Bienenweideprojekt in MV

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    Moin , Moin aus Hamburg und Mecklenburg Vorpommern. Ich melde mich nach längerer Zeit mal wieder:)Ich habe ein spannendes Projekt in unserem Dorf. Das Projekt basiert auf der Idee die strapazierten Böden zu renaturieren.Es wäre schön wenn der Landwirt auf diesem Wege Unterstützung für das Projekt bekommen könnte. Seitens der Flächenverfügbarkeit theoretisch unbegrenzt.Je nach Projektstand können auch Flächen für Anwanderung vermittelt werden. Eventuell hat ja auch jemand Erfahrung mit solchen Projekten

    https://www.bienenwiesenpatenschaft-dreyer.de/

    Beste Grüße

    DD

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Wenn ich mir die Preise anschaue, scheint mir das ein Projekt zu sein, um unbedarfte Städter über's Ohr zu haben.

    Wer Blühflächen in Balkongrößen misst, mag das passabel finden. Wir messen in MV aber Flächen in Hektar. Das sind 10.000 Euro pro Hektar und Jahr. Das ist mindestens das 20fache dessen, was wir hier an Hektarerträgen in der Landwirtschaft haben. Wahrscheinlich nimmt der Landwirt auch noch die Extensivierungssubventionen mit (die verglichen damit aber lächerlich gering sind). Legen wir noch einen Euro drauf sind wir beim Kaufpreis für Flächen mit geringer Bodenpunktzahl. Und der Landwirt wird sicher nicht seine besten Flächen für das Projekt verwenden.

    Eine ökölogische Landwirtschaft stelle ich mir deutlich preisgünstiger vor.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich sehe solche Projekte erstmal grundsätzlich positiv. Auch gefällt mir der Ansatz direkt mit den Landwirten zusammenzuarbeiten. Aber diese Preisgestaltung hat einen sehr unangenehmen Beigeschmack. Der Einnahmeverlust des Landwirtes und die Pflegekosten müssen selbstverständlich ausgeglichen werden. Auch ein kleiner ÖkoBoni darf durchaus drin sein. Aber diese angebotenen Pachtpreise vergolden dem Landwirt jeden m² und sorgen zudem für massive Wettbewerbsverschiebungen. Hier in MV müssen Landwirte meistens Flächen dazupachten. Wenn sich jetzt bei diesen Landverpächtern rumspricht, dass es möglich ist pro Hektar das 20fache zu verdienen, dann werden die Pachtpreise auch für die Landwirte noch weiter steigen. Das führt dann wieder zu mehr Ertragsdruck und dann auch wieder zu intensiverer Landwirtschaft. Sozusagen im Endeffekt ein Bärendienst für die Ökologie.

  • So positiv sehr ich das nicht

    - Warum blühst da nur ein Jahr?

    - Dann ist das kein Wiesenprojekt

    - Der Preis wird vom Markt bestimmt

    Wem soll das nützen? Den Insekten nicht!!! Ihre Überwinterungsformen fallen dem Umbruch zum Opfer. Aus ist die Maus.

    Ein Teil meiner Völker stehen auf echten extensiv genutzten Wiesen. Kein Dünger, erster Schnitt nicht vor dem 25.7. und ein zweiter erst im September.

    Dort gibt es auch genügend ungenutzte Areale und Gehölze von Klein-, Großstrauch bis Baum.

    Dort ist ab Weide bis Goldrute kam. immer Tracht.

    Und nur darauf kommt es an. „Tracht“ brauchen auch ALLE anderen Insekten .

    Und darauf kommt es bei solchen Aktivitäten an.

    Alles andere, und auch viele EU- Initiativen, sind nur (Geld-) Verteilkriterien.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Moin moin aus Hamburg! Vielen Dank für das erste Feedback. Ich habe alle Kommentare mal weitergeleitet. Ich freue mich auf weitere kritische Kommentare und noch mehr über Verbesserungsvorschläge oder auch noch weitere Hinweise zu ähnlichen Projekten.Hat eventuell jemand Erfahrung mit Saatgutmischungen? Hat jemand Erfahrung zu Trachterträgen bei solchen Flächen? Beste Grüße DD

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo DD,

    hier wurden fertige Mischungen ausgesät. Wichtig ist der Anbieter / Händler. Immer Adressen von Referenzflächen verlangen. Natürlich muss man auch den Anbauer in seine Betrachtungen einbeziehen. Misserfolge liegen nicht immer am Lieferanten!

    Wichtig erscheint mir, eine Mischung für den Standort (klar definiert!!!) sich vorschlagen zu lassen.

    Mehr als 10% Grassamen in der Mischung ist ein Achtungszeichen. Gras muss nicht gesät werden, das wächst von selbst!

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hallo Daniel, Wo immer möglich sollten regionale Saaten verwendet werden. Ich bin kein Fachmann, aber sicher gibt es in MV die ein oder andere typische Pflanze, die in Bayern nicht vorkommt und vice versa. Damit möglichst vielen Bestäubern geholfen wird ist eine regionale Herkunft daher zu bevorzugen.


    Das Netzwerk blühende Landschaften hat hier einige Informationen und Bezugsquellen zusammen getragen. Im Zweifel ist es sich ratsam dort einmal konkret für den angedachten Standort nachzufragen, ob es (halbwegs) regionale Mischungen gibt.


    Wie von keinimker schon geschrieben fände auch ich mehrjährige Mischungen toll.

