zu hoch.


    Weiter im o.g. Bericht: "Bei den mit der Bestimmungsgrenze von 0,5 mg/kg in 2017 detektierbaren Kontaminanten handelte es sich ausschließlich um Varroazide oder in Einzelfällen um weitere Wirkstoffe aus dem Umfeld der Imkerei..."


    Da liegt der Hase im Pfeffer. Die Bestimmungsgrenze ist immer eine Frage der Analysenmethode. Es wird suggeriert, dass mit Einhaltung dieser "Bestimmungsgrenze" alles i.O. sei - ist es aber nicht, s. hier:


    Synergistische Wirkung von Pestiziden und Fungiziden auf Bienen


    Diese Kontaminationen auszuschließen ist unter derz. Bedingungen nicht möglich. Darum schrob ich ja, "viel Glück"!

  • Er zeigt sehr detailliert wie komplex das Thema ist und dass eine "Nulltoleranz"-Erwartung ziemlich schlicht gedacht ist...

    Bezeichnend finde ich ausserdem, dass der größte Teil sich mit den TAM beschäftigt, also mit Sachen, die die Imker selbst in ihre Kisten reinkippen.

    Ja, Jörg, es ist hochkomplex und da wird viel durcheinander geworfen. Bestimmungsgrenzen stellen keine Grenzwerte dar, sondern sind abhängig von der jew. Analysenmethodik. Und Grenzwerte sind oftmals willkürlich gewählt, nicht aus langwierigen Versuchen als Risikogrenze bestimmt worden.


    Nulltoleranz ist unrealistisch

    Der "Absolutansatz" mit Definition von Inhaltstoffen und Fremdstoffen mit Grenzwerten ist auf bezahlbarem Weg in absehbarer Zeit nicht realisierbar

    Und aus der Arbeitsweise der Imkerschaft wird auch klar und deutlich, dass die Wachskontaminationen u.a. eine Folge der Praktiken in der Vergangenheit sind.
    Das sollte aber nicht heißen, dass man so weitermacht. Es wird ja deutlich, dass mit der unkontrollierten Verarbeitung eine Einladung ausgesprochen wird, Fremdstoffe in den Restwachsbestand, der nach Abzweigung der besseren Fraktionen für Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie mit QM-System für die Imkerschaft noch übrig bleibt, einzuarbeiten. Das schafft Masse, die Umsatz bringt.


    Alles nur Menschen.

  • Und Grenzwerte sind oftmals willkürlich gewählt, nicht aus langwierigen Versuchen als Risikogrenze bestimmt worden.


    Das ist so nicht ganz richtig. Völlig richtig ist, dass längst nicht für jeden Stoff eine ausführliche Gefährungsbeurteilung für alle denkbaren Szenarien vorliegt. Willkürlich sind Grenzwerte in aller Regel trotzdem nicht gewählt. Man verwendet hier Daten von Stoffen mit ähnlichen Wirkmechanismen oder Tox-Daten des betreffenden Stoffes von anderen Organismen. Diese werden anschließend mit einem Sicherheitsfaktor versehen, der je nach Datengrundlage varriiert, von 5 bis 100 geht da vieles.


    Ich hab den Bericht nur sehr grob überflogen, aber dort geht es schienbar überhaupt nicht um Grenzwerte. Sondern nur um Messergebnisse. Und die Bestimmungsgrenze sagt, wie du richtig klar stellt, erstmal nichts über Wirkungen aus. Sondern nur darüber, bis zu welcher Konzentration man Stoffe überhaupt nachweisen kann.


    Dennoch: Wenn Wirkstoffe unter der Nachweisgrenze liegen ist das zwar keine Garantie für Harmlosigkeit, aber die Wahrscheinlichkeit von Effekten ist doch eher niedrig anzusetzen. Nur sehr wenige Stoffe sind so toxisch, dass sie im Nanogramm-Bereich tatsächlich Effekte verursachen, Synergien hin oder her. Daher sollte das Augenmerk auf die Stoffe gerichtet werden, die auch detekierbar sind. Sind ja auch genug.


    Übrigens: Die steigende Anzahl von PSM- (und anderen) Rückständen in diversen Bereichen liegt weniger an tatsächlich steigender Verschmutzung, sondern mehr an immer besser werdenden Analysmetheoden und stetig sinkenden Nachweisgrenzen. Mittlerweile findet man problemlos Rückstände, die vor 20 Jahren noch unmöglich nachweisbar waren.

  • Das System ist wie sie ist. - Wir können uns nur innerhalb der Systemgrenzen bewegen.

