• Hallo, zusammen,


    wir werden im nächsten Frühling viel Spaß kriegen!
    In Frankreich wird Imidacloprid und Verwandte gerade verboten, was meint ihr, was hier gerade passiert?


    Im letzten Jahr waren ca. 90% des Raps in den alten Bundesländern mit den altbekannten Mitteln gebeizt.
    Ein befreundeter Landwirt hat für mich die Augen aufgehalten und geguckt, womit der im Herbst gesäte Winterraps behandelt wurde: egal, welche Sorte, Imidacloprid!!!


    Ich bin regelrecht vom Raps umzingelt, und ich fange an, mir Sorgen zu machen... :evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    das Thema hatten wir doch schon einmal !
    Aber außer den paar Unverbesserlichen wie Dich und mich (und ein paar andere hier im "Forum") hat es scheinbar niemanden sonderlich berührt. Warum auch, noch ists ja nicht soweit. Wir jammern erst dann, wenn die Völker über den Jordan sind !!!
    Und die Verbände ?:
    Wir diskutieren seit ca. 9 Monaten das lustige Thema, wie wir Kreisverband X (62 Mitglieder) mit Kreisverband Y (82 Mitglieder, im gleichen Landkreis gelegen ) zum Fusionieren bewegen können und ob die 1,69 € EU-Zuschuß per Überweisung oder durch persönliche Überbringer auszuzahlen sind.
    Freunde, die Zukunft wird spannend !
    Halleluja.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael, Hallo Sabiene,


    Selbsverständlich geht es uns allen was an. Nun sag mir kann ich was dagegen tun? was kann ich als Imker tun? 1000 x e-mails an das Bundesverbraucherministerium an das Landwirtschaftsministerium, ich weis es einfach nicht. Im übrigen von den Imkerverbände erwarte ich garnichts.


    Dante

  • Hallo Dante,


    daß man gemeinsam etwas erreichen kann, haben uns unsere französischen Freunde doch schon vorgemacht. Das (wahrscheinliche) Verbot geht auf die Initiative ihres Verbandes zurück.
    Was kann der einzelne Imker tun ?
    Na, höchstens wie ich einen großen Bogen um jeden Rapsschlag machen, und den Kunden erklären, wieso es keinen Rapshonig gibt.
    Wenn man natürlich wie Sabine von Raps umkesselt ist, dann kommt einem schon irgendwann das Kotzen. Oder denk mal an unsere Kollegen in SH oder MeckPom !

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,
    hallo Sabi(e)ne,
    hallo Dante,


    Dass die Verbände nichts tun ist nicht ganz Richtig!
    Unter www.buckfast.de/z0102art.htm ist sehr viel über Imidacloprid nach zu lesen. Auch auf der Tagung der Berufsimker in Donaueschingen schon vor 2 Jahren war das ein Thema, und letztes mal auch, und auch in Soltau wurde darüber geredet. In meinem Posting unter Varroa "eine Theorie" geht es unter anderem auch um solche toxischen Pollen von Imidacloprid gebeizten Planzen. Es wird nicht nur Raps gebeizt. Getreide, Mais und Sonnenblume und werden mit einer noch viel höheren Dosis gebeizt wie der Raps!


    Das Bundesverbraucher- bzw. Landwirtschaftsministerium weis um diese Dinge. Die Bienenwissenschaftler in der BRD können aber bis heute nicht Beweisen, dass es da Schäden gibt, welche mit Beizmittel in direktem Zusammenhang gebracht werden können. Das ist meine Info. Siehe auch unter www.bundestag.de/aktuell/hib/2000/0016105.html und unter www.uni-hohenheim.de/bienenkunde/bienenschutzfenster.htm.


    Dass es aber Schäden gibt ist bekannt, und wie man damit umgeht ist etwas anderes. Desshalb rate ich euch allen die ihr das hier jetzt lesen tut, schaut euch nochmal das mit der Theorie unter diesem Aspekt an!


    Übrigens wird nicht Imidacloprid allein gebeizt, sonder es sind eine ganze Reihe von Mitteln zusammen, und wer weiß was so ein Coktail anstellt!


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo.
    Also bitte mal zum (meinem) Verständnis: Ich weiss, das Samen allgemein gebeizt wird, damit er bis zum Aufgehen - sagen ich mal - brauchbar bleibt. Wenn dann eine Pflanze daraus geworden ist, dachte ich, braucht man an die Beize nicht mehr denken. Wo also seht Ihr den Schaden für die Bienen?
    Anmerkung: bei mir im Süden Europas (Wüstengebiet) wächst sowieso kein Raps, aber man möchte ja lernen :-)

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Hallo, Heintzelmann,


    ganz so einfach ist es nicht.
    Beizmittel werden benutzt, um den Samen bis nach dem Auflaufen gegen Bodenpilze, Bakterien und Vogelfraß zu schützen.
    Wenn sich die Beize aber nicht abbaut, sondern in unmittelbarer Nähe der Wurzeln verbleibt, wird sie logischerweise auch von der Pflanze aufgenommen.
    Imidacloprid wurde in minimalsten Spuren im Nektar und Pollen nachgewiesen. Diese Menge ist nicht tödlich für die Bienen, jedenfalls nicht sofort.
    Da sie aber ständig während der Rapsblüte mit dem Zeug in Kontakt kommen, und mit dem Pollen auch die Brut füttern, ergibt sich eine schleichende Vergiftung mit verheerenden Folgen.
    Die Bienen liegen nicht wie bei einer akuten Vergiftung zu Tausenden herum, so daß du weißt, da ist was, sondern sie schwinden mehr so dahin.


