Varroaschaden oder ...? Bitte um Hilfe bei der Autopsie.

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    Scheinbar weisst Du nicht, was gesunde Winterbienen sind. Ein Volk mit denselbigen rettet sich nicht in den Winter. Das sitzt ihn ganz relaxed aus.

    Völker die sich noch in den Winter retten, liegen im Frühjahr tot auf dem Gitterboden. Ob mit oder ohne OS-Träufelung.


    Gruss

    Ulrich

  • Hallo, ich versuche mal ein bisschen die Spannung raus zunehmen und mit Humor zu antworten. :)


    Scheinbar weisst Du nicht, was gesunde Winterbienen sind.

    In der Mehrzahl genau die, welche momentan in meinen Völkern sind?

    Ein Volk mit denselbigen rettet sich nicht in den Winter.

    Doch, irgendwie schon dank Brutfreiheit und schleichendem Milbentod.:thumbup:

    Das sitzt ihn ganz relaxed aus.

    Stuhl habe ich zwar noch keinen gesehen, könnte aber hinkommen nach Obigem.;)

    Völker die sich noch in den Winter retten, liegen im Frühjahr tot auf dem Gitterboden. Ob mit oder ohne OS-Träufelung.

    Das ist ja der Witz! Oder warum sollen wg. der Varroa die Völker möglichst kalt überwintert werden:?:Entweder das Volk bricht VOR dem Winter zusammen, weil die scheinbaren Winterbienen geschädigt sind, sich krank fühlen und zum Sterben abfliegen; ODER das Volk konnte trotz Varroabelastung ausreichend Winterbienen aufziehen, sich in den Winter "retten",die Varroa hat Zwangspause und wird dezimiert, UND das Volk wintert erfolgreich aus.

    Jetzt weiß ich auch wo das Missverständnis lag. Das "Retten" ist eigentlich vor der Varroa gemeint und sollte nicht mangelnde Stärke implizieren. Bezog sich ja auch auf das 6 WG-Volk von RoWa Bielitz.

    Ob mit oder ohne OS-Träufelung.

    Die Aussage ist reiner Quatsch, entschuldige! Sie impliziert, dass das Träufeln ohne Nebenwirkung ist.


    Sorry, das es leider nicht so lustig wurde wie gedacht, aber ich werde mich hier nicht mehr dazu äußern.

  • Entweder das Volk bricht VOR dem Winter zusammen, weil die scheinbaren Winterbienen geschädigt sind, sich krank fühlen und zum Sterben abfliegen; ODER das Volk konnte trotz Varroabelastung ausreichend Winterbienen aufziehen, sich in den Winter "retten",die Varroa hat Zwangspause und wird dezimiert, UND das Volk wintert erfolgreich aus.

    Da gibt es mehr als nur das Entweder-Oder. Zumindest bei mir gab es immer mal wieder Kandidaten, die stark in den Winter gingen, zur OX-Träufelung noch da aber merklich geschrumpft waren und im Frühjahr entweder komplett hinüber oder auf eine Rumpftruppe zusammen geschrumpft waren.


    Ich vermute, dass Winterbienen durchaus in unterschiedlichem Maß geschädigt sein können. Manche sind schon im Oktober k. o., andere schaffen es vielleicht noch bis in den Februar. Sie schlüpfen ja auch nicht alle gleichzeitig. Mit schrumpfender Bienenzahl wird es dann auch für die gesunden Winterbienen immer problematischer die Temperatur zu erzeugen und halten.


    Die Träufelung kann solchen Völkern m. E. durchaus den vorzeitigen Exitus bringen, diese Völker wären aber auch sonst nicht oder nur sehr schwach ausgewintert.

  • Ich vermute, dass Winterbienen durchaus in unterschiedlichem Maß geschädigt sein können. Manche sind schon im Oktober k. o., andere schaffen es vielleicht noch bis in den Februar. Sie schlüpfen ja auch nicht alle gleichzeitig. Mit schrumpfender Bienenzahl wird es dann auch für die gesunden Winterbienen immer problematischer die Temperatur zu erzeugen und halten

    Insofern ist es wichtig, die Bienen im August - Oktober möglichst milbenarm zu halten.


