Monatsbetrachtungen 2020 im Verbandsmagazin SH durch die "Bienenhexe"

  • das die Imkerei in S-H eine ganz andere ist, als im Rest von Deutschland.

    An der Stelle würde ich gerne einhaken. Als jemand der die Imkerei fast nur aus Lehrbüchern/Kursen kennt. Was unterscheidet die Imkerei in SH vom Rest von Deutschland? Welche praktischen Konsequenzen hat das? (Gerne ggf. auch in einem eigenen Thread zu regionalen Besonderheiten der Imkerei).

  • Der Grund ist das Klima und die Tracht.


    Schleswig-Holstein braucht im Frühjahr extrem lange um warm zu werden und hat durch den langsamen Temperaturanstieg eine sehr späte Saison, die aber im Sommer auch wieder eingeholt wird. Im Herbst dagegen dauert es ewig bis es kalt wird und dann starten die Unwetter. Im Sommer bleibt es dafür angenehm Warm und selten Heiß, da die Luft nicht steht.


    Im Gegensatz dazu sieht die Tracht so aus:

    Raps/Frühtracht finden gleichzeitig statt im Mai und im Juli gibt es dann nochmal Linde/Sommerhonig, wobei in vielen Bereichen die Völker auch nachm Raps kurz vorm Verhungern stehen.


    Die letzte Tracht ist dann noch die Heide, wenn man sie Anwandert, dann muss man aber aus S-H raus oder nach Sylt.

  • Auch zu diesem Thema wird wohl gelten, dass man sich das raussuchen sollte, was einem für die eigene Praxis am eigenen Stand sinnvoll und praktikabel erscheint. Ist niemand gezwungen, alles so zu machen, wie eine "Koryphäe" oder sonstige prominente Person aus der überregionalen Imkerszene es empfiehlt - Titel hin, Abonennten im Netz her...


    Ich hatte aus ihren Vorträgen nie den Eindruck, dass sie ihre Vorgehensweise als den Stein der Weisen predigt, im Gegenteil, sie erklärt das, was sie selbst erfogreich praktiziert, verteufelt aber nicht das, was andere mit deren Mitteln machen. Anscheinend besteht auch hier ein Unterschied zwischen ihren Textbeiträgen und live-Vorträgen. Humorvoll ist sie auf jeden Fall und nimmt sich dabei selbst auch nicht unbedingt bier- oder todernst.


    Wenn sie eines kann, dann ihr Publikum mitreißen, sowohl positiv, als auch negativ. Ich habe schon zwei live-Vorträge von ihr angehört und teils völlig unterschiedliche Reaktionen darauf mitbekommen. Diskussionsstoff liefert sie immer, das ist gut. Wer will, baut neue "Erkenntnisse" ein, wer nicht, lässt es. Nur auf den Vortrag von Dr. L waren die Reaktionen aus meinem Umfeld wirklich negatv, aber das weiß ich nur vom Hörensagen, den habe ich mir verkniffen...


    Alles ist und bleibt relativ!


    Gruß Andreas

  • robirot Danke für die Antwort.

    Ich würde mich sehr über weitere Informationen zu praktischen Anpassungen freuen.


    Was ich selbst in meinem beschränkten Erfahrungszeitraum gemerkt habe:


    Im Sommer fiel es mir hier an der Westküste sehr schwer, den richtigen Behandlungszeitpunkt für die Ameisensäure zu finden, da das Hygrometer meist bei 80% und nie unter 65% lag. Letztendlich habe ich im Sommer Varromed und dann im September Ameisensäure über FAM-Dispenser verwendet (und um das vorwegzunehmen: die Grundsatzdiskussionen über Ameisensäure und Varromed verfolge ich interessiert, aber das ist eine andere Geschichte).


    Die Gemülldiagnose hat mich vom Handling her gefordert. Der Wind ist hier häufiger sehr böig unterwegs und manchmal hat er mir trotz Öl die Windel oder deren Inhalt unversehens beim Herausziehen vom Schieber geweht.