Bei zwei Völkern nichts zu hören

  • Hallo,
    Ich bin ebenfalls Neuling und wir haben seit zwei Jahren Bienen. Laut den Büchern ist im Winter anhand eines Stetoskops oder Schlauchs durch die Flugöffnung auch bei Minustemparaturen ein leises Surren zu hören. Das soll besagen das alles in Ordnung ist. Bei zwei Bienenvölkern hört man leider überhaupt nichts, bei den anderen schon. Seltsam ist es deswegen weil das eine Volk ein starker Schwarm war und bis vor wenigen Wochen noch seinen Reinigungsflug durchführte. Ich habe jetzt den Boden gereinigt und seitdem (3 Tage sind vergangen) liegt keine einzige tote Biene mehr am Boden. Bei den anderen Völkern kommen täglich ein bis 3 tote dazu. Also alles Anzeichen als ob das Volk tot wäre aber die Frage ist warum. Es wurden 12 Kilo Zucker 1:1 gegeben, Varrora wurde bei einem auch bekämpft. Hat jemand eine Ahnung was dies sein kann bzw. kommt dies öfters vor ? Im Zweifelsfall muß ich ein Volk öffnen was ich aber nur ungern mache bei dieser Jahreszeit. Was meint Ihr ?
    Danke für eure Hilfe.

  • Hallo Gerhard,


    ich höre auch nicht immer etwas, obwohl ich nicht schwerhörig bin. Wenn sie weit weg vom Flugloch sitzen ist eben nicht viel zu hören.
    Wären sie verhungert oder an der Varroa zugrunde gegangen, würdest Du auf dem Bodenbrett einen Haufen toter Bienen finden. Bloß, warum sind sie vor ein paar Wochen noch geflogen? Gab es noch was zu holen?
    Laß die Bienen in Ruhe, jede Störung führt zu erhöhtem Futterverbrauch. Wenn sie doch schon hinüber sind, kannst Du jetzt auch nichts machen.
    Die zwölf Kilo, die Du gefüttert hast, erscheinen mir etwas knapp, das wirkt sich aber erst in März/April aus, wenn die Völker stark in Brut sind. Dann müßtest Du Futterwaben zugeben oder zur Not mit Honig füttern.
    Warum hast Du nur bei einem Volk die Varroa bekämpft? Durch Reinvasion ist das nun wahrscheinlich vergebliche Mühe gewesen.


    Grüße, Thomas

  • Hallo ich möchte dich ja nicht entmutigen.
    Aber auch ich dachte an einen regen Flug, was sich dann allerdings als Räuberei herausstellte. Bis ich dann nachgesehen habe, waren nur noch die leeren Waben in der Kiste.


    Gruß
    Werner

  • Danke für eure Unterstützung. Ich mach derweilen nichts. Es hat hier bei uns in Bayern derzeit Dauerfrost. Wenn die Temparaturen erstmals wieder über 8 Grad gehen und das Wetter schön ist dann schau ich ob ein Reinigungsflug durchgeführt wird. Zudem werden dann ja auch tote Bienen rausgetragen und vor dem Flugloch sollte was zu sehen sein. Ist dem nicht so werde ich wohl einen der beiden Kästen aufmachen. Geflogen ist das eine Volk noch, weil schönes Wetter war bei uns. Da dachte ich es sei alles in Ordnung.
    Ansonsten hab ich halt in den Büchern gelesen das man durch alleiniges Abhören, und bei den anderen Völkern hör ich ja was, hören kann ob alles in Ordnung ist. Ich hab bei diesen zwei schön öfter gehört aber nie einen Mux.
    Ich gebe euch gerne über das Forum Bescheid wenn das Wetter besser ist und Reinigungsflugwetter herrscht.
    Danke für eure Infos !


