Unsere Varroakonzepte in Zeiten des Klimawandels - tut sich da was?

  • rall0r , Du kannst auch Fragen stellen - "über die Straße helfen" ?;)


    Wie bei allen komplexen Sachverhalten wird's DIE Lösung nicht geben. Eine Kombination verschiedener Maßnahmen wird wohl nötig sein und das ganz genau regional angepasst; da hat Kikibee exakt den Nagel auf den Kopf getroffen.


    Biologische Systeme vermehren sich bei ausreichendem Nahrungsangebot logarithmisch. Daraus folgt, eine frühzeitige Dezimierung der Milbenlast, um die Dynamik bei noch geringer Belastung zu brechen.


    Eine TBE mit Fangwabe oder mit nachfolgender OSX-Behandlung oder beidem schafft den ersten Meilenstein im Jahr. Ja, ist Arbeit - schafft aber Perspektive.


    Danach ist zwingend Kontrolle angesagt, um den Sachstand zu kennen und nicht "Schema F" (wird schon werden).


    Alles weitere ist ja hier bekannt und ausreichend ausgewalzt worden, bis hin zur Winterbehandlung.


    Was ggü. den "alten Konzepten" zu ändern ist, sind m.E. zwei wesentliche Faktoren


    - Regionalität beachten und die Konzepte entsprechend anpassen. Was beim Einen im Juni zwingend sein muss, kann bei der Anderen im Juli völlig ausreichen.


    - Die Zuchtarbeit muss m. E. sich auf Stämme fokussieren, die mit der Milbe zurechtkommen.


    Und dabei ist Unterstützung der hervorragenden züchterischen Arbeit von hier vertretenen Mitschreibern und deren Kollegen das Eine. Wir als hinreichende Beobachter müssen aber auch genau hinschauen! Es gibt die 2Sigma-Fraktion in der Gaussverteilung, die Milben in Schach hält. Diese Völker bedürfen einer Vermehrung über deren Drohnen und keinen Drohnenschnitt! Das ist kurzfristig gedacht und hilft eine Saison.


    Diese "Denke" läuft aber dem zuwider, was die Schwätzperten empfehlen. Und somit diskutieren sich manche im IV den Wolf.


    Es wäre doch ein abendfüllendens des Thema auf dem IFT ( Kikibee hält sich schon die Hände vor'n Kopf), eine Sammlung von logischen und praktischen Maßnahmen zu besprechen, was da hilft und wie man es richtig einsetzt.

  • Mir geht es auch gar nicht um DIE Lösung.

    Mir geht es in erster Linie um die Diskussion an sich.

    Wir hier tauschen uns ja intensiv aus. Insofern führen wir diese Diskussion ja schon.


    Aber ich finde sonst relativ wenig Bewegung in der Szene, außerhalb des IF.

    Es ist aber gut möglich, dass ich es einfach nicht wahrnehme, weil das in einer anderen Bubble stattfindet.

  • Mit fest geschlossenen Böden konnte man noch nicht mal verfolgen, was wir heute auf der Windel entdecken können.


    Darüber sollten wir aber nun hinaus sein.

    Geschlossener Boden und Windel gehören doch heute für einige Imker zusammen? Oder sind die Hersteller so träge? Oder machen die ihren Stiefel so weiter weil das angebotene massenhaft gekauft wird?

    Den B&N-Beitrag habe ich mit Intreesse gelesen und erstaunt festgestellt, dass dort die Maßnahmen zur Reduzierung den Vermilbung genannt werden, die neben anderen bei meiner Bienenhaltung zum Prinzieb gehören: Geringe PSM-Belastung durch geschickte Ausnutzung örtlicher Gegebenheiten, Einzelaufstellung, Reduzierung der Störung durch weniger Arbeit am Volk, nurnoch OXS als Mittel zur Entmilbung in Bedarfsfällen, keine Schwarmverhinterung um jeden Preis (Teil der Völkervermehrung), wo möglich Überwinterung auf eigenem Honig.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Aber ich finde sonst relativ wenig Bewegung in der Szene, außerhalb des IF.

    Es ist aber gut möglich, dass ich es einfach nicht wahrnehme, weil das in einer anderen Bubble stattfindet.

    Es gibt die (oft belächelte) Puderzucker-Methode (PZM), welche bereits jetzt um dieser Zeit eingesetzt werden kann. Dadurch erfolgt eine erhebliche Reduzierung der Milbenpopulation. Mittlerweile haben auch Berufsimker diese Möglichkeit entdeckt. Bitte nicht verwechseln, die PZM hat nichts mit dem Befüllen mit Bienen und dem Bestäuben mit PZ in einem Becher und dem späteren Auszählen der abgefallen Milben zu tun.

