Mindestzahl Völker und Abstand zwischen zwei Beuten

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    Also ich habe mit 2 Völkern angefangen und hatte 1 Jahr später 4 Völker, Zum Glück gab es da noch nicht die Varroamilbe.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Also ich habe mit 2 Völkern angefangen und hatte 1 Jahr später 4 Völker,

    Bei mir genau so. Allerdings war das im Spätsommer, ein Ableger und ein eingefangener Schwarm, den mein Imkerpate, aus Platzgründen, nicht mehr unter gebracht hat. Leider gab es da schon die Varroa, aber einmalige Behandlung hat noch ausgereicht.

    Zwei Völker kann man recht dicht nebeneinander stellen. Da ist der Verflug nicht das Thema. Bei vier Völkern in Reihe, sind die Randvölker gern von den Heimkehrerinnen der mittleren Völker besucht. Dann spricht man von Verflug.

    Gern empfehle ich drei Völker als Start, bei Magazinen so, dass man dazwischen laufen kann. So kann man sein "Handling" herausfinden und sich an bestimmte Formen der Gruppenaufstellungen herantasten. Auch Warm oder Kaltbau ist als Imker ein Unterschied der Vorgehensweisen bei der Durchsicht, bzw. einfach der arbeitsweise.

    Drei Wirtschaftsvölker als Start im Frühjahr, wenn Raps in der Nähe ist, würde ich einem Anfänger nie empfehlen. Da ist der Abstand der Kisten, das Beutenmaß, Bienenrasse wirklich egal. Meiner Meinung nach verliert nämlich ein Beginner dann den Überblick. Im zeitigen Frühjahr mit einem Wirtschaftsvolk beginnen, heißt sowieso, um den Schwartrieb, oder den Platzmangel zu dämpfen, genug zu tun. Da würde vermutlich nur ein Volk ausreichen. Im Herbst hat sich das dann schon mindestens verdoppelt.

    Die Jahreszeit zu starten ist somit meiner Meinung nach nicht unerheblich.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Zwei Völker kann man recht dicht nebeneinander stellen. Da ist der Verflug nicht das Thema. Bei vier Völkern in Reihe, sind die Randvölker gern von den Heimkehrerinnen der mittleren Völker besucht.

    Der Verflug zwischen 2 Völkern nebeneinander ist genauso groß, wie der zwischen 4 Völkern in einer Reihe. Was die Volksstärke angeht, gleicht sich das zwar typischerweise wieder aus.

    (Ausser wenn die benachbarten Völker schon von Anfang an, unterschiedlich groß sind, dann tendieren die Bienen dazu, sich vom kleinen zum größeren Volk abzufliegen.) Ansonsten entsprechen 2 Völker nebeneinander, einer Minireihe, wo es nur Endvölker gibt.Krankheitsübertragung findet zwischen den Völkern deshalb trotzdem statt.


    Verhindern (zumindest reduzieren) kann man Verflug durch unregelmäßige Aufstellungen (Winkeländerungen, Auflockerungselemente (Strauch) zwischen den Beuten) Diese erleichtern es den Bienen, in ihre eigene Beute zurückzufinden und reduzieren damit den Verflug, mit den damit verbundenen Problemen.

    (Wurde schon in den 60er Jahren mehrfach mit Markierungsversuchen untersucht)


    Gruß
    Ludger

  • Drei Wirtschaftsvölker als Start im Frühjahr, wenn Raps in der Nähe ist, würde ich einem Anfänger nie empfehlen. Da ist der Abstand der Kisten, das Beutenmaß, Bienenrasse wirklich egal. Meiner Meinung nach verliert nämlich ein Beginner dann den Überblick. Im zeitigen Frühjahr mit einem Wirtschaftsvolk beginnen, heißt sowieso, um den Schwartrieb, oder den Platzmangel zu dämpfen, genug zu tun. Da würde vermutlich nur ein Volk ausreichen. Im Herbst hat sich das dann schon mindestens verdoppelt.

    Die Jahreszeit zu starten ist somit meiner Meinung nach nicht unerheblich.

    Auch wenn ich zZ noch so viel lesen: genau davor habe ich - auch ohne Raps, das habe ich schon in Erfahrung gebracht - einen Heidenrespekt!


    Ein oder zwei Ableger übers erste Jahr zu begleiten und selbst sie durch den Winter und das Frühjahr zu bringen, macht mir erstmal keine allzu großen Sorgen. Nicht das ich es auf die leichte Schulter nähme, das wird anspruchsvoll genug.


    Aber im nächsten Jahr gleich drei Wirtschaftsvölker zu pflegen, zu behandeln, (hoffentlich) Honig zu ernten, schonmal über die Verjüngung nachzudenken...

    Jungejunge. Über mehr mag ich schon deshalb erstmal noch garnicht nachdenken =O.


    Aber wenn ich es langfristig betreiben möchte - und das ist meine Absicht - werde ich nicht drumherum kommen. Daher meine Ausgangsfrage, weil ich das Grundstück möglichst gut ausnutzen muss. Ich habe aber auch schon mit einem Freund Kontakt aufgenommen, der weit genug weg wohnt und genug Platz hat, um auch dort noch zwei, drei Beuten aufzustellen. Er war, wie übrigens auch meine direkten Nachbarn, mit denen ich natürlich auch schon gesprochen habe, eher freudig überrascht. Das macht Hoffnung und eröffnet Optionen...