    Gerhard

  • Liebes Forum,


    auch heute bei 5 Grad plus rührt sich nach wie vor nichts an den zwei Bienenstöcken von meinem Freund. Es scheint also nach wie vor das alles tot ist. Grund weiterhin unbekannt. Ich warte auf 10 Grad plus, Windstille und keinen Regen um die Sache näher kontrollieren zu können.
    Auch kein Totenbefall bzw. Gemühl auf dem Zwischenboden. Keine herausgetragenen Bienen vor dem Flugloch, einfach nichts !


    Sehr seltsam,


    Gerhard

  • wenn du auch nichts hörst, heißt das noch lange nicht, dass die Völker tot sind. Noch ein guter Rat von mir, unsere Altvorderen überließen uns noch eine Weisheit, die man doch befolgen sollte. Ein Volk kontrolliert man erst dann, wenn man es mit hochgekrempelten Ärmel am Bienstand gut aushalten kann, das ist aber bei 10 Grad nicht der Fall oder bei dir doch?

  • Anonymous schrieb:

    wenn du auch nichts hörst, heißt das noch lange nicht, dass die Völker tot sind. Noch ein guter Rat von mir, unsere Altvorderen überließen uns noch eine Weisheit, die man doch befolgen sollte. Ein Volk kontrolliert man erst dann, wenn man es mit hochgekrempelten Ärmel am Bienstand gut aushalten kann, das ist aber bei 10 Grad nicht der Fall oder bei dir doch?


    Entschuldigung der Gast ist honigmayerhofer

  • hallo,


    dann ist meine Lektüre die ich habe anscheinend anders als eure. Ich bediene mich derzeit zweier Fachbücher über Bienen, das eine heisst naturgemäße Bienenzucht von Rudolph Moosbeckhofer und das andere heisst Bienen halten von Franz Lampeitl.
    Ersteres Buch finde ich wesentlich besser da es mehr auf die Bienen eingeht und nicht auf deren Honigertrag und Ertragssteigerung.
    Ich hab jetzt auf Anhieb die Textstelle nicht gefunden, nur sei kurz gesagt das es möglich ist die Bienen allein durch abhören zu beurteilen ob es Ihnen gut geht und das zu jeder Jahreszeit.
    Zweimal in der Woche kontrolliere ich derzeit das Flugloch auf Verstopfung / Vereisung und höre dann auch die Bienen ab. Diese Vorgehensweise wird anscheinend von den richtigen Imkern nicht so praktiziert.

  • Gast schrieb:

    hallo,


    Ich hab jetzt auf Anhieb die Textstelle nicht gefunden, nur sei kurz gesagt das es möglich ist die Bienen allein durch abhören zu beurteilen ob es Ihnen gut geht und das zu jeder Jahreszeit.
    Zweimal in der Woche kontrolliere ich derzeit das Flugloch auf Verstopfung / Vereisung und höre dann auch die Bienen ab. Diese Vorgehensweise wird anscheinend von den richtigen Imkern nicht so praktiziert.


    Hallo Gerhard,


    siehe z.B. Lampeitl S. 119 Ertragreich Imkern, da beschreibt er, dass man unbedingt Äste und Sträucher, die evtl. an den Beuten schlagen entfernen muß, da ansonsten die Winterruhe massiv gefährdet ist, vom erlaubten ständigen Rumlaufen und Abhorchen auf Lebenszeichen an der Beute kann ich nichts finden. Du liest aber auch anscheinend andere Bücher als "richtige Imker". Lampeitl steht in seinem Buch auf "Frühjahrsreizfütterung und das "Aufritzen" der Futterwaben, das ist m.E. altes Wissen und wird in der modernen, zeitgemäßen Imkerei abgelehnt. Ich habe aber einen Tip für dich, wie wäre es mit einer Webcam in der Beute, die gibt es wirklich, dann kannst du deine Lieblinge als Videoshow am PC den ganzen Tag anschauen. :lol:

