Wachs: woher nehmen wenn nicht...

  • Moin,

    nur mal der Vollständigkeit aus dem Bericht von Waldi aus #53:
    In dem Bericht steht was von 1kg Wachs aus 5-6kg Honig.

    Ich persönlich nehme lieber MW als Anfangsstreifen.

    Hat in erster Linie was damit zu tun, dass ich gerne die Drohnenbrut im Drohnenrahmen haben möchte und nicht irgendwo in den Rähmchen.

    Aber das ist dann Geschmackssache.

    Ich finde, dass die Bienen MW besser und schneller ausbauen als Anfangsstreifen, was natürlich ansich logisch ist. Dadurch kommen die Völker schneller in Schwung. Gefällt mir einfach besser;-)

    Aber ich habe mittlerweile auch genügend Wachs für meinen eigenen Kreislauf, dass ich nicht unbedingt mit Anfangsstreifen starten muss.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich hab hier so ein Werbeheft liegen, heißt Bienen und Natur.

    Da sind manchmal auch interessante Artikel drin. Diesmal über Bienenwachs.

    Dort wird mit mindestens 6 kg Honig für 1 kg Wachs gerechnet.

    Das ist eine realistische Größenordnung.


    Natürlich muß man mehr Honig hineinstecken, als man Wachs herausbekommt. Das liegt schon daran, daß der Honig zum Teil aus anorganischem und damit energetisch nicht nutzbarem Wasser besteht. Aber auch sonst gibt es immer einen - logischerweise energetischen - Wirkungsgrad, auch bei chemischen Reaktionen.


    Vergleicht man die Honigpreise mit den unverschämt niedrigen Wachs-Ankaufspreisen, so sieht man, daß sich der Naturwabenbau nicht nur energetisch, sondern eben auch finanziell nicht lohnt. Deshalb halte ich soviel Naturbau wie nötig - und den deshalb nämlich auf den Brutraum beschränkt - für die beste Lösung.

  • ...unverschämt niedrigen Wachs-Ankaufspreisen

    Wer als Imker Bienenwachs an den Handel verkauft, unterstützt das strukturell unzureichende System weiter und hält es am Laufen. Das wirkt gegen die wirklichen Interessen der Imkerschaft und nicht zuletzt der Bienen selbst. Wieviele Bienen, ja Bienenvölker müssen noch sterben, wieviele Wachsskandale sich noch vor unseren Augen abspielen, bis wir alle nicht mehr bereit sind, dieses unzulängliche System noch länger zu unterstützen? Im Unterschied zu allen anderen Abnehmerbranchen sind wir die einzige Branche, die den Rohstoff auch liefert und nicht nur abkauft. Aber im völligen Gegensatz dazu sind wir wiederum die einzigen, die sich keinerlei wirksame Kontrolle darüber herausnehmen, was mit den von uns gelieferten "Gold" wirklich geschehen ist, wenn man es uns wieder anbietet. Das nenne ich absurd.

    Solange sich der DIB als Interessenvertretung der Imkerschaft da nicht bewegt und den wesenhaften strukturellen Fehler beseitigt, solange bleibt dem einzelnen Imker nur die konsequente Verweigerung gegenüber dem System, resp. keinerlei Verkauf von Bienenwachs an Handel oder Umarbeiter.

  • daß der Honig zum Teil aus anorganischem und damit energetisch nicht nutzbarem Wasser besteht.

    Zum Verständnis, was wäre "organisches Wasser" - Kohlehydrate ?


    Bitte klär' uns auf!


    Oder meinst Du, dass nur die Zuckeranteile im Honig in Wachs umgewandelt werden können. Das verstehe ich. Aber selbst das kostet Energie für die Umwandlung in Fettalkohole, Fettsäuren, deren Ester und Kohlenwasserstoffe.


    Besten Dank!

  • Kann auch sein, dass es 10kg sind, ich meine, es war 1:1, steht irgendwo im Forum, was man da als Verhältnis Honig zu Wachs im Naturbau ansetzen soll. Ich weiß nur sicher, dass es definitiv weniger Honig gibt.

    Man muss dabei aber in Rechnung stellen, dass die Bienen - auch im Naturbau - sehr wenig Wachs für eine Wabe brauchen.

    Die Rechnung halte ich außerdem so für unsinnig, weil das größere Problem der fehlende Speicherplatz für Nektar/Honig ist.

    ...

    Fazit: Es kommt auf ein passendes Vehältnis von ausgebauten Waben und Neubau an, damit der Nektarstrom nicht staut.

    Naja, unsinnige Rechnungen hin oder her, die gestellte Frage ist es nicht :)

    Dass ich es nicht mehr genau wusste oder im Hinterkopf hatte, hatte ich ja bereits bestätigt, es braucht also niemand mehr extra zitieren oder nachrechnen. Der entscheidende Punkt ist: egal bei welchem realistischen Verhältnis Honig zu Wachs im Naturbau, dass es spürbar weniger Honig gibt.


