Wintervölkerverluste

  • Was man aber wegen Varromed bedenken muss, du sollst das ja min 4x im abstand von 6 Tagen machen. So erwischt du auch die Varronen, die zum ersten Zeitpunkt der Behandlung noch in den Zellen waren. Und mein natürlicher Abfall war im Januar war ja bei 2-4 in der Woche, was ja echt nicht viel ist.

    Ich habe keine eigenen Erfahrungen mit Varromed - und werde auch keine machen. Hier hat rall0r seine Erfahungen mit Varromed sehr gut aufbereitet und detailliert beschrieben. Eine Diagnose traue ich mir aus der Ferne nicht zu, allerdings würde ich mein Geld eher auf Varromed denn auf den Wind als Quelle des Übels setzen.

  • Man muss selbst Erfahrungen machen und nicht immer das annehmen was andere sagen. Ich z.b komme überhaupt nicht mit AS klar. Aber ich möchte dies hier nicht weiter vertiefen, da es zu einer Riesigen Diskussion führt :-)


    Ich bin bis jetzt gut mit Varromed gefahren und ich hatte auch nur sehr geringen natürlichen Milbenbefall.

  • Stand gestern: 18/18 leben und fliegen. Einige schwächer andere besonders stark. Alle einzargig überwintert mit 14 kg Ende August aufgefüttert. AS mit Nassenheider Ende Juli, dann Ende Oktober ein Mal mit OX bedampft und auch noch mal Mitte Dezember bedampft. Gestern bei Futterkranzprobe Bienen begutachten lassen, keine Probleme mit Varroa. auf Brut kontrolliert, zwei waren unruhig und hatten keine Brut, alle anderen schon. Pollen überall knapp.

  • Mein Fehler war nicht Varromed, dass ist quatsch,

    1. Die Fachinformation zu Varromed sagt bspw. in Zf. 4.6 ganz klar: sehr häufige Nebenwirkung: Erhöhte Mortalität der Arbeiterinnen, dieser Effekt nimmt bei erhöhter Dosis und/oder wiederholter Anwerndung zu.


    2. Obduktionen mit Vor-Urteilen zeitigen oft falsche Ergebnisse. Varromed basiert auf OX in Zuckerlösung (Träufelverfahren). Zu den subletalen Wirkungen kannst Du Dich umfassend in der Dissertation von Dr. Sakia Schneider informieren:

    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556

    Du solltest bei der Obduktion nicht versäumen, aufmerksam nach den Schadsymptomen von OX-Zuckerlösung zu suchen (Liäsionen bzw. Verätzungen des Verdauungs- und Ausscheidungsapparates bei den Altbienen, die Varromed noch erlebt haben etc.).


    Ich bin bis jetzt gut mit Varromed gefahren

    Wieviel Jahre Erfahrung hast Du damit? Wie oft und wie lange ermittelst Du die Varroabelastung Deiner Völker und mit welcher Diagnaosemethode? In welcher Region stehen Deine Völker?

  • Moon

    Habe gestern noch gelesen, dass im 19. Jahrhundert die Völker im Winter meistens an Wassermangel starben, die durch Zugluft verursacht wurde. Die Zugluft soll übermäßige Wärmeerzeugung durch die Aktivität der Bienen bewirken und dadurch einerseits an den Kräften zehren und andererseits Wasser verdunsten lassen. Deshalb können sie das Futter aus den Waben nicht aufnehmen und verlassen die Traube, um Wasser zu finden. Dann verklammen sie und die anderen im Stock verhungern.

    Empfohlen wurde, das Flugloch eng zu halten und die ganze Kiste gut abzudichten (auf heute übertragen also auch keine offenen Böden).

  • Was man aber wegen Varromed bedenken muss, du sollst das ja min 4x im abstand von 6 Tagen machen. So erwischt du auch die Varronen, die zum ersten Zeitpunkt der Behandlung noch in den Zellen waren.

    Hallo Moon,

    ich habe mich ja ein wenig mit VarroMed beschäftigt, und bin bezüglich des Zitats, auf welches ich mich jetzt beziehe, zu dem Schluss gekommen, dass die Wirksamkeit VarroMeds auf die zum Zeitpunkt der Behandlung frei laufenden Milben zu schlecht ist, sodass bis zur nächsten Behandlung 6 Tage später genug Milben in Zellen abtauchen können.

