Erfolgreiche Varroabehandlung oder nicht?

  • Ich persönlich würde nicht vor Mitte/ Ende April beginnen. Bis dahin muss die Windel, wöchentlich ausgelesen, herhalten. Zeigt zumindest Tendenz auf.

    Völker vor der Durchlenzung mit Bienen Proben zu behelligen, widerstrebt mir etwas.

    Aber ich bin auch ganz am Beginn und noch nicht wirklich aussagekräftig

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Ende April, Anfang Mai das erste mal. Dann kann ich rechtzeitig mit einer TBE reagieren.

    Dann Anfang, Mitte Juni. Hier gehts um die Frage, ob die Not so groß ist, dass ich die allgemeine TBE schon Ende Juni machen muss.

    Dann Ende Juli vor der allgemeinen TBE, wenn ich die nicht schon Ende Juni gemacht habe, würde ich eine machen, wenn die Zeit und die Lust reichen. Ansonsten halt nicht, weil eh TBE.

    Ein letztes Mal Mitte September.

  • Es kommt darauf an, was du wissen möchtest. Geht es ausschließlich darum, die Schadschwelle zu bestimmen, also darum einen Behandlungszeitpunkt festzulegen, liegst du bei der Vorgehensweise von rall0r schon ziemlich gut.

    Ich selbst ermittle mit der ersten großen Durchsicht/alternativ beim Ziehen der jährlichen AFB Futterkranzprobe auch den Varroastartbefall, damit ich einen Überblick über die Befallsentwicklung bei den verschiedenen Völkern bekomme. Ohne Startwert lässt sich später im Jahr der Befall nicht so gut bewerten. Eine flache Varroabefallskurve ist für mich eines der Kriterien, welche Völker für mich für die Zucht in Frage kommen.


    Gruß
    Ludger

  • Alle Bienenvölker werden bei mir als Kunstschwärme gebildet.

    Diese werden vor Verdeckelung der neuen Brut bedampft und dann starten alle Völker gleich ins neue Bienenjahr. Starttermin ist Ende Juli, wenn ich die Milben vorher von den am stärksten verseuchten und in Quarantäne stehenden Völkern mit Puderzucker ernte. Brauche diese Milben ja für die Infektion zur Ermittlung der VSH-Werte.


    Dann wird gefüttert und Pollen gibt es zu diesem Zeitpunkt im Jahr bei mir in der Gegend in Hülle und Fülle. Viele Flußauen mit gutem blühenden Bewuchs, viele Flächen mit ehemaligem Windwurf oder Käferfraß.


    Kurz vor Weihnachten mal das Bodenbrett rein, um den natürlichen Milbenfall feststellen.

    Ist dieser unter einer Milbe am Tag und das ist fast immer so mit den Kunstschwärmen, dann erfolgt nix weiter.


    Die Völker gehen dann ins Frühjahr und in die Tracht und ich schaue bei den Durchsichten einfach nach aufsitzenden Milben und verkrüppelten Bienen. Mehr nicht! Erst Mitte Juni nehme ich eine Probe mit CO2 und was über 1% ist, das ist schon mal verdächtig! Kein VSH! Keine Verträglichkeit gegen die Varroamilbe. Aufpassen! Über 3 % sind die Völker, die gleich in Quarantäne kommen und für die Milbenernte vorbereitet werde.


    In allen Völker werden dann Anfang Juli die Königinnen gekäfigt. Dann auch gleich den Hygienetest mit Anstechen der Brut durchgeführt. Am nächsten Tag das Ergebnis feststellen!


    Bisher habe ich da dann 3 Wochen gewartet und wieder den Milbenbefall festgestellt.


    Was unter 1% Befall ohne Brut ist? Königin wird im Miniplus gesichert mit den eigenen Bienen. Das wird Genetik für die weitere Selektion.


    Was über 1% bis zu 3% Befall ohne Brut ist? Königin wird erst einmal auch gesichert und ist Reserve. Kommt auch etwas auf die Genetik und die Anpaarung an. Ist es eine Buckfast mit 1 x VSH angepaart, dann ist die interessant.


    Was von 3% bis 5% ist: So was gebe ich oft an interessierte Kollegen. Kommt auch etwas darauf an, wie viele es in jedem Jahr von jeder Kategorie gibt und wie wertvoll und zuverlässig mir der Empfänger ist. Ist sehr unterschiedlich!


    Über 5% geht auch an den Milbeninfektionsstand zum ernten der Milben mit der Puderzuckermethode.


    Und dann werden Kunstschwärme mit den Bienen gebildet, die abgeerntet wurden.


    Und es gibt junge neue Königinnen von den Belegstellen.


    So dreht sich das Rad immer weiter.


    Die vielen Miniplus löse ich auf und verstärke damit die selektierten Königinnen oder die Reserven.

    Anfang / Mitte September schau ich dann nach den selektierten Königinnen und den Reserven. Ich schau mal was die an Milben aufsitzend (CO2) oder in der Brut haben. Mit einer Pinzette sind da gleich mal 100 Zellen geöffnet. Viel Arbeit, ja, aber es geht kaum anders...