    Die zuweilen geäußerte Ansicht, dass Ende Sept. mit der Winterbienenaufzucht ohnehin alles gelaufen sei, passt zweimal nicht:

    - einerseits erbrüten die Völker bei den aktuellen späten bis gar keinen Wintereinbrüchen bis in den November Winterbienen;

    - andererseits werden die Bienen - restliche Sommer- oder Winterbienen - durch die Milben fortlaufend geschädigt (allein schon durch das Saugen an der Hämolymphe, aber auch durch Infektion mit Viren) und es kommt zu permanentem Bienenabgang.


    Meine Folgerung daraus - in der o.g. Periode ist die Kontrolle und Maßnahmen für eine niedrige Milbenlast ein "muss".

  • Sorry für die späte Rückmeldung, ging nicht früher.

    Fotos der Waben ab 4 reiche ich nach, der Upload vom Telefon in die Forumsgalerie hat sich gerade aufgehängt. Auf den Waben 3 und 2 ist definitiv Bienensitz zu erkennen - wie alt der ist, kann ich nicht beurteilen. Wabe 1 nur ansatzweise.

    Du, es geht hier nicht um etwas beweisen. Sondern um das was Du glaubst was mit diesem Volk passiert ist. Ein 6 WG-Volk geht nun mal nicht einfach so über den Jordan. Nicht zu dieser Zeit. Das hätte früher passieren müssen und nicht nur bei Varroa.

    Was beweisen?? Nö. Warum auch?

    Genau das möchte ich wissen, was mit diesem Volk passiert ist. Eben weil so ein Volk nicht einfach mal so über den Jordan geht. Nicht um diese Zeit. Daher meine Frage hier, siehe Ausgangspost. ;)


    Hier nun wie versprochen die übrigen Fotos der Waben 3, 2 und 1. (Die unbeschriftete ist die dem Bienensitz zugewandte Seite von Wabe 1.






  • Sieht doch alles wie Varroa-Schaden aus, zumindest ist es, wie bei mir gesehen, typisch, dass sich starke Völker um Silvester herum verabschieden. Wie Dr. Wolfgang Ritter schon sagte, haben starke Völker unverhältnismäßig viel mehr Milben - mitunter das Zehnfache gegenüber kleineren.

    30 Jahre Varroamilbe

    Finde ich interessant, dass ein Wissenschaftler, der praktisch von Anfang an in Oberursel dabei war, sagt, dass die Behandlung mit Chemie (Säuren eingeschlossen) in eine Sackgasse führt.

  • Was beweisen?? Nö. Warum auch?

    Genau das möchte ich wissen, was mit diesem Volk passiert ist. Eben weil so ein Volk nicht einfach mal so über den Jordan geht. Nicht um diese Zeit. Daher meine Frage hier, siehe Ausgangspost.

    Das freut mich sehr, dass von Dir zu lesen. Nur deshalb melde ich mich noch mal hier.:)

    Deine nachgereichten Bilder sind leider nicht mehr so eindeutig. Erstmal zeigen diese Waben einen eher kleinen Wintersitz an, der außerdem, im Verhältnis zu den vorherigen Bildern, einen zerrissenen Eindruck macht. Auf gut deutsch: kein einheitlicher Wintersitz wegen uneinheitlicher Futterablage. Ob das ein Grund für den Tod eines Volkes ist, hängt in großem Maße vom Winter ab und ob es dem Volk gelingt, ohne größeren Verlust an Einzelbienen oder sogar ganzen Wabengassen einen neuen Wintersitz zu finden. Passiert sowas, das die Bienen (wie in diesem Beispiel) der WG's um die Waben 456 kein Futter mehr über sich haben und die anderen quasi vom Futter eingeschlossen sind, dazu gerade große Kälte herrscht, kann es auch mit stärkeren Völkern schon mal gewesen sein. Hier gibt es auch wieder Unterschiede zw. den Rassen. Carnica hat meist eher einen quer-spindelförmigen Wintersitz, bei welchem in den Äußeren WG relativ wenig Bienen sind, häufig nur faustgroß. Bei der Buckfast hingegen ist der Wintersitz häufig auf wenige WG begrenzt. Dafür sitzen sie dicker in den WG und können in so einer Situation besser agieren als Carnica-basierte Völker. Nach meinen Beobachtungen her gefolgert hast Du Carnica?