    Anders ausgedrückt: Einen hohen Anfangs-Milbenbefall bekommt man mit VarroMed im Block nicht unter Kontrolle, weil die Wirksamkeit bei Völkern mit Brut zu schlecht ist.


    Ich habe viel Prosa dazu geschrieben und Graphen gemalt.


    Ich kann mir aber vorstellen, dass VarroMed bei Brutfreiheit - bspw. im Dezember - gut funktioniert.


    Ich würde aber Wetten drauf abschließen, dass VarroMed als einzige Behandlungsstrategie gegen die Milbe spätestens ab dem zweiten Behandlungsjahr zu massiven Problemen führt.


    Zuvor gut behandelte Völker überstehen vielleicht 1 bis maximal 2 Jahre ausschließliche VarroMed Behandlung, aber irgendwann ist der Milbendruck stärker als die Wirksamkeit VarroMeds.

    Und interessanterweise haben sich im Nachgang zu meinem Artikel Imker per Mail bei mir gemeldet, die erzählten, wie sie 2018/2919 gut mit VarroMed überwintert haben, und im Herbst/Frühwinter 2019, wieder nach VarroMed, die ersten Kisten abgeräumt werden mussten.


    Nur kurz zu meinen Völkern: Meine sind noch (!) alle da, die Milbenlast liegt derzeit bei 1-5 MIlben in 7 Tagen (Windelmessung).

    Die Verheerung, die ich durch VarroMed noch im Oktober 2019 befürchtet hatte, ist (noch!) nicht eingetroffen. Allerdings diente VarroMed bei mir nur als herbstliche Restentmilbung, nachdem WV Ende Juni eine TBE bekommen hatten, oder Ableger bei Brutfreiheit nach Bildung mit OXS behandelt worden waren. VarroMed war also nur ein Baustein eines Behandlungskomzeptes.


    Ansonsten halte ich Anfang August für eine erste Behandlung auch für zu spät. Wie Pflegebienen, welche ab Anfang August die Winterbienen aufziehen sollen, müssen schon fit sein. Sie sind es, die die Larven der Winterbienen ausreichend umsorgen und füttern und wärmen müssen, sie sind es, die für die Winterbienen genug Pollen heranschaffen müssen, damit ausreichend Futtersaft zur Verfügung steht.

    Es braucht zum Spätsommer hin m.E. zwei Generationen, die möglichst wenig Milbendruck haben sollen: Eine Pflegebienengenration, die dann die zweite Genration, die Winterbienen, aufziehen muss.


    Ein letzter, versöhnlicher Satz zu VarroMed: Ich glaube, dass VarroMed eine gut handhabbare, preislich faire Lösung sein kann, wenn es um die Behandlung brutfreier Völker geht - als ein Baustein eines ganzjährigen Behandlungskonzeptes.

  • Hallo Moon,

    verluste bedrüken immer, aber der Wind nach meines erachtens kann da keine Schuld haben.

    ich habe meine 10 von 19 Völker auch am Wald am Hang stehen und auch in Windrichthng und was ich gestern gemerkt habe bei 2 Völker fehlt der Mauseschutz Keil.

    Bis Jetzt fühlen sich die Völker wohl.

    Es Grüßt


    Waldemar

  • Überdosierung beim OS-Träufeln kann tödlich enden. Das sieht dann so aus wie von Moon geschildert. Die sterben alle zur gleichen Zeit.

    Vor allem bei kleinen Völkern, die man größer einschätzt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Überdosierung beim OS-Träufeln kann tödlich enden. Das sieht dann so aus wie von Moon geschildert. Die sterben alle zur gleichen Zeit.

    Vor allem bei kleinen Völkern, die man größer einschätzt.

    Eigentlich nicht, wenn man einfach die besetzten Wabengassen beträufelt. Man darf halt nicht vorhaben in jede (auch noch so kleine) Volkseinheit 50 ml Lösung hineinzupumpen. Das wäre weniger gut.

    Die Bevorzugung lokaler Produkte ist weder Nationalismus, noch Faschismus, noch Protektionismus, sondern ist nur ein Symptom von Intelligenz und Umweltverträglichkeit.

  • Ich kann mir aber vorstellen, dass VarroMed bei Brutfreiheit - bspw. im Dezember - gut funktioniert.

    Allerdings diente VarroMed bei mir nur als herbstliche Restentmilbung, nachdem WV Ende Juni eine TBE bekommen hatten, oder Ableger bei Brutfreiheit nach Bildung mit OXS behandelt worden waren. VarroMed war also nur ein Baustein eines Behandlungskomzeptes.