    Der Effekt ist derselbe, als wenn dir deine Frau jeden Tag eine Prise Arsen ins Essen tut; dir gehts nicht gut, du weißt aber nicht, woran es liegt und irgendwann wird es für deinen Körper zuviel und du stirbst doch.


    Der zweite Effekt ist, daß dieses Zeug eine Halbwertszeit von drei (oder gar fünf?) Jahren hat; d.h., nach dieser Zeit ist noch die Hälfte der ursprünglich eingebrachten Menge im Boden vorhanden.
    Wenn also in einem Jahr gebeizter Raps, im nächsten Jahr gebeizter Mais, und danach gebeizte Sonnenblumen gesät werden, wird die im Boden vorhanden Menge immer größer statt kleiner, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Bienen und alle anderen Lebewesen.


    Weißt du jetzt, warum ich mich so aufrege? :-?

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    Bruce Springsteen

  • Hallo...


    ich hab ach schon von diesem Gaucho gehört...war neulich im Radio und meine Mutter hat mir das gesagt und ich hab dann im Internet den Text gefunden und den Sender angeschrieben, aber bis heute keine Reaktion (ist sicher 3Wochen her), deswegen stell ich meine Frage hier nochmal, vielleicht kann mir ja einer helfen:


    Wenn bekannt ist, daß Gaucho (und andere) Pollen und Honig vergiften, dann muß das ja wissenschaftlich untersucht worden sein...und ich bräuchte genau diesen wissenschaftlichen Text!Aber ich kenne weder den Autor noch die Zeitschrift..und ob das überhaupt in einer wissenschaftliche Zeitung veröffentlicht wurde.


    Ich brauch den Text, weil ich eine Diplomarbeit mache, in der es auch über Gift im Pollen geht und da muß man leider zitieren, woher man das hat...kann ja schlecht sagen, ich hab´s im Radio gehört...


    Kann mir da einer helfen?


    Das interessiert mich nämlich echt und wär sehr hilfreich!!!


    Danke!


    Ioni :)

  • Hallo Ioni,
    probiere doch einmal, ob Du von Dr. Wallner / www.uni-hohenheim.de/bienenkunde Material bekommen kannst. Er hat vor kurzem einen interessanten Vortrag "Saatgutbeizung und Blütenspritzunge: Probleme für Bienengesundheit und Honigqualität?" gehalten. Um es vorweg zu nehmen: Gaucho-Unverträglichkeit konnte im Vergleichsversuch mit Rapsfeldern alte Beizung / Gaucho-Beizung nicht bestätigt werden. Die Annahme geht entweder dahin, dass die Bienen durch einseitige Ernährung leiden, da an manchen Orten nichts anderes als Raps übrigbleibt, oder mehrere Faktoren zusammenkommen.
    Interessant waren auch Versuche, wie sich die meisten fettlöslichen Pflanzenschutzmittel sich in Bienen und Wachs anlagern, so dass im Endprodukt Honig nur ein ganz geringer Prozentsatz verbleibt. Wasserlösliche Pflanzenschutzmittel (Feuerbrand) dagegen werden extrem schlecht abgebaut und laden zu ~90% im Honig.


    Gruß


    Mic

  • Liebe Imkerfreunde,


    in der landwirtschaftlichen Praxis werden PSM meistens in Tankmischung gespritzt oder gesprüht. Unsere Bienen sammeln aber auch in unterschiedlichen Feldern, die mit unterschiedlichen PSM behandelt wurden. Unsere Bienen lagern PSM auch ein!


    Wechselwirkungen aus diesen PSM sind leider nicht untersucht!?
    Trotzdem wollen viele Imker (Verbände?) davon nichts wissen. Bei Instituten weiß man leider von außen nicht, welche Forschungsvorhaben sonst schon bearbeitet wurden und zu welchem Preis......


    Gruß FB

  • Hallo, Friedhelm,
    doch, die Hersteller wissen sehr genau, welche Mischungen bienengefährlich sind! Im vorletzten Bauernblatt war eine Sonderbeilage "Pflanzenschutz", wo in einer der Tabellen auch angegeben war, was nicht zusammengemixt werden darf. Ob sich da jemand dran hält, ist die andere Frage...

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    Bruce Springsteen

  • Liebe Imkerfreunde,


    auch bei den Chemiefirmen gibt es Wissenschaftler, die vor solchen Mischungen gewarnt haben. Jede Mischung kostet erneut Zulassungsgebühren, deshalb darf eine Firma ungeprüfte Mischungen auch nicht mehr empfehlen.


    Früher waren aber solche Mischungen legal.
    Ich denke auch, dass die Mehrzahl der Imker nicht besser ist als die Mehrzahl der Landwirte, gerade deshalb müssten sich diese beiden Berufsgruppen verstehen.


    Gruß FB

  • DANKE!!!
    Hab nun (auch noch hier im Forum) einige Links gefunden und einen wissenschaftlichen text aus dem Netz gezogen und in den References findet man ja dann weitere Quellen...werd mich nun ans Lesen machen!


    Liebe Grüße
    Ioni :)