    Was dabei zum Punkt Speicherplatz/Vorratsraum im Volk noch nicht berücksichigt wurde, ist der Platz im Brutraum, der auch mit Honig befüllt wird. Wieviel davon evtl. nach oben verlegt wird, wissen wir nicht - nehmen wir einfach mal an, es wird X nach oben verlegt, sobald Zellen vorhanden sind.

    Ich schneide meine Honigwaben mittlerweile nach der Ernte für das nächste Jahr auf etwa 1-1,5cm oder drei bis vier obere Zellenreihen zurück, so haben sie direkt zu Anfang schon fertige Speicher, die dann sichtbar erweitert werden. So muss ich auch keine neuen Anfangstreifen aus gekauftem Wachs einlöten. Ich löte sie übrigens nicht mit Trafo, sondern mit Akkulötkolben entlang des OT ein, das hält besser, als an den kleinen Verbindungen zum Wabendraht. Achso: Flachzargen sind da logischerweise wegen geringerer Höhe effektiver, als DN.


    Was ich leider bestätigen muss, ist der Wabenbau frei Schnauze, wenn die Richtung nicht durchgehend vorgegeben ist... Ich hatte schon U-förmige Honigwaben oder auch welche, die diagonal über mehrere Rahmen gebaut worden sind... 8|


    Gruß Andreas

  • daß der Honig zum Teil aus anorganischem und damit energetisch nicht nutzbarem Wasser besteht.

    Zum Verständnis, was wäre "organisches Wasser" - Kohlehydrate ?

    "Anorganisches Waser" ist zugegebenermaßen ein Pleonasmus, den ich dennoch absichtlich verwandte, um zu verdeutlichen, daß der Wasseranteil des Honigs (und auch der des Nektars) für die Wachserzeugung schon mal ausfällt (aus 1 kg Honig gibt es deshalb nie 1 kg Wachs, zumal Wachs auch energiereich ist). Aber so pleonastisch ist o.a. Syntagma nun doch wieder nicht, denn ansonsten wäre die richtige Aussage "Wasser ist eine anorganische chemische Verbindung" ja auch ein Pleonasmus.

  • Mittwoch, spätnachmittags:

    Möglichst verständlich und fehlerarm sich auzudrücken, hat etwas mit Achtung seinen Lesern gegenüber zu tun.

    Donnerstag, einige Stunden nach dem Sundowner:

    Aber so pleonastisch ist o.a. Syntagma nun doch wieder nicht, denn ansonsten wäre die richtige Aussage "Wasser ist eine anorganische chemische Verbindung" ja auch ein Pleonasmus.

    sorry, could not resist.

  • Zitat

    Ein Pleonasmus [...] ist gekennzeichnet durch Wortreichtum ohne Informationsgewinn. Ein Pleonasmus liegt vor, wenn innerhalb einer Wortgruppe eine bestimmte Bedeutung mehrfach auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck gebracht wird oder wenn Ausdrucksmittel verwendet werden, die keine zusätzlichen Informationen beisteuern.

    War schnell gegoogelt... Der besagte Beitrag war vermutlich auch nicht ganz ernst gemeint...

  • Vergleicht man die Honigpreise mit den unverschämt niedrigen Wachs-Ankaufspreisen, so sieht man, daß sich der Naturwabenbau nicht nur energetisch, sondern eben auch finanziell nicht lohnt. Deshalb halte ich soviel Naturbau wie nötig - und den deshalb nämlich auf den Brutraum beschränkt - für die beste Lösung

    Viel bauen lassen, das dient aber auch dazu, die Jungbienen zu beschäftigen. Insbesondere Bauen im Honigraum zieht eine große Anzahl von Jungbienen aus dem Brutraum ab, was wiederum den Schwarmtrieb reduziert, somit letztlich zu besserer Volksharmonie und größerem Sammelfleiß führt. Wachsproduktion und Bau kostet zwar Honig, bringt aber über den größeren Sammelfleiß auch mehr Honig. Was nun gewinnt - ich weiß es nicht, ich entscheide mich aber für Naturbau im Honigraum. Bei einem Durchschnittsertrag von 70kg/Volk spielen bei mir die 0,7kg Wachsneubau entsprechend 6+0,7=4,2kg Honig nicht die große Rolle. Schwarmträgheit ist mir wichtiger.

    Gruß Ralph

  • Servus , ich hab mal ne andere frage. Im Durchschnitt 70kg/Volk. Also ich Imkere nun auch schon ein paar Jahre, hatte auch mal Ausreißer mit annähernd 70kg aber das nie und nimmer im Durchschnitt??


    Wie machst du das, nicht einmal unsere 2 Berufsimker schaffen das im Durchschnitt...Die sollten vielleicht sich nochmal rat bei dir holen :-)



    Grüße Frank

  • Das ist wohl nicht nur der Betriebsweise und der Bienengenetik geschuldet, sondern dem Standort, bzw. dem Wandern.

    Die Obergrenze wird meist nicht durch das gebildet, was die Bienen schaffen, sondern durch das, was sie finden.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)