    So sollte man es meiner Meinung nach auch einsetzen. Sich nur auf Varromed zu verlassen, ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Gilt aber für viele andere Behandlungsformen auch. Es muss ein schlüssiges Gesamtkonzept existieren, dass auch regelmäßig hinterfragt wird, z.B. wenn sich das Wetter in einem Jahr deutlich anders verhält als üblich.


    Ich setze Varromed auf 2 Arten ein:

    Zum einen behandle ich Völker, die trotz TBE im Juli dann im Herbst in eine gefährliche Richtung driften noch mal mit 3 Anwendungen Varromed nach.


    Zum anderen nutze ich es zur Winterbehandlung. Da behandele ich aber längst nicht mehr alle Völker, sondern nur noch nach Schadschwelle.


    Mich nur drauf zu verlassen wäre mir aber zu heikel, ohne TBE bzw. 24-Tage-Käfigen geht bei mir kein Volk mehr durchs Jahr.


    Ach ja, bisher fliegen 24 von 25 und tragen Pollen ein.

  • 5 von 9 verloren...

    4 bereits zur Oxalsäure tot

    Spät geschleudert, spät eingefüttert,

    Spät behandelt, zuerst zu warm, anschließend gleich zu kalt

    2. Behandlung hat nicht mehr hingehauen.

    Windel war den ganzen Sommer unauffällig.

    Hatte sogar Schwärme mit starkem Befall


    Fazit: nächstes Jahr früeher Behandeln...


    ULI

    Genieße das Leben.

    Sei Dankbar und Glücklich.

  • Also was mich echt wahnsinnig intersiert ist, wie könnt ihr alle sagen das Anfang August zu spät ist, wenn ich/wir in unserer Region erst Mitte bis Ende Juli den Honig ernten kann?

    Sollen wir den wegschmeißen, denn als Winterfutter kann ich den nicht nehmen (viel Wald) bzw will ich auch einen haben...


    Ich fahr mit meiner Methode die letzten Jahre sehr gut und soll jetzt mir jetzt sagen lassen, weil ich nun einmal ein echt Mieses Jahr habe ich mache alles falsch, euer ernst? Ich könnte mich auch genauso nicht äußern und einfach wie viele sagen, alles gut, obwohl das Gegenteil der fall ist. Da gibt es echt genug.


    Dann muss ich hier teilweise Pseudowissenschaft mit Mitteln erklären lassen und das diese nicht wirken. Lesen einige überhaupt was ich schreibe? Ich hatte nach meinen Behandlungen (ca. 1 Monat ) so gut wie keinen Natürlichen Milbenabfall und habe in bei meinen jetzt noch lebenden auch nicht! Wenn dieses Mittel so schlecht ist, müsste ich auf jeden Fall einen erhöhen Milbenfall haben, oder zählt das nicht? Und noch wer früher Bienenwohl genommen hat und das als gut bezeichnet, der sollte sich mal die Zusammensetzung durchlesen und das mit Varromed vergleichen.


    Ich wollte hier nur mein Beitrag Posten und den Leuten die nicht den Mut haben ihre Verluste zu sagen , zeigen, dass sie nicht alleine sind. Ich brauch hier keine Besserwisser die meine Methode in frage stellen, die die letzten Jahre! gut funktioniert hat und ich so gut wie keine Ausfälle hatte.


    Irgendwo hab ich einen Fehler gemacht, dass stimmt, aber es ist sehr unwahrscheinlich dass es mit dem Mittel zu tun hat, sonst würde es nicht nur einen!!! Stand betreffen. Die Völker sind gut gemischt.

    Und wenn ihr ehrlich seit, jeder hat schon mal in irgendeiner Form einen Fehler gemacht, deswegen muss nicht gleich alles in Frage gestellt werden.


    Mer will ich nicht zum Thema schreiben, da es ja schon ein gewisses Ausmaß erreicht hat, das mir nicht gefällt.

  • Wenn das doch ein Jahr funktioniert hat, dann mach das weiter so. Du wirst schon genug Erfahrung gesammelt haben, um das zu beurteilen.
    Hier sind zu viele Imker unterwegs, die einfach zu viel Respekt vor der Milbe haben. Und lass Dir auf keinem Fall erklären, wie man Völker führen muss, um so späte Trachten einzufahren.


    Gruss

    Ulrich