Wachs: woher nehmen wenn nicht...

  • Das System ist wie es ist.

    Echte Transparenz ist nur herzustellen, wenn man Produkt, Verfahren (vom Einkauf der Rohstoffe, über Verarbeitung bis zum Vertrieb) und System lückenlos durchschauen kann. Für diesen Zweck haben sich alle Abnehmer von Bienenwachs ein QMS zugelegt, das sie selbst steuern - nur die Imker nicht. Nach wie vor rennen wir den zufällig entdeckten wirklichen Problemfällen und den für uns eigens zur Ablenkung ausgestellten Attrappen nur hinterher, statt die Kontrolle zu übernehmen.

    Ohne Not/Zwang gibt niemand die Kontrolle über sein Geschäft aus der Hand. - Der "Hobbyimker" soll/darf vertrauen, insbesondere der Anfänger muss. (Laut DIB haben nur 4% der Imker > 25 Völker)

    Dabei wissen wir doch alle: Wachs vergißt nicht! Einzige Besorgnis des DIB dabei ist offenbar nach wie vor: Es könnte ein Imageschaden für die Marke Echter Deutscher Bienenhonig entstehen.

    Selbst wenn es so wäre, ein Imageschaden kann keiner wollen.


    Ich sehe die Lösung des Problems ganz pragmatisch. - Imker könnten im bestehenden System sofort individuell, oder in Interessensgruppen ihre Marktmacht nützen, und ihr eigenes QMS implementieren. - Und die Nachfrage wird den Markt regeln.


    1. Keine fertigen MW mehr kaufen.

    2. Anfrage und Ankauf von Blockwachs nur noch aus dem Schmelztopf in (großen) Einzelchargen.

    3. Probe ziehen, und vollständige Laboranalyse in Auftrag geben.

    4. Ggf. beanstandetes Wachs geht an Händler zurück.

    5. MW beim Umarbeiter des Vertrauens machen lassen.


    Ich denke, das können Vereine, Interessensgruppen, oder auch einzelne Imker sein. - Kaufen. Prüfen. Einlagern. Und bei Bedarf umarbeiten lassen.


    und 6. Für den Verkauf von Wachs bräuchte es keine Empfehlung/Regelung. (Das soll jeder Imker machen wie er es für richtig hält... weil niemand die Kontrolle über sein Geschäft gerne aus der Hand gibt. - Imker genau so wenig, wie Händler.)

  • Waldi : Mach dir nicht einen solchen Stress wegen des Wachses.


    Schätzungsweise 90% der Hobbyimker arbeiten mit gekauften Mittelwänden, die kommen auch zurecht. Ein eigener Wachskreislauf ohne Fremdwachs ist sicher das Optimum und auf Dauer anzustreben, aber es geht auch ohne...


    ...Es muss nicht immer alles perfekt sein, meistens reicht auch gut genug. Du wirst genug echte Baustellen haben, grade in den ersten Jahren.

    Et iß, wie et iß un' et kütt, wie et kütt, würde der Kölner sagen (und mir hoffentlich diese Transkription verzeihen): ich werde jetzt mit dem Material anfangen, das ich habe und die Sache beobachten. Wenn komische Dinge passieren - werde ich erstmal scharf darüber nachdenken, was ichfalsch gemacht haben könnte - aber auch die Wachsproblematik m Hinterkopf behalten.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Lass die Völker einfach normal laufen und siehst du es schnell (permanent fleckiges/"wolkiges" Brutbild...

    Zum Thema fleckiges Brutbild hatte ich auch noch ein Foto gemacht:

    20200301_141213 600p.jpg

    Das passiert auch im reinen Naturbau und heißt nicht unbedingt, das es sich wohl um Schadwachs handelt. Kann sein, das es da leicht anders aussieht, aber man kann es sicher auch leicht verwechseln.

  • Hier möchte ich anmerken, dass gerade wenn man neu anfängt, sich der Mehraufwand für wirklich sicheres Wachs in sehr überschaubarem Rahmen hält.

    Wir wurden von einem Berufsimker damals in diese Richtung gestubbst und ich bin ihm bis heute dankbar. Denn später einen Wachstausch vorzunehmen ist eine ungleich langwierigere Aufgabe und erfordert viel Disziplin bei der Wabenhygiene.

    Im Endeffekt bist Du dann jahre damit beschäftigt, wenn es richtig und safe gemacht sein soll.

    Viel Honig, gesunde Bienen und kein Corona wünsch ich...

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Die Tage ist meine Wachs Analyse gekommen. Nach der Liste zu urteilen haben die alles untersucht was geht.

    Alles ohne Befund.


    = Quelle eigenes Entdecklungswachs und zukauftes Entdeckelungswachs eines persönlich bekannten ehemaligen Berufsimkers.

    Einfach eine schöne Bestätigung.

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt)

  • Wchsverfälschung 2021 - Mineralwassertest nicht bestanden:

    Nach mühevoller Kleinstarbeit (Silikonmatritze erstellen, Wachs reinigen, Mittelwände gießen) und

    anschließendem Mineralwassertest der gegossenen Mittelwände aus eigenem Wachs

    kommt dieses Ergebnis:


    Links und Mitte: gekaufte Mittelwand, rechts: eigens gegossene Mittelwand

    pasted-from-clipboard.png


    Die Enttäuschung ist schon sehr groß ;(

    Ich werde wohl konsequent alles Wachs aus den Völkern schleusen müssen.


