Honig verflüssigen mit Mellitherm

  • Hallo an alle Mellitherm-Benutzer!


    Bisher taue ich meinen Honig im Einmachkessel im Wasserbad auf dem Herd auf, was für micht sehr zeitraubend aber momentan am billigsten ist.


    Bevor ich mich in große vielleicht unsinnige Kosten stürze, bitte ich um Erfahrungsberichte mit einem solchen Gerät.


    Bekommt man stark kristallisierten Honig damit wirklich wieder klarflüssig, wie lange bleibt er dann in diesem Zustand?


    Würde der Besitzer eines Mellitherm dieses Gerät gerne verkaufen?


    Warum bekommt man das Gerät nicht günstig gebraucht?


    Ich bin gespannt auf die Antworten. :D oder :( ?

    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

  • [quote='Harald Feinauer']Hallo an alle Mellitherm-Benutzer!


    Warum bekommt man das Gerät nicht günstig gebraucht?


    Hallo Harald,
    ich bin, seit es in Bayern 30% Zuschuß beim Erwerb von diversen Imkereiartikeln gibt, Besitzer eines Melitherms und bin sehr zufrieden damit. Ich taue kurz 2 Eimern Honig an, das ist die einzige Sch...arbeit dabei, damit ich diesen aus den Eimern kratzen kann und in den Melitherm einfülle, dann läuft er durch das Seihtuch, dabei werden dir groben Kristalle nochmals zurückgehalten, sodass der Blüten - oder Waldhonig m.E. länger flüßig bleibt., den Blütenhonig rühre ich dann cremig steif. Alles in allem kann ich das Gerät nur empfehlen. Es gibt wegen der Zufriedenheit der Benutzer, deshalb selten ein gebrauchtes zu kaufen.
    Also kratz die Moneten zusammen und investiere.

  • Für alle, die nicht das Glück haben, in Bayern zu imkern: :)
    (Nur wegen der Zuschüsse, Xaver, nur deswegen :D )
    Der Melitherm ist tausendfach erprobt und funktioniert, kein Thema.
    Es geht auch billiger:
    mir hat ein in Elektronik versierter Bekannter eine Heizplatte in einen umgestülpten Segeberger Deckel hinein gebaut. Die Elektronik passt in die Deckelaussparung, vorne dran ein Thermostat, fertig.
    Darauf kommt auf zwei Holzleisten der Honigeimer, drumherum zwei Segeberger Zargen, obendrauf ein Segeberger Deckel.
    Nach 24 Stunden ist der Honig fertig zum Rühren.
    Ich habe gesehen, die Industrie bietet sowas mitlerweile auch schon an.
    Was meiner gekostet hat, kann ich nicht sagen, ich habe in Honig bezahlt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • [quote='Michael']Für alle, die nicht das Glück haben, in Bayern zu imkern: :)
    (Nur wegen der Zuschüsse, Xaver, nur deswegen :D )
    quote]
    Hallo lb. Michael,
    dass du dich ja nicht auf die Zunge beißt mein Freund :lol: Der Vorteil des Melitherm ist aber unbestritten durch die schnellere Erwärmung und das Fließen durch das Seihtuch, wobei die größeren Partikel, die anscheind wieder schnell zum kristallisieren, herausgefiltert werden und der (Wald)honig viel länger flüssig bleibt.

  • Hallo


    ich besitze und benutze einen Melither und würde ihn nie mehr hergeben, schon garnicht wenn ich an die Verflüssigung in der vor 'Melithermzeit' denke. Das dürfte auch die Frage nach 'Gebrauchten' erledigen.
    Wie lange, wie viel länger, der Honig nach der Verflüssigung in dem Zustand bleibt, habe ich noch nie nachgeprüft.
    Aber der Honig ist einwandfrei sauber, klar und geschmacklich wie frisch geschleudert.


    Gruss
    Walter

  • Hallo!


    Diese größeren Kristalle die sich beim Auftauen meist am Boden absetzen interessieren mich - wer kann mir sagen wie und wo die entstehen bzw. warum lassen sich diese nicht bzw. sehr schwer auftauen?
    mfg
    Leo.

  • Hallo an alle Melitherm-Nutzer!


    Ich habe von einem Imkerfreund ein solches Gerät ausgeliehen und teste es derzeit. Bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Nur einige Fragen
    beschäftigen mich noch:


    Warum hat der Honig, den ich gleich in Gläser abgefüllt habe, obenauf eine leichte Schicht kleiner Luftbläschen, die wie Schimmel aussehen? Wie hätte ich den Honig behandeln müssen, damit das nicht passiert?


    So sieht es leider etwas unappetitlich aus. Muß ich die Prozeduren nochmals wiederholen?

    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

  • Hallo Kollegen,


    ich bräuchte bitte einen Rat zum Honig verflüssigen.


    Ich habe heute zum ersten Mal meinen neuen Melitherm ausprobiert, aber das Ergebnis war nicht so wie ich es mir erhofft habe. Der Honig war nach dem Erwärmen zwar flüssig, aber nicht klarflüssig, sondern trüb-kristallin. Ich denke, dass er morgen schon wieder fest wird! Auf keinen Fall ist es möglich, diesen Honig dem Kunden als "flüssig" anbieten zu können.


    Folgender Ablauf (genau nach Betriebsanleitung):


    50 kg Abfüllkanne, darüber der Lochblech-Distanzring, darüber der Melitherm-Aufsatz. Dann kam der Nylon-Seihsack möglichst faltenfrei in den Aufsatz, darauf der Schmelzrost. Dann wurde der Honig eingefüllt (Blütenhonig mit rel. hohem Löwenzahn-Anteil, fest kandiert, ca. 16,3 % Wassergehalt).