    Jonas

  • Geringe PSM-Belastung durch geschickte Ausnutzung örtlicher Gegebenheiten, Einzelaufstellung, Reduzierung der Störung durch weniger Arbeit am Volk, nurnoch OXS als Mittel zur Entmilbung in Bedarfsfällen, keine Schwarmverhinterung um jeden Preis (Teil der Völkervermehrung), wo möglich Überwinterung auf eigenem Honig.

    Mit Verlaub, das halte ich z.T. für kontraproduktiv! Honigüberwinterung ist in Gegenden mit Tauhonigen völlig falsch.

    Einzelaufstellung und Reduzierung der Störung bringen bezüglich Varroa nix. Völlig belanglos.

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Geringe PSM-Belastung durch geschickte Ausnutzung örtlicher Gegebenheiten, Einzelaufstellung, Reduzierung der Störung durch weniger Arbeit am Volk, nurnoch OXS als Mittel zur Entmilbung in Bedarfsfällen, keine Schwarmverhinterung um jeden Preis (Teil der Völkervermehrung), wo möglich Überwinterung auf eigenem Honig.

    Mit Verlaub, das halte ich z.T. für kontraproduktiv! Honigüberwinterung ist in Gegenden mit Tauhonigen völlig falsch.

    Einzelaufstellung und Reduzierung der Störung bringen bezüglich Varroa nix. Völlig belanglos.

    Und wo steht das, dass auf Tauhonig überwintert werden soll?

    Einen HR (Warre = 15kg) mit Frühlingshonig auf den Völkern lassen und gut. Alles andere kann geerntet werden. Selbstverständlich auch der Tauhonig!

    Ich setze den 2. und 3. HR unter den ersten. Somit bleibt dieser unberührt bis nach dem Abräumen. Dann sitzt er auf dem BR und bildet mit den Honigkränzen dort das Winterfutter.

    Wenn einer meint, das geht nicht, dann habe ich damit kein Problem. Ich weiß es anders.

    MfG

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hier bei uns hätte ich auch Bedenken gegen die Verwendung von Frühtrachthonig als Winterfutter, weil er in den Waben fest auskristallisiert (Engpaß im Winter: Wasserbedarf der Bienen zum Anlösen). Ich beobachte hier, daß auskristallisierter Honig im Winter größtenteils nicht gefressen, sondern von den Bienen einfach nur ausgeräumt wird. Hier tritt so etwas als Folge von zu später Fütterung auf, wenn die Efeutracht bereits läuft und der zur Kristallisation führende Efeueintrag nicht noch bei Flugwetter = Wasserzugang verfressen, sondern in Wabenbereichen abgelagert wird, den die Bienen erst später - dann bei fehlendem Flug-/Wasserholwetter - wieder erschließen.

  • Dringend nötig wäre die Zulassung der Bedampfung. (Fast) Jeder macht es, aber in ein offizielles Behandungskonzept kann es immer noch keinen Eingang finden.

    Da bin ich ganz deiner Meinung und da ich das schon wenigsten 6 Jahre und 3 Jahre effektiv mache, bin ich der Meinung, das nicht mal eine Blockbehandlung das ideale ist. Denn auch da wird der Brutbetrieb unterbrochen. Besser ist nach dem Abschleudern und dann alle 14 Tage, da der Brutzyklus bei den Völkern verschieden ist. Fast so hatte ich das 2018 gemacht und meinen größten Erfolg gegen die Milbe gefeiert. Die Blockbehandlung 2019 war bei mir nicht optimal.


    Kikibee hat einen ganz wichtigen Punkt erwähnt, die Behandlung muss den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Es gibt keine allgemein gültigen Regeln.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...nicht mal eine Blockbehandlung das ideale ist. Denn auch da wird der Brutbetrieb unterbrochen. Besser ist nach dem Abschleudern und dann alle 14 Tage, da der Brutzyklus bei den Völkern verschieden ist. Fast so hatte ich das 2018 gemacht und meinen größten Erfolg gegen die Milbe gefeiert. Die Blockbehandlung 2019 war bei mir nicht optimal.

    Über den Wirkungsgrad von Blockbedampfungen bei brütenden Völkern haben wir ja schon mehrfach diskutiert. Daß das Brutgeschäft durch OX-Bedampfung unterbrochen würde, habe ich dagegen noch nicht gehört. Drobi : Könnte es sich bei Deiner Beobachtung ggf. um das zufällige Zusammentreffen einer vom Volk selbst eingeleiteten Brutunterbrechung handeln, über die in den Hitzephasen des Sommers 2018 auch von Anderen berichtet wurde?