    Damit sich Bienen ggf. ungefährdet und unbeschränkt in der Beute bewegen können, falls sie es müssen, sind mind. 12° C notwendig. Auch ist es nicht so, dass die Bienen/ der Bien irgendwie "wissen", ob, welche Menge oder WO das Futter in der Beute ist. Die dazu gehörige Entscheidungsfindung ist auch sehr komplex ähnelt und doch dem Schwarmvorgang sehr, bei dem sich auch der ganze Bien koordiniert bewegen muss. Links dazu bitte selber suchen. Hier ist ein erster Ansatz:

    https://www.spiegel.de/wissens…rgen-heizer-a-577221.html

    Nach meiner Meinung hast Du das Volk zu einem denkbar ungünstigem Zeitpunkt geträufelt. Gerade in dieser Phase,

    Was dafür spräche wäre auch noch, dass dieses Volk beim Träufeln auffällig aggressiv war. Alle anderen blieben brav in der Traube sitzen, bei diesem musste ich kurzerhand den Decken zu machen und doch noch den Schleier aus dem Auto holen.

    sind viele Honigblasen fast leer und die reichlich aufgenommene OX geht sofort in die Verdauung, verstopft die Harnkanälchen und blockiert die weitere Energieerzeugung. Folgen können sein die sofortige Erfrierung ganzer WG und/oder der kontinuierliche Abflug sich krank fühlender Bienen, welche nach ihrem Instinkt das Restvolk gesund halten wollen. Beides scheint bei Dir vorzuliegen. Deshalb vertragen ruhig in der Wintertraube sitzende Völker die Träufelung besser. Sie haben in der Mehrzahl volle Honigblasen.

    Meine Schlussfolgerung ist, dass Du das Volk an dem Tag besser wieder geschlossen hättest und zu einem späteren Zeitpunkt nach geträufelt.

    Klar kann man immer sagen die Varroa ist Schuld. Sogar indirekt indirekt!;)

    Denn schließlich hättest Du ohne Varroa auch keine 3,5 % OX-Lösung im Winter auf die Völker gegossen, nicht wahr?:)

  • Wenn die Beutenbewohner auf den hier gezeigten (allen) Waben kein Futter gefunden haben, dann waren es bestimmt keine Bienen. Man lernt täglich dazu.😎


    Gruss

    Ulrich

    Klar doch. Man sieht ja häufig Zick-Zack Wintertrauben sowohl horizontal wie vertikal in der Beute8) Drehe mal bitte in Gedanken alle hier gezeigten Waben so, dass ein einheitlicher, spindelförmiger Wintersitz entsteht. Dann schaust Du WO in jeder einzelnen WG das Futter erreichbar ist. Wenn Dir dann nichts klar wird:/Lernen kann manchmal auch ein mühevoller Prozess sein.:)

  • Vielleicht noch verständlicher. In allen WG ohne Futter überm Kopf gehen die Bienen nach oben, das habe ich oft genug beobachtet. Die anderen WG müssen dann sehen, wie sie hinterher kommen. Da das Futter nicht überall an gleicher Stelle erreichbar ist bzw. in den letzt-gezeigten Waben die Bienen festsitzen, muss erst ein neuer einheitlicher Wintersitz gefunden werden. Möglicher Weise habe ich mich falsch ausgedrückt. Manchmal bleiben sie auch auf leerem Wabenbereich sitzen und holen sich Futter nur in Warmphasen. Bei Kälte ist jedenfalls immer eine einheitliche Formation zu sehen. Anders können sie der Kälte nicht trotzen. Ich habe genau das jahrelang beobachtet. Und es müssen wenigstens 3 WG sein, sonst Exitus.