  • Moin,moin aus Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.Ich habe eure Kritik Punkte weitergeleitet und nun folgende Antwort:

    Guten Morgen Daniel!

    Ich werde mich mit Sebastian noch einmal hinsetzen und versuchen es verständlicher zu formulieren, was wir eigentlich wollen. Der Plan ist tatsächlich so, das die Blühwiesen über 3 bis 5 Jahre stehen bleiben sollen. Das heißt auch über den Winter. Lediglich im Frühling soll direkt vor der Neueinsaat der alte Pflanzenbestand in den Boden eingearbeitet werden. Bei den Flächen suchen wir nicht die schlechtesten und bereits bezuschussten aus, sondern beginnen dort, wo es für die Menschen am besten Sichtbar ist. Die über die Subventionen geforderten Blühstreifen machen wir wir unabhängig von diesem Projekt schon seit längerem. Um die Städter nicht übers Ohr zu hauen arbeiten wir zusammen mit dem Biosphärenrenreservat, die uns auch kontrollieren werden. Um einen langfristigen Nutzen für die Natur daraus zu ziehen, wollen wir das Projekt wissenschaftlich begleiten lassen und entsprechend Auswerten. Das Ziel ist neue Wege zu finden, die eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur auch in Zukunft möglich macht. Zu den Preisen: sie sind hoch. Wir haben uns da an anderen Anbietern im Netz orientiert. Wir zwingen niemand zum Kauf und Kritiker wird es immer geben. Wir haben drei Jahre lang keine positiven Einkommen von unseren Äckern erwirtschaften können (aufgrund der extremen Klimaverhältnisse). Wir sehen hierin eine Möglichkeit den Betrieb für die nächste Generation fitt zu machen. Die Alternative wäre Aufgabe der Landwirtschaft und Übergabe an die wirklichen Preistreiber für Bodenpreise (Investoren, Aldi, Fielmann und Co)

    Wir können jetzt noch nicht sagen wie es nach dem Projekt weiter geht. Wenn wir es wüssten, bräuchten wir es ja nicht zu machen. Vielleicht resultiert daraus die Umstellung auf biologische Landwirtschaft. Vielleicht bleiben teile des Ackers dauerhaft Blüh-, bzw. Grünflächen oder Knicks um den Wasserhaushalt positiv zu verändern. Vielleicht bleibt alles dauerhaft Brachflächen und als Rückzugsort für viele Pflanzen und Tiere und wir schaffen mit dem Geld die Möglichkeit entsprechend Nahrungsmittel unter Dach zu erzeugen und somit einen großen Beitrag zur Sicherung der Ernährung der Bevölkerung und gleichzeitig die Möglichkeit zur ungestörten Entwicklung der Natur zu schaffen.

    Wir werden auf jeden Fall dran bleiben weil wir unabhängig vom Geld (übrigens wirft man es Aldi und co auch nicht vor, dass sie mit der Ernährung der Bevölkerung Milliarden Gewinne machen) davon überzeugt sind, dass neue Wege gefunden werden müssen. Allein auf die Straße zu gehen und für mehr Geld zu demonstrieren kann meiner Meinung nach nicht die Lösung sein.

    Danke Dir für Deinen Einsatz für uns!

    Wir wünschen Euch einen schönen Tag!

    LG Hartmut

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Wir haben drei Jahre lang keine positiven Einkommen von unseren Äckern erwirtschaften können (aufgrund der extremen Klimaverhältnisse).

    Wir sehen hierin eine Möglichkeit den Betrieb für die nächste Generation fitt zu machen.

    Wo nix wächst, da wächst nun mal garnix nix. Da gedeihen auch Blühflächen nicht langfristig......

    Tut mir leid, aber ich sehe den netten und mit Moral bedachten Versuch, anderen mit viel Ethik behaftet, Existensabsichernt in die Tasche zu greifen.

    Wenn ich wegen wegen Wetterkapriolen oder meiner Dummheit nix Ernte;(........Hmmmmm:u_idea_bulb02: ich laß mich auch was einfallen....:saint:.

    Möchte jemand meine Bienen mieten?:P

    Ich wette ich finde genug Dumme, muß nur lange genug suchen

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • W

    Wenn ich wegen wegen Wetterkapriolen oder meiner Dummheit nix Ernte;(........

    Grade als Imker finde ich diesen Satz grenzwertig. Du solltest doch sehr gut wissen, wie stark Wetterkapriolen und eigene, auch vermeintlich kleinere Fehler eine Ernte massiv beeinflussen können. Du leidest doch selbst darunter, unter dem Pollenmangel nach der Kastanie, wie wir hier nachlesen können. Wo ist also das Problem, wenn jemand versucht sich neue Einkommensmodelle zu überlegen, weil Klimawandel und Co bisherige Einkommensmodelle unsicher machen?


    Alle Welt hackt auf Landwirten rum und kaum macht einer mal was anderes als stumpf wieder Mais anzubauen weils die meiste Rendite bringt, wird ihm ans Bein gepinkelt. Ich finde das auch zu teuer, aber trotzdem legitim... Ist es dir lieber, wenn dort stattdessen Mais steht? Davon hat auch keiner was. Du und ich als Imker am allerwenigsten. Ist doch super, wenn das Modell funktioniert. Der nächste Landwirt wird das dann 20 % günstiger anbieten, damit die Leute stattdessen bei ihm Blühpate werden usw. Im besten Falle bildet sich auch hierfür irgendwann ein vernünftiger Markt mit realistischen Preisen heraus.