    Sind da die Befallszahlen über 3%, dann wird verdampft! Aber nie alle Milben abtöten. Das kriegt man sowieso nicht hin! Nur die Spitzen brechen und das reicht.


    Will man Bienen züchten, die varroamilbenverträglich sind, dann muss man Varroamilben züchten, die Bienenverträglich sind?

    :roll::wink::u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Also mich überwältigen die ganzen Debatten zur Varroa.

    Ich als Anfänger sehe da hier nicht mehr durch, bei den vielen unterschiedlichen Varroa-Themen und den dazugehörigen "Geschreibe" ...


    For mich wäre günstig - wenn im Profil jemand stichpunktartig schreibt - wie er seine Varroamethode praktiziert.

    Da wüsste ich ungefähr die vielen "Diskutanten" einzuordnen.

    Wäre das machbar, möglich und gewollt- schließlich ist es doch scheinbar das entscheidende Thema?


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Ich als Anfänger sehe da hier nicht mehr durch, bei den vielen unterschiedlichen Varroa-Themen und den dazugehörigen "Geschreibe" ...

    Für einen Anfänger, der das hier geschriebene nicht versteht, ist es doch relativ einfach, geh konservativ vor :-) :

    • Behandle gegen Varroa wir gelernt!
    • Folge dem Rat Deines Imkerpaten!

    Wenn Du dann Deine Bienen ohne Totalausfall, 4-5 mal über den Winter gebracht hast und gelernt hast Deine Bienen einzuschätzen, kannst Du anfangen zu variieren, nachdem Du Dich genauestens über die ein oder andere alternative Methode informiert hast. Auch kannst Du Dir jemanden suchen der die ein oder andere alternative Methode beherrscht und von ihm lernen.

    Dann kannst Du Schritt für Schritt dazu lernen - irgendwann kannst Du das hier geschriebene besser verstehen.... ;-)

  • Nee, für den Anfänger ist luffi zu weit weg. Für seine Vorgehensweise braucht es Erfahrungen, die der Anfänger nicht haben kann.

    Anfänger sollen mE entweder auf weit verbreitete Methoden zurückgreifen (AS + OXS) oder die einfach zu verstehende TBE durchführen.

    Dann kann man sich der befallsorientierten Behandlungsweise zuwenden - aber erst später, wenn man die Grundlagen im Griff hat.

  • Stimmt Ralf, aber als Licht am Ende des Tunnels taugt Luffi und co. schon sehr.

    Ich finds jetzt nich so kompliziert, wenn ma sich an Beitrag 130 orientiert macht man nix falsch.
    Zudem, es muss nicht jeder gleich voll einsteigen, das erwartet ja keiner!

    Es hilf doch schon enorm weiter wenn mit Hilfe geholfen wird.

    Tut euch zusammen! Sag ich immer... und das bevor ihr versaut:saint: werdet

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Eine kurze Frage:


    Was bedeuten die % Angaben? Also was bedeutet 1% Befall? 100 Varroen auf 10.000 Bienen? Wieviele Milben sind das pi mal Daumen in dem CO2 Becher Mitte Juni?


    me.


    PS: 1000 Dank für den tollen Beitrag luffi Sehr sehr hilfreich das so in kompakter Form mal vorgesetzt zu bekommen.

  • Du nimmst eine Bienenprobe, schüttelst die in den CO2 Tester, wiegst das und weißt dann wie viele Bienen da drin sind.

    Dann mit CO2 betäuben und schütteln. Anschließend die abgefallenen Milben zählen und dann Prozentrechnung. Wie viele Milben auf wie vielen Bienen: Milben/Bienen*100


    das ist dann der prozentuale phonetische Milbenbefall.

    Und jetzt kommen Luffis Schwellwerte ins Spiel...

  • Dann mit CO2 betäuben und schütteln. Anschließend die abgefallenen Milben zählen und dann Prozentrechnung. Wie viele Milben auf wie vielen Bienen: Milben/Bienen*100

    ach sooooooooo. Die Prozentangaben beziehen sich auf das Verhältnis Mengen der Milben zu Mengen der Bienen im CO2 Becher. Das ist ja easy.

    Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es die gleichen Angaben sind für die Puderzucker Methode oder?


    me.

  • Nur der Vollständigkeit halber, falls auch noch jemand einen Berechnungstipp braucht:


    Zitat

    Da 100 frische Bienen ca. 10 g wiegen, erhält man den prozentualen Befallsgrad, indem man die Milbenzahl durch das Gewicht der Bienen teilt und mit 10 multipliziert. Also bei z. B. 38 g Bienen und 9 durch Auswaschen ermittelten Milben:19/38×10 = 2,4 %


    Quelle: http://www.kiv-bochum.de/bilder/07_11Binder-Befallsprobe.pdf


    In dem PDF ist auch noch mehr erklärt aber das kann sich dann ja jeder selber durchlesen. Das wird sonst zu offtopic.


    me.