Mathematische Modelle

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    Hallo in die Runde,


    kann mir jemand Auskunft darüber geben, ob es für folgende Parameter der Volksentwicklung mathematische Modelle gibt?

    1. Eilegetätigkeit der Weisel abhängig vom Datum (Jahresverlauf)

    2. Sterblichkeit abhängig vom Jahresverlauf und der Anzahl der zu betreuenden Brut

    3. Vermehrungsrate der Varroa abhängig vom Jahresverlauf und der zur Verfügung stehenden Brut

    4. Sterblichkeitsrate der Varroa

    5. Wahrscheinlichkeit eines Volkzusammenbruchs abhängig von der Befallsrate


    Bitte keine "Freihandzeichnungen" oder Tabellen eigener Beobachtung ausser die Stichprobengröße ist so groß, dass man daraus ein allgemeines Verhalten und damit - wenn auch nur approximativ - ein Modell der jeweiligen Rasse ableiten kann. Warum? Weil sich die Carnica, Buckfast und Mellifera gerade in ihrem Brutverhalten stark unterscheiden.


    Hintergrund: Sicherlich kennt ihr alle die Grafik mit den beiden Verlaufslinien "Brut" und "Varroa", anhand welcher der Zusammenbruch der Völker im Spätsommer/Herbst veranschaulicht wird. Ich habe heute - mit bescheidenen Mitteln - versucht, diese Grafik abgängig von den obigen Punkten mathematisch zu modellieren und komme qualitativ nicht weiter. Ich kann von all diesen Angaben nur PI*Daumen-Schätzungen oder populäre Annahmen machen, was ich sehr unbefriedigend finde. Mir fehlen entweder belastbare Basisdaten oder schon vorhandene Modelle.


    Auch würde mich interessieren, ob in der Forschung überhaupt schon einmal versucht wurde, diese Größen mathematisch zu modellieren.


    Vielen Dank und alles Gute für's neue Jahr

    Ralf Adams

    Um die 15 Carnica Völker auf 2 Standorte verteilt: Bochum (Hohenheimer) und Schmallenberger Sauerland (Segeberger).
    Bisher DNM, aber im Umbau auf DNM 1,5.

  • Hallo,


    hier ein paar Quellen, die Dir helfen könnten:


    * Beehave:

    http://beehave-model.net/wp-co…HAVE-Model_2014-03-04.zip

    Das ist zum Beispiel auch die Eilegetätigkeit der Weisel abhängig vom Datum auf Basis einer einschlägigen Publikation hinterlegt.


    * Oder Du schaust Dir Randy’s Varroa Model an:

    http://scientificbeekeeping.com/randys-varroa-model/

    Was da genau an Modellierung hinterlegt ist habe ich mir aber nie angeschaut.


    > Weil sich die Carnica, Buckfast und Mellifera gerade in ihrem Brutverhalten stark unterscheiden.

    Diese Frage wird in den oben genannten Modellen glaube ich nicht betrachtet.


    Viele Grüße


    Kastanie

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von kastanie () aus folgendem Grund: Details ergänzt.

  • Kunststück: So eine Königin wird (wirklich) maximal 4...5 Jahre alt. Aber als Ausnahme.

    Da kommt das mit den Prozenten hin. :-)

    Beim Imker dürfte die Sterbewahrscheinlichkeit pro Jahr um 1,1…1,15 % erhöhen.

    Grüße Ralf

  • Kunststück: So eine Königin wird (wirklich) maximal 4...5 Jahre alt. Aber als Ausnahme.

    Da kommt das mit den Prozenten hin. :-)

    Beim Imker dürfte die Sterbewahrscheinlichkeit pro Jahr um 1,1…1,15 % erhöhen.

    Grüße Ralf

    Ich glaube auch, dass sich aus Pia Aumeiers Aussage nur schließen lässt, dass sie die Grundrechenarten beherrscht und die Annahme kennt, wie lang eine Königin lebt (100 / 5). In Wirklichkeit wird die Sterbewahrscheinlichkeit jedes Jahr bei einer gesunden, vollentwickelten Königin (keine Einwabennachschaffungskönigin) ansteigen. Das ist meine Vermutung ohne wissenschaftliche Studien zu kennen oder selbst größere Daten ausgewertet zu haben.


    Ap­ro­pos: Bei Menschen gibt es sogar eine extra Einheit dafür:


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mikromort


    Grüße vom Apidät

  • Ich glaube auch, dass sich aus Pia Aumeiers Aussage nur schließen lässt, dass sie die Grundrechenarten beherrscht und die Annahme kennt, wie lang eine Königin lebt (100 / 5). In Wirklichkeit wird die Sterbewahrscheinlichkeit jedes Jahr bei einer gesunden, vollentwickelten Königin (keine Einwabennachschaffungskönigin) ansteigen. Das ist meine Vermutung...

    Markus, sehr richtig vermutet; das gilt für alle Lebewesen: Die Sterbewahrscheinlichkeit steigt täglich an und wächst mit dem Alter dynamisch, statistisch betrachtet.

  • Bei dem zweiten Link von Kastanie startet das Volk mit 100 Milben ins Jahr.

    Wenn ich das richtig interpretiere Endet die Milbenlast mit 725 Stück. Das ist falsch.

    Es entsteht dann ja eine nicht tödliche Milbenlast.


    Ferner startet.das.Volk mit ca. 15.000 Bienen im Januar.

    Liebig/Aumeier geben da 5-10 Tsd an.


    Schade

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Für Rassevielfalt.

  • Das, was Frau Aumeier da von sich gab, kann nur ein Richtwert, eine Faustregel (gewesen) sein.


    Mich stört daran die Linearität. Tatsache ist, daß die Sterbewahrscheinlichkeit - wie hier richtig eingeworfen wurde - mit dem Alter steigt, das allerdings, jedenfalls bei uns Menschen, erstaunlicherweise degressiv.


    Außerdem müßte nach dieser Rechnung schon bei ausschließlich Jungvölkern ein Winterverlust von ca. 20% eintreten (oft dann erst im Frühjahr anhand absterbender Völker wahrnehmbar), bei gemischtalten noch mehr. Zum Glück sind die Überwinterungsverluste bei entsprechender imkerlicher Sorgfalt und mit einem Quentchen Glück oft doch niedriger.


    In jungen Jahren ist die Sterbewahrscheinlichkeit eben niedriger, in höheren Jahren dafür umso höher.