Erstellung eigenen eigenen Wachskreislaufs mit eingeschmolzenen Altwaben (Thema in der aktuellen Biene)

  • - Namen kann man unschwer im I-net finden, ich möchte hier die Hausordnung nicht verletzen. Die Geschichte des letzten Wachsskandals läßt sich z.B. hier gut nachlesen:

    https://www.bee-gann.de/Wachs/

    weitere Informationen z.B. hier:

    QM-Bienenwachs


    - Das Ausmaß des Problems zeigt der oben verlinkte Ceralyse-Vortrag, den ich keineswegs als stark überhöht einschätze.

    Einige Andeutungen enthält auch diese Information v.a. in den ersten 5 Absätzen:

    https://bienenzuchtbedarf-gell…skandal-aus-unserer-sicht


    - Bienenvölker können viel kompensieren, das ist richtig. Wenn allerdings mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen, wird es manchmal eng und oder sogar tödlich. Das bemerkt dann auch der unerfahrendste Imker. Bei der Ursachensuche wird dann leider viel zu wenig der Faktor Wachs in die Prüfung einbezogen, resp. in der Regel übersehen, zumal eine solche Prüfung auch noch Geld kostet.


    => Im Ergebnis ändert sich solange nichts an dem beschriebenen strukturellen Defizit, solange die Imkerschaft sich weiter auseinanderdividieren, einlullen oder vergeßlich machen läßt und nicht ein eigenes, den anderen Wachsabnehmerbranchen mindestens ebenbürtiges QMS installiert.

  • Der Wachsskandal war doch 2016/2017. Das, und der Großteil der in 2018 verkauften Mengen ist doch längst aus den HR in die BR gewandert, zumindest bei vielen Zander/DNM-Betriebsweisen.


    Das QM nicht kommt, liegt einzig daran, dass der durchschnitttliche Imker nicht bereit ist die dafür anfallenden Mehrkosten zu zahlen. Sonst wäre das ja längst auf frewilliger Basis etabliert. Es kauft ja auch niemand Bio-Produkte aus Zwang, sondern weil man bereit ist für höherwertige Prodkte mehr Geld in die Hand zu nehmen.


    Ich schrieb ja explizit, man sollte nicht bei ebay.cn kaufen. Das für den durchschnittlichen deutschen Imkereibedarfshändler die verkauften Wachsmangen groß genug sind um hinreichend kriminelles Potential zu wecken, halte ich für unwahrscheinlich. Zumindest gebe ich deutlich größere Summen für Material als für Wachs aus. Diese Händler werden, sobald sie einmal gestrecktes Wachs mit dem entsprechenden Ärger hatten, den Umarbeiter wechseln - das hatte ich oben bereits beschrieben. Niemand möchte sich für ein paar Tausend € zusätzlichen Umsatz bzw. Gewinn als Betrüger beschimpfen lassen - was an anderen Ecken den zusätzlichen Gewinn wohl auch wieder aufzehren würde. Einzelne schwarze Schafe wird es geben, wie überall.


    Ich sehe eure Argumente absolut als valide an, aber nicht als gewichtig genug um meine Meinung zu ändern.

  • ...Das QM nicht kommt, liegt einzig daran, dass der durchschnitttliche Imker nicht bereit ist die dafür anfallenden Mehrkosten zu zahlen.

    Eben nicht, sondern daran, daß die Interessenvertretung der Imkerschaft, der DIB, das nicht angeht. Präsident Dr. Schieferstein hatte das vor Jahren bereits der Mitgliederversammlung zur Abstimmung vorgelegt: Die Mitglieder (= Landesverbände) haben ihn im Regen stehen lassen - genau mit o.g. Kostenargument. Dem DIB wurden durch QM-Fachleute (auch hier aus dem IF) die zu erwartenden Mehrkosten durch ein eigenes QMS vorgerechnet. Diese bewegten sich in dem Rahmen, in dem kurze Zeit später (nach dem Runden Tisch Wachs) an der Preisschraube für MW gedreht wurde. Jetzt zahlt jeder MW-Käufer ohne weiteres die kalkulkierte Mehrkostenspanne für ein QMS, ohne daß sich am System irgendetwas geändert hätte. Das sind leider die nüchternen Fakten.

