Wachs: woher nehmen wenn nicht...

  • Werbung

    AndreasH 1:1 kann ich mir nicht recht vorstellen. Einen Stoff zu verarbeiten um einen anderen daraus zu erzeugen bringt eigentlich immer mehr oder weniger erhebliche Umarbeitungsverluste mit sich (vlt abgesehen von der Umwandlung Weihnachtsbraten-> Hüftgold ;)), daher würde ich hie schon deutlich höhere Werte annehmen.


    Ob es wirklich 10:1 ist oder nur "nur" 3:1 kann ich natürlich nicht sagen. Aber da ein Volk im Jahr ja kaum mehr als 1 Kg Wachs produziert würde ich eher den höheren Wert annehmen. Wäre das Wachs "billiger" in der Produktion, würden Bienen vermehrt bauen. Das tun sie ja nur dann bereitweillig, wenn ordentlich was von draußen rein kommt.


    Zusätzliche Verluste können indirekt auch entstehen, wenn in der Massentracht nicht genug Platz zur Nekareinlagerung bereit steht, weil die Bienen nicht mit dem Bauen nachkommen. Klar, ist dann auch ein Imker-Fehler, aber vermutlich kein allzu seltener.

  • Ich hab hier so ein Werbeheft liegen, heißt Bienen und Natur.

    Da sind manchmal auch interessante Artikel drin. Diesmal über Bienenwachs.

    Dort wird mit mindestens 6 kg Honig für 1 kg Wachs gerechnet.

    Gruß David

  • Kann auch sein, dass es 10kg sind, ich meine, es war 1:1, steht irgendwo im Forum, was man da als Verhältnis Honig zu Wachs im Naturbau ansetzen soll. Ich weiß nur sicher, dass es definitiv weniger Honig gibt.

    Man muss dabei aber in Rechnung stellen, dass die Bienen - auch im Naturbau - sehr wenig Wachs für eine Wabe brauchen.

    Die Rechnung halte ich außerdem so für unsinnig, weil das größere Problem der fehlende Speicherplatz für Nektar/Honig ist. Wenn also Bauen Honig kostet, dann vor allem, weil die Bienen ihn mangels Platz nicht verstauen/erzeugen können und nicht, weil die Wachsproduktion soviel Honig (oder genauer Nektar) verschlingt. Die Bienen bauen eben nicht auf Vorrat, sondern erst, wenn die Waben auch gebraucht werden und dann geht das oft nicht schnell genug. Hier sind Mittelwände von Vorteil, weil sie deutlich schneller ausgebaut werden als leere Rähmchen.


    Fazit: Es kommt auf ein passendes Vehältnis von ausgebauten Waben und Neubau an, damit der Nektarstrom nicht staut.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo zusammen,

    ja, einfach ist es nicht. Ich hüte meine ausgebauten Waben auch wie einen Schatz...

    Gut macht sich es sich, wenn man regelmäßig ein paar Anfangsstreifen reintut.

    So Hauruck oder mit kompletten Zargen geht das nicht.


    Gruß Jörg

  • Wenn es richtig losgeht, speichern die drei ausgebauten erstmal den ersten Eintrag, bis weitere ausgebaut sind. So ist man auf der sicheren Seite.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Hallo zusammen,

    So Hauruck oder mit kompletten Zargen geht das nicht.

    Nach meiner Erfahrung kommt das auch auf die Tracht und das Volk an. Da ich wandere und die Imkerei wächst, hatte ich immer mal wieder ganze Honigräume (Zander), die nur mit Mittelwänden bestückt waren. Geht auch bei guter Tracht, vor allem, seit ich die Bienen auf einer Zarge brüten lassen. Wenn es geht, hänge ich immer abwechselnd zu ausgebauten, dann werde die auch nicht so leicht zu Dickewaben ausgezogen. Da sind die Damen aber eigentlich eher manierlich.

  • Wenn es geht, hänge ich immer abwechselnd zu ausgebauten, dann werde die auch nicht so leicht zu Dickewaben ausgezogen.

    Mh, genau das abwechselnde Einhängen sorgt dafür, dass meine Bienen lauter Dickwaben anlegen. Daher mach ichs nicht mehr, sondern Leerwaben im Block, Mittelwände daneben.

  • HaroldBerlin Die Frage war meinem Verständnsi nach ja hier eher: wie bekommt man das ohne MW hin, zB nur mit Anfangsstreifen - was bei entsprechender Tracht - für mich nachvollziehbarer Weise - seine Tücken zu haben scheint.


    Auf der Seite der Zeitschrift Bienen&Natur habe ich zufällig diesen heute veröffentlichten Artikel zum eigenen Wachskreislauf gefunden. Recht knapp, aber es scheint ein Them zu sein.

    Außerdem erfuhr ich von einem Vortrag von Bernhard Heuvel zur "Mittelwandlosen Imkerei" am 10.3.2020 in Hamm/Westf.. Den werde ich mir auf jeden Fall mal zu Gemüte führen.