  • Habe mir mal die Fotos perspektivisch aufgemalt: Ab Wb 2 saß der Bien auf mind. 9 WG inmitten von Futter, sprich mit Kontakt zu gefüllten Wabenbereichen. Ich gehe von Holzkasten aus; denn in Styro-Beute gibt's bei den milden Temperaturen seit Nov. kaum Wintertrauben! Selbst in einer Holzkiste, auch in Vorpommern, kommt ein Volk (9 * 0,5 WbGassen = 4,5 Waben!) bei akt.

    Temp. ans Futter. Wenn das Futter aus Füttern von Zucker/Sirup ist, sehe ich da keine Ursache für das Ableben des Volkes.


    Bleiben m. E. noch zwei Optionen: Wachs- und / oder Varroaschaden.


    Hab's schonmal geschrieben: Man kann Flöhe & Läuse gleichzeitig haben.

  • Vielleicht noch verständlicher. In allen WG ohne Futter überm Kopf gehen die Bienen nach oben, das habe ich oft genug beobachtet.

    ...

    Manchmal bleiben sie auch auf leerem Wabenbereich sitzen und holen sich Futter nur in Warmphasen

    Nein, sie gehen auch nach hinten und folgen den Vorräten - habe ich beobachtet. Ich habe noch nie beobachtet, dass ein Volk seinen Wintersitz kpl. verlegt hat, sondern sie tragen in Warmphasen (akt. seit Nov. 2019, also ständig > 0°C Außentemperatur mind. einmal täglich) das Futter von entfernteren Waben zum Bienensitz - eine sehr ausgefeilte und kluge "in-house supply chain", meine ich.

  • beemax Ich konnte das im Frühjahr 2019 selber beobachten. Angeregt durch den allgemeinen Schied-Wahn ;) habe ich einige Völker Mitte Februar eng geschiedet, Futterwaben hinter das Schied. Dann kam eine Kältephase. Ich hatte sooo ein schlechtes Gewissen, dachte, ich hätte mit meinem Handeln den GAU herbeigeführt, musste dann aber feststellen, dass die Völker allesamt offenbar völlig problemlos einfach die Waben hinter dem Schied geleert haben, ohne ihren Wintersitz zu verschieben. Wie schon andernorts beschrieben, werde ich in Zukunft nicht mehr so eng und so früh schieden, aber die auch von Bernhard Heuvel vertretene Theorie, dass die Wintertraube nicht wandert, sondern das Futter mittels einer «in-house-supply-chain» (sehr schön! ;) ) herbeischafft, hat sich bei mir in der Praxis bewahrheitet. War sehr interessant zu sehen.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Bleiben m. E. noch zwei Optionen: Wachs- und / oder Varroaschaden.


    Man kann Flöhe & Läuse gleichzeitig haben.

    ...und: Faktoren beeinflussen sich gegenseitig.

    Der Flugkreis des verstorbenen Volkes war etwas anders als am Heimatstand. Das kann u.U. gereicht haben, um einen weiteren Faktor zu verstärken (PSM o.a. Umweltgifte), der das betroffene Volk belastete, durch reduzierte Leistungsfähigkeit der Flug- bzw. Pflegebienen, Futtersaftunterversorgung bzw. -belastung, der die Larvenentwicklungszeit verlängerte, zu vorzeitigem Aufzehren des Futtersaftvorrats in Brutzellen führte (Folge: Vermehrungszyklus der Muttermilbe startet früher) o.ä. Alles Faktoren, die - trotz vorschriftsmäßiger Behandlung - zu erhöhter Varroalast führen können.

    Eine Wachsuntersuchung auf Gifte z.B. oder auf Verfälschung könnte weiteren Aufschluß geben und Sicherheit für die nächste Saison. Wie heißt es so treffend: Wachs vergißt nicht!

    Wie bereits gesagt: Die Löcher in manchen Waben, die scharfe Abgrenzung von Brut- zum übrigen Wabenbereich sind Indizien für Wachsprobleme. Ob diese bereits bei der Wachsumarbeitung oder durch Eintrag der Bienen entstanden, ist eine zweite Frage. Ergänzende Frage dazu: Die unbeschriftete Wabe 1 zeigt besonders scharf abgegrenzte, dunkle Zellbereiche - ist das Pollenvorrat? Auch den könnte man untersuchen lassen.