Durchlenzung beginnt

  • Ist eine Reizfütterung im Februar wegen evtler Temoperaturstürze nicht zu früh?

    Allerdings. Oder besser jein. Auf der einen Seite "explodieren" die gezüchteten Bienen ohnehin im Frühjahr, sodaß diese rechtzeitig bei einsetzender Frühlingstracht sehr rasch "in die Puschen kommen". Auf der anderen Seite haben die Bienen jahreszeitliche Instinkte, und gegen die kommt kein Futterteig, auch kein solcher mit Eiweiß, an.

  • Soweit ich mich erinnern kann, hat Hans Wille, die Reizfütterung schon vor über 40 Jahren untersucht.

    Das Ergebniss, liegt eigentlich schon vor.


    Wir haben in unserer Gegend, dann vor etwa 30 Jahren , dann noch die Eiweissfutterteige im Freiland getestet........Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es den Bienen nicht schadet.


    Aber wie es eben ist: alle paar Jahrzente, wird das Rad neu erfunden.


    ABER!!!!!!

    Es ist für mich unverständlich, dass jemand seinen Bienen etwas gutes tun will, (obschon es vielleicht nicht nötig ist), in die Kritik gerät, und an den imkerlichen Kenntnissen gezweifelt wird........Da könnte ich schon sagen: Im falschen Film.....


    lg Sulz.

  • Macht euch das Leben nicht so schwer.

    In vielen Gegenden gibt es öffentlich einsehbare Stockwaagen.

    Hier in der Gegend kann man sich auf der Homepage Kreis Imker Verein Heinsberg die Verbräuche ansehen. Allerings sollte man sich die Zahlen genau ansehen,.denn da scheinen zwei Waagen nicht zu funktionieren.

    So lag der Verbrauch hier bei 1,5 kg im Januar.

    Wer es genau wissen will, kann von Aussen ja nochmal die Völker nachwiegen.


    Zu der Bienentraube:


    Die meisten Völker sitzen am Ende des Jahres oben, weil sie sich von unten nach oben gefressen haben. Es gibt aber auch Völker die machen es umgekehrt.

    Das sind dann die Völker wo der Puls steigt, wenn man unter der Folie nichts sieht.


    Selbiges habe ich bei den Trogbeuten. Die meisten sitzen am Ende des Frühjahrs vor dem Flugloch. Es.gibt aber immer wieder ein paar Deppen, die dann am anderen Ende der Beute sitzen.


    So ist letztendlich nur das Gewicht der Faktor, ob die Bienen Futter oder nicht brauchen.

  • Ich stimme dem absolut zu. Sehr gut geschrieben. Ich habe eine Einraumbeute (Bienenbox) und da ist es genau wie hier beschrieben. Die meisten Bienen sitzen nahe am Flugloch. Und jedes mal wenn ich alle paar Wochen durch das Fenster (es gibt ein sehr gut isoliertes Fenster) schaue sehe ich keine Bienen. Ist es mal wieder 10 Grad fliegen die Bienen aus der Bienen immer als erstes.

  • Momentan liegt der durchschnittliche Verbrauch bei ca. 1 kg/Monat. Wie man in der Grafik unten sieht ist der Verbrauch ziemlich unabhängig von der Region, so liegt die Kurve der Voralpenregion (Schweiz) ziemlich identisch zu den Gesamtdurchschnitten von Schweiz und Deutschland trotz dem kühleren Klima. Dagegen sieht man anhand der Region Hochrhein, dass eine Läppertracht im Herbst einen relevanten Unterschied bewirken kann.



    pasted-from-clipboard.png


    Die Datenbasis für die gesamte Schweiz beträgt rund 1000 Bienenvölker, während in Deutschland und den Regionen Voralpen und Hochrhein jeweils zwischen 100 bis 200 Völker als Datenbasis dienen.


    Obige Durchschnitte sind schön zum Anschauen aber die Realität ist komplizierter. Wenn ich z.B. zufällig ein paar Völker vergleiche sieht es dann so aus:


    pasted-from-clipboard.png


    D.h. im Durchschnitt wissen wir ziemlich genau was zu erwarten ist, aber leider halten sich nicht alle Bienen an die Vorgabe ;)

  • Durchlenzung bedeutet, dass die Völker voll in Brut gehen und die Wandlung der Völker von Winterbienen zu Sommerbienen vollzogen wird. Voraussetzung dafür ist ein umfangreiches Pollenangebot. Solange das nicht gegeben ist, können die Völker nur ziemlich kleine Brutnester anlegen, die aus dem Winterspeck heraus versorgt werden. Das ist keine Durchlenzung!

    In Berlin/Brandenburg können die Bienen derzeit höchst selten fliegen. Manchmal tragen sie dabei etwas Pollen von Hasel und Erle ein. Das ist aber so wenig, dass es keinesfalls für die Anlage großer Brutnester reicht. Deshalb beginnt hier derzeit die Durchlenzung noch nicht.

    In Süddeutschland könnte das anders sein, deshalb möchte ich mit diesem Beitrag Werner Egger zwar nicht widersprechen, möchte aber darauf hinweisen, dass sein Beitrag nicht verallgemeinert werden sollte.

    Gruß Ralph