    Edit: zu langsam :S

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche in DNM und Dadant mod.

  • Wie bekommt man das ohne MW hin, zB nur mit Anfangsstreifen

    Es ist kein Hexenwerk: Ich beschreibe es mal für meine Betriebsweise DN1,5 / DD - es kann aber auch mit DN / Zander erreicht werden, wenn man übergangsweise mit einem BR arbeitet und entspricht prinzipiell einer TBE. Man kann das im FJ (Mai) oder im Sommer (Juni - Juli) gut machen.


    Wenn man startet, ist ein maximaler Honigertrag zweitrangig, denke ich. In eine Beute kommen an den Beutenrand eine MW, daneben bei DN1,5 anfangs 2 bis 3 Rähmchen mit Anfangsstreifen (3 cm oder mehr) und dann ein Schied. In DN gibt man entsprechend das 1,5-Fache, also eine MW und 4 DN-Rähmchen mit Anfangsstreifen.

    In diese vorbereitete neue Beute kommen


    1. die Königin (zum Schutz sollte diese mittels Clip-Käfig herausgenommen und auf einen Oberträger in die neue Beute gesetzt werden - läuft dann schnell nach unten)

    2. sämtliche Bienen als Fegling, sprich abgeschüttelt und restl. Bienen in die vorbereitet Beute gefegt.


    Die alten Rähmchen mit Brut können sich in der alten Beute eine neue Königin ziehen (dazu sollten ausreichend Restbienen auf den BW bleiben - kein Abfegen, nur einmalig abschütteln), wenn man sie an einen Standplatz in 1 bis 2 km Entfernung platziert oder man schmilzt sie ein. Bei Erhalt dieser Alteinheiten Varroa-Behandlung sehr konsequent und ausreichend lange durchführen und Erfolg kontrollieren!

    Hier kommt der Vorteil der Varroenreduktion zum tragen!


    Die neuen Einheiten werden auf dem alten Standplatz dann entweder dünn (1:1) gefüttert oder es herrscht Tracht, z.B. im Mai ist keine Mangel. Die Bienen hängen ggf.. 1 bis 2 Tage in einer Traube in der Kiste, fangen dann an zu bauen und legen i.d.R. ein neues Brutnest an. Ist die letzte Wabe zu ca. 50 % ausgebaut, gibt man für DN1,5 / DD ein weiteres Rähmchen mit Anfangsstreifen, bis insgesamt 4 Rähmchen im Ausbau sind. Kurz darauf wird eine MW vor das Schied gehängt, die ebenfalls ausgebaut wird. Für DN/Zander entsprechend - 6. bis 8. Rähmchen mit Anfangsstreifen und dann MWe. Bei ausreichend Tracht wird schnell gebaut, wenn nicht - dünn füttern, bis alle Rahmen überwiegend ausgebaut sind. Fehlt in der einen oder anderen Wabe etwas an Ausbau ist das kein Problem - das machen sie dann später oder im nächsten Frühjahr.


    Sind die Waben bestiftet bzw. mit Larven belegt, wird mit OXS behandelt, um die restlichen Milben zu erwischen. Das muss unbedingt vor (!) einer Zellverdeckelung passieren, möglichst wenn nur Stifte in den Zellen sind.


    Aus diesen Einheiten entstehen starke Völker, wenn die Königin etwas taugt.


    Evt. am Rand (seitlich und unten) entstandene Speicherzellen bzw. Drohnenbau entsprechen der natürlichen Brutnestanlage. Über den Sinn von Drohnenschneiden gibt's unzählige Diskussionen hier im IF. Ich lasse sie bauen, wie sie wollen, schneide keine Drohnen.


    Wer es im FJ macht und Honig ernten möchte, verzichtet auf die OXS Behandlung. Zu diesem Zeitpunkt ist üblicherweise die Varroenpopulation noch limitiert; dennoch werden diese durch die Aktion schon einmal stark dezimiert. Im Sommer durchgeführte TBE's sind bei mir üblich und sind Basis eines Konzepts, das mehrere Zwecken dient:


    1. effiziente Varroa Reduktion

    2. Neuvölker aus den Bruteinheiten (als Sammelbruteinheiten i.d.R. 2 Völker = 1 neues Volk) - alternativ dazu

    3. Gewinnung von Wachs aus den Brut-/Drohnenwaben.


    Letzteres ist per se nicht schlecht, abhängig von der Umgebung, in denen die Völker stehen. Wie schon geschrieben, ist ein Anteil Brutraumwachs vorteilhaft für die Flexibilität der später daraus hergestellten MW.


    Viel Erfolg!

  • vielen Dank für die ganzen Antworten. Ich denke ich werde es ausprobieren mit 3-5 Völkern und den rest normal laufen lassen dann kann ich zur Not nochmal Waben umhängen wenn ich sehe das sie mit dem bauen nicht hinterher kommen.