  • weil ich das Grundstück möglichst gut ausnutzen muss.

    Müssen? Das ist aber doch wohl kein Grund, mit zahlreichen Völkern zu beginnen.

    Wie kommst Du darauf? Schreibe ich so mißverständlich :/?


    Ist doch eigentlich recht eindeutig formuliert.

    Munterbleiben!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Waldi () aus folgendem Grund: Eingangsfrage in Erinnerung gerufen

  • Gut, der Eingangspost ist ja schon eine Weile her. Aber auch das scheint mir eigentlich recht eindeutig:

    Ein oder zwei Ableger übers erste Jahr zu begleiten und selbst sie durch den Winter und das Frühjahr zu bringen, macht mir erstmal keine allzu großen Sorgen. Nicht das ich es auf die leichte Schulter nähme, das wird anspruchsvoll genug.


    Aber im nächsten Jahr gleich drei Wirtschaftsvölker zu pflegen, zu behandeln, (hoffentlich) Honig zu ernten, schonmal über die Verjüngung nachzudenken...

    Jungejunge. Über mehr mag ich schon deshalb erstmal noch garnicht nachdenken =O.

  • Hallo Waldi,

    dann präzisiere ich nochmal meine Empfehlungen (bzw. wie es Immenreiner in seinen Vorträgen formuliert: Bei mir klappts so ganz gut, bei anderen kann es anders sein)

    • Sinnvoll (dauerhaft) zu arbeiten ist es, wenn du im Herbst immer mindestens 3 Völker einwintern kannst. Dann kannst du davon maximal 2 Völker verlieren, ohne im Frühjahr ohne Volk dazustehen. Bei Verlust von einem Volk hast du noch zwei, was die Möglichkeit für Weiselproben, Entnahme von Brutwaben für Ableger..., aber auch den Vergleich und damit die bessere Lernmöglichkeit bietet. Wenn du alle drei durchbringst, kannst du eines abgeben und hast schon Geld bekommen...
      Aus zwei Völkern einen Ableger oder Kunstschwarm zu machen, um wieder ein drittes Volk zu haben, klappt eigentlich ganz gut. Falls eines schwärmen will und man einen Königinnenableger macht (oder tut, weil man zu langsam ist und den Schwarm fängt) hat man eh schon wieder drei.
    • Für den Start habe ich mit zwei gekauften Ablegern und einem Fegling (Geschenk meines Paten) begonnen, sodass ich im ersten Jahr keine Schwarmprobleme haben konnte, aber üben und lernen. Das fand ich sehr angenehm. Dafür gibts nix zu ernten.
    • Im zweiten Jahr habe ich dann noch ein Wirtschaftsvolk dazu gekauft und meine Ableger haben sich prächtig entwickelt. Dafür durfte ich dann auch gleich Schwärme fangen, aber auch zum ersten Mal Honig ernten, den ich bei einem Kollegen geschleudert habe. So konnte ich lernen worauf ich achten muss, wenn ich mir später selbst Equipment dafür kaufe.
    • Ab dem dritten Jahr hatte ich genug Erfahrung und gute Bienen, sodass ich die Kontrollen mit vernünftigem Zeitaufwand hinbekommen habe und auch die Schwarmstimmung meist rechtzeitig erkennen und erfolgreich handeln konnte.
    • Seitdem habe ich meine Imkerei so ausgebaut, dass ich im Frühjahr immer 5-6 Völker behalte und damit Honig gewinne sowie vermehre. Ich wintere dann wieder bis zu 14 Völker ein und gebe im Frühjahr wieder ab bis ich noch 5-6 übrig habe. Das bedeutet, dass ich während der Saison etwa 1h pro Woche an den Bienen arbeite.
      Zusätzlich muss ich natürlich noch mehrere Tage/Abende schleudern, Honig pflegen und abfüllen, Wachs schmelzen, Mittelwände gießen und einlöten
      Außerdem kommt noch Zeit für Füttern im Spätsommer, Varroabehandlung und Vermehrung dazu.
    • Mir war es wichtig komplett unabhängig arbeiten zu können, sodass ich auch mittlerweile die komplette Honig- und Wachsverarbeitung selbst machen kann. Somit muss ich nicht lange vorher planen oder absprechen, sondern kann spontan arbeiten, wenn es für mich gerade passt. Das einzige, was ich noch kaufe sind Rähmchen und teilweise gute Königinnen aus Zucht als Ergänzung zu meiner Vermehrung.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Amape ()

  • Hi Amape ,


    vielen herzlichen Dank für das ausführliche Feedback! So in etwa stelle ich es mir vor, würde es aber gern noch eine Nummer kleiner halten. Vielleicht verliere ich meine Scheu vor einem etwas größeren Bestan aber auch, wenn ich eigene Erfahrungen sammeln konnte.

    Letztlich muss ich auch schauen, welche Möglichkeiten der Begleitung sich hier vor Ort ergeben. Nach Kursen habe ich mich auch schon umgeschaut. Ich hoffe, dass sich das alles nächste Woche klären wird. Bin schon sehr gespannt.