  • Eben nicht, sondern daran, daß die Interessenvertretung der Imkerschaft, der DIB, das nicht angeht.

    Und warum geht der Verband das nicht mit Nachdruck an? Warum lassen ihn die Landesverbände im Regen stehen? Eben genau weil der Druck aus der Imkerschaft fehlt, eben weil Imker kostenbewusst das Wachs kaufen. Du untermauerst mein Argument damit ja noch. Das die tatsächlichen, zusätzlichen Kosten am Ende vielleicht marginal sind, das möchte ich gar nicht in Abrede stellen.


    Ich würde wetten, dass Imkerbedarfshändler viel größere Mengen aus dem billigen MW-Sortiment absetzen als aus den teureren, besser geprüften Chargen. Das sind leider die nüchternen Fakten.


    Das Imkerforum bildet sicherlich nicht den Durchschnitt der Imkerschaft ab. Hier sind einige sehr gute, sehr motivierte und sehr engagierte Imker aktiv. Das ist auch der Grund warum ich hier bin, weil ich hier viel lernen und spannende Diskussionen folgen/führen kann. Das führt aber letztlich dazu, dass hier oft nur Methoden vorgestellt werden, die "state of the art" sind, da es sonst schnell mal einen auf den Sack gibt. Diese Methoden werden dann von anderen Usern bestätigt. Das ist wie gesagt nicht schlecht, im Gegenteil, weil dadurch lernt man etwas.


    Aber: es ergibt sich ein verzerrtes Bild der Imkerschaft. Bei den 96% Hobby-Imkern wird sich ein Großteil bei weitem nicht so intensiv mit dieser und vielen anderen Thematiken auseinander setzen. Da wird im Onlineshop geguckt welche die Günstigsten sind, die werden bestellt und gut. Besonders die großen, engagierten Imker haben vermutlich überwiegend die eigenen Wachskreisläufe und fallen als Treiber in der Wachsthematik zusätzlich aus, so dass unterm Strich dann fast nur noch der Hobbyimker steht, der überwiegend auf den Preis schaut.

  • Bienenwachs für den industriellen Gebrauch (Pharma - Kosmetik - Lebensmittel) inklusiv Chargen-Nummern, Analysenzertifikat, QM-Zertifikat liegt in der Größenordnung 35 Euronen/kg.


    Modell: Nähme man die vorgeschlagenen Tips zur Reduzierung von MW in Kombination mit Naturbau und verzichtete man auf das eine oder andere Kilo Honig, wäre der "Drops gelutscht", auch ohne große Mehrkosten. Das Problem beginnt aber schon beim Imkereihandel - frag' mal nach solcher Wachsqualität. Es ist eben ein knappes Gut !

    Da wird im Onlineshop geguckt welche die Günstigsten sind, die werden bestellt und gut.

    Da gebe ich Dir recht. Und das ist wohl auch so:

    Besonders die großen, engagierten Imker haben vermutlich überwiegend die eigenen Wachskreisläufe und fallen als Treiber in der Wachsthematik zusätzlich aus

    Unsere Lobbyisten (Verband !) wären m.E. die ersten, die das thematisieren müssten...

  • Der Wachsskandal war doch 2016/2017. Das, und der Großteil der in 2018 verkauften Mengen ist doch längst aus den HR in die BR gewandert, zumindest bei vielen Zander/DNM-Betriebsweisen.

    Deshalb ist in derzeitigen Wachslieferungen zur Umarbeitung bei uns tatsächlich verunreinigtes Wachs zu finden. Wenn wir bei der VerarbeitungHinweise erkennen, melden wir uns beim Anlieferer und verarbeiten nicht weiter, bis eine Analyse vorliegt, bzw. der Anlieferer trotzdem eine Verarbeitung wünscht.

    es ergibt sich ein verzerrtes Bild der Imkerschaft. Bei den 96% Hobby-Imkern wird sich ein Großteil bei weitem nicht so intensiv mit dieser und vielen anderen Thematiken auseinander setzen.

    Stimmt. Das sind die Selben, die sich wundern, warum ihre Völker nicht in die Puschen kommen.