  • ich habe hier im Forum noch nicht viel Fachliches von mir gegeben, aber heute klinke ich mal mit ein.
    Ich halte nun seit fast 20 Jahren Bienen und praktiziere das "Abhören" von Anfang an. Macht euch doch mal den Spaß und geht jetzt am Abend oder Morgen, wenn es draußen noch ganz still ist zu den Bienen und horcht mal am Flugloch. Wenn es nicht gerade "hundekalt" ist, werdet Ihr ein ruhiges "zufriedenes summen" hören. Ist das nicht der Fall und es summt unruhig, dann stimmt etwas nicht. 100%ig!
    Klopft mal vorsichtig mit dem Finger an die Beute, ihr werdet hören wie sie aufbrausen und damit ist der im letzten Beitrag gegebene Hinweis, Äste oder andere lose Teile die am Bienenstand für Unruhe sorgen könnten zu entfernen, voll berechtigt.



    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hartmut Ebert schrieb:


    Macht euch doch mal den Spaß und geht jetzt am Abend oder Morgen, wenn es draußen noch ganz still ist zu den Bienen und horcht mal am Flugloch. Wenn es nicht gerade "hundekalt" ist, werdet Ihr ein ruhiges "zufriedenes summen" hören. Ist das nicht der Fall und es summt unruhig, dann stimmt etwas nicht. 100%ig!


    Beste Grüße
    Hartmut


    Hallo Hartmut,
    du hast es genau auf den Punkt gebracht, es geht um den eigenen Spaß und nicht um den Vorteil dem "Bien" gegenüber, den man kann in dieser Jahreszeit sowieso nicht helfend eingreifen. Ich lasse das zweimalige Abhören in der Woche lieber, da ich weiß, wie hochempfindlich Tiere auch auf Bodenerschütterungen reagieren. Wenn man z. B. an einem Bach entlang geht, reagieren z. B. Karpfen ohne den den Spaziergänger zu sehen, auf die Erschütterung des Bodens mit sofortiger Flucht, so ausgeprägt ist das "Wahrnehmungsempfinden" von Tieren, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass Bienen, die ohnehin ein höchst ausgeprägtes Wahrnehmungsvermögen haben, das Betreten um ihre Beuten herum nicht wahrnehmen könnten.

  • ...die nehmen das Betreten um die Beuten garntiert wahr.
    Meine Magazine habe ich im Winter in einem kleinen "Bienenhaus" stehen.
    Nach vorne natürlich offen, damit sie auch mal ausfliegen können :wink:


    Das Bienenhaus ist im Winter für mich, außer im Notfall, Tabu.
    Wenn ich vorhin von einem vorsichtigen Klopfen an der Beute geschrieben habe, so ist ein Betreten des Bienenhauses fast einem Kanonenschlag gleichzusetzen. Sie merkens auf jeden Fall, haut ruhig die Tür am Bienenstand zu und horcht wie in den Magazinen geschimpft wird...


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hi,


    Zumindest hat mich jetzt einer einmal verstanden das es kein Blödsinn ist mit Abhören der Beute. Danke dir Hartmut. Ich dachte schon ich stehe alleine da hier.
    Ich hab übrigens kein Bienenhaus. Äste oder Sträucher schlagen auch nicht an die Beute. Sie ist freistehend in etwa 70cm Höhe über den Boden auf 3 Holzpfosten. Das einzige was ich sehe rundherum sind Hasenspuren und Katzenspuren (derzeit im Schnee zu sehen). Ansonsten kommt da keiner hin ausser ich mal. Zur Zeit geht ich ungern in die Nähe da der Schnee recht kracht und es halt laut wird wenn ich hingehen würde.
    Webcam in der Beute ist keine schlechte Idee, ich denke aber die wäre bald zugekittet und verbaut :-))


    Gerhard

  • Gerhard der Imp schrieb:

    Hi,


    Webcam in der Beute ist keine schlechte Idee, ich denke aber die wäre bald zugekittet und verbaut :-))


    Gerhard


    Hallo Gerhard,
    die Webcam im Bienenvolk gibts wirklich, ich habe aber den Link nicht mehr, es war eine österreichische Seite.