    Wie will man ohne Zertifikat den vermeintlich sauberen Anteil erwischen ? Weder der Hersteller noch der Imkereihandel kann es glaubhaft mitliefern.

    Die Lösung ist: Der Imker beauftragt die Wachsanalyse selbst!

    Er zeigt sehr detailliert wie komplex das Thema ist und dass eine "Nulltoleranz"-Erwartung ziemlich schlicht gedacht ist...

    Selbsterklärend ist jede Erwartung unzutreffend, die auf falschen Annahmen, oder falschen Rahmenbedingungen beruht. - Zum Beispiel herrscht bei Imkern keine Einigkeit darüber, nur schadstofffreies, unverfäschtes Wachs in die Völker zu bringen.


    Und "Komplexität" in eine Diskussion eingestreut, ist für mich ein Stöckchen über das ich nicht springe. - Für so gut wie jede Sachfrage gibt's Experten zur Klärung.

    Bezeichnend finde ich ausserdem, dass der größte Teil sich mit den TAM beschäftigt, also mit Sachen, die die Imker selbst in ihre Kisten reinkippen.

    Wenn ich das richtig sehe, gibt es auch bei TAM unter Imkern keinen Konsens. - Deswegen sollte man auch das differenziert betrachen (weil sonst zu schlicht gedacht).


    Analytisch betrachtet, stehen sich zwei Lager gegenüber: Ethik vs. Wirtschaftlichkeit. - Beide Grundhaltungen sind legitim. (Mischformen dazwischen gibt's natürlich auch.)


    Das ethische Lager sagt: Bienen gehören auf schadstofffreies, unverfälschtes Wachs. Punkt. - Alles kontaminierte Wachs wird aus dem Sytem ausgescheust. Punkt.


    Das wirtschaftliche Lager hält dagegen: Aber. Weil. Gründe. Null Leidensdruck. Honig. Zeit. Geld.


    Rein analytisch betrachtet, wie kommt nun der Imker an schadstofffreies, unverfälschtes Wachs?


    Das Wachssystem gleicht einer Sanduhr. - Der obere Kegel sind die Imkerein die Wachs verkaufen, teils sauber, teils kontaminiert. - Der enge Durchlass sind die Händler. Hier wird gemischt. Sauberes Wachs wird immer seltener. - Und der untere Kegel sind die Imker die Wachs einkaufen, und kontaminiertes Wachs wieder verdünnen.


    Die größe Chance sauberes Wachs zu bekommen, gibt's deshalb bei direktem Bezug von Imker zu Imker. - Wenn Händler/Umarbeiter mehrere Proben zusammen schmelzen, und erst dann analysieren lassen, ist die Chance auf sauberes Wachs deutlich geringer.


    Und nicht vergessen: Wachsanalysen gibt's teilweise zu 100% gefördert. - Sowohl für Eigenwachs, um die Sicherheit zu haben sauberes Wachs zu haben. - Als auch für gekauftes Wachs!


    Abschließend: Irgend wann muss man irgend wem vertrauen. - Ich vertraue auf die Analyse und die abschließende Aussage vom TGV Bayern.


    In "Komplexität" kann man sich auch verlieren...

    Die Bestimmungsgrenze ist immer eine Frage der Analysenmethode. Es wird suggeriert, dass mit Einhaltung dieser "Bestimmungsgrenze" alles i.O. sei - ist es aber nicht, s. hier: ...

    ... hier geht's für mich auf den 1. Blick nicht um Rückstände im Wachs. - Danke für den Link.

  • Mach doch einfach mal einen Test. Kaufe dir Wachs von einem Imker ... Und berichte dann.

    Genau so. - Ich werde mein Netzwerk aktivieren. Neue Kontakte knüpfen. Vertrauen aufbauen. Und diskret sein. - Deshalb bitte ich heute schon um Geduld. Viel Geduld.


    Jörg K. ,bitte entschuldige, ich habe 3x deine Beiträge mit dem Argument "Stöckchen" abgetan. War so nicht in Ordnung, hätte es anders formulieren müssen. Sorry.


    Und wider den Fehlerteufel: Die Wachsanalyse gibt's natürlich nicht beim TGV Bayern, sondern vom TGD, Tiergesundheitsdienst Bayern (http://www.tgd-bayern.de/).


    Alle Infos, Merkbätter, Formulare dazu hier: http://www.lwg.bayern.de/bienen/111368/index.php

  • Also ich habe genug Wachs, ich könnte eine Probe schicken, von meinem eigenen Wachs, den ich auch umarbeiten lasse. Wieviel wird denn gebraucht?

    Gern auch PM.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)