    Allerdings auch nur dann, wenn sie Jahre vorher schon gute/starke Völker kennen gelernt haben.

    Bei Beginnern, die keinen Vergleich haben, ist es schwierig Wachsproblematiken zu erkennnen.

    Trotzdem wir keine Mittelwände verkaufen, haben wir ein gutes QM (danke an beemax, dessen Vortrag ich auf dem IFT verinnerlicht habe). Was glaubst Du, wie viele Anlieferer damit nichts anfangen wollen/können?

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Und warum geht der Verband das nicht mit Nachdruck an? Warum lassen ihn die Landesverbände im Regen stehen? Eben genau weil der Druck aus der Imkerschaft fehlt, eben weil Imker kostenbewusst das Wachs kaufen.

    Das ist nur eine Seite der Medaille. Die andere: Der DIB spielt die Problematik herunter und faktisch wird das Grundproblem verschleppt: die systematische Assymmetrie in der Wachsbranche trotz der natergemäß stärkeren Ausgangs-/Verhandlungsposition der Imkerschaft als Lieferant und als Konsument. Dafür muß man der Imkerschaft die Augen öffnen und sie sensibilisieren. Auch wenn wir nicht mit Treckern die Autobahnen blockieren können, es würde sich auswirken, bestimmt sogar. Stattdessen wird Aktivität darauf verschwendet, das Problem kleinzureden und vor Imageverlusten der Marke Deutscher Imkerhonig* zu warnen. Unser Problem ist nicht zu allererst die Gefahr von Übergängen in Honig, sondern die negativen Auswirkungen auf die Bienen und auf ihre Brut. Da müßten viel strengere Maßstäbe gelten als für die Rückstandshöchstgehalte (RHG) für Honig - allein bei Berücksichtigung der erheblichen Unterschiede z.B. im Körpergewicht/Dosis (Mensch - Biene - Bienenlarve bspw. am Tag 1 nach Schlupf; Mensch nur mit 20 g Honig/Tag orale Aufnahme, während die Larve sich zu 100% vom -ggf. kontaminierten - FuSaft ernährt bzw. anfangs sogar darin schwimmt) und Expositionszeiten (Bienenlarve lebenslang, Mensch statistisch nur für 1 Verdauungsgang/Tag).


    *Warum nicht auch eine Marke "Echtes Deutsches Bienenwachs"?

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  • Ich habe alles unterstrichen damit man es vom alten Text differenzieren kann. Wenn du das Zitat öffnest, sind sehr viele Fragen drin, ich wüsste nicht wie ich das besser hätte machen können.


    Wenn man hier mehr Wert auf die Form legt als den Inhalt kann mir vllt. Einer erklären wie es besser geht? Hab grad das Gefühl ich bin im Schönschreib und Grammatik Forum 🤔🙄 oder ich bin bin hier fehl am Platz🤔

    Wenn man es lesen könnte wäre schon hilfreich.

  • "Echtes deutsches Bienenwachs" - da müssten wir kpl. neu anfangen. Dies macht deutlich, was wir so alles im Kreislauf haben:


    - Neubauwachs aus Honigraum und Drohnenbau

    - Brutraumwachs zw. 3 und x Jahre alt, beladen mit Pestiziden (Neonics wieThiacloprid, Imidacloprid, Clothianidin, aber auch viele andere Pestizide)

    - Fungicide (Boscalid u.a.) und Glyphosat (soll laut EPA ja jetzt harmlos sein :wink:)

    - Varroabehandlungsmittel (Amitraz, Perizin, Flumethrin usw.)

    - ätherische Öle (Thymol, Pinene und Terpene)

    - Wachs aus China, Afrika usw. - EU und nicht EU-Staaten

    - Paraffin aus Erdölfraktionen

    - Stearin- und Palmitinsäure (jetzt nur noch ein bisschen)

    - Kohlenwasserstoffe (der Anteil > 14,5 %)


    Ich höre mal auf, denn es wird unübersichtlich. Untersuchungsergebnisse gibt's für Einzelsubstanzen, ganz wenige aber für deren gemeinsame Toxizitätswirkung (Synergie-Effekte), weil es kompliziert ist. Das macht deutlich, dass wir kaum Ahnung haben, was dieser Coctail im Wachs bewirkt.