    Kann mir noch jemand etwas zu den kleinen weißen Punkten auf den gekauften MWs sagen?

    Alle 3 MW-Stücke haben nebeneinander im gleichen Wasser "gebadet".

  • Warum ist dein eigenes Wachs weiß geworden? Das sieht nach mindestens 10/15% Stearin Anteil aus. Sowas macht mein eigenes nicht.


    Der Test muss einzeln erfolgen!

    Ansonsten kann das Stearin Wachs auch Verfärbungen auf gutem Wachs verursachen

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Wchsverfälschung 2021 - Mineralwassertest nicht bestanden: ... Ich werde wohl konsequent alles Wachs aus den Völkern schleusen müssen.

    Erstmal durchatmen, Wachsprobe einschmelzen, und von kompetenter Stelle untersuchen lassen. Schau mal hier: file:///C:/Users/Volker/AppData/Local/Temp/Formular_Rueckstandsanalytik_Wachs_Honig.pdf


    ... und dann eine fundierte Entscheidungen treffen!

  • Erstmal durchatmen

    Bei dem Ergebnis würde ich Schnappatmung bekommen ;)


    Erstmal gilt es zu klären wie das eigene Wachs kontaminiert werden konnte.

    Ansonsten ist es ein sicherer Test und da muss man nicht mehr überlegen wie man zu entscheiden hat. Sollte mittlerweile jeder mitbekommen haben, Diverse Institute und sonstige Wissenschaftler haben hier genug Versuche ausgewertet und alle sind hinsichtlich Stearin im Wachs einig.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo und vielen Dank für Eure Rückmeldungen!

    Mc Fly Ja, die Schnappatmung hatte ich auch!


    Tja, wie kam es dazu? Ich bin ja ein Mikro-Kleinimker mit 3 Völkern. Die Völker habe ich von meinem Paten „geerbt“, der altersbedingt seit geraumer Zeit nicht mehr kann.

    Ich vermute eine längere ungenügende Wabenhygiene bzw. vernachlässigte Erneuerung des Wachses. Ich weiß es nicht wirklich und kann ihn leider nicht mehr fragen.

    Über lückige Brutnester hatte ich mich immer mal gewundert (ich habe die Völker seit 3-4 Jahren), habe es aber auf mein Unwissen bzw. auf Anfängerfehler geschoben.

    Nun hatte ich mich mal auf „Ursachenforschung“ begeben und bin schlussendlich beim Wachs gelandet.


    Nach besagter Mittelwandproduktion dachte ich „mach mal ne Probe, schadet nichts, kostet (fast) nichts, nicht dass die gekauften irgendwie verfälscht sind“; die Eigenen werden schon in Ordnung sein... Pustekuchen! Es ist genau umgekehrt!


    Erklärt alles aber nicht, warum das Stearin überhaupt hier drin ist.

    Irgendwann ist wohl Schadwachs unwissentlich gekauft und als Mittelwände eingebracht worden.


    Meinen Wachsblock (Mischwachs: Alt- und Deckelwachs), den ich noch habe, inkl. aller MWs kommen nun in die Kerzenproduktion. Das Wachs aus den Völkern kommt ebenfalls noch raus und wird zur Kerze.


    In Zukunft werden bei mir auch gekaufte Mittelwände erst mal „gebadet“, bevor sie ins Volk kommen.


    Vielleicht trägt meine Feststellung dazu bei, Jungimker zu sensibilisieren, denn die Wachsproblematik ist noch nicht gebannt!


  • Erklärt alles aber nicht, warum das Stearin überhaupt hier drin ist.

    Irgendwann ist wohl Schadwachs unwissentlich gekauft und als Mittelwände eingebracht worden.

    Hat dein Pate evtl. sein Wachs "gestreckt"?

    Grenzen sind konstruiert. Was uns trennt und verbindet, wird von Menschen gemacht.

  • In Zukunft werden bei mir auch gekaufte Mittelwände erst mal „gebadet“, bevor sie ins Volk kommen.

    ...

    Vielleicht trägt meine Feststellung dazu bei, Jungimker zu sensibilisieren, denn die Wachsproblematik ist noch nicht gebannt!

    Ist sie nicht; denn es zirkuliert noch immer durch die Völker, Wachsblöcke etc. Wachs "vergisst nichts", d.h. alles was reinkommt, bleibt drin (im Kreislauf). Es gibt nur 2 Optionen: mit Naturbauwachs verdünnen (, wenn rel. wenig Dreck drin ist) oder komplett ausschleusen. Hier würde ich letzteres machen: Im Mai komplettes Brutnest raus und neu auf getestete MW setzen - quasi TBE. Da gibt's wenigstens noch Sommerhonig.


    Zu Deiner ersten Anmerkung: Hätten wir ein Qualitätssystem, müsste der Imkerling nicht selbst testen - mit allen Folgen (Kosten, Unsicherheit); aber das will man ja nicht...