Bienenstände kartographieren (auf Internetseite eines Vereins)

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    Guten Tag!

    Für meine Heimatgemeinde habe ich persönlich eine Landkarte mit allen mir zu jenem Zeitpunkt bekannten Bienenständen und anderen Standorten an denen Bienen im Laufe der Jahre aufgestellt worden sind erstellt und eine Auflistung der dazugehörenden Imker mit Wohnadresse und Telefonnr. dazugepackt. Das ganze habe ich in einen Umschlag getütet, versiegelt und dem Vereinsvorsitzenden übergeben. Meine Karte ist mit Sicherheit die einzige innerhalb des Vereins geblieben.

    Anlaß zu der Karte war eine Anregung des Vereinsvorstandes nach einem Ausbruch von AFB in der Nachbargemeinde und der tagelang erfolglos durch das Gelände pirschende Amtsveterinär, der von einem Stand wußte, den dazugehörenden Imker kannte, aber die Bienen nicht fand. Die AFB trat übrigens mit Unterbrechungen (!) jahrelang auf.

    Wie soll ein Imkerkollege nach einer Ortsweiten Natronlaugesanierungsaktion gemurmelt haben: Und was mache ich jetzt mit meinen Ablegern?

    Natürlich weiß ich fast immer welcher Kollege bei unseren Ständen in der Nachbarschft steht. Aber natürlich ist man vor Überraschungen nie sicher. Von außerhalb wird immer gerne der großflächig angebaute tatarische Buchweizen bei uns angewandert, der ja bekanntermaßen nicht honigt.

    Mit datenschutzrechtlichnichtrelevanten Grüßen ...Klaus

    Recht is Recht - Tweerlee Recht dat geit man slecht !

    ……..Niederdeutscher Hausspruch aus Scheeßel...……

  • Wenn irgendwo die Tracht nicht mehr stimmen sollte, wandern die Imker von alleine wieder weg.

    Eine Karte ist unnötig, ich hab mir alle bekannten Stände der Umgebung bei Google Maps in einer Liste gespeichert. So weiß ich immer wo man was bekommen oder loswerden kann oder mir jemand generell helfen kann.

  • Herzlichen Dank für Eure Meinungsäußerungen. Das Ergebnis zeigt, dass - falls man das auf Vereinsebene diskutieren würde - etwa die selben Vorbehalte genannt werden würden und es keine Mehrheit dafür geben wird.

    Den Bienensachverständigen kann man unbekannte Stände melden, die das dann mit der Veterinärbehörde bzw. deren Daten bei Bedarf abgleichen können.


    Gruss BofH

  • Bei uns ist es andersrum passiert:

    Das KVA hat beim Verein um Mithilfe zur Identifizierung eines unbekannten Bienenhalters gebeten, dessen Stand durch Luftbilder aufgefallen war/ist. Weder der Standort war gemeldet, noch ein Imker...

    War wohl eher beiläufig, weil der Standort von oben sehr gut einsehbar ist. Mit Bäumen direkt drumherum oder darüber wäre das im Sommer nicht aufgefallen. Um es kurz zu machen:

    Offenbar werden auch Luftbilder von Landesvermessungsämtern aus ca. 4000m Höhe regulär oder sporadisch in die Überprüfung der Standorte einbezogen oder dieser eine nicht gemeldete Standort ist einem kundigen MA bei der Bildauswertung aufgefallen. Die Aufgabe der Luftbildflieger ist nämlich eine ganz andere.


    Muss man sich mal vorstellen:

    Da entdeckt ein Luftbildauswerter grün angestrichene Beuten auf fast gleichfarbiger grüner Wieser bei kaum vorhandenem Schattenwurf! :huh:


    Gruß Andreas

  • Ich kann auch bei Google-Maps schauen, ob meine Beuten am Stand schön angeordnet sind. Auf dem Bild sind aber nicht Name und Adresse gleich mit dabei sowie auch die vielen anderen Standorte in der Umgebung.

    Auch heute kann jeder eine Adressliste erstellen, wenn er eine Straße entlangläuft und die Klingelschilder zu den Hausnummern abschreibt. Trotzdem ist das was anderes als eine Liste öffentlich im Internet mit einem Klick erreichbar.

    => Wer freiwillig seine Daten da eintragen will, soll das tun, aber wer das nicht will, sollte auch nicht von anderen eingetragen werden und muss das auch nicht begründen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • An IR hatte ich nicht gedacht, obwohl ich selbst oft und gern IR-Fotos in verschiedenen Farbspektren mache. Was ich als Foto zu sehen bekam, war im sichtbaren Tageslicht-Normalspektrum, was nicht bedeutet, dass zusätzlich nicht auch Wärmebild oder IR im unteren IR-Bereich verwendet wird. Diese Luftbilder werden primär dazu benutzt, um Grundstücke und evtl. zwischenzeitlich angefertigte Gebäude ohne Baugenehmigung zu lokalisieren oder schlicht, um Baugebiete zu kartografieren, wenn sie geplant oder abgeschlossen werden. Das weiß ich aus erster Hand von einem dieser Piloten.


    Das mit Google-maps möchte ich begründet bezweifeln, weil die Auflösung mitunter ziemlich grottig ist, sie ist sogar bereichsweise aufgeblasen = verschlechtert worden. Mein Haus konnte ich vor einigen Jahren im selben Bild besser aufgelöst sehen, als heute und teilweise sind die Aufnahmen ebenfalls bereichsweise schon 10 Jahre alt oder älter! Autos an meinem Arbeitsplatz konnte ich vor Jahren als Typ oder Marke erkennen, mittlerweile geht das nur noch grob nach Farbe oder Bauart, ebenfalls im selben Foto. Google-maps in Satellitenansicht wird nicht regelmäßig für alle Landstriche aktualisiert.


    Das war auch gar nicht der springende Punkt, um es überhaupt zu erwähnen. Es ging darum, dass auch ein Kreisveterinär seine Infos aus ganz anderen behördlich beauftragten Quellen bekommt, die man als Imker gar nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Man könnte auch boshaft sagen, dass Imker oder Bienenstände auch von anderen Behörden "überwacht", wenigstens aber nicht als völlig belanglos durch die Maschen einer Kontrolle für ganz andere Zwecke fallen.


    Gruß Andreas