    Letzte Bemerkung: Die übliche "Pestizidanalytik" hört bei 0,5 mg/kg auf, als sei das die Nachweisgrenze. Dem ist aber nicht so. Die o.g. Neonics wirken z. B. weit unterhalb dieser Konzentration toxisch und die Kombinationen erst recht.


    Wir sollen darüber nicht soviel nachdenken; das schadet dem "echten deutschen Honig".

  • Hallo miteinander!

    Wachsverfälschungen häufiger wie gedacht. (Meine Schlagzeile9

    In der heute eingetroffenen Zeitschrift des Landesverbandes württembergischer Imker wird über den Vortrag von Dr. Peter Rosenkranz (Leiter Bieneninstitut Stuttgart-Hohenheim) bei der Referententagung des Landesverbandes wie folgt berichtet ("Bienenpflege", 02/2020, Seite 105): "Dass nach wie vor verfälschtes Bienenwachs im Umlauf ist, zeigt die Auswertung der Wachsuntersuchungen, die an der Landesanstalt .... durchgeführt werden können. Bei einer nennenswerten Anzahl der untersuchten Proben seien weiterhin Wachsverfälschungen durch Beimischungen an Paraffin und Stearin nachweisbar. ..... bereits ab einem Verfälschungsgrad von 5% könnten Brutschäden auftreten. Bei den in Hohenheim untersuchten Wachsproben sei auch 2019 dieser Wert öfter überschritten gewesen als vielleicht erwartet." (Zitatende)

    Liebe Moderatoren, ich wußte nicht, wie ich das Zitat kürzen sollte.


    Ich schließe daraus, die Verunreinigungen sind weiter verbreitet wie gedacht. Denn nur vorsichtige Imker haben die 30 Euro für den Eigenanteil für die Untersuchung in die Hand genommen.

    Der subventionierte Geldanteil wurde inzwischen gedeckelt, da er m.W. von den beiden Landesverbänden für baden-württembergische Imker/innen bezahlt wird. Die Nachfrage scheint größer zu sein.


    Andreas

  • "Echtes deutsches Bienenwachs" - da müssten wir kpl. neu anfangen.

    Nicht unbedingt. Es ist eine Frage der Definition und kann daher eine Gratwanderung werden, das ist zuzugeben.

    Mein Vorschlag dazu: MW aus Wachs, was in D aus imkerlicher Verwendung kommt (= erste Prüfungsstufe/Praxistest) und deren Herstellung, Lagerung und Vertrieb die Bedingungen des Imker-QMS vollständig erfüllt (in den 3 Säulen: Produkt, Prozeß, System), dürfen das Siegel tragen. Selbstverständlich muß dabei eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gegeben sein und zwar

    Herstellungschargen-genau.

    Es wird für so manchen Imker schmerzhaft werden, wenn er plötzlich feststellen muß, daß er beim Kauf von MW früher betrogen wurde und er jetzt auf Altwachs sitzt, daß die Kriterien nicht erfüllen kann. Aber es dient letztlich nicht nur dem Wohl seiner eigenen Bienen, sondern der Sicherheit des künftigen MW-Handels und würde die Müllkippe der Umarbeitungsbranche (= Imkerbedarf) endlich eingrenzen.

    Die Frage des QM für Bienenwachs wurde hier diskutiert:

    QM-Bienenwachs

  • Hallo Rainer,


    ja, da müssen wir komplett Neu anfangen.


    Danke für die Beschreibung und Auflistung des normalen Wachses mit seinem Inhalt.

    In meiner Jugend haben wir (mein Opa und ich) die Styx-Steinchen (Klo-Steine--Paradichlorbenzol (Mottenkugel)) damals beim Fachhändler bekommen und verwendet. Im Frühjahr dann kurzes Lüften der Waben, und dann drauf auf die Völker mit den Lagerwaben.

    Paradichlorbenzol (als krebserrregend eingestuft) findet sich auch Heute noch im Wachs, wird aber meistens nicht untersucht.

    LG Andreas