    Um die richtige Schmelztemperatur zu ermitteln bin ich auch genau nach Anleitung vorgegangen: Der Thermostat wurde auf 65 Grad eingestellt, nach ca 10 Min. so weit herunter gedreht, bis die Lampe nicht mehr leuchtete (war bei ca. 55 Grad der Fall). Dann habe ich den Thermostat um 5 Grad höher gedreht und so eingestellt den ganzen Schmelzvorgang durchlaufen lassen (bei 60 Grad).


    Habe ich etwas falsch gemacht, oder ist es evtl mit dem Melitherm gar nicht möglich den Honig klarflüssig "wie aus der Schleuder" zu bekommen?


    Für einen Rat wäre ich sehr dankbar! Grüße, Reinhard

    Wanderimkerei, Nebenerwerb mit derzeit ca. 50 Wirtschaftsvölkern, mehr oder weniger Carnica-Landmädels, nur Standbegattung, Langstroth-Flachzargen in Brut- und Honigraum. imkere seit 1987.

  • Schade, dass sich niemand auf die Frage von Herrn Schindele meldet. Würde mich auch interessieren, ob der Honig im Melitherm bei der kurzen Wärmeeinwirkung wirklich wieder ganz klar wird. Kleine Kristallisationskeime lassen den Honig nämlich ganz schnell wieder fest werden. Ich besitze derzeit noch kein solches Gerät, suche aber nach einer geeigneten Methode Waldhonig schnell und schonend aufzutauen.


    Gruß Magnus

  • Hallo, nachdem ich den Beitrag von Reinhard Schindele durchgelesen habe mag ich bezweifeln das dieses Gerät den Honig nicht schädigt.


    Ganz besonders wenn ich hier von Temperaturen von 65 und 55C° höre???Das dass dann bei solchen Temperaturen flutscht ist mir klar




    Meine Frage:Wo sitzt bei diesem Teil das Thermostat? Normalerweise sollte diese Spirale nicht wärmer als 40-45C° sein da sonst der umliegende Honig geschädigt wird. Wenn Die Temperatur des Honigs gemessen wird ist dieses Teil quatsch weil dann ja gleich 100C° eingestellt werden kann und je nach Entfernung von Messpunkt zur Wärmequelle und dauer des auftauens auch eine Temperatur von "nur" 40C° erreicht werden kann.


    Gruß Dennis


  • Hallo zusammen,


    ich verwende den Melitherm ausschließlich um Akazien- und Wald-Honig dauerhaft zu verflüssigen. (Danach noch ein Tag im Wärmeschrank bei 35°C stehen lassen, dann gibts auch keine Luftblasen (diese dann abschäumen !) auf dem Honig. Abfüllen. Fertig.)


    Der Meli ist aber keine Zauberkiste die aus Honigen mit hohem Blütenanteil, dauerhaft kristallklaren Honig macht !
    Blütenhonig würde ich damit nicht auftauen, der kommt bei mir in den Wärmeschrank und wird bei ausreichender Konsetenz gerüht.


    Dennis : Die Temperatur ist beim Meli bewiesener Maßen kein Problem. Da gab es schon Untersuchungen die hinreichend erwiesen haben, daß die kurzzeitige Erwärmung (bis 60°C) sogar noch schonender war als ein paar Tage zu lange im Wärmeschrank (<40°C !)
    Zur Info: Der Thermostat ist an der tiefsten Stelle im Honig positioniert.


    Es gibt aber auch beim Meli Schwachpunkte, z.B. das auftretende Kondeswasser. Dies soll zwar mit dem als Zubehör lieferbaren Distanzring zu mindern sein, aber das klappt m.E. nur bedingt.
    Auch ist das Fassungsvermögen nicht einem Standard-40kg-Hobbock angepasst. Es muß daher nachgekippt werden.


    In Donaueschingen war ein schweizer Produkt zu sehen das in den Details eine Weiterentwicklung des Meli darstellt.
    Großer konischer Behälter, sehr eng gewickelte Heizspirale (besserer Durchfluß, geringere Verweildauer), Siebtuch gespannt (ohne Verwerfungen) und als Zubehör eine wirksamen Lochblech - Kondensatfalle die den Honig sogar noch geringfügig trochnet.
    Bezugsquelle: Heinz Gläser, Tel. 0041 - 323512955


    Gruß
    Matthias



  • Hallo Mathias,


    ok und danke für die Antwort Das wußte ich auch nicht, das man Honig auch kurzzeitig bis 60 C° erhitzen kann.


    Um dieses System jedoch vollständig zu verstehen - Was ist kurzzeitig?
    Wo kann ich mehr darüber lesen?


    So denn, Gruß Dennis

  • Hallo Dennis,
    ich habe im letzten Jahr mit einem Waldhonig an einer Prämierung teilgenommen, den ich im Melitherm aufgelöst hatte. Zufällig hatte ich von dieser Honigpartie bereits vorher eine Analyse machen lassen.
    Ergebnis: Nach dem Melitherm-Einsatz war die Invertase-Aktivität nach Siegenthaler um genau 5 Punkte gesunken.
    Dieser Prüfparameter ist der empfindlichste in Bezug auf Wärmeschäden.


    Fazit:

      Hast Du einen reifen, enzymreichen Honig geerntet, dann wird Deine Honigqualität durch Melitherm nur unwesentlich beeinträchtigt.

      Hast Du dagegen einen enzymschwachen Honig geerntet, dann kann die Melitherm-Verflüssigung der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

    Dieses Problem wird allerdings durch den Einsatz einer anderen Verflüssigungsmethode (z.B. Wärmeschrank) nicht kleiner werden...
    Viele